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Autor Thema: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen  (Gelesen 113018 mal)

floXIII

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1125 am: 09. Oktober 2019, 13:23:44 »

Mal eine Frage an jene die öfters auf gekaufte Unterlagen veredeln:

Nachdem ich die Jahre zuvor immer auf bereits eingewurzelte Wurzelausläufer oder auf bestehende Bäume veredelt habe (Kern- und Steinobst), habe ich im vergangenem Jahr erstmals auf gekaufte Unterlagen veredelt.
Während mir bei den Apfelveredelungen alle bis auf eine angewachsen sind (bei der einen ist die Unterlage abgestorben), hatte ich bei meinen St.JulienA-Unterlagen leider einen Totalausfall. Bei der Hälfte ist die Veredelung nicht angewachsen, bei der anderen ist die Unterlage abgestorben.
Damals hab ich gegen Ende März veredelt, einige Tage nachdem ich die Unterlagen erhalten hatte. Diese habe ich vor dem Veredeln für 24 Stunden in einen Eimer voll Wasser gestellt. Nach dem Veredeln hab ich die Pflanzen direkt getopft und auch immer versucht feucht zu halten. Vielleicht war mal der eine oder andere Tag dabei, wo sie etwas trocken standen. Die getopften Veredelungen standen an der Nordseite eines Gebäudes, da kam nur Morgens und Abends Sonne hin.
Ich möchte dieses Jahr bzw. im Frühjahr erneut veredeln, möchte aber die komplette Ausfallquote bei Steinobst natürlich vermeiden. Wie pflegt ihr eure Unterlagen? Im Speziellen Steinobst-Unterlagen?
Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich eine akzeptable Anwuchsquote erreichen kann?

Ich werde mir auf alle Fälle noch ein besseres Veredelungsmesser besorgen, wobei das sicher nicht das Problem war.
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Wild Obst

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1126 am: 09. Oktober 2019, 14:12:37 »

Wenn ich gekaufte Unterlagen verwende, mache ich inzwischen gerne "Handveredlungen" und schlage die Unterlagen dazu nur bis zur und nach der Veredlung in feuchtem Perlit in Eimern oder Mörtelwannen im Keller ein. So ab April, manchmal auch schon im März, habe ich die austreibenden Veredlungen dann im Beet oder in Töpfe ausgepflanzt.

Ich habe die Unterlagen/Veredlungen früher aber auch schon direkt nach dem Kauf/ der Veredlung ins Beet ausgepflanzt.Den Einschlag im Keller mache ich inzwischen hauptsächlich aus Bequemlichkeit. Da ist alles organisierter, man kann bequem Edelreiser und Etiketten vorsortieren, auf einem Tisch in bequemer Höhe arbeiten, auch mal kurz nur 10 Veredlungen machen, spontan aus dem Lager noch eine Sorte holen, alles ohne längere Fahrtwege usw.

Außerdem waren meine Veredlungen auf gekaufte Unterlagen hauptsächlich Auftragsveredlungen für Freunde und Bekannte, ein weiterer Grund für einen Einschlag in Perlit in handelsüblichen Mörtelwannen. So sind auch 50 Veredlungen schnell abgegeben und transportiert. Die meisten Veredlungen für mich sind aus Platzgründen Umveredlungen bzw. Mehrsortenbäume.
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2019, 14:14:50 von Wild Obst »
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Rib-isel

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1127 am: 09. Oktober 2019, 16:14:41 »

Nach der Lieferung kommen sie direkt nach Erhalt in dinen Eimer Wasser. Innerhalb einsr halben Woche wird dann veredelt und das Ganze kommt dann in die Erde, meist Töpfe (meist mehrere Pflanzen pro Topf)

Ich pflanze sie gerne in Töpfe, wo ich sie dann da veredele. Aber im Grunde leben sie meist erst in einer Gruppe in einem Topf.
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b-hoernchen

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1128 am: 09. Oktober 2019, 19:31:06 »

Ich hab' meine Apfelunterlagen im Februar erhalten und je nach Sorte in je einen Kübel mit Maurersand "getopft" - da sind sie auf dem Fensterbrett (Südseite, ungeheizter Raum) stehen geblieben, bis ich im März veredelt habe; immer gut gegossen natürlich. Da hatten sie schon angefangen erste Blattspitzen zu zeigen und standen im Saft, wie ich beim Anschneiden der Unterlagen gesehen habe.

Pflaumenunterlagen treibe ich gerne noch ein bisschen länger vor.

Du weißt, dass man Pflaumenreiser besser früher schneidet als Apfelreiser, Flo? Also am besten schon im November. Von frisch gelieferter Baumschulware (wurzelnackte Renekloden) im November geschnittene Reiser sind, glaub' ich, 80% oder so angewachsen.

Von drei im Haus veredelten Pfirsichunterlagen ist mir heuer nur ein Reis angewachsen, das längste. Ich hatte schon in einem früheren Jahr den Verdacht, dass man Pfirsichreiser besser etwas länger schneidet (10cm + x).

Ich putze sowohl Edelreiser wie auch Unterlagen penibel an der beabsichtigten Schnittstelle - Zahnbürste, fließend Wasser, Küchenkrepp zum Abtrocknen.
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floXIII

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1129 am: 10. Oktober 2019, 14:09:02 »

Danke für eure gemachten Erfahrungen.

Ich werde sicherlich versuchen die Unterlagen dieses Mal früher zu bekommen und dann vorzuziehen. Ziehst du die Unterlagen in reihnem Sand vor oder mischst du noch etwas dazu? Beim Veredeln ziehst du sie dann einfach aus dem Sand und machst die Veredelungen?


Ja, das man Steinobst-Edelreiser früher schneiden soll, ist mir bekannt. Die Schnittstellen bzw. den Bereich wo man Veredeln will vorher zu reinigen könnte sicherlich auch etwas bringen

"Schmeißt" du immer noch ein rohes (?) Ei mit in die Pflanzgrube/Topf? Hat sich das bei dir bewährt? Ich glaube du hast mal darüber berichtet ;) bzgl. Stickstoff/Nährstoffbombe.
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b-hoernchen

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1130 am: 10. Oktober 2019, 21:04:28 »

Ich nehme den Sand wie er aus der Kiesgrube kommt.

Zum Veredeln werden die Unterlagen vorsichtig aus dem Sandbett genommen, die Wurzeln in einen Brotzeitbeutel gesetzt, die Öffnung mit Tesa um den Stamm geschlossen/fixiert; erstens damit die Wurzeln während des Veredelungsvorgangs nicht austrocknen; zweitens, damit herunterbröselnder Sand nicht herumsaut - das mit dem Reinigen mache im Badezimmer.

Nach dem Veredeln und Fixieren des Reises mit Elektrikerisolierband tauche ich die Handveredelung kopfüber in einen größeren Topf, wo billiges Kerzenwachs (Paraffin) bei niedriger Temperatur geschmolzen wurde. Die Temperatur ist richtig, wenn sich auf der Oberfläche des Wachsbads gerade soeben keine Haut bildet/oder gerade soeben wieder eine dünne Haut bildet.

Die Reiser bekommenen bei mir bereits vor der Veredelung am oberen Ende eine "Endkappe" (ein paar Zentimeter) aus besserem Wachs - Rebwachs oder Lauril - damit sie nicht durch die angeschnittene Spitze hindurch austrocknen. Das Paraffinwachs taugt nicht viel, platzt nach Tagen bis Wochen ab - ist halt billig - reicht aber um in den folgenden Wochen bis zum Austrieb ein Austrocknen zu verhindern.

Die fertig veredelten Handveredelungen werden dann getopft, noch ein paar Wochen im Haus oder auf dem Balkon gepflegt. Spätestens nach den Eisheiligen ist's aber höchste Zeit zum Auspflanzen in den Garten.

Das mit den Eiern ins die Pflanzgrube mach' ich nach Verfügbarkeit. Ich bekomme die kaputten Eier von der Tafel. Ein Johannisbeerstrauch bkommt vielleicht ein bis drei Eier. Beim Auspflanzen der Handverdelungen trau' ich mich nicht, gleich mit so schweren Geschützen aufzufahren. Die kommen in gut gelockerte und mit etwas Sand aufbereitete Gartenerde.
« Letzte Änderung: 10. Oktober 2019, 21:21:37 von b-hoernchen »
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Waldgärtner

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1131 am: 11. Oktober 2019, 14:26:05 »

Hier mal eine Frage dazu, wie es mit den einjährigen Veredelungen weitergeht:
Im BdB-Ausbildungsbuch Baumschulgärtner steht bei der Anzucht von Hochstämmen u.a. der Satz "Hochstämme müssen durch  Terminale gezogen werden."
Das heißt doch, sie sollten nicht angeschnitten werden, oder?

Auch wird beschrieben, dass es sich bei Halbstämmen, die man so kaufen kann, um 2-jährige Veredelungen handelt.
Im ersten Jahr treibt die Veredelung also mind. 1,40m durch. Daraufhin erfolgt im zweiten Jahr der Schnitt in geplanter Kronenhöhe, woraufhin sich die Verzweigungen entwickeln.
Jetzt mal dumm gefragt (hab mich bislang nicht damit gefasst): Wie muss ich düngen, damit ich solche Wuchsleistungen bekomme? Bisher hab ich mich immer schon gefreut, wenn im ersten Jahr ca. 1m Trieb kam.
Aus Platzgründen werde ich die frischen Veredelungen vorausichtlich wieder größtenteils in Töpfen (3 Liter) anziehen. Ist das trotzdem realistisch, solche Zuwächse zu bekommen?
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thuja thujon

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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
« Antwort #1132 am: 11. Oktober 2019, 15:32:04 »

Ich okuliere meistens und habe dann den Vorteil, dass die Wurzel ein Jahr älter ist und dementsprechend der Wuchs besser. Da gehen auch auf M9 1,5m im Jahr.

Im Topf ist guter Wuchs bei gutem Material auch machbar. Ständig giessen, regelmäßig düngen usw. Bei nur 3Litern hat man aber das Problem mit Ringelwurzeln, solche Bäume wachsen nur schlecht an nach dem auspflanzen. In Reihen dicht gepflanzt brauchen sie nicht mehr Platz als die 3 liter Töpfe, haben aber deutlich mehr Wurzelraum. 15cm Pflanzabstand in der Reihe sind absolut ausreichend. Wenn du einen ganzen Block damit bepflanzt kommt der Waldeffekt dazu, die Triebe (Stämme) werden höher und gerader weil sie sich gegenseitig beschatten und nach dem Licht strecken.

Wenn deine Bäume kleiner bleiben eben nicht anschneiden wenn die Spitzenknospe gut ausgereift ist und evtl die 2-3 Knospen darunter ausbrechen kurz vor dem Austrieb.

Bei einem Halbstamm, wenn dort 1,4m bis zur untersten Verzweigung gefordert sind, muss der Trieb rund 1,8m haben. Ab 1,4m 4 Augen nach oben zählen, wenn die Äste später nicht zu dicht beieinander stehen sollen, Knospen dazwischen ausbrechen, also 8 zB plus nochmal 3 Knospen wegen der Spitze (die 2 unter der neuen Spitzenknospe werden ausgebrochen), dann also bei 1,4m plus 11 Knopsen den Schnitt 1cm über der Knospe ansetzen (damit die sicher austreibt und nicht wie bei zu kurzem Schnitt manchmal nicht austreibt).

Je weniger du wegschneidest beim einjährigen Trieb, also wenn das unter 5cm sind, dann verzweigt er schlecht, weil die Triebkraft fehlt. Ein Drittel weg sorgt meist für die beste Verzweigung. Schneidest du mehr wie die Hälfte weg, gibts wieder weniger, also oft nur eine neue Mitte mit einem einzigen Konkurrenztrieb darunter oder nur die neue Mitte. Letzteres macht man sich wieder beim Knipbaum zunutze. 
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2019, 15:36:45 von thuja thujon »
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gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität
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