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Autor Thema: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?  (Gelesen 186149 mal)

Krokosmian

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Nun gut, was heute absurd erscheint kann morgen schon Normalität sein. Gabs nicht nur im Gartenbau/in der Landwirtschaft schon ein paar Mal.

*Weiß, dass dieser Satz sich wie "Zwischen Himmel und Erde..." anhört und duckt sich deswegen weg.*
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Rieke

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Im Freiland gibts genug Insektizide, auch die Biobauern dürfen ausreichend viele Insektizide spritzen.
In Deutschland ist Bio wohl eine ganz besondere Qualität. Danke für die Info - ich verzichte in Zukunft weiterhin auf Lebensmittel aus Deutschland - das deutsche Masthähnchen ist wohl kein Einzelfall.

Das ist zwar etwas OT in dem Zusammenhang, aber Spinosad ist in Österreich genauso zugelassen wie in Deutschland. Die Regeln für den Bioanbau dürften sich auch sonst wenig unterscheiden. Es gibt das EU-Biosiegel hier wie dort, und außerdem Anbauverbände, die deutlich strengere Regeln für ihre Mitgliedsbetriebe vorschreiben.

Netze gegen  die KEF sind übrigens nicht Neues, da habe ich schon vor 1-2 Jahren was drüber gelesen, beim Anbau von Beerenobst. Das funktioniert recht gut, solange man darauf achtet, daß keine KEF hinein kommt. Auch gute Fallen, die dicht verteilt sind, können den Befall nicht verhindern, sondern die Massenvermehrung nur hinaus zögern. Obst mit leichtem Befall gilt nach meinen Informationen noch als verkaufsfähig.

Insektizide gegen die KEF zu spritzen funktioniert nicht, weil sie bekanntlich reifes Obst befällt und dann müssen nach dem Spritzen Wartezeiten eingehalten werden, bevor das Obst verkauft werden kann.

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cydorian

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Hier sind Hagelschutznetze, Vogel- und Wespennetze im Obstbau völlig normal - ich denke, auch im Gemüsebau sind sie üblich, seit mehr Wert auf Bio-Anbau gelegt wird.

Ganze Gehölzplantagen hermetisch mit schweren Plastiknetzen mit 0,8mm Maschenweite abdichten, Eingangsschleusen für Mensch und Maschine, Hummelvölker auf Verschleiss drin weil keine Befruchter mehr da sind sind schon noch mal ein anderes Kaliber wie die halboffenen Hagelschutzeinrichtungen.

Wenn Obst immer hermetischer vor einer immer katastrophaleren Umwelt abgeschlossen werden muss, um überhaupt noch was zu haben, dann kann man die Zwischenschritte auf dem Weg in die Isolationsstation in der Fabrikhalle auch auslassen und gleich entlang dem "Fortschritt voranschreiten". Bei Erdbeeren ist man schon auf einem "guten" Weg dazu, die erste Stellagenkulturen sind versuchsweise schon in Hallen gewandert, künstlich beleuchtet.
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Krokosmian

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Auch wenn das OT ist und wahrscheinlich eh nicht interessiert, könnte man ersehen, dass eine geschlossene Kultur nicht nur Nachteile hat.

Und nein, auch ich sehe das Obst lieber Im Garten und auf dem Gütle wachsen. Ist aber nicht jedem vergönnt.

« Letzte Änderung: 23. Juni 2017, 20:55:29 von Krokosmian »
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oile

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Bei vielen Obstgehölzen könnte man ja zumindest während der Zeit der Bestäubung alles offen lassen und danach erst die Netze drüberziehen.
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Ich habe Besseres zu tun!

Bis jetzt ist alles  gut gegangen, sagte der Mann, als er am 12. Stockwerk vorbei fiel.

Dietmar

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1085 am: 02. August 2017, 15:19:59 »

Noch verhindert bei uns die Hitze die Massenvermehrung, aber bei Temperaturen unter 30 °C und Freuchte werden die Biester wieder massenhaft auftauchen.

Hier eine Liste gefährdeter Sorten:  http://www.ernaehrung-bw.info/pb/MLR.LTZ,Lfr/Startseite/Kulturpflanzen/Kirschessigfliege

Am Ende des Starbeitrages sind mehrere Links für pdf-Dateien. Der letzte Link ist gemeint.

Inzwischen werden Bekämpfungsmaßnahmen erforscht, aber der erste Lichtblick bedeutet noch nicht, dass kurzfristig ein wirksames Mittel auf den Markt kommt, welches auch für Hobbygärtner verfügbar ist.

Hier etwas zur Forschung: 

https://www.agrarheute.com/news/kirschessigfliege-forscher-entdecken-effektive-bekaempfungsmethode
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cydorian

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1086 am: 04. August 2017, 12:10:53 »

Praktisch taggenau wie letztes Jahr und 2014 wurde hier wieder zu Beginn des Augusts die Katastrophenschwelle überschritten. Brombeeren: Faulender Matsch mit den Maden drin. Himbeeren: Halbreif täglich ernten, sonst Verderb. Sommererdbeeren habe ich ausgerissen, war sinnlos, bei Rotfärbung Matsch wie es schon ausführlich im Thread steht. Und die paar Zwetschgen, die der Frost gelassen hat kann man mit Sicherheit auch vergessen. Kiwis werden diesmal keine Schäden haben, der Frost hat im April schon zu 100% "abgeerntet".

Im Bezug auf das Wetter bleibt festzustellen:

- Wochen im Januar mit knackigen Tiefsttemperaturen wie dieses Jahr seit mehreren Jahren wieder eine war? Null Einfluss. Bestätigt die Beobachtungen in Kanada. Der Schädling übersteht tiefe Fröste völlig problemlos.
- Stark wechselnde Temperaturen mit kräftigen Aprilfrösten, wenn der Schädling eigentlich schon aktiv ist: Übersteht er problemlos.
- Die Tage mit Temperaturen um 35°, die 2015 die Vermehrung gestoppt haben waren diesmal häufig, aber die Serien viel zu kurz, die Hitze dauerte immer nur max. drei Tage (Mitte Juni, Anfang Juli). Es muss wirklich eine Woche anhalten, damit es bremst.

Traurig, wie heimische Obstarten von Schädlingen dauerhaft gegen die Wand gefahren wurden, die der Mensch selber hergeholt hat. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Die Lösung im Obstanbau bedeutet: Gift ohne Ende. Wer das nicht raushaut, dem zerstören die Schädlinge die Ernte: https://www.gabot.de/ansicht/news/frankreich-keine-chance-fuer-die-kirsche-386791.html

"Doch gerade bei Kirschen hat sich in den letzten Jahren bei den Obstbauern eine Art Resignation breit gemacht: Sie sehen ihren Kampf gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) als verloren an. (...) Die Produzenten können nichts machen. Drosophila ist überall in Europa ein Problem, doch wir in Frankreich können nichts dagegen tun, denn hier ist kein wirksames Pflanzenschutzmittel zugelassen."
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Ha-Jo

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1087 am: 04. August 2017, 20:59:22 »

Ich habe 2015 eine Brombeere gepflanzt. Voriges Jahr die ersten Früchte genossen. Und dieses Jahr hat sie viele Beeren angesetzt. Zeige ich auf dem Foto. Immer wenn welche reif waren habe ich gekostet.
Zum letzten Wochenende konnte ich so viele pflücken dass meine Frau einige Torteletts belegen konnte.
Davon haben wir, und ein Freund, am Sonntag einige gegessen. Sehr lecker.
Den Rest hat meine Frau in den Kühlschrank gestellt.
Als wir am Montag die restlichen Torteletts aus dem Kühlschrank holten waren bei einigen Beeren klitzekleine, weiße Maden im Tortenguß.
Seitdem haben wir keine Brombeeren mehr gegessen. Sehr ärgerlich.
Wir haben nicht sehr viel Obst im Garten, aber was wir in Kürze mit den Heidelbeeren, den Zwetschgen und den Birnen machen sollen, ist unklar.
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Rieke

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1088 am: 04. August 2017, 21:46:42 »

Frustrierend. Bei meiner Brombeere geht der Befall wahrscheinlich auch los, einige Beeren waren verdächtig matschig. Im Moment versuche ich den Befall durch gründliches und regelmäßiges Pflücken, vor allem auch durch Pflücken aller reifen Beeren, auch der matschigen, der im Dornengestrüpp versteckten zu bremsen.

Deine Birnen sind wahrscheinlich nicht gefährdet, aber die Zwetschgen schon, vor allem, wenn Du jetzt die ganzen Brombeeren nicht mehr erntest. Dann vermehrt sich die KEF und Du baust eine richtig große Population auf.  Abgeerntete Brombeeren auf keine Fall auf den Kompost, sondern erhitzen (kochendes Wasser oder in einem schwarzen Sack in die Sonne legen) und entsorgen, Brombeeren und Holunder scheinen für die KEF ein ideales Futter zu sein.
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Ha-Jo

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1089 am: 04. August 2017, 22:05:34 »

Ja, schöner Mist. Ich habe schon in diesem Faden etwas gelesen. Und in "Brombeeren mit Maden/Würmern". Bin noch unsicher. Ernten und im Wasser beobachten ob da Maden rauskommen, oder schlechtgelaunt entsorgen. Meine Frau wird keine mehr essen. Ich denke, ich werde die Reifen pflücken und kochen. Den Rest dann abschneiden und schreddern. Und nächstes Jahr?
Ich habe mich auch schon mit dem Gedanken beschäftigt, die komplette Pflanze zu entsorgen.
Wie gesagt, schöner 😡
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Elro

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1090 am: 05. August 2017, 00:35:15 »

Ich ernte jetzt alle zwei Tage die Loch Ness, schlechtes wird entsorgt und die noch gut aussehenden Beeren landen im Gefrierschrank damit evtl. Eier nicht schlüpfen. Anderst geht es nicht, wenn es dann wieder zu schlimm wird wird wieder abgeschnitten und auf ein neues Jahr gehofft.
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Liebe Grüße Elke

Ha-Jo

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1091 am: 07. August 2017, 20:39:18 »

Ich habe heute schlechtgelaunt alle reifen Brombeeren gepflückt und in einer zugebundenen Plastiktüte entsorgt. Alle anderen Triebe mit noch unreifen Beeren habe ich abgeschnitten.
Wenn das nächstes Jahr so weiter geht werde ich mich von der Brombeere verabschieden.
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Dietmar

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1092 am: 08. August 2017, 22:17:08 »

In meinem letzten Beitrag hatte ich einen Link gesetzt, in dem beschrieben wird, dass Genetiker eine Bekämpfungsmöglichkeit sehen, die vielleicht einmal eine Lösung sein könnte. Ehe das für Kleingärtner wirksam wird, können aber noch Jahrzehnte vergehen. Bis dahin gibt es wohl keine Lösung, d.h. nur der Abschied von allen potentiell empfindlichen Obstsorten und das sind insbesondere alle roten und blauen Sorten mit Ausnahme sehr zeitiger Sorten.

Eine positive Ausnahme gibt es aber: die Tafeltrauben. Zum Schutz vor der KEF kann man vor der Reife Organza-Beutel über jede Traube ziehen. Das schützt so nebenbei auch vor Wespen. Bevor Ihr aber irgendwelche minderwertige Sorten im Gartenmarkt kauft, lest erst mal unseren Tafeltrauben-thread bzw. fragt vor dem Kauf, welche Sorte sich für Euren Standort eignet.
« Letzte Änderung: 14. August 2017, 21:31:44 von Dietmar »
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willi2000

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1093 am: 14. August 2017, 21:09:22 »

Ich will hier auch mal die positiven Aspekte ansprechen.
Ich trinke gerade einen Brombeermilchshake. Früher hab ich an meine Milchshakes immer noch ein Ei drangemacht, heute kann ich darauf verzichten. Ist wegen dem Fibronil auch besser so.
Oder die armen Veganer, denen früher für eine ausgewogene, gesunde Ernährung an Obst eigentlich nur die Kirsche zur Verfügung stand. Heute ist die Auswahl an gesunden Obst viel größer. Man möchte ja fast schon von Superfood sprechen, wegen dem extra an wertvollen Eiweißen und Fetten.

Immer schön positiv denken.
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Dietmar

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #1094 am: 14. August 2017, 21:37:47 »

Zitat
Immer schön positiv denken.

So viel Fruchtzucker ist auch nicht gesund. Die Maden der KEF haben diesen zum großen Teil in "Essig" umgewandelt. Deswegen heißt das nette Tierchen auch Kirschessigfliege.

Und sauer macht bekanntlich lustig.  ;D ;D ;D

Diese netten Tierchen verursachen dadurch wahrscheinlich richtige Lachkrämpfe.

Nun gibt es aber unverbesserliche Obstfreunde, denen wegen der KEF nicht zum Lachen zu Mute ist.
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