Trotz des acht Wochen andauernden elend schlechten Wetters ist auch die Honigmelone reif geworden, vom Typ gelbe Kanarische. Kanariengelb eben, wie der Name nahelegt. Aber Septemberreife nach so schlechtem Wetter ist einfach grenzwertig, das Laub stirbt den Pilztod, die Schale bekommt Schäden.

Immerhin war sie ausgereift, was zu einem deutlich anderen Geschmackserlebnis führte wie die optisch identischen Honigmelonen aus dem Supermarkt. Mir kratzen die immer etwas im Hals, die Ausgereifte tut das gar nicht. Ihr Fleisch ist zart, schmelzend, viel weniger gurkenartig in der Struktur, fast schaumig, süss aber nicht vollsüss (mehr Sonne hätte es sicher zuckersüss gemacht), kein ausgeprägtes Aroma. Die Fleischfarbe ist nicht mehr grüngelb, sondern gelborange. Der hohle Teil in der Mitte ist grösser. Leider ist es schwer, die Reife zu bestimmen, denn sie löst sich nicht vom Stiel:

Die Stielzone bekommt aber korkige radiale Risse, an der Blütenseite wird sie etwas weicher und beim klopfen klingt sie zunehmend hohl. Duft hat sie keinen besonderen. Im Gewächshaus wachsen aus einer Pflanze noch drei Riesenfrüchte, aber früher wie meine Freilandmelone ist die auch nicht.
Bei den Netzmelonen ist das Laub teilweise so geschädigt, dass sie nicht weiterreifen. Essen kann man sie schon, auch das typische Anisaroma fängt schon an, aber sie taugen nicht viel. Der Regen hat bei ihr und auch andere Sorten Risse verursacht.

Selbst bei schlechtem Wetter würde noch was draus werden, aber wie immer sind die Krankheiten das begrenzende Problem. Auch von "Summer Dream" sind noch Früchte reif geworden bzw. werden noch reif, wirklich eine vergleichsweise problemlose Sorte. Von "Orange Sherbet" gibts vielleicht noch Zwei, da hat sich das Laub im Freiland viel besser gehalten wie im Gewächshaus, wo noch im Juli alles dem falschen Mehltau zum Opfer gefallen ist.
Jetzt die restlichen Melonen essen und dann den Anbau nächstes Jahr planen :-)