ich bin schon ziemlich entgeistert über Eure Gutmütigkeit in Bezug auf Offenthals Bildmanipulationen. Man könnte bei Hemerocallis auch von grenzenlos gutgemeinter Naivität reden. Nur weil O. unser Hobby mit gesuchten Pflanzen bedient, zählt man ihn gleich zu den "Guten"?
Und nur weil nicht alle Fotos auf seiner Webseite originalgetreue Farben haben, zählt man ihn gleich zu den "Bösen"?
Die Fotos auf seiner Webseite sind zu hohen Prozentsätzen originalgetreu - sage ich nach 20jähriger Beschäftigung mit Taglilien und ca. 1000 Sorten, die ich persönlich kenne.
Wie schon weiter oben erwähnt sind alle zum Dunkelrotschwärzlichen und Dunkelbraunschwärzlichen tendierenden Taglilien auf seinen Seiten zu schwarz, was möglicherweise mit seiner Kamera und/oder dem Bildbarbeitungsprogramm zu tun hat. Da bin ich überhaupt kein Experte. Aber ich glaube nicht, dass diese zu schwarzen Fotos bearbeitet sind. Soviel Zeit hat er wahrscheinlich gar nicht.
(Von der farblichen Bearbeitung amerikanischer Sorten auf amerikanischen Webseiten, die zur Folge haben, dass hiesige Taglilienfans (einschließlich meiner selbst in den ersten Tagilienjahren

) immer wieder drauf reinfallen, will ich gar nicht reden).
Rolf Offenthal, den ich seit langem persönlich kenne, zieht im Sommerhalbjahr mit vielen getopften Taglilien der unteren Preisklassen und naturgetreuen laminierten Papierfotos der Blüten dazu über die anspruchsvolleren Pflanzenmärkte. Ein anstrengender Job. Und sehr verdienstvoll, weil er dadurch die Taglilien einem breiten Publikum unmittelbar bekannt macht.
Daneben betreibt er in Grethem ein großes Taglilienareal, wo die Taglilien im freien Feld stehen, dazu Gewächshäuser, wo er züchtet und zu dem Zweck auch besonders schöne Diploide in Tetraploide verwandelt. Und nun gibt es seit kurzem eine Webseite vermutlich in Eigenregie, so wie Design und Schrift aussehen. Muss man da so streng sein?
Ich finde es nebenbei interessant, dass auf seiner Homepage unter dem Button "Betriebsphilosophie" die Kriterien für seine Taglilien-Auslese nach sehr langer Einleitung nicht aufgeführt sind (nur ein begonnener Halbsatz). Das fiel ihm wohl nicht auf.
Da musst du länger nicht in seine Betriebsphilosophie geschaut haben. Ich jedenfalls finde
dort, wenn ich nach unten scrolle
Ich suche nach Taglilien mit Qualitätsmerkmalen, die ich an gartenwürdige Sorten knüpfe. Für mich ist eine Sorte dann gut, wenn sie möglichst viele, am besten alle der nachfolgenden Kriterien erfüllt:
• Einen tragfähigen Unterbau in Form von standfesten Stängeln, die in der Lage sind ihre Blüten, möglichst auch bei Wind und Wetter aufrecht zu halten
• In der Blühphase perfekt geöffnete Blüten schon morgens um 6 Uhr und das auch bei kühlerem Sommerwetter und Nachttemperaturen unter 15°C
• Eine gute Verzweigung und eine hohe Knospenzahl pro Blütenstängel, so dass die Pflanzen 4 bis 6 Wochen blühen
• Leuchtende, strahlende und saubere Farben der Blüten
• Eine relativ gute Wüchsigkeit bzw. Zuwachsrate
• Eine zuverlässige Winterhärte für das deutsche Klima