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Autor Thema: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II  (Gelesen 23460 mal)

Gartenplaner

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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #240 am: 02. April 2019, 10:43:45 »

Hallo allerseits,
in diesem Thread sind wir wohl gut aufgehoben. Bei den Stauden (?) ....

Wir möchten (müssen) uns eine Lösung überlegen, wie wir unter einem großen Obstbaum den Boden im großzügigen und ab Frühsommer vollverschatteten Kronenbereich ansehnlicher begrünen können als durch Schattenrasen. Letzterer, zuletzt vom Profi besorgt, geht gut an, hält sich relativ gut bis zur Ernte, übersteht den Winter oder feuchte Monate aber nicht und so fangen wir mit jedem Frühjahr von vorne an .... Schluss jetzt!

So kommen wir auf Moos. Denn nach diesem Winter ist der verschwundene Rasen mit einer (keine Ahnung was genau) Flechten ähnlichen und leicht bemoosten Schicht überdeckt. Sieht nett aus, wollen wir so lassen. Und Moos hinzufügen, je schneller, desto besser. Fehlt noch ein kleiner Buddha, eine Vogeltränke mit Pagode davor. Und das dann Zen-Garten nennen.  ;D

Ich würde das Vorhandene versuchen, weiter zu fördern.
Könnten schon kleine Moospflänzchen sein, kannst du mal ein Bild zeigen?
Allerdings verträgt auch Moos nicht so gut das intensive Begehen während der Ernte.

Drum habe ich im Netz etwas dazu gelesen und dabei tauchen Fragen auf.

1. Zur Ansiedlung wird eine bis 8 cm dicke Torf-/Moorbeetschicht empfohlen. Dazu müssten wir unsere zufällig gewonnene Flechten ähnliche Schicht aufgeben. Geht das nicht auch ohne? Gibt es Moose, die ohne diesen Zusatzaufwand gedeihen?
Natürlich geht es auch ohne - fängt ja gerade bei euch an.
Es gibt sehr viele unterschiedliche Moosarten, die auf unterschiedlichste Standorte angepasst sind.
Wenn euer Boden vom PH nicht sauer ist, wird die Torfschicht bzw. die Moose, die genau das brauchen, eh nur kurzfristig funktionieren, bis die Schicht sich chemisch mit dem vorhandenen Boden gemischt hat.
2. Moos braucht Zeit, wissen wir. Aber auch Hilfe zur Ansiedlung. Mit einer Moos-Milch-Mischung kann man Steinoberflächen bearbeiten. Geht das auch auf normaler Gartenenrde? Oder gibt es andere sinnvolle Behandlungsmethoden (Beschleunigungs-)?
Im Prinzip ja - wenn ihr eine Moosart von einem eurem Standort sehr ähnlichen Standort auftreiben könntet.
Das wäre das A und O


3. Moosernte im Wald (in kleinen Mengen, für privaten Gebrauch, weniger als die Hälfte des Exemplars, außerhalb Naturschutzgebiet, Bewohner herauskrabbeln lassen): Ist das tatsächlich erlaubt? Bringt das was, wenn es Ziel ist, dieses Waldmoos auf Gartenerde zu verpflanzen?
Ich würde sagen, das bringt leider nicht wirklich was - Waldstandort ist von der Luftfeuchtigkeit, den Windverhältnissen, der Bodenchemie sicher anders als euer "Gehölzrand" auf ehemaligem Rasen.
4. Alternative soll Sporen-Ernte sein. Wann findet man die? Gibt es dazu auch naturnahe Beschränkungen bei der "Ernte"?
Bei vielen Moosarten sitzen die Sporen in kleinen "Antennen" über dem Moospolster, den Sporenträgern.
Die Kapseln öffnen sich, wenn die Sporen reif sind.
Das wäre der Moment, die Sporenträger abzuschneiden und mitzunehmen und den feinen Staub auf eurer Fläche zu verteilen.
5. Gibt es passendes Moos zu "kaufen", ist da jemand Online spazialisiert?

6. Zur Befeuchtung an trockenen Tagen: Reicht es Leitungswasser über mehrer Tage stehenzulassen vor dem Gießen (an Stelle von Regenwasser)?
Ich denke, es gibt kaum auf Moos spezialisierte Gärtnereien.
Am ehesten findet man noch Spaghnum für die Kultur fleischfressender Pflanzen im Handel.
Wie der Zufall es will, hatte ich gestern gerade ein Buch über Moosgärten in der Hand, von Ulrica Nordström, "Moss", auf englisch, da waren Gärtnereien mit ihren "Anzuchtbeeten" gezeigt, ich glaube in Japan und den USA.
Leitungswasser enthält oft Kalk oder andere Mineralien, die zuviel des Guten für Moose sind.
Stehen lassen entfernt die nicht, nur Abkochen einen Teil des Kalks, besser sind spezielle Filter - oder eben gesammeltes Regenwasser.
7. Als Highlight für zwischendurch, was pflanzt man so Kleinwachsendes in das Moos, also nichts Moosverdrängendes? Wer kommt darin zurecht?
Von Ophiopogon gibt es kleine, zierliche Formen, denen der Standort zusagen könnte und die das Moos nicht zu sehr bedrängen würden.
Vertragen aber auch nicht gut, betreten zu werden, zur Ernte.

Es gibt noch weitere Bücher zu Moosgärten, z.B. "Magical World of Moss Gardening" von Annie Martin
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Hyla

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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #241 am: 02. April 2019, 14:18:20 »

3. Das funktioniert schon, ihr müßtet aber Moos von einem Standort finden, der dem Fleck in eurem Garten ähnelt.
Das Moosstück enthält dann auch Sporen, die sich bei euch ansiedeln könnten.
Sphagnum laßt ihr aber besser stehen, sonst könnte es teuer werden.  ;)
Grundsätzlich siedeln sich aber Moose irgendwann von selber an, wenn der Standort paßt. Die Sporen finden sich auch massenhaft im Grundwasser aus Brunnen. (Habe mal meine Aussaaten mit Brunnenwasser angegossen. Die Jiffys hatten nach einiger Zeit einen grünen Pelz an. Algen, Moose und Lebermoose.  ::) )
Die Anpflanzung ist einfach. Man nimmt ungefähr fingerdicke Moosstränge und pflanzt sie etwas in den Boden. Die Wurzeln dienen meist mehr der Befestigung als der Versorgung. Angießen vorsichtig mit Regenwasser.
Bevor ihr jetzt aber in Fleißarbeit alles bepflanzt, probiert erstmal kleine Stücke aus. Ich kann nur sagen, was andere gemacht haben. Ob's bei euch klappt, weiß ich natürlich nicht.

Eventuell kann jemand genauer bestimmen, was sich bei euch angesiedelt hat. Ein Foto wäre daher nicht schlecht.  :D
« Letzte Änderung: 02. April 2019, 14:28:10 von Hyla »
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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #242 am: 02. April 2019, 14:23:38 »

Moossporen sind überall in der Luft unterwegs, ebenso wie Pilzsporen und Überdauerungsformen von Algen, IM Grundwasser eher nicht, höchstens AUF dem Wasserspiegel eines Brunnen schwimmend, wenn der Brunnen nicht abgedeckt war und an den Seitenwänden Moos wuchs.
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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #243 am: 02. April 2019, 14:38:18 »

Auf der Lavatuffmauer im Gartenhof bei mir hat sich ganz von selbst ein dichter Moostepich entwickelt, allein aus den Sporen in der Luft, so sah die Mauer ein paar Monate nach dem Bau 2013 aus:



So nach einem Jahr, 2014:



Und so letzten Herbst (die Hirschzungen sind nicht gepflanzt, sondern haben sich auch aus Sporen dort selber angesät, eine Altpflanze steht etwas weiter hinten im Gartenhof):



Ich habe da kein Moos mit Milch/Buttermilch/Joghurt gemischt drauf verteilt, auch keine Sporen gesammelt und da verteilt.
Die Tuffsteine bleiben durch ihre spezielle Eigenart und den direkten Erdkontakt, sowie das recht hohe Grundwasser an der Stelle und die Windgeschütztheit nur relativ gleichmäßig feucht und es gibt Moose in verschiedenster Ausführung in der Umgebung.


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Hyla

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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #244 am: 02. April 2019, 14:53:45 »

Moossporen sind überall in der Luft unterwegs, ebenso wie Pilzsporen und Überdauerungsformen von Algen, IM Grundwasser eher nicht, höchstens AUF dem Wasserspiegel eines Brunnen schwimmend, wenn der Brunnen nicht abgedeckt war und an den Seitenwänden Moos wuchs.

So ne Brunnen gibt's hier nur zur Deko. Bei uns guckt ein Gewinderohr aus der Kellerwand.  ;D
« Letzte Änderung: 02. April 2019, 14:55:23 von Hyla »
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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #245 am: 02. April 2019, 23:21:22 »

Habe noch schnell ein Foto gemacht bevor der große Regen kommt ....
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NaDeWe

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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #246 am: 02. April 2019, 23:50:26 »

Vielen Dank für eure zahlreichen Infos & Anregungen!

7.
Zitat
Galanthus, Cyclamen coum - die ziehen dann ein und man kann die Baumscheibe fürs Ernten und Pflegemaßnahmen betreten. Hepatica sollten auch hübsch aussehen
Betreten können ist unter dem Obstbaum von Bedeutung. Sind diese Leberblümchen giftig? Schneeglöckchen  würden sich gut zu Krokus gesellen, denn die sind da schon ....

Zitat
Von Ophiopogon gibt es kleine, zierliche Formen
Könnten am Rande Platz finden, wie auch Alpenveilchen, von Tritten verschont. Erstere hatten wir schon mal, um Hanfplamen herum, hat nicht funktioniert, sind im Winter eingegangen. Müssten robuster sein.

6.
Zitat
Moose vertragen nach meiner Erfahrung eher mal eine Trockenzeit als Leitungswasser
Zitat
In der Natur gießt die ja auch keiner und ich denke, da wo sie sich ansiedeln, fühlen sie sich auch ohne zusätzliche Wassergaben wohl
Wir fangen kein Regenwasser auf, kein Platz für so eine Tonne. Dafür müsste ein potenzieller Standort für eine Nutzpflanze weichen, machen wir nicht. Könnte stattdessen Teichwasser funktionieren? Füllen wir ohnehin öfter nach. Müsste für Besprenkeln des Mooses reichen, wären 400 L, die wir anzapfen und häufiger nachfüllen würden. Wäre nur für den Notfall bei langer Trockenperiode, im Frühjahr wenn noch mehr Sonne drankommt oder wenn es Überbelastet wurde.

Zitat
Stehen lassen entfernt die nicht, nur Abkochen einen Teil des Kalks, besser sind spezielle Filter
Zum Besprenkeln wäre ich auch bereit eine Runde abzukochen ....

Zitat
Allerdings verträgt auch Moos nicht so gut das intensive Begehen während der Ernte
Das ist ein wichtiger Punkt. Das Begehen wird nicht nur zur Ernte relevant, sondern auch im Winter, da der Baum alt und hoch ist, also regelmäßig und mühsam mit Leiter beschnitten werden muss. Dann kommt noch der Moment vor der Ernte, wenn ein Schutznetz vor Alexander-/Halsbandsittichen drübergelegt werden muss oder alternativ wie letztes Jahr (bei ganz kleiner Ernte) zum Schutz vor Hornissenplage Organzabeutel (und mit Leiter) zum Einsatz kommen. Und dann könnte ich mir vorstellen, dass es so manche Füße recht angenehm finden werden über das flauschige Moos an den übrigen Tagen zu streifen .... Also, der Beanspruchungsgrad könnte hoch ausfallen, sehr hoch ....

1.
Zitat
Wenn euer Boden vom PH nicht sauer ist, wird die Torfschicht bzw. die Moose, die genau das brauchen, eh nur kurzfristig funktionieren, bis die Schicht sich chemisch mit dem vorhandenen Boden gemischt hat
Ist angekommen. Soll janlangfristig sein.

2.
Zitat
ine Moosart von einem eurem Standort sehr ähnlichen Standort auftreiben könntet
Nun, der Nachbar steht auf Kriegsfuß mit Moos. So könnte man ihm ab und an etwas Arbeit abnehmen .... Er wird es zwar nicht verstehen aber gut finden können. Er ist ein praktisch denkender Mensch ....  ;D

4.
Zitat
Die Kapseln öffnen sich, wenn die Sporen reif sind.
Das wäre der Moment, die Sporenträger abzuschneiden und mitzunehmen und den feinen Staub auf eurer Fläche zu verteilen
Und wann ist das der Fall? Hauptsächlich im Herbst, oder für jede Moosart unterschiedlich?

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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #247 am: 03. April 2019, 08:16:28 »

Sind diese Leberblümchen giftig? Schneeglöckchen  würden sich gut zu Krokus gesellen, denn die sind da schon ....
Keine Ahnung, aber da Krokusse und Schneeglöckchen es sind, kommt es bei den Hepatica nicht wirklich drauf an, oder?
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Re: Moos - Mal gewollt, mal gehasst... II
« Antwort #248 am: 03. April 2019, 08:39:32 »

Solch eine vermooste Situation haben wir hier u.a. unter einem Pflaumenbaum. Das Moos kam von selbst, Schneeglöckchen und Crocusse wurden gesetzt und Cyclamen coum  sind erst vereinzelt aus einem benachbarten Bereich eingewandert und werden nun gezielt gesetzt.
Alle genannten Pflanzen ziehen demnächst ein. Bei der Ernte sollte man ein wenig auf die Cyclamen achten und beim Stellen der Leiter zum Schnitt auch auf die austreibenden Glöckchen :-X

Hepatica gibt es hier reichlich, aber die scheinen kein Moos zu mögen,  eher mit Laub bedeckten Boden.
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