Es fängt schon mal damit an, daß ich nicht weiß, was das ist. Wir haben es hier vorgefunden. Ich finde, das sieht aus wie eine Weide, aber was denn wohl für eine...
Den Gartenstuhl habe ich als Maßstab stehenlassen. In den 5 Jahren, die wir hier wohnen, hat sich an der Höhe praktisch nichts getan, unten ist der Stamm sehr dick, also nehme ich an, daß es eine Zwergform ist, die uralt ist und nicht wesentlich höher wird. Laubabwerfend.
Der Baum steht allein sozusagen auf einer "Verkehrsinsel" zwischen den Wegen. Die Insel ist genau so breit wie das Bäumchen, mehr Platz drum herum ist kaum. Zum Fotografieren stehe ich im Norden, andere Seite ist Süden und das Bäumchen hat den ganzen Tag viel Sonne. (Abgesehen von einem seltsamen Apfelbaum darüber, der dieses Jahr plötzlich und unerwartet beschloss groß zu werden und zu tragen, und mehr Schatten wirft als sonst. Wird aber wohl etwas zurückgeschnitten.) Und schwerer Lehmboden.
Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal nach dem Blattaustrieb die Triebe zurückgeschnitten. Das Bäumchen hat dann zwar eine Weile etwas punky ausgesehen, aber wie man sieht, sind die Triebe jetzt schon wieder am Boden angekommen. Und genau darum geht es mir jetzt.
Die oberen Äste vom Bäumchen wachsen kreuz und quer und diesen urigen, winterlichen Seemannsknoten-Anblick möchte ich nicht mehr missen. Zu Jahresbeginn wuchert darunter Scharbockskraut, dazu habe ich Schneeglöckchen, Puschkinias, Anemonen und Winterlinge gepflanzt, das ist schön. Danach bilden sich die neuen Blätter von dem Baum. Im Gegenlicht oder schrägen Abendlicht sehen diese aufgereihten Babyblätter genau so schön wie eine Blüte aus. Wunderbar. Danach kommen eine unbekannte weiße Hyazinthe und eine Narzisse, davon buddele ich im Herbst noch mehr ein. Alles paletti.
Aber danach sind die Zweige wieder am Boden und es sieht für den Rest des Jahres wie ein Klumpen aus. Es ist nicht wirklich unhübsch, aber es steht direkt in unserem Blickfeld vor der Terrasse und nach 5 Jahren allabendlicher Klumpen-Betrachtung frage ich mich allmählich, ob man ihn zum Jahresende nicht ein wenig beleben könnte. Möglichst mit etwas in weiß.
Kletterrose und Clematis wären sicher zu imposant. Dieses Jahr habe ich es mit Lathyrus latifolius Weiße Perle probiert, das war in Ordnung, das könnte bleiben. Ist aber jetzt verblüht. Im kleinen Schattenloch probiere ich vielleicht noch eine Liriope muscari.
Und sonst ?
Kapuzinerkresse? (Gibt es sie in weiß?) Lonicera? Alles zu mächtig, oder? Der Klumpen ist ja so klein, das ist ja nicht wie ein richtiger Baum, außerdem will ich ihn nicht komplett überdecken.
Ach ja und das Bäumchen hat jedes Jahr systematisch an den Triebspitzen großen Läusebefall. Scheint ihm absolut nichts auszumachen, also unternehme ich auch nichts dagegen, aber die Begleitpflanze, die sich vielleicht eines Tages findet, müßte auch damit klarkommen. (Kapuzinerkresse würde es tun.)
Es ist nicht lebenswichtig, so ist der Klumpen ja auch ganz nett, im schrägen Licht sowieso. Aber wer weiß, vielleicht wird jemand einen spontanen aber genialen Einfall haben...?