Daß Großbäume zu einem Problemthema geworden sind liegt meinem Empfinden nach an 2 oder 3 Veränderungen der letzten 20, 30 Jahre:
Die kontinuierliche Verkleinerungen der Grundstücksgrößen, die möglicherweise geringere Lust jüngerer Generationen, die unbedingt Haus und Garten haben wollen, sich dann aber mit allzuviel Gartenarbeit herumzuplagen und zuletzt auch der steigende Anteil Älterer, die einerseits noch sehr "ordentlich" erzogen worden sind und andererseits körperlich immer weniger in der Lage sind, die "Ordnung" bei sich aufrecht zu erhalten.
Hier im Forum ist sich ja die Mehrheit einig, daß Laub ein wertvoller Rohstoff ist und große, altehrwürdige Bäume etwas wunderbares sind - das ist leider draußen in der realen Welt wohl eher eine Minderheit, leider, leider
Daß die Altvorderern sorgsamer überlegten, wenn sie Bäume anpflanzten....teils ja, teils nein, teils klappte das Gedachte dann später nicht - ich habe von meinen Großeltern in meiner Obstwiese eine Reihe und einen ganzen Hain riesiger Fichten "geerbt", weiterhin einen riesigen Feldahorn knapp 1,5m von der Grenze des Nachbarn entfernt.
Die Fichten wurden bestimmt zu irgendeinem Nutzzweck in den 50ern oder 60ern gepflanzt, vielleicht Stangenholzgewinnung nach einigen Jahren (Weihnachtsbäume zu der Zeit kann ich mir nicht so recht vorstellen), die Reihe vielleicht auch als Hecke.....jedenfalls wurde die "Ernte" versäumt und die viel zu dicht stehenden Fichten erlagen entweder Schädlingen (der Hain) und die Reihe liess ich fällen, weil sie den ganzen Garten "erdrückte".
Vom "Hain" sind noch 4 Exemplare über, da hatte ich jetzt im Herbst den Eindruck, daß die auf einmal auch viele braune Nadeln aufwiesen - wenn ich die auch noch fällen lassen müsste, würde das kniffliger werden, die stehen teilweise direkt am Grenzzaun zum zweiten Nachbarn, knapp 4m von der Hauswand, die müssten wohl in Teilstücken abgetragen werden
Beim Feldahorn bin ich sicher, daß das ein Wildaufwuchs war, der nie entfernt wurde - keine Zeit, keine Lust, kann man ja absägen, wenn sich der Nachbar beschwert...
Glücklicherweise habe ich heute dort einen Nachbarn, der es liebt, im dichten Unterholz zu wohnen, er hat selber ganz viele Großsträucher und einige Großbäume auf seinem Gelände belassen oder neu gepflanzt (der Riesenahorn steht auch noch südlich des Nachbargrundstücks).
Der Baum fällt auch unter die Baumschutzsatzung.
Jedenfalls ist dieser Baum inzwischen eine Hauptattraktion in der Hauptachse des Gartens.
Ob das angesprochene Zurückschneiden von großen Bäumen wirklich eine Option ist, wage ich sehr zu bezweifeln, da die natürliche Wuchsform ge- bis zerstört wird und wenn man zu lange wartet, große Schnittstellen schlußendlich Eintrittspforten für Krankheiten darstellen und eher das Ende des Baumes einleiten.
Ich frage mich, wie lange es dauert, bis hier in Düsseldorf die vielen vom Pfingststurm schwer geschädigten Bäume bei denen dicke Aststummel in den Himmel ragen mit Büscheln von Neuaustrieben dran dann doch komplett gefällt werden müssen, weil diese Aststummel nicht mehr standsicher sind.