Man kann mit Wassermelonen und Nachtkälte auch Glück haben, meist sinds aber handfeste positive Faktoren. Günstiges Mikroklima, richtig eingearbeiteter Pferdemist unter einer Humusschicht, der bei guter Stärke enorm wärmt (ich habe 60° in 15cm Tiefe gemessen, aussen Frost, Mistbeeteffekt)...
Wie schon erwähnt, gibts in der Region sogar kommerziellen Melonenanbau, letztes Jahr hatte der Anbauer ein Wassermelonenfeld. Die reifen Melonen waren toll, gut, im Schnitt besser wie die aus dem Supermarkt. Aber:
- Er hatte dieselben Probleme wie sie auch die importierte Ware aus dem Süden hat, bei den Erntedurchgängen muss alles schnell gehen, überreife, reife und nicht ganz reife Ware liegt dann in den Kisten. Wer sich als Käufer nicht auskennt, fällt genauso rein wie bei Supermarktware. Kommerzielle Wirtschaftsweise hat einfach ihre Grenzen, egal wo.
- Wer mal Melonen am Mittelmeer direkt vor Ort gegessen hat, wird feststellen: Dieses Niveau erreicht man in Deutschland schlicht und ergreifend einfach nicht. Man erreicht ein Niveau, das besser wie Supermarktware werden kann, aber vom Feld in Deutschland liegt deutlich unter vom Feld in Kalabrien.
- die reifen Melonen sind ein schöner Anblick. Was man nicht sieht, sind die "Spritztouren" mit dem Traktor. Das sind in der Regel drei Anwendungen eines Fungizids (ich glaube, er hat Previcur N verwendet), Schneckenkorn, mehrere Anwendungen eines Blattdüngers und vor allem gnadenlos Stickstoffdünger auf den Boden, mehr als für Mais oder Zuckerrüben. Bioware kommt nur aus dem Süden, hier geht nichts ohne Fungizide, das Anbaurisiko wäre zu hoch.
Ich hab mich bei Wassermelonen damit abgefunden, dass es nur jedes zweite Jahr klappt.