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|29|3|Wenns noch im Frühjahr friert und schneit, ist Streit im Forum nicht mehr weit.  ::)  ;D  (Daniel - reloaded, 2013)

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Autor Thema: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?  (Gelesen 186151 mal)

zwerggarten

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #750 am: 08. Februar 2016, 20:00:31 »

... Wie sah es letztes Jahr eigentlich bei den Act. arguta aus? Im thread wurde von manchen geschrieben, dass 2014 Totalausfall war. ...

überraschenderweise konnte ich in berlin ganz gut ernten, teils hing sogar noch was in den ersten frost über – genau hingesehen habe ich aber nicht, und sowieso chutney daraus gekocht, ggf. vorhandene essigsäure wäre so kein problem gewesen. 8) ;)
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"(…) die abstrakten worte, deren sich doch die zunge naturgemäß bedienen muß, um irgend welches urteil an den tag zu geben, zerfielen mir im munde wie modrige pilze."
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Kasbek

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #751 am: 08. Februar 2016, 20:21:04 »

ist es sinnvoll, die Beeren, die die KEF am liebsten hat, also z.b. Brom und Him als Ablenkungstracht einzusetzen um das Biest von anderem Obst fernzuhalten?

Hier im thread stand: geht erst woanders hin wenn die Kirschen alle sind, oder Brombeeren befallen, Johannis nicht.

Schon klar, wenn sie in Massen auftritt nimmt sie alles, aber vielleicht ist das bei geringerem Befall eine Hilfe.?


Bei der schnellen Generationenfolge dürfte diese Methode das Problem eher potenzieren als lösen.
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Wer Saaten sät, wird Ernten ernten. (Sander Bittner)

Rieke

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #752 am: 08. Februar 2016, 20:34:16 »

Eine Ablenkfütterung funktioniert bei Löwen, die nur ein mal im Jahr Junge bekommen. Ein Löwe legt nicht in jede Ziege 3-4 Eier, aus denen nach kurzer Zeit weitere Löwen schlüpfen.

Meines Erachtens hilft eher, alle fruchttragenden Sträucher zu entfernen, die man nicht benötigt. Dann hat man evt. eine Chance mit konsequenten Ernten, Vernichten befallener Früchte und Fallen eine Teil seiner Ernte zu retten.
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flash

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #753 am: 13. Februar 2016, 17:57:33 »

Problem ist nur, dass ich nicht in der gesamten Gegend alles abholzen kann, von Wildgehölzen bis Nachbars riesigen Kirschbäumen, ich wohne in einer glücklichen, sehr grünen Gegend. Wenn die Invasion bei mir ankommt wird wohl nur eintüten helfen - was halt geht.

Bis jetzt bin ich verschont geblieben, ich hoffe, das bleibt noch lange so........, Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt

Flash
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oile

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #754 am: 13. Februar 2016, 18:01:24 »

Flash, ich werde auch eintüten, wenn es sein muss. Man kann doch nicht alles roden!!
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Bis jetzt ist alles  gut gegangen, sagte der Mann, als er am 12. Stockwerk vorbei fiel.

Bienenkönigin

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #755 am: 13. Februar 2016, 18:19:10 »

Bei mir ist sie auch noch nicht, doch wenn sie angekommen ist hilft auch hier nur einpacken. Wir wohnen umgeben von Wald, viele neu aufgeforstete Flächen usw.... Da wuchern wilde Brom- und HImbeeren, sowie Holunder nur so. Bei mir im Obstgarten helfen ja vielleicht die Hühner, wenn sich die Maden aus den Beeren fallen lassen?
LGr.
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Dietmar

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #756 am: 15. Februar 2016, 14:16:33 »

Das Spritzen gegen die Suzuki kann auch ganz schön schief gehen.

Bei einem Winzer bei Meißen müssen einige Hunderttausende Liter des 2015-er Jahrgang vernichtet werden, weil in geringer Menge Rückstände von Spritzmitteln gefunden wurden - allerdings in sehr kleinen und ungefährlichen Konzentrationen.

Was war passiert? Dieser Winzer hat von einem anderen Winzern Trauben zugekauft und in diesen Trauben waren die Schadstoffe. Dieser andere Winzer hatte jedoch angeblich gar keine eigene Spritztechnik. Er hatte einen Dritten mit dem Spritzen beauftragt. Dieser Dritte hatte zum Spritzen Bi 58 verwendet, was im Weinbau nicht zugelassen ist. Die genaueren Umstände werden noch untersucht.

Das Ganze hat aber schon die Folge, dass die größeren Winzer keine Fremdtrauben mehr keltern und Hunderte kleine Winzer Gefahr laufen, ihre Trauben nicht mehr keltern lassen zu können.

Übrigens war Bi 58 sehr wirksam gegen die Suzuki. Die eigentlichen Spritzstoffe gegen die Suzuki sind nur mit einer Sonderzulassung genehmigt worden und damals ausverkauft gewesen. Deswegen wurde mit Bi 58 gespritzt.

Insbesondere blaue und rote Traubensorten sind durch die Suzuki gefährdet und ich vermute mal, dass einige Rotweinsorten  Rückstände von Spritzmitteln enthalten. Da die Suzuki nur auf reife bzw. fast reife Früchte steht, können zwangsläufig Wartezeiten nicht eingehalten werden, so dass zwangsweise Rückstände von Spritzmitteln enthalten sein müssen. Vielleicht sind die Rückstände der zugelassenen Spritzmittel genau so gefährlich wie Bi 58, aber diese sind eben mit der Sonderzulassung legal.
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bristlecone

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #757 am: 15. Februar 2016, 14:58:01 »

Scheint so, als wäre nicht nur ein Weingut betroffen, sondern auch die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen: http://www.sz-online.de/sachsen/belasteter-wein-auch-bei-winzergenossenschaft-3321893.html
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Dietmar

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #758 am: 15. Februar 2016, 15:31:56 »

Bei uns werden die Weine sehr sorgfältig auf Belastungen untersucht, bevor diese in den Verkehr kommen und das in verschiedenen Stufen der Herstellung. Ob das woanders auch so gemacht wird, weiß ich nicht. Vielleicht hat man woanders nur nicht gesucht.
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cydorian

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Re: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?
« Antwort #759 am: 16. Februar 2016, 11:47:31 »

Wein enthält meistens Rückstände diverser Mittel, aber solange das Produkt der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen in oder auf Lebens- und Futtermitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs entspricht, kommt da auch keine Meldung, keine Rücknahme, keine Einschränkung. Er wird verkauft und getrunken.

Hier die aktuelle Situation durch einen Chemiker: http://www.tasteslikewine.de/2015/06/11/pestizide-im-wein-ein-dauerbrenner/

Mich wunderts eigentlich mehr, dass nicht noch mehr Meldungen von Grenzwertüberschreitungen und Funden nicht zugelassener Mittel existieren. Bei dem kräftigen Einsatz 2014, den fixen Ausnahmegenehmigungen und der leichthändigen Aufhebung von Wartezeiten hätte ich mehr erwartet.

Vielleicht waren die Kellereien angesichts der 2014er Kirschessigfliegenkatastrophe auch vergewarnt und vorsichtiger, gaben mehr Analysen in Auftrag und blockierten still die Vermarktung gewisser Chargen. Ohne Pressemeldung...
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cydorian

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Wie erwartet begannen die Schäden Mitte/Ende Juni und nun, zwei Wochen später ist bereits Totalschaden eingetreten: Meine Sauerkirschen (Ungarische Traubige, Jade) sind allesamt hin. Von aussen das übliche Bild, kleine Einstichlöcher, drum herum eingesunkene Haut, die Früchte innen allesamt sofort gärig und verdorben obwohl die Raupen noch sehr klein ist:



Es ist bereits ein Massenbefall. Alle Früchte zerstört, pro Frucht mehrere Einstiche, mehrere Raupen des Schädlings drin. Frucht geöffnet:



Ganz eindeutig Kirschessigfliege, Atemschlauch, dunkle Mitte:



Bäume stehen in der Landschaft. Die Kirschessigfliege hat Null Problem, da draussen zu überwintern und eine Massenvermehrung bis Juli zu schaffen, obwohl erst Ende Juni die ersten Früchte (Süsskirschen) existierten. Wie erwartet werde ich wohl nun auch beim restlichen Steinobst, Brombeeren und Wein wieder Totalschaden erleben - eben werden die ersten Frühzwetschgen blau.

Die extreme Ausnahmehitze letztes Jahr hat sie gebremst. Leider auch das Obst beschädigt. In normalen Jahren wie jetzt ist das Steinobst wohl Essig. Ein Dank an die vom Menschen importierten Neozooen. Habt ihr toll hinbekommen. Und sehr gründlich.
« Letzte Änderung: 15. Juli 2016, 20:29:04 von cydorian »
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lord waldemoor

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meine marillen sehen auch teilweise so aus
ich habs noch immer nicht geschafft nachzusehn ob fruchtfliege oder kef
am kompost auf den bananenschalen sind so viele dass es summt wie bei einem bienenschwarm, hab letztens mal einen kübel siedendes wasser drübergschüttet, das mochten sie garnicht
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am schwierigsten sind nur die ersten 5 tage nach dem we

zwerggarten

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bristlecone

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Hier fällt die Ernte an Sauerkirschen bei den Bauern geringer aus als letztes Jahr: Spätfrost bzw. Kälte zur Blütezeit, zuviel Regen und nun die KEF.  :P

Es gibt übrigens erste Forschungsansätze zur möglichen Kontrolle der KEF durch neue gentechnische Verfahren mittels der CRISPR/Cas9-Methode, siehe z.B. hier.
Noch ist das Zukunftsmusik, aber man sollte sich schon mal auf die kommende Diskussion vorbereiten: Mit der KEF leben, mit den sehr beschränkten Möglichkeiten zur Kontrolle, oder Ergebnisse gentechnischer Methoden nutzen, um die KEF bekämpfen zu können.
Die Diskussion wird, wenn's soweit ist, gerade in Deutschland vermutlich äußerst erbittert geführt werden.
« Letzte Änderung: 15. Juli 2016, 20:19:02 von bristlecone »
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cydorian

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Hatten wir bereits im Thread, gene drive Methoden. Die Idee dazu ist schon älter, die Ausführung ist erst seit ein paar Jahren möglich, verlinkt sind bereits Laborversuche an anderen Fruchtfliegenarten. Zur Diskussion wurde auch schon vor Jahren aufgerufen.

Da nun auch an d. suzukii direkt experimentiert wird, könnte die Methode so langsam in den Bereich des Möglichen rücken. Andere Möglichkeiten sind nicht in Sicht, den gebietsfremden Schädling wieder loszuwerden. Ausser, die Klimaerwärmung bringt uns jedes Jahr im Juni schon 40°C...
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