Im Tomaten-Thread habe ich einen Link zu folgender Seite gefunden:
http://www.ibdf.de/vh1/n3.htmlDanach ist die Wahrscheinlichkeit, Hybrid-Tomaten-Saatgut gekauft zu haben, >80%, bei Tomaten vom Markt wahrscheinlich deutlich über 90%. Du kannst also davon ausgehen, Hybrid-Samen zu haben.
Vereinfacht funktioniert die Hybrid-Züchtung so (bitte korrigiert mich bei Fehlern, bin auch nicht 100% firm in dem Thema):
Es werden zwei Elternlinien gezüchtet. Diese sollen möglichst reinerbig sein. Reinerbig heißt folgendes: Informationen über Erbanlagen (bei Menschen z.B. Augenfarbe, Blutgruppe o.ä.) werden jeweils paarweise gespeichert, eine Information pro Elternteil. Sind beide Inforationen gleich, spricht man von reinerbig, d.h. man gibt an seine Kinder 100%ig diese Information weiter.
Das Problem der Elternlinien: Durch die Auswahlzucht nach Reinerbigkeit entsteht Inzucht. Die Pflanzen wachsen z.T. kümmerlich (vgl. das Foto auf der verlinkten Seite).
Ein "Mischling" der beiden Linien nennt sich F1-Hybride. Für den Züchter hat der Hybrid zwei Vorteile:
1. Er weiß genau, welche Erbinformationen die Eltern weitergeben. Daher weiß er auch genau, welche Eigenschaften das Saatgut-Kind haben wird.
2. Durch den Heterosis-Effekt hat der Nachkomme die positiven Eigenschaften beider Elternlinien. Gut erklärt hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heterosis-EffektEin Beispiel:
Nehmen wir an, Tomaten hätten nur zwei Charakteristika: Guter Geschmack und reicher Ertrag. Beide Anlagen vererben sich dominant.
Also:
Anlage für guten Geschmack = G
Anlage für schlechten Geschmack = g
Anlage für reichen Ertrag = E
Anlage für geringen Ertrag = e
Elternlinie 1 könnte dann so aussehen:
gg EE
(schlechter Geschmack, guter Ertrag, reinerbig)
Elternlinie 2 so:
GG ee
(guter Geschmack, geringer Ertrag, reinerbig)
Alle F1-Nachkommen sehen dann so aus:
Gg Ee
Da die Anlagen dominant vererbt werden, hat die Hybide sowohl reichen Ertrag als auch guten Geschmack.
Natürlich kann man diese F1-Hybriden weiter vermehren. In der zweiten Generation werden aber die Merkmale der Elterngeneration wieder durchbrechen. Im oberen Beispiel liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die F2-Generation wieder beide positiven Merkmale erhält nur noch bei 56%. In 6% der Fälle wird sogar weder guter Geschmack noch reicher Ertrag auftreten. Und das war ja ein extrem vereinfachtes Beispiel. In Wirklichkeit gibt es natürlich viel mehr qualitativ wichtige Merkmale und die Wahrscheinlichkeit, dass F2 so gut wie F1 ist, ist deutlich geringer.
Zudem kann es wahrscheinlich auftreten (da bin ich mir nicht sicher), dass auch die F2-Pflanzen am Kümmerwuchs der (Inzucht)-Großeltern leiden. Deshalb wird die weitere Zucht von Hybriden als nicht lohnend eingestuft.