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Autor Thema: Stippe beim Apfel  (Gelesen 8162 mal)

netrag

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Stippe beim Apfel
« am: 23. Oktober 2011, 21:23:06 »

Bitte um Hilfe bei der Beurteilung der folgenden Bilder.
Ist das Stippe? Wenn ja, was ist zu tun?
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Herzl.Gruß aus der Schorfheide
netrag

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #1 am: 23. Oktober 2011, 21:24:14 »

Der Apfel durchgeschnitten.
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netrag

Daniel - reloaded

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #2 am: 23. Oktober 2011, 22:03:24 »

In meinen Augen ist das ganz klassisch Stippe.

Dabei handelt es sich um einen Calciummangel in den Früchten.

Langfristig kannst du Ca über den Boden zuführen (pH-abhängig über kohlensauren Kalk oder über Gips; Gips ist dabei seeeeehr langfristig gedacht, hat aber den Vorteil, dass er den pH-Wert nicht beeinflusst.), kurzfristig als Blatt- und Fruchtspritzung mit Calciumchlorid oder Calciumnitrat (Kalksalpeter).
Die Spritzungen führst du meines Wissens auf die wachsenden Früchte, besonders zu zeiten starken Fruchtwachstums, durch. Wichtig dabei ist, dass du Laub und Früchte möglichst vollständig benetzt. Bei Calciumchlorid könntest du, so vorhanden, noch 0,1-0,2% Harnstoff zugeben, das soll die Aufnahme verbessern. Die Dosierung bei CaCl2 und Calciumnitrat (müsste Ca(NO3)2 sein) liegt jeweils bei 0,1-0,15%. Ich denke mit 3-4 Spritzungen solltest du auskommen, obs bei Äpfeln reicht weiss ich nicht, Zierpflanzen sind dann satt.... ;)
Calciumchlorid kriegst du in der Apotheke, Calciumnitrat beim Gärtner deines Vertrauens, im 25kg Sack beim Landhandel oder als Basfoliar Combi-Stipp relativ teuer im 10 oder 20 l Kanister ebenfalls beim Landhandel.


Liebe Grüße,

Daniel
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Ich habe den Jargon eines Bauarbeiters, die Abgeklärtheit und Resolutheit einer Puffmutter und den Charme einer Drahtbürste...

(In Erinnerung an die Zeit im Wohnheim der Meisterschule)

brennnessel

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #3 am: 24. Oktober 2011, 07:15:58 »

Bei meinem Stippe-Problem-Apfelbaum (hat großen Komposthaufen zu Füßen und ist sicher damit mit N überfüttert) hilft das Streuen von Buchenholzasche. Diesen Winter habe ich es vergessen und prompt sind die Äpfel auch schon wieder stippig ::) !
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Floris

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #4 am: 24. Oktober 2011, 13:15:31 »

eine interessante Feststellung von Brennnessel, sollte doch das in der Asche stark vorkommende Kalium eher die Calziumaufnahme behindern.
Ob evtl. der Stickstoffüberschuß so sehr abgemildert und das übermäßige Triebwachstum so gebremst wird, dass Calzium wieder relativ ausreichend aufgenommen werden kann?
Ansonsten solltest du auch die Schnitt- und sonstigen Pflegemaßnahmen überprüfen, da Stippigkeit durch viele Faktoren gefördert wird. Da diese Faktoren in den Jahren starken Schwankungen unterworfen sein können, variiert die Stippeneigung zwischen den Jahren, wodurch einem auch ein Erfolg einer Maßnahme vorgegaukelt werden kann.
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/infoschriften/obst/linkurl_0_0_0_3361.pdf
Grüße Floris
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gardener first

Ayamo

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #5 am: 23. Januar 2015, 23:16:00 »

Mir geht´s zum einen um Stippe, das hat eine Sorte, aber in erster Linie auch um Gloeosporium. Dagegen helfen auch Calciumspritzungen (deswegen hänge ich mich in diesen Faden).

Mehr steht zB. hier. Danach ist die Aufnahme von Calcium bei den angebotenen Flüssigdüngern durchaus unterschiedlich.
Außerdem hat auch Wurzelschnitt einen erheblichen Einfluss auf Stippe (vermutlich durch Bremsen des veg. Wachstums, wodurch mehr Calcium für die Früchte bleibt). Ob das von Intensivanlagen auf unsere Gärten übertragbar ist, weiß ich nicht, halte es für möglich, aber kaum praktikabel. Schon der oberirdische Schnitt ist ja umstritten... :P
Hier geht´s in erster Linie um Fleischbräune, aber auf den hinteren Seiten auch um Stippe und Gloeosporium. In diesem Artikel steht auch (und woanders hatte ich es auch gelesen), dass bei "formulierten Flüssigdüngern" die Ca-Aufnahme besser ist, die haften besser an der Appelschale.

Diese Spritzerei wirkt aufwändig ...

Macht das jemand hier? z.B. so wie oben von Daniel vorgeschlagen? wenn ja, welche Mittel nehmt Ihr?
Hier in der Gegend nehmen die Obstbauern bevorzugt Düngal Combi (enthält mehr als nur Ca), aber das gibt´s nur in unpraktischen 15 kg-Packungen zu knapp unter 100 EUR - völlig unsinnig. Außer bei Sammelbestellung.
Dann gibt´s noch Lebosol Calcium, 10 L kosten etwas unter 30 EUR, schon bezahlbar, aber wozu 10 L? die reichen bis zur Rente...

(OT: Außerdem fragte mich die nette Dame nach dem Sachkundeausweis als Chipkarte. Auch für Dünger? ???)

Für Leute mit kleinen Gärten gibt´s diesen Gabi-Calcium-Obstbaumdünger. Wenn ich 0,3%ig damit spritze, reicht mir so eine Flasche mind. 3 Jahre, was völlig akzeptabel ist. Aber es ist wohl einfacher Ca-Chloriddünger mit Spurennährstoffen, jedenfalls nicht formuliert.
Nimmt das jemand oder wüsste jemand ein passendes Netzmittel?

Freue mich auf Antworten :D
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Starking007

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #6 am: 24. Januar 2015, 23:21:58 »

Auch wenn genügend verfügbares Calcium da ist,
kann es Stippe geben.
Wenn die Wurzeln es aus irgendeinem Grund ungenügend aufnehmen und verteilen.
Sortenbedingt, größenbedingt, starker Schnitt, zuviel Stickstoff, zu viel Wasser - womöglich noch kalt dazu, starke Witterungsschwankungen und noch vieles mehr......

Wenn ich so lese was da alles zu tun wäre - seid ihr denn Hobby-Labortechiker mit zuviel Geld und Zeit? Mit Chipkarte ;D
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Gruß Arthur

Isatis blau

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #7 am: 27. Januar 2015, 22:13:44 »

Wenn ich eine gut wasserlösliche Calciumverbindung brauche, kaufe ich nichts extra. Ich nehme Kalk, mische ihn mit Wasser und gebe so lange Essigessenz dazu, bis die Lösung nach dem Umrühren klar bleibt.

Da braucht man dann auch keinen Sachkundenachweis.
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Ayamo

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #8 am: 27. Januar 2015, 22:54:35 »

Auch wenn genügend verfügbares Calcium da ist,
kann es Stippe geben.
Ist bekannt ;) siehe die genannten Links.
...seid ihr denn Hobby-Labortechiker mit zuviel Geld und Zeit?
Eben nicht, zumindest aus meinem Post lässt sich doch das Bestreben heraus lesen, eine praktikable und kostengünstige Lösung zu finden. Gerade weil ich auch die Kosten im Blick behalten (muss), möchte ich auch nicht ein halbes Jahr Arbeit und Maßnahmen gegen Apfelwickler investieren und dann durch Verderb auf dem Lager wieder einen Teil verlieren...
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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #9 am: 27. Januar 2015, 23:09:14 »

Wenn ich eine gut wasserlösliche Calciumverbindung brauche, kaufe ich nichts extra. Ich nehme Kalk, mische ihn mit Wasser und gebe so lange Essigessenz dazu, bis die Lösung nach dem Umrühren klar bleibt.

Da braucht man dann auch keinen Sachkundenachweis.
Nun ja... entschuldige bitte, ich will Dir nicht auf den Schlips treten, aber das klingt eher nach einer theoretischen Lösung. :-X
(ich sage nur "Peressigsäure gegen die KK"...)
Was genau sollen die Nicht-Chemiker machen?
Einen 10kg-Sack im Baumarkt kaufen? Rügenkreide in Kleinpackungen gibt es hier nicht mehr. Und: hast du das ausprobiert? Der sonst verwendete Flüssigdünger ist Calciumchlorid, der kommt bei deiner Mischung nicht raus.

Wenn es da was Bewährtes gibt, teile es doch bitte mit! :)
Gruß
Ayamo
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Isatis blau

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #10 am: 28. Januar 2015, 15:40:08 »

Du hast recht, Calciumchlorid entsteht nicht beim Mischen von Essig mit Kalk. Es bildet sich Calciumacetat, ein wasserlösliches Calciumsalz und das braucht man zum Spritzen gegen Stippe, ein wasserlösliches Calciumsalz, ob das Nitrat, Chlorid oder Acetat ist, ist egal.

Ich habe zum Wolle färben mit Pflanzenfarbstoffen ein lösliches Calciumsalz zum Beizen gebraucht. Da ging es mir wie Dir: Calciumchlorid und Calciumnitrat kann man als Privatperson nicht so einfach kaufen.

Im Schuppen befand sich ein Sack Kalk und im Putzschrank eine Flasche Essigessenz, also habe ich die notwendige Menge Kalk im Wasser aufgeschlämmt und so viel Essigessenz esslöffelweise dazugegeben, bis die Lösung nach dem Umrühren klar blieb. Damit habe ich gebeizt, danach gefärbt, es hat wunderbar funktioniert.

Wenn Du Kalk und Essigessenz erst kaufen musst und Dir eine Calciumchloridlösung lieber ist, kauf es als Calciumdünger. Kostet halt mehr.
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mavi

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #11 am: 28. Januar 2015, 17:38:37 »


Ich habe zum Wolle färben mit Pflanzenfarbstoffen ein lösliches Calciumsalz zum Beizen gebraucht.

Ist hier OT, aber darf ich fragen, mit welchem Farbstoff Du gearbeitet hast und warum Du Calciumsalz nimmst? (Vermutlich zur Intensivierung oder Veränderung der Farbe, ich habe noch nicht so viel Wolle gefärbt, finde es aber sehr interessant.)
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Isatis blau

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #12 am: 29. Januar 2015, 16:39:29 »

@OT ;)Im Schweppe "Handbuch der Naturfarbstoffe" ist beschrieben, dass es alte Teppiche gibt, die mit Krapp violett gefärbt wurden. Diese Farbe ist ein Calcium-Eisen-Komplex.

Deshalb habe ich mit einem löslichen Calciumsalz gebeizt. Die Farbe sieht aus wie Cochenille gefärbte Wolle mit Eisenbeize, ist aber völlig lichtecht, während die Cochenillefarbe vergraut.
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mavi

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Re:Stippe beim Apfel
« Antwort #13 am: 30. Januar 2015, 15:56:57 »

@OT ;)Im Schweppe "Handbuch der Naturfarbstoffe" ist beschrieben, dass es alte Teppiche gibt, die mit Krapp violett gefärbt wurden. Diese Farbe ist ein Calcium-Eisen-Komplex.

Deshalb habe ich mit einem löslichen Calciumsalz gebeizt. Die Farbe sieht aus wie Cochenille gefärbte Wolle mit Eisenbeize, ist aber völlig lichtecht, während die Cochenillefarbe vergraut.

Danke für die Auskunft!
Das Buch interessiert offenbar nicht nur mich, die Preise für ein Gebrauchtexemplar fangen derzeit bei 75 Euro an...
Werde vielleicht erst einmal per Fernleihe reinschauen.
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