P. stolonifera hatte ich in früherem Garten endlos lang. Boden neutral bis leicht alkalisch, im lichten Schatten unter Sträuchern gepflanzt. Er machte seinem Namen "Wanderphlox" alle Ehre. Im Laufe der Jahre gab es einen ziemlich dichten Teppich, solange nach der Blüte leicht geschnitten wurde und keine zu wüchsigen Nachbarn ihn bedrängten. Damals gab es vor allem 'Blue Ridge' und Ariane' (weiß, der nicht ganz so flott wie der Blaue war), der einzige mir bekannte rötliche wurde verschmäht

. Leider wurden diese Pflanzen von einer Gartenhilfe akribisch gejätet....... einen neuen Versuch starte ich gerade erst.
P.divaricata ist meiner Meinung nach empfindlicher oder vielleicht besser gesagt, kurzlebiger. Denn die Triebe, die ich von mickernden Altpflanzen abnehme, sind innerhalb von zwei Jahren zu sehr kräftigen Blühpflanzen herangewachsen. Es tut ihnen offensichtlich gut, alle paar Jahre verjüngt zu werden. Obwohl sie an den Nodien willig weiterwurzeln und -wachsen, werden bei mir keine gescheiten Pflanzen aus ihnen.
Auch wenn sie Waldphlox heißen, brauchen sie meiner Ansicht nach keinen Schatten, allerdings wohl humosen Waldboden, der gut Feuchtigkeit speichern kann. Die Bodenreaktion scheint dagegen nicht ausschlaggebend zu sein.
Wogegen sie hier allergisch reagieren und innerhalb kürzester Zeit völlig verschwinden, sind invasive Nachbarn! Ich hatte bei meinen ersten Versuchen einen Minihang mit P.divaricata bepflanzt, dazwischen für das zeitige Frühjahr Triilium und Eranthis. Winterlinge sind hier regellrecht aggressiv iv werden nach der Blüte , kurz vor der Samenreife, nahezu 30 cm hoch. Das halten weder Trillium noch Walsphloxe aus - sie verschwanden alle!
Im lichten Schatten standen vor vielen Phloxen einige Campanula poscharskyana, zierlich und klein.Dazwischen natürlich noch andere Winter- und Frühjahrsblüher. Die Glockenblumen versuche ich seit Jahren zu eliminieren, aus einem winzigen Wurzelstückchen entwickelt sich wieder eine prächtige Pflanze - wirklich wunderschön! Aber eben kein Phloxe mehr!
Aus Schade klug geworden, habe ich die Waldphloxe jetzt an freie Standorte gesetzt, wo, noch Sonne hinkommt, sie aber nicht austrocknen oder verbrennen kann. Regelmäßig Stecklinge abgenommen, sind sie nun dauerhaft. Normalerweise stecke ich in Töpfchen, es geht aber auch direkt in den Boden, wenn der mild feucht ist.
distel meint, dass der attraktive P.divaricata 'Moody Blue' mehr Licht braucht. Im Schatten ist M.B. mir auch nach zwei, drei Jahren überwachsen. Mehrere Jahre hatte ich ihn vorher in einer Schale auf dem Brunnenrand stehen, wo er fast volle Sonne bekam, aber wohl von der Luftfeuchtigkeit profitierte. Er war herrlich!
Nun habe ich also wieder gepflanzt, man will es schließlich wissen

- unter einen Baum in Richtung Sonne. Eine Pflanze ist sehr brüchig und verliert seine Triebe bei starkem Wind, die anderen sahen, bevor ich fortfuhr, prächtig aus.
Ganz sicher werde ich noch mal 'Moody Blue' in Schalen pflanzen, zusammen mit gelblichen Hostablättern sind die recht späten Büten ein Gedicht! Und es lohnt sich ihn
etwas zu verwöhnen, auch wenn er nicht so stark duftet wie die anderen Walsphloxe.