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Autor Thema: Baumimpfung Rosskastanie  (Gelesen 9001 mal)

Janis

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Baumimpfung Rosskastanie
« am: 23. September 2014, 13:53:17 »

Gibt es in Deutschland eigentlich keinen Revive® von Syngenta ähnlichen Wirkstoff (in der Schweiz erhältlich), der die Entwicklung der Miniermottenraupen für mehrere Jahre unterdrückt?
Das wäre doch eigentlich eine feine Sache.
Siehe hier.

Wenigstens werde ich jetzt von der Stadt voraussichtlich eine Sondergenehmigung für das Verbrennen des Kastanienlaubs erhalten.
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LG Janis

enigma

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #1 am: 23. September 2014, 13:55:48 »

"BZ: In der Schweiz werden die Bäume gegen den Mottenbefall geimpft.

Fink: So etwas ist in Deutschland pflanzenschutzrechtlich derzeit nicht möglich. Das Mittel ist meines Wissens noch nicht in der EU zugelassen. Die Impfung ist außerdem nicht unproblematisch: Sie erzeugt Verletzungen am Baum, die von Pilzen besiedelt werden können. Ob man so nicht letztlich den Teufel mit dem Beelzebub austreibt, ist umstritten."

(Quelle)

Der Wirkstoff in dem Syngenta-Präparat heißt Emamectin.
« Letzte Änderung: 23. September 2014, 14:02:48 von Bristlecone »
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martina 2

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #2 am: 23. September 2014, 14:36:58 »

Hier etwas Aktuelles zum Thema Miniermotte, allerdings nichts über Impfungen. In Wien, das quasi eine Schlüsselrolle in der Kastanienkultur gespielt hat - die Kastanie kam über den Balkan erstmals hierher, es gibt eine Reihe prächtiger Alleen -, ist das schon lange ein Thema. Eine wirklich erfolgreiche Bekämpfung kann man nur in Schönbrunn beobachten, wo (wohl wegen der Touristen), unter großem finanziellem Aufwand gespritzt wird, wogegen z.B. die Prater Hauptallee* zur Zeit wieder einmal ein trauriges Bild abgibt. Aber es stimmt, das war schon schlimmer.

[size=0,5]*Unter Kaiser Ferdinand I. wurde 1537 und 1538 die Kastanienallee angelegt, die bis zum Lusthaus auf einer Länge von 4734 Meter führt. [/size]
« Letzte Änderung: 23. September 2014, 14:53:17 von martina 2 »
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Schöne Grüße aus Wien!

Janis

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #3 am: 23. September 2014, 15:41:44 »

Eine wirklich erfolgreiche Bekämpfung kann man nur in Schönbrunn beobachten

Auch per Hubschrauber wie teilweise in der Schweiz?
Mit Leitern an hohen, ausladenden Bäumen herum zu kraxeln wird ja wohl unmöglich sein.

Ich habe schon gelesen, dass die Impfung auch ihre nicht unerheblichen Nebenwirkungen hat.

Gibt es eigentlich eine wirklich aktuelle Karte über die Verbreitung der Miniermotte?
Auf der bei Wikipedia vorliegenden ist die Motte noch nicht an der Nordsee angelangt.

Hier sind die Blätter der Kastanie stark von Minen durchzogen, aber der Baum hat noch keine Blätter verloren.
Vor ein paar Jahren hat penibles Einsammeln und Verbrennen der Blätter tatsächlich Besserung gebracht.

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LG Janis

Starking007

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #4 am: 24. September 2014, 20:34:59 »

Juhu!
Endlich noch mehr Gift in der Umwelt!

Und das wegen einer eingeschleppten Baumart........................
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Gruß Arthur

oile

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #5 am: 24. September 2014, 20:46:16 »

Vor ein paar Jahren hat penibles Einsammeln und Verbrennen der Blätter tatsächlich Besserung gebracht.

Ja sicher tut es das. Aber es ist halt aufwändig. ::)
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Ich habe Besseres zu tun!

Bis jetzt ist alles  gut gegangen, sagte der Mann, als er am 12. Stockwerk vorbei fiel.

enigma

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #6 am: 24. September 2014, 20:59:56 »

Juhu!
Endlich noch mehr Gift in der Umwelt!

Und das wegen einer eingeschleppten Baumart........................

"Eingeschleppt" würde bedeuten, dass das unabsichtlich geschehen ist.
"Eingeführt" wäre die richtige Bezeichnung.

Aber so oder so: ja und?
Würde sich etwas ändern, wenn die Rosskastanie eine heimische Baumart wäre und von der Miniermotte betroffen ist?
Und wie steht's mit den Kastanien im ursprünglichen Verbreitungsgebiet, die befallen werden?

Vielerorts befinden sich die Grünflächenämter in einer misslichen Lage: Das Laub einsammeln mindert den Befallsdruck, ist aber nicht immer im gewünschten Ausmaß durchführbar. Außerdem nützt es dann nichts, wenn nebenan im Privatgarten das Laub liegen bleibt.

Nichts tun wäre eine Option, da die Miniermotte den Baum nicht umbringt, für sich allein nicht einmal besonders schädigt. Führt allerdings zu einem unschönen Erscheinungsbild, mit dem sich weder der Bürgermeister vor Ort noch die Bürger so recht anfreunden mögen.
Also die Bäume fällen? Ohne Not, nur wegen unschönen Aussehens - das gäbe zurecht Protest.

Kein Wunder, dass da die Injektion von Insektiziden als ein Mittel geprüft wird.
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troll13

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #7 am: 24. September 2014, 21:14:37 »

Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?

Handelt man sich mit solchen Eingriffen nicht vielleicht auch Infektionen durch diese Bakterienkrankheit (Pseudomonas syringae ?) einhandelt?

Das scheint für die Zukunft wohl eher das größere Kastanienproblem zu sein.

Ich verkaufe Kastanien jedenfalls nur noch auf Bestellung und mit dem Hinweis, dass nicht garantiert werden kann, dass der Baum wirklich alt wird.

Und die Empfehlung, abgefallenes Laub unverzüglich zu entfernen scheint wirklich eine geeignete Maßnahme zu sein, die Minierbiester in Schach zu halten.

Gegenüber meinem Haus stehen zwei alte Kastanien auf dem Gelände eines Kindergartens. Dank der Laubfegewut der Nachbarn und eingesetzten Hiwis der Gemeinde sind die Bäume noch relativ gesund.
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Zwiebeltom

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #8 am: 24. September 2014, 21:18:04 »

Derzeit würde ich keine Aesculus hippocastanum pflanzen. Warum nicht die nordamerikanischen Arten oder die Hybride A. x carnea als Ersatz? Das tut zumindest die Stadt hier, wenn in Kastanienalleen Lücken entstanden sind. Offenbar fällt auch botanischen Laien auf, dass diese Kastanien nicht oder so gut wie nicht befallen werden. Ich wurde schon öfter nach Bäumen gefragt, die wie Kastanien aussehen, aber noch grün sind (und stachellose Früchte haben).
« Letzte Änderung: 24. September 2014, 21:18:46 von Zwiebeltom »
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enigma

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #9 am: 24. September 2014, 21:26:02 »

Genau das machen nach meiner Beobachtung auch mehr und mehr Städte: Sie verwenden A. x carnea.
Allerdings ist die Fruchtbildung bei Kastanien egal welcher Art heutzutage nicht mehr gerne gesehen.
Von der gewöhnlichen A. hippocastanum gibt's eine Sorte mit weitgehend gefüllten Blüten, die keine oder fast keine Früchte bildet.
Bei A. x carnea gibt's die Sorte 'Briotii', die auch nicht reich fruchtet.
Aber rote Blüten haben nunmal eine andere Wirkung als weiße - wo's also auf die Blütenfarbe der Rosskastanie ankommt, ist A. hippocastanum nicht so leicht ersetzbar.

Die nordamerikanischen Arten haben außerdem z.T. ein schlechtes Image, weil ihr Nektar angeblich für Bienen giftig sein soll. So steht's jedenfalls in alten Büchern über Laubgehölze.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das so nicht stimmt.
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Janis

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #10 am: 24. September 2014, 21:27:41 »

Die Rosskastanie stammt zwar aus Konstantinopel, kam aber bereits in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Deutschland.
Man kann wohl eher von unzähligen Pflanzen aus anderen Kontinenten behaupten, dass sie hier eingeschleppt wurden und völlig unnütz, wenn nicht sogar schädlich sind.

Die Rosskastanie dagegen ist eine bekannte Heilpflanze, die 2008 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt wurde.
Wenn Impfungen für die Kastanie erhebliche und schädliche Nebenwirkungen haben, sind sie natürlich abzulehnen. Aber wenn eine Impfung für die Kastanie gefunden wird, die ihr hilft, dann würde ich sie sofort befürworten. 100 Kleingärtner, die man stattdessen überzeugt, nicht täglich mit der Spritze durch die Gegend zu laufen und ihre Umwelt zu vergiften, wären z.B. ein Ausgleich.
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LG Janis

Janis

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #11 am: 24. September 2014, 21:30:48 »

Nichts tun wäre eine Option, da die Miniermotte den Baum nicht umbringt, für sich allein nicht einmal besonders schädigt. Führt allerdings zu einem unschönen Erscheinungsbild,

Bist du sicher? Auch dann nicht, wenn der Befall so massiv ist, dass die Kastanie bereits im Sommer ihre Blätter verliert?
Andererseits habe ich über eine Gärtnerei gehört, dass viele Leute bereits dann ihre Kastanien fällen, wenn sie nur unschöne Blätter aufweisen.

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LG Janis

partisanengärtner

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #12 am: 24. September 2014, 21:30:54 »

Zumindest ist die Honigbiene nicht ursprünglich heimisch in Nordamerika sondern von uns eingeführt und anschließend oft entfleucht.
Dort gibt es auch öfter Völker die ohne Imker gesund bleiben.
« Letzte Änderung: 24. September 2014, 21:32:32 von partisanengärtner »
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Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.

Axel

enigma

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #13 am: 24. September 2014, 21:33:50 »

Nichts tun wäre eine Option, da die Miniermotte den Baum nicht umbringt, für sich allein nicht einmal besonders schädigt. Führt allerdings zu einem unschönen Erscheinungsbild,

Bist du sicher? Auch dann nicht, wenn der Befall so massiv ist, dass die Kastanie bereits im Sommer ihre Blätter verliert?
Andererseits habe ich über eine Gärtnerei gehört, dass viele Leute bereits dann ihre Kastanien fällen, wenn sie nur unschöne Blätter aufweisen.



Ja, selbst massiver Befall wird von den Bäumen erstaunlich gut weggesteckt.
Aber schön sind solche Bäume ab August wirklich nicht mehr.

Auf unserer Wanderung das Lechtal runter ist uns übrigens aufgefallen, dass die Kastanien dort in der zweiten Augusthälfte fast alle noch weitestgehend grün waren. Ich weiß nicht, warum.
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Staudo

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Re:Baumimpfung Rosskastanie
« Antwort #14 am: 24. September 2014, 21:35:05 »

Es wäre zu hoffen, dass sich dort natürliche Feinde der Miniermotte eingefunden haben.
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