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Autor Thema: Partnerstauden  (Gelesen 17905 mal)

hymenocallis

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Re:Partnerstauden
« Antwort #45 am: 04. April 2015, 20:03:41 »

Was die Gestaltung betrifft, so orientiere ich mich heute auch zuerst mal an den Lebensbereichen.
Wie schon geschrieben, es grenzt die Auswahl angenehm ein und ist für mich am sinnstifstendsten.
Für mich grenzt es die Auswahl unangenehm ein - Sinn macht, was langfristig funktioniert und das tun hier auch ganz ungewöhnliche Kombinationen.

Immer dann, wenn ich intuitiv, nach dem - nicht immer rational zu begründenen - Bauchgefühl ging, wurde was richtig Schönes draus.
Da ist es mir ähnlich ergangen - einiges, das man lt. Lebensbereiche-Konzept 'so zusammenpflanzt', hat hier nicht geklappt, einige der für mich stimmigsten Kombis habe ich aus optischen Gründen so gewählt und sie funktioniern auch bestens, weil ich die Pflanzplätze dafür sorgfältig ausgewählt bzw. optimiert habe.

Und so gibt es auch keine "Modebepflanzung" oder einen Einheitsbrei im ganzen Quartier. Jeder hat einen eigenen Geschmack und findet wundervoll, was für mich gar nicht geht und vice versa.

Ergo: Ich gebe den meisten in diesem Thread Recht.
Es gibt kein Patentrezept - den persönlichen Gartenstil zu finden, ist immer mit Arbeit und Zeit verbunden. Man kann aber auch einen gerade 'angesagten' wählen, wenn man beides sparen will und durchaus damit glücklich werden.
 ;)

LG
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pearl

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Re:Partnerstauden
« Antwort #46 am: 04. April 2015, 20:04:16 »

Dafür bilde ich mich hier fort, lerne dazu. Und wenn der Gärtner gut ist, dann klappt das ;)
Wenn der Gärtner wirklich gut ist, klappt auch das, was in der Natur niemals funktionieren würde. ;) .


womit "funktioniert" das dann?

Für richtig gut halte ich einen Gärtner, der die natürlichen Prozesse versteht und bei seiner Arbeit berücksichtigt. Genauso wie im Umgang mit Menschen. Das ist allerdings eine größere Kunst und verlangt ein Leben langes Wissenwollen und führt zur Meisterschaft.

Gegen die Natur geht gar nichts, weder beim Menschen, noch bei irgendeinem anderen Lebewesen.
« Letzte Änderung: 04. April 2015, 20:06:24 von pearl »
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hymenocallis

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Re:Partnerstauden
« Antwort #47 am: 04. April 2015, 20:09:19 »

Es gibt Ausnahmen. Und an diesen Ausnahmestandorten lässt sich durchaus ein mediterran wirkender Garten anlegen. Es ist erstaunlich, was dann doch so alles wächst und sich von selbst zwanglos zusammenfindet (nach dem Blackbox-Prinzip.) Dieses zwanglose Zusammenfinden ist ein Zeichen, dass es den Pflanzen an diesen Standorten gefällt.
Das stimmt sicher.
Aber was ist denn bitte ein 'mediterran wirkender Garten'?
Das klingt so ähnlich sinnfrei wie ein mitteleuropäisch wirkender Garten oder ein osteuropäisch wirkender Garten. Zwischen den Gärten Nordafrikas, denen Griechenlands, denen Frankreichs und denen Italiens (Auswahl beliebig erweiterbar) gibt es keine stilistische Übereinstimmung. Selbst die Naturlandschaften unterscheiden sich in diesen Gebieten erheblich.

Per Marketing-Konzept wird ein ähnlich schräges Wunschbild (buntes Sammelsurium aus Stilelementen und Pflanzen einer riesigen Region)generiert wie bei den ebenso beliebten 'Asia-Gärten', die es so in Asien in der Regel auch nicht an jeder Ecke gibt.

Ich mag mediterrane Zier- und Nutz-Gärten - am liebsten die italienischen, wer Gardenia oder Gardinaggio liest, wird aber feststellen, daß die mit den im deutschen Sprachraum verbreiteten Trend wenig zu tun haben.

LG
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hymenocallis

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Re:Partnerstauden
« Antwort #48 am: 04. April 2015, 20:18:25 »

Das sage ich immer den Kunden, sowie den Zuhörer in meinen Vorträgen. Spielerisch mit den Stauden umgehen lernen, die Fehlerchen lassen sich leichter ausmerzen als bei Gehölzpflanzungen. Und nicht irgendwelchen Modetrends hinterherrennen. Die Lebensbereiche als Basis betrachten und nicht als Dogma.

So, wie Tr.-Joe es anfangs in seinem Diagramm wunderbar dargestellt hat.

Und den Quark mit den Strategien, Strategen und dergleichen aus der Pflanzensoziologie ganz schnell vergessen... ::) :-\ :'( Denn dies macht alles nur noch komplizierter statt transparenter.

Garten ist, wenn er gelungen ist, ein Seelenort - so unterschiedlich wie Menschen sind, so unterschiedlich sollten ihre Gärten aussehen. Die Lebensbereiche als Basis oder Anhaltspunkt können durchaus hilfreich sein - vor allem, wenn man keinen gärtnerischen Aufwand betreiben will.

Wer auch Bodenverbesserung oder -austausch, Bewässerung und spezielle Düngung (also Standortoptimierung) als Bestandteil der gärtnerischen Gestaltung oder Gartenbewirtschaftung sieht, hat weit mehr Möglichkeiten, seinen 'Traumgarten' zu realisieren.

Das machen Menschen übrigens, seit sie Gartenbau betreiben - erst recht im oft erwähnten Mittelmeerraum, wo ohne Bewässerung nur Ruderalpflanzen gedeihen. Garten tritt immer gegen die umgebende Natur an - ob man das mit mechanischen/biologischen Methoden macht ist dabei unerheblich.

Diese Wahrheit ist momentan aber gerade nicht politisch korrekt - wer sie ausspricht, muß mit böser Schelte rechnen! ;)

LG
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hymenocallis

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Re:Partnerstauden
« Antwort #49 am: 04. April 2015, 20:22:46 »

Auch das.
Aber mit oft erheblich mehr Arbeitsaufwand.

Manchmal reicht schon 'erheblich mehr Know-How', manchmal braucht man technisches Equipment (früher war es der Esel, der die Bewässerung angetrieben hat). ;)

 
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Re:Partnerstauden
« Antwort #50 am: 04. April 2015, 20:32:20 »

Auch das.
Aber mit oft erheblich mehr Arbeitsaufwand.

Manchmal reicht schon 'erheblich mehr Know-How', manchmal braucht man technisches Equipment (früher war es der Esel, der die Bewässerung angetrieben hat). ;)

 


Logisch, mit etwas Aufwand geht auch Kaktus neben Gunnera ganz gut ;)
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hymenocallis

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Re:Partnerstauden
« Antwort #51 am: 04. April 2015, 20:38:03 »

Logisch, mit etwas Aufwand geht auch Kaktus neben Gunnera ganz gut ;)

Die Kombi funktioniert wohl nicht mal im botanischen Garten unter Glas - wie soll man den unterschiedlichen Ansprüchen an die Luftfeuchtigkeit gerecht werden? ???

Aber im ernst: Boden kann man austauschen, Einzelpflanzen kann man bewässern, schattieren, vor wärmespeichernde Mauern oder unter Dachtraufen pflanzen. Das ist für mich kein unrealistischer Aufwand - wird für Tomaten in vielen Hausgärten gemacht.

LG
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Re:Partnerstauden
« Antwort #52 am: 04. April 2015, 20:44:57 »

Logisch, mit etwas Aufwand geht auch Kaktus neben Gunnera ganz gut ;)

Die Kombi funktioniert wohl nicht mal im botanischen Garten unter Glas - wie soll man den unterschiedlichen Ansprüchen an die Luftfeuchtigkeit gerecht werden? ???

Aber im ernst: Boden kann man austauschen, Einzelpflanzen kann man bewässern, schattieren, vor wärmespeichernde Mauern oder unter Dachtraufen pflanzen. Das ist für mich kein unrealistischer Aufwand - wird für Tomaten in vielen Hausgärten gemacht.

LG

Richtig. Wenn du die Pflanzen dann noch nach dem Standort bzw. nach ihren Vorlieben sortierst, und nebeneinander pfanzt, alle Dachtraufpflanzen zusammen, alle Waldbodenpflanzen zusammen, alle Sonnenliebhaber in die Sonne, alle Schattenpflanzen in den Schatten und die Tomaten zusammen mit dem Gemüse in den guten Gartenboden, dann sind wir doch d´accord ;) (und so nebenbei sind die Lebensbereiche auch nichts anderes 8) )

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troll13

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Re:Partnerstauden
« Antwort #53 am: 04. April 2015, 21:06:01 »

Bei der Neuanlage oder Grundüberholung von Beeten in meinem Garten werden die kleinblütigen und flächendeckenden niedrigen "Begleitstauden" immer wichtiger.

Storchschnäbel, Alchemilla, Nelkenwurze, Stachys, niedrige Astern und ähnliches in sonnigeren Bereichen sowie Omphalodes, Dicentra, Waldsteinia, Tiarella Elfenblumen oder Helleborus in den schattigeren Partien bilden inzwischen im gesamten Garten die Grundbepflanzung.

So etwas kann ich meist in größere Stückzahlen teilen und als flächige Begleiter für die höheren Hingucker wie Paeonien, Phloxe, Chrysanthemum, Astern und auch hohere und großblättrige Stauden sowie meine Hortensien und andere kleinere Gehölze einsetzen.

Dabei pflanze ich die "Begeleiter" inzwischen oft auch nicht mehr in Gruppen oder "Drifts" sondern auch manchmal bunt durcheinander.

Ich halte einen artenreduzierten "Begleiterteppich" inzwischen für die einzige Möglichkeit, auch viele Sorten der Hingucker wie Pfingstrosen oder Hortensien gestalterisch ansprechend im Garten zu präsentieren, ohne dass es nach rein botanischer Sammlung aussieht.

Trotzdem dürfte die Arten- und Sortenvielfalt auf meinem 1500 qm großem Grundstück vermutlich immer noch für das Sortiment einer kleinen Staudengärtnerei ausreichen.

Auch wenn ich hier propagiere "Enthaltsamkeit ist der Schlüssel zum Erfolg", kann ich halt nicht davon lassen neue Pflanzen auszuprobieren und mein Garten wird wohl nie "perfekt" sein sondern immer seine "Baustellen haben. ;)

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Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...

hymenocallis

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Re:Partnerstauden
« Antwort #54 am: 04. April 2015, 21:58:43 »

Richtig. Wenn du die Pflanzen dann noch nach dem Standort bzw. nach ihren Vorlieben sortierst, und nebeneinander pfanzt, alle Dachtraufpflanzen zusammen, alle Waldbodenpflanzen zusammen, alle Sonnenliebhaber in die Sonne, alle Schattenpflanzen in den Schatten und die Tomaten zusammen mit dem Gemüse in den guten Gartenboden, dann sind wir doch d´accord ;) (und so nebenbei sind die Lebensbereiche auch nichts anderes 8) )

So mache ich es aber nicht ;D .

Auch in den sonnigsten Bereichen gibt es immer Schattenstellen hiner großen Stauden oder Gehölzen, die ich dort gepflanzt hab, um mit dem Tagesverlauf wandernden lichten Streuschatten zu erzeugen, den viele Blütenstauden besser vertragen als völlig ungefilterte Besonnung um die Mittagszeit. Dort stehen dann farblich passende 'Waldstauden'.

Dachtraufen hab ich in alle 4 Himmelsrichtungen - überall so angelegt, daß man sie bepflanzen kann (also direkt bis zur Hauswand). Gibt völlig unterschiedliche Pflanzstellen. Die Besonnungs- und Temperaturunterschiede bestimmen dort viel stärker die Bepflanzung als jeder andere Faktor.

Nässeschutz geben hier auch große immergrüne Sträucher, in deren Regenschatten nässeempfindliche Stauden hervorragend gedeihen. Durch die gemauerten Hochbeete in drei Gartenteilen hab ich völlig unterschiedliche Wärmespeicher-Bereiche (auch unter der Traufe).
 
Wir hatten immer ein offenens Konzept - nie war Pflanzung nach Lebensbereichen ein Thema - immer ging es darum, den Pflanzen, die uns etwas bedeuten, passende Bedingungen zu bieten und sie nach unserem Geschmack und unseren Vorstellungen zu arrangieren.

Bisher ist uns das bei fast allen Gehölzen und Stauden gelungen. Bei Phloxen und Pfingstrosen haben wir voriges Jahr heftig Standortoptimierung betrieben, die Austriebe heuer sehen vielversprechend aus. Nur bei den Schafgarben haben alle bisher ausprobierten Tricks und Tipps - selbstverständlich auch die Pflanzung nach Lebensbereichen - versagt. Es wächst nur eine namenlose Sorte seit Jahren gut, der Rest verschwindet nach einer Saison.

LG
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pearl

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Re:Partnerstauden
« Antwort #55 am: 04. April 2015, 22:22:01 »

das Thema interessiert mich, deshalb investiere ich jetzt mal ein Praxisbeispiel.



diese Pflanzung ist angetreten mit dem Thema Mittelmeer. Mir ging es darum eine ganz bestimmte Stimmung, die meine eigene Erfahrung wachruft und auch für mir vertraute Menschen Gefühle abruft, die sie mit Wärme, Freiheit, Licht und Meer verbinden. Die Leichtigkeit und Helligkeit der Farbe Gelb und die Frische und Unbeschwertheit der Farbe Blau sollten das Grün und Silbern der Laubfarben ergänzen.

Carex montana      
Cistus laurifolius RHS      
Crocus speciosus RHS !!      
Baptisa australis RHS BC PO      
Eragrostis curvula      'Zulu' (Ewald Hügin)
Iris reticulata RHS      
Muscari azureum RHS      
Rhazya orientalis Syn. Amsonia orientalis      
Salvia officinalis       'Berggarten' BC
Stachys byzantina       'Big Ears' !!! BC PO (Baker)
Stachys byzantina       Cotton Ball
Tulipa      'Prinses Irene' (3) Triumph früh RH
Festuca mairei   Poaceae   
Phlomis russeliana      
Verbascum nigrum      
Ranunculus repens      
z Tulipa orphanidea      'Flava'
z Tulipa orphanidea      
z Allium caeruleum RHS      

Cistus, Rhazya und Salvia sind mediterrane Florenelemente.
Festuca mairei ein alpin subalpines
Baptisa ist amerikanisch
Carex und Verbascum sind subatlantisch und bei uns heimisch.

Mein Ziel bei der Pflanzung ist erreicht. Sie wird als das erkannt, was sie ist und löst Bemerkungen aus, die in die von mir gedachte Richtung gehen. Das Ganze hat stabile Aspekte und dynamische Anteile. Es ist gepflanzes, gewolltes und spontan entstandenes und ergänztes da. So sehen gute Pflanzparter aus.
« Letzte Änderung: 04. April 2015, 22:25:28 von pearl »
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Treasure-Jo

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Re:Partnerstauden
« Antwort #56 am: 04. April 2015, 22:55:40 »

Oh! :D Die Diskussion hat wohl das Thema "Partnerstauden" etwas gesprengt. Zum Glück!

Hat Freude gemacht zu diskutieren, gerade weil es auch kontrovers zuging.

Ganz kurz nochmal zum Thema "Wiederholung". Es geht mir nicht darum, exakt das gleiche - vielleicht gar ermüdend und langweilig - zu wiederholen oder im gleichen (Beet-)Bild zu kopieren, was aber manchmal auch spannend sein kann. Mir geht es bei Wiederholungen um ein Ordnen, Strukturieren, Deja vu, Wiedererkennen, Erinnern, wie die Wiederholung eines Themas in einer Symphonie, ggf. Modifiziert, variiert, in einen neuen Zusammenhang gestellt. Ich plädiere hier für eine differenzierte Diskussion dazu.
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Jo

philippus

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Re:Partnerstauden
« Antwort #57 am: 04. April 2015, 23:20:03 »

Oh! :D Die Diskussion hat wohl das Thema "Partnerstauden" etwas gesprengt. Zum Glück!

Hat Freude gemacht zu diskutieren, gerade weil es auch kontrovers zuging.

Ganz kurz nochmal zum Thema "Wiederholung". Es geht mir nicht darum, exakt das gleiche - vielleicht gar ermüdend und langweilig - zu wiederholen oder im gleichen (Beet-)Bild zu kopieren, was aber manchmal auch spannend sein kann. Mir geht es bei Wiederholungen um ein Ordnen, Strukturieren, Deja vu, Wiedererkennen, Erinnern, wie die Wiederholung eines Themas in einer Symphonie, ggf. Modifiziert, variiert, in einen neuen Zusammenhang gestellt. Ich plädiere hier für eine differenzierte Diskussion dazu.

Ich habe es (wie wohl die meisten anderen) nicht so verstanden, dass du mit Wiederholungen meinst, dass exakt repliziert wird was einige Meter davor schon wächst, sondern dass du gewisse prägende Elemente immer wieder "einstreust".
Das ist ein "grünen Faden", der dem Beet seinen Charakter gibt und zu einem harmonischen Bild beiträgt.

Mir gefallen auch die von dir hier vorgestellten Gestaltungen ausnehmend gut, wobei sich das wohl bei vielen in der Praxis kaum umsetzen lässt, weil der Platz fehlt. Bei mir sind die sonnigen Plätze aufgrund des Altbaumbestandes rar und diese möchte ich für mediterran inspirierte, "xerophile" Pflanzungen nutzen. Trotz Vorlagen die mich inspirieren, hapert es noch in der Praxis, wobei ich dazu lerne und viel herum probiere (Pflanze rein, Pflanze raus Pflanze wo anders hin etc.)

Auch Pearls Kombinationen sind ansprechend, aber ich werde den Eindruck nicht los dass man einiges Lehrgeld zahlen muss bis man ähnliches zusammenbringt :)

Du schriebst, dass auch hohe Stauden oder Gräser als Strukturpflanzen vorhanden sein sollten. Das klingt logisch, aber hast du da irgend eine Regel in welchem Verhältnis?
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Treasure-Jo

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Re:Partnerstauden
« Antwort #58 am: 04. April 2015, 23:28:17 »

Was ich mit "Wiederholung" in meinem Verständnis meine, möchte ich an einem Bild von Kandinsky erläutern. Wer erkennt hier Wiederholungen? Es wiederholen sich hier Farben, Formen Strukturen, Linien, Rhythmen, Flächen usw. wenn auch nie ganz exakt gleich.

Noch deutlicher wird es in einem Bild von Paul Klee

Oder in einem Bild von Renoir, wenn auch subtiler, wer sieht es....

Ich will damit nicht sagen, dass Kunst ohne Wiederholungen keine Kunst ist. Das wäre Unsinn. Es wäre aber auch Unsinn zu behaupten. dass es keine Wiederholungen in der Kunst gäbe. Die Wiederholung kann durchaus ein kunstvolles gestalterisches Stilmittel sein, nicht als Selbstzweck, sondern als Teil eines Gesamtkunstwerkes.

Ich behaupte, dass die meisten Menschen Wiederholungen lieben. Wer mag es nicht, einen wundervollen Song nochmal im Radio zu hören. Wir freuen uns, Freunde wiederzusehen, das sind Wiederholungen, die ich meine, keine Kopien, sondern Wiedersehensfreude.

Meines Erachtens liegt die Kunst einer gelungenen Garten- bzw. Beetgestaltung auch darin, die richtige Mischung zu finden, von Klarheit, Lesbarkeit, Ordnung (in einem architektonischen Sinne verstehen), Systematik auf der einen Seite und von Abwechslung, neuen Eindrücken, Provokationen, Verzaubern, ja Verwirren auf der anderen Seite.

 
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Jo

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Re:Partnerstauden
« Antwort #59 am: 04. April 2015, 23:29:28 »

Philipus: Genau das ist es: "Der grüne Faden", Danke
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