Bei uns gibt es einen "Holzweg" von der Straße zum Haus, inklusive Treppchen.
Professionell gebaut (Architektenentwurf), in Stahlkonstruktion, unterlüftet, mit Splitt etc. unterfüttert, so dass Erdbuddeleien, wie lonicera sie beschreibt, nicht vorkommen können. Langlebiges Material mit Wasserabzug (Hartholz mit Rillen-Oberfläche). War aufwendig, passt perfekt in den baulichen Kontext, sieht schön leicht aus und funktioniert seit Jahren sehr gut. Trotzdem hat er zwei Schwächen:
- eine kleine: Algenbelag macht ihn bei Nässe rutschig. Dagegen kann man was tun, nämlich das Holz 1-2mal jährlich mit einem harten Schrubber und viel Wasser energisch abbürsten. Das MUSS man aber auch tun.
- eine große: Bei Raureif oder überfrierender Nässe wird das Holz höllisch glatt. Dagegen kann man nichts tun (auf Holz kann man, selbst wenn man wollte, kein Tausalz streuen!). Gegen Auf-die-Nase-Legen hilft nur, gaaanz langsam und vorsichtig zu gehen und sich am Geländer festzuhalten.
Holzwege/ -stege im Garten haben üblicherweise kein Geländer. Ein leicht (!) erhöhter Holzweg durch den Garten ließe sich auch ohne komplizierte Stegkonstruktion herstellen:
- erhöhte Wegekanten fabrizieren, mit Mini-Mäuerchen (1-2 Steine hoch) oder mit
Stahlkanten,
- die Wegefläche etwas auskoffern,
- gegen unerwünschten Aufwuchs und Wühlereien aus dem Untergrund nicht zu dünnes Unkrautvlies drauflegen,
- grobe Holzhäcksel bis zur Kanten-Oberkante einschütten und festtreten.
Vorteile:
- einfach zu bauen, speziell mit Stahlkanten geht's ruckzuck,
- man kann hervorragend drauf laufen, Karre schieben geht auch,
- braucht über Jahre keinerlei Pflege,
- der Häckselbelag ist sommers wie winters absolut rutschfest,
- Häcksel sind i.d.R. überall für kleines Geld zu kriegen.
Nachteile:
- die Holzhäcksel verrotten mit der Zeit, man muss sie alle paar Jahre erneuern.
Wie lange sie halten, hängt vom Boden ab - bei uns, Lehm, ist nach ca. 4, 5 Jahren (Teil-)Austausch fällig. - Stahlkanten sind kein Schnäppchen, insbesondere die hohen,
- die Wegbegrenzung ist, wenn man sie erhöht baut, zur Beetseite hin sichtbar. Will man das nicht, muss man sich überlegen, wie man die Kanten per Bepflanzung "verschwinden" lässt. Kompliziert.
Deshalb sind meine Häckselwege auf Beetniveau und nicht erhöht, mit niedrigen Stahlkanten eingefasst. - mit Mäuerchen o.ä. muss man sich Gedanken machen um seitlichen Wasserabzug, sonst hat man Nässe auf dem Weg, ergo Glitsch bzw. im Winter Eisglätte.
Stege im Garten anzulegen, würde ich mir im Vorfeld lieber fünf- als dreimal überlegen. Unter praktischen wie unter ästhetischen Gesichtspunkten:
... Die Gefahr, dass sich ein solcher Weg als bloß ein weiterer, unpraktischer Gimmick aus der Gartendesign Kiste entpuppt, besteht durchaus. Solche, beliebig austauschbare Gestaltungselemente bereiten den Gartenbesitzern nur selten dauerhaft Freude. ...
So ist es.
Nachtrag: Vielleicht verschiebt ein Mod den Faden denn doch mal ins Atelier
?