Von "Winterhärte" zu sprechen, wenn einem das Gehölz bis zum Boden herunterfriert, finde ich aber schon etwas übertrieben. Ich würde es eher mit "hat gerade noch überlebt" beschreiben.
Nur keine Angst, bristlecone. Ich habe nicht vor aus meinem Garten ein Kamelienparadies zu machen, wie wir das z.B. auf den Bildern von StephanHH bewundern können. Dass das unter den gegebenen Umständen nicht geht, ist mir durchaus bewusst. Deshalb werden weiterhin Magnolien und Rhododenron das Gerüst meines Gartens bilden. Dennoch gibt es auch bei denen Wackelkandidaten und die Blüte fällt nicht jedes Jahr spektakulär aus und leider wird sie auch bisweilen ein Opfer von Nachtfrösten. Wenn aber die Pflanzen selbst über viele Jahre hinweg gut über die Runden kommen und durch (wenn auch manchmal geringen) Zuwachs Zufriedenheit signalisieren, dann spreche ich nicht nur von "Überleben" wie das z.B. bei meinen beiden Kamelien 'Black Lace' der Fall ist. Pflanzen, die sich nach spätestens 3 Versuchen in meinem Garten nicht wohl fühlen, bekommen bei mir Gartenverbot. Es ist aber für mich immer wieder überraschend, wie manche Pflanzen, die unproblematisch sein sollen, hier einfach nicht wachsen wollen, während andere, als heikel geltende, gut gedeihen. Probieren ist also angesagt. Und wenn ich weitere Kamelien finden sollte, die hier gut wachsen, dann werde ich dafür sicher ein Plätzchen im Garten finden und wenn nicht, dann eben nicht!

Aber mal ehrlich: sind wir Gärtner nicht alle ein wenig wie kleine Kinder, die ihre Grenzen ausloten wollen? Wenn wir keine Experimente mehr wagen und Lehrbuchwissen nicht mehr hinterfragen, dann, so fürchte ich, ist der Sarg nicht mehr fern.
