Das Melonenjahr hier ist leider ausgesprochen mies. Wir hatten mehrere Mai-Nächte noch lange nach den Eisheiligen mit 1°C, zwei Wochen später brutale Hitze mit über 40°C. Keine Privatmessung, sondern der offizielle Wert der nächsten hauptamtlichen Wetterwarte. Sogar Tomaten bekamen verbrannte Blätter. Seither alle Monate knochentrocken, so dass wir bei den Obstgehölzen bereits ein Katastrophenszenario mit toten Bäumen haben.
Die Melonen wurden durch die Kälte geschädigt und hatten dann keine Zeit, genügend Wurzelraum und Blattmasse auszubilden. Wassermelonen gingen komplett hops, die sind besonders anfällig auf niedrige Nachttemperaturen. Für handfeste Überraschungen reicht es trotzdem noch. Ausgerechnet eine sehr wärmeliebende Zuckermelone hat den besten Fruchtansatz und sogar schon die ersten reifen Früchte, "Model":

Nicht mal so klein und leicht wie in der Züchterbeschreibung, hat fast 800g, dickes Fruchtfleisch, dünne Schale. Es ist eine Mischung aus verschiedenen Melonentypen, geschmacklich herrscht die Zuckermelone vor. Sie ist aber nicht klebsüss, sondern sehr angenehm bei herrlicher samtig-zarter Konsistenz der Fruchtfleischs. Genau richtig für eine Zuckermelone und zuckermelonentypisch keine Aromabombe. Weniger fürs Frühstück, sondern gekühlt zum Mittagessen-Dessert.

Es ist auch einer dieser Sorten mit eingebautem Reifeanzeiger, was ich sehr angenehm finde. Der Stiel löst sich bei Vollreife von der Frucht sehr leicht. Vorher ist sie grün, etwa eine Woche vor Vollreife kriegt sie Gelbtöne.

Ein Teil des Melonenbeets. Immerhin sind die Pflanzen noch gesund. Die vier "Model" haben das stärkste Wachstum, es hängen rund zehn Früchte dran. Dann kommt "Wrangler", angeblich eine sehr krankheitsfeste und produktive Cantaloupe, auch bald reif. Ja, produktiv ist sie, viele Früchte, aber wie: Keine grösser wie ein Tennisball.

Schliesslich noch "Summer Dream" wie letztes Jahr und ein paar Andere. "Summer Dream" am besten Platz, jahrelang die sicherste Sorte, nun eine Enttäuschung, schwer kältegeschädigt und klein geblieben, noch nicht mal Fruchtansatz.
Gelernt habe ich, dass Kältetoleranz der Pflanzen unabhängig von den Wärmeansprüchen im Wachstum ist. Da zeigt sich die Herkunft, keine Pflanze schlappte trotz grosser Trockenheit und wenig Giesswasser. Mal sehen, wie es weitergeht...