Zu den Rebloomer-Sorten: ich hab mich voriges Jahr zu dem Thema länger mit einem Iris-Züchter, der ein großes Sortiment an Rebloomern verkauft, über die Thematik unterhalten.
Seiner Meinung nach gibt es nur eine Nachblüte, wenn die Pflanzen richtig gut gefüttert werden - oder auf sehr fettem Boden stehen. Dann ist aber auch noch je nach Sorte entscheidend, wie warm der Sommer ist. In seiner Region (Italien) blühen alle seiner angebotenen Sorten immer nach - er kultiviert sie auf Adria-Sand mit ordentlich Dünger in Strandnähe.
Regelmäßiges Verjüngen alle 3-4 Jahre brauchen sie wie andere Bartiris-Sorten selbstverständlich auch, um blühfreudig zu bleiben.
Je weiter man nach Norden kommt, also je kürzer und kühler die Sommer werden, desto schlechter stehen die Chancen auf eine Nachblüte (die Wahrscheinlichkeit ist stark sortenabhängig!) - ich hab alles aus seinem Sortiment gekauft, das auch bei uns noch zuverlässig nachblühen sollte, in noch kühleren Regionen mit kürzeren Sommern schafft es von dieser Auswahl dann nur noch ein Teil und der auch nur in warmen Jahren.
Ich bin gespannt, ob diese seine Einschätzung hier zutrifft. Vorigen Herbst haben immerhin schon zwei der im Juli gekauften Sorten trotz kühlem nassem Sommer nachgeblüht.
Auf jeden Fall empfiehlt es sich, Rebloomer-Sorten an die heißesten Stellen im Garten zu pflanzen (ideal vor wärmespeichernden Mauern) und den Boden rundherum mit Kies oder anderen Speichermaterialen abzudecken.
LG
Ich blick da irgendwie nicht so richtig durch. Gibt es nicht irgendwie zwei Richtungen? Einerseits die, die nach der Blüte an neugebildeten Nebenrhizomen im Herbst blühen und anderseits die, bei denen dasselbe Rhizom das im Frühjahr geblüht hat, sich im Herbst nochmal aufrafft? Letztere, ich meine ich hätte es mal irgendwo gelesen sind die eigentlichen echten "Rebloomer", wäre logisch. Eine von beiden Richtungen ist die bessere, welche hab ich vergessen

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Jedenfalls beobachte ich seit Jahren in einem sich selbst überlassenen Vorgarten einen Horst eines Typs von Iris germanica, bzw. so aussehend. Dieser wird allmählich von einer Blaufichte überdeckt und blüht zuverlässig im Herbst nach, hat aber kaum noch Substanz. Ich hab natürlich Teilstücke geholt, in den sieben oder acht Jahren in denen ich die Pflanzen jetzt habe, gab es unter Normalbedingungen nur eine einzige sehr verhaltene Nachblüte. Löst manchmal eher Stress das Remontieren aus, will manche scheinbar unwillige Sorte vielleicht einfach mies behandelt werden?
Ein anderer Aspekt vielleicht noch, auch mancher Einmalblüher schiebt im Herbst nach dem Verpflanzen einen Stiel, allerdings nicht regelmäßig. Vielleicht auch eine Art Stressreaktion? Ich kenne es beispielsweise von der unten abgebildeten `Native Chief´von Gibson aus dem Jahr 1965, auf dem Bild rechts. Die Weiße ist einer von mehreren namenlosen zuverlässigen Nachblühern, von mir provisorisch "Locarno" getauft.