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Autor Thema: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen  (Gelesen 18988 mal)

b-hoernchen

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #120 am: 07. Juni 2019, 23:06:09 »

Danke für die Namen der infrage kommenden Obstanbaubetriebe, cydorian! Eventuell werde ich tatsächlich noch bei denen nachfragen.

Heute konnte ich dann doch mit dem Obstanbauberater sprechen und er hat mir folgendes verraten:

Tatsächlich stehen die Boskoop in kommerziellen Plantagen auf M9. Allerdings ist der Anbau von Boskoop rückläufig und er "rät" auch nicht zu Boskoop bzw. nur unter Vorbehalt. Schuld daran seien neben der nachlassenden Nachfrage aus dem Einzelhandel eben auch verschiedene Eigenheiten der Sorte im Anbau. So ist das Problem mit den physiologischen Störungen auf M9 durchaus bekannt und ein Weg diese zu vermeiden sei es den Fruchtbehang möglichst groß (!) zu halten.
Also: Viele Früchte -> gutes Obst; wenig Behang -> zu große, stippige Früchte, welche aus dem Kernhaus heraus faulen. Große Kaliber (>90mm) würden deshalb gar nicht erst ins Kühllager genommen sondern gleich verwertet.

Nun ist Boskoop eine Sorte, die von sich aus stark zur Alternanz neigt und deshalb falle immer wieder mal eine Ernte an, welche hauptsächlich Obst für die Saftpresse liefert.

Um den Ertrag hoch zu halten, sei es notwendig das Triebwachstum des Baums möglichst zu bremsen, die Äste runterzubinden, waagrecht oder sogar absteigend und um Gottes Willen Vorsicht mit einer Stickstoffdüngung walten zu lassen. (Ebenso Vorsicht bei Kali, das die Neigung zu Stippe verstärkt), lieber den Baum etwas "hungern" lassen; stattdessen Blattdüngung mit Calciumchlorid

Soweit die die Ausführungen des Beraters zum Boskoopanbau auf M9.

Nun düngt b-hoernchen seinen Boskoop ganz gewiss nicht künstlich mit Stickstoff, schließlich legt das Ding im fetten Tonboden immer noch ein beachtliches Wachstum hin und so richtig "beruhigen" konnte ich den Baum noch nicht, obwohl ich auch Äste runterbinde. Vielleicht sollte ich auch nicht die Baumscheibe mit Rasenschnitt mulchen - ist ja auch irgendwie ein Stickstoffdünger; enentuell doch lieber Sägespäne?

Bezüglich der frühen Reife konnte der Berater auch nur mutmaßen, ob es an dem besonderen Typ läge, den ich geliefert bekommen hätte (was aber nicht die Reifeverfrühung bei anderen alten Sorten wie Gravensteiner, Seestermüher Zitronenapfel und Brettacher auf M9 in meinem Garten erklärt...). Im Bodenseeraum würden die Boskoop Mitte September geerntet.
Die Haltbarkeit der Äpfel stehe übrigens mit der Temperatur zur Erntezeit in Zusammenhang - kalt geerntete Äpfel seien deutlich besser lagerbar als bei heißem Wetter geerntete.

Noch zu den angebauten Klonen: Der Berater meinte, die Äpfel aus dem Einzelhandel seien wohl der Typ "Schmitz-Hübsch", also auch eine rote Variante (obwohl mir die Äpfel aus dem Supermarkt gar nicht so sehr rot vorkamen, da sind die von meinem Baum röter).
Weitere, neuere für den Anbau auf M9 empfohlene Varianten seien "Quast", "Bielaar" und "Welbo" - alle diese gehörten zu den vom Handel bevorzugten roten Typ.
                                                                                        ****
Wenn das mit meinem Baum nicht besser wird, möchte ich ihn raushauen.
An den freiwerdenden Platz des Boskoops will ich dann eine alte französische Sorte pflanzen, wie z. B. den Pomme de'l Estre z. B. auf M26. Der ist knackig, saftig, gut lagerbar und von bemerkenswerter Blattgesundheit!

Weh tut es mir höchstens wegen der einzigartigen Säuerlichkeit des Boskoops.
Aber vielleicht kann ich irgendwoher ein Reis von einem wirklich guten gelben bis grünen Klon des Boskoops bekommen, den ich auf einen schwächerwüchsigen Mehrsortenbaum draufveredle. Wenn einer von euch was entsprechendes hat, darf er sich gerne bei mir melden... .

« Letzte Änderung: 07. Juni 2019, 23:14:05 von b-hoernchen »
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Rib-isel

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #121 am: 08. Juni 2019, 01:21:15 »

Dieses PDF beschäftigt sich eigentlich mit der Geschichte der Unterlagen. Auf Seite 9 kann man eine Boskoop-Plantagen-Ernte von Buschbäumen im Jahr 1909 sehen. Seite 7 zeigt Boskoope auf M8 und M9 aus vor 1914.

Hilft zwar nicht weiter, aber schneibar haben die das mit dem Boskoop früh raus. Sorry

http://obstbau-museum-rheinland.de/historie_data/dokument/doc010.pdf

U.U. kann ich Reiser vom Nachbarn bekommen. Älterer, schorfiger Klon.
« Letzte Änderung: 08. Juni 2019, 01:24:43 von Rib-Huftier »
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cydorian

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #122 am: 08. Juni 2019, 09:56:49 »

Soweit die die Ausführungen des Beraters zum Boskoopanbau auf M9.

Fachkundig, aber vorsicht, er spricht vom Bodenseeraum. Der Klon Schmitz-Hübsch hat sich übrigens nicht nur wegen seiner Farbe durchgesetzt, sondern vor allem wegen seinem irren Ertragsniveau. Und der Rückgang ist auch dem Bedürfnis nach guter Wasserführung geschuldet, was selbst im Bodenseeraum zum Problem geworden ist. Bewässerung geht, aber kostet Geld, schon die Hagelschutznetze waren ein Schluck aus der Pulle. Bei uns ist er deshalb nie richtig im kommerziellen Anbau gewesen und wenn, dann auf M27 (dann natürlich Bewässerung) auf Zuckerrübenboden. M27 vermindert bei Boskoop übrigens auch den Anteil übergrosser Früchte. Wenn man Langtriebe vermeiden kann (Sommerschnitt, Wachstumsregulatoren), ist sie im kommerziellen Anbau gut in den Griff zu bekommen.

Den Versuch auf M27 hatte ich dir ja schon früher empfohlen, das zu testen lohnt sich immer noch, meine ich. Den wird man auch fertig kaufen können. Problem ist nur, einen der viel besseren alten Klone auf M27 zu bekommen. Das sieht nach Selbstveredelung aus, kostet mehr Zeit. Andererseits, dein Reinette de Brive - Projekt ist auch nett :-)

Bis letztes Jahr hätte ich Reiser einer alten, grünen Mutante gehabt. Der Baum ist letzt leider tot, Pilzbefall, absterbende Leitäste, im Frühjahr stürzte er um. Meine lebenden Bosköppe sind vom roten, glatteren Typ - lohnt sich nicht.
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mybee

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #123 am: 08. Juni 2019, 11:03:18 »

Im ORG Bonn gibt es noch den alten 'Schöner aus Boskoop' (grün). Falls Bedarf besteht, könnte ich im Winter Reiser mitbestellen.
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b-hoernchen

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #124 am: 08. Juni 2019, 21:30:12 »

Klingt interessant mybee! Dann sollten wir uns im Herbst/Winter nochmal nochmal hier verabreden. Oder hast du schon ungefähr eine Idee, was die Reiser kosten?
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mybee

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #125 am: 09. Juni 2019, 09:58:08 »

Für 1 Edelreis habe ich letztes Mal ca. 3,20 € bezahlt. Aber gerne im Tausch für Reiser des Pomme de l'Estre, auch irgenwann später. Der soll ja in F heute eine der bevorzugten Sorten der "amateurs de pomme" sein.

 ::) Die Sorte hat auch das drollige Synonym "Reinette a cul noir". ;D  ;D
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cydorian

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #126 am: 09. Juni 2019, 11:45:44 »

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mybee

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #127 am: 09. Juni 2019, 13:17:02 »

Danke für den Hinweis, cydorian!

Mit der Unterlage M27 hatte ich in den 80ern etwas experimentiert: schwache Wurzeln = Topfobst oder kleine Bäume für den Garten, aber auch als Nebeneffekt entdeckt: starke Wurzeln = Obst auf eigenen Wurzeln, indem ich die Veredelung tiefer gesetzt und den Bast nicht durchgeschnitten habe, so daß die Unterlage M27 eingeschnürt wurde und abgestorben ist. Der Baum hat dann eigene Wurzeln gezogen. Das ist jetzt aber OT.

Boskoop habe ich einen ca. vierzigjährigen Baum, Halbstamm auf M25. Der trägt raue, berostete Äpfel, manchmal sonnenseits mit leicht roten Bäckchen. Er alterniert allerdings stark.
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Wurmkönig

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #128 am: 11. Juni 2019, 12:28:42 »

Klingt interessant mybee! Dann sollten wir uns im Herbst/Winter nochmal nochmal hier verabreden. Oder hast du schon ungefähr eine Idee, was die Reiser kosten?
Du kannst auch gerne von der Plantage von einem Freund (unweit Tettnang) Boskoop-Reisser haben. Der hat eine Boskoop-Plantage, aber versaftet alles. Ist aber eine berostete grüne Variante, aber mir schmeckt sie sehr gut.
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