Ich wundere mich ohnehin schon seit Jahren über die Kulturerfahrungen mit bestimmten Stauden in Sachsen und Brandenburg, die hier (und komischerweise auch in Teilen Österreichs) problemlos wachsen, dort jedoch versagen.
Der Punkt ist oft der strenge Kahlfrost. Norden und Westen haben zwar auch wenig Schnee, aber auch weniger strenge Fröste. In den Alpen sind die Winter streng, aber schneereich. Wir haben hier im Nordosten oft die Gruselkombination aus strengsten Kahlfrösten bei Schneearmut. Ostlagen schlugen in den letzten Jahren hier immer am stärksten zu.
Genau das: Kahlfrost und Lufttrockenheit können auch hier im Südwesten manchen Pflanzen zu schaffen machen. Aus meiner alten Heimat Schgleswig-Holstein kenne ich viele sehr schöne G. manicata, die mit vergleichsweise wenig Winterschutz prächtig gewachsen sind.
Hier im Südwesten sehe ich die nicht so oft.
G. tinctoria stammt aus Südchile/Südargentinien, G. manicata aus dem südostbrasilianischen Bergland.
Vor vielen Jahren war mal ein Bericht in der Gartenpraxis über G. manicata und G. tinctoria. In dem hieß es, dass in Deutschland G. tinctoria nur in klimatisch sehr milden Ecken auf Dauer kultiviert werden könne. Was man üblicherweise hier sieht, ist die brasilianische.
Ja, die Stiele kann man essen. Stiele von G. tinctoria werden in Südchile auf Märkten angeboten und geschält wie Rhabarber gegessen. Längst nicht so sauer wie Rhabarber, aber insgesamt geschmacklich nicht so der Hit. Eher schon die oft daneben angebotenen Samen von Araukarien.