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News: da schneidet man direkt hinterm Kopf und dann schräg weg  ;D
 (Anonymes Zitat von den Gartenmenschen)
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08. Februar 2023, 21:16:06
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|2|5|"Och, so vorübergehend kann man die Minze da bestimmt hinpflanzen"  :-X  ;D  (Zitat aus dem Thread "Gartentrottel")

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Autor Thema: Lagerbirne  (Gelesen 48993 mal)

frauenschuh

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Re: Lagerbirne
« Antwort #195 am: 23. September 2022, 07:10:58 »

Vor ca. 8 Jahren konnten wir in einer Ecke auf einer Streuobstwiese keine Bäume pflanzen, weil es dort zu nass war. Mittlerweile stehen auch dort Bäume, die sehr gut wachsen. Also wenn es nicht gerade Auwaldlage eines großen Flusses ist, wird sich die Situation eher Richtung trockener verändern. Ich habe an einem Bach 3 Birnen gepflanzt. Der Bach ist mittlerweile weg. Die Birnen sind offensichtlich mit der Lage ganz zufrieden.
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Berat

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Re: Lagerbirne
« Antwort #196 am: 23. September 2022, 12:24:45 »

Nochmal zum Boden: Der Garten wurde am Rand eines Auwalds aufgeschüttet. Im Wesentlichen Steine, aber auch Bauschutt habe ich gefunden. Bauarbeiten in der Straße haben gezeigt, dass da irgendwann Ton kommt.
Zu den Rändern des Gartens wird er flacher. Dort wird der Garten generell feuchter und ganz hinten sumpfig.
Schau an, scheint doch gar nicht so schlecht zu sein. Keineswegs ideal, aber mit ein wenig Nachhilfe vermutlich sogar ganz gut machbar. Mit einer starkwachsenden Birnenunterlage bist du da auf jeden Fall richtig.

Ich würde dir weiterhin dringend raten, dir die Zeit zu nehmen, den Boden im (großzügig bemessenen) Pflanzloch zu verbessern, in etwa so wie von Ringelnatz beschrieben (muss im Zweifelsfall nicht ein Meter tief sein). Dazu brauchst du keinesfalls länger als einen Nachmittag. Damit gibst du der jungen Pflanze einen wertvollen Startvorteil für die ersten Jahre, die die kritischsten sind. Zugleich ersparst du dir viel Zeit hintenhinaus, an Gießen und Düngen und Sorgen.

Ich weiß nicht, wie andere ticken, aber im Hausgarten habe ich eine besondere Beziehung zu meinen Baumbabys und will das Mögliche tun, dass es ihnen gut geht. Da fallen dann auch Sachen drunter, die für 50 Setzlinge auf der Wiese nicht leistbar wären.

Eine vor 6 Jahren gepflanze Walnuss steht ohne wässern prächtig da und trägt die ersten Nüsse. Die Haselnüsse wachsen gigantisch. Der restliche Obstgarten wächst so, wie ich mir vorstelle (mit Bewässerung).
Ein Walnussbaum ist kein schlechter Indikator. Das ist der zweite Pfahlwurzler unter den heimischen Obstsorten, ebenfalls wärmeliebend und ein wenig sensibel. Wenn (die robuste) Birne und Walnuss sich einmal gut eingewurzelt haben, solltest du unter deinen Bedingungen, solange du dich ein wenig kümmerst, durchaus deine Freude an ihnen haben können. Nur nochmal erwähnt: Noch weniger als Trockenheit vertragen sie Staunässe. Erstere können sie in einem gewissen Maß durch ihr tiefes Wurzelsystem ausgleichen, zweitere nicht.

Für die Kirschen hatte ich Gisala5 gewählt, weil ich sie einnetzen möchte, wenn die KEF uns mal findet.
Die Überlegung halte ich für grundsätzlich richtig, halt erkauft mit den Nachteilen einer (mittel-)schwachwachsenden Unterlage mit wenig entwickeltem Wurzelsystem, das auf trockenem Sandboden zwingend bewässert werden muss.

Was das Mulchen angeht, bin ich etwas ratlos. Im ersten Jahr hatte ich eine dicke Schicht Rasenschnitt drauf. Das fand eine Schermaus super und ist unbemerkt an einen Pfirsich geschlichen und über den Wühlmausdraht drüber, den ich nicht bis zum Stamm gezogen hatte. Ich sehe jetzt gerne, was um die Bäume herum passiert.
Ein offener Wühlmauskorb bringt etwa so viel wie kein Wühlmauskorb. Das hast du bemerkt, beim nächsten Mal machst du es anders.

Eine dicke Schicht Rasenschnitt ist immer problematisch: Zum einen nisten sich gerne Mäuse ein, zum anderen lässt sie keinen Sauerstoff an den Boden und beginnt zu faulen. Am besten wäre eine häufiger erneuerte dünnere Schicht, wo dann jedes Mal auch gründlich gehackt wird. Das (kräftige) Hacken mögen die Wühlmäuse überhaupt nicht. Für die Wasserversorgung ist es ebenso sehr günstig: "Einmal gehackt ist dreimal gegossen" gilt immer noch. Das halte ich für eine so wichtige Geschichte, dass ich es sogar auf der Streuobstwiese mache. Im Herbst und Winter nicht mehr mulchen (meist ausreichende Bodenfeuchte; die Nährstoffzufuhr wäre kontraproduktiv). Dann siehst du auch gleich besser, was sich auf bzw. unter der Baumscheibe tut.

Ich wünsche dir viel Erfolg und Freude mit deinen Bäumen. Das wird schon.
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sandor

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Re: Lagerbirne
« Antwort #197 am: 01. Oktober 2022, 16:18:09 »

Frage: Was ist wenn eine Birne statt schmelzend nur rauschend ist?
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Berat

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Re: Lagerbirne
« Antwort #198 am: 01. Oktober 2022, 16:25:01 »

Frage: Was ist wenn eine Birne statt schmelzend nur rauschend ist?
Dann rauscht der davon berauschte Elch in die A-Klasse. Oder auf was willst du hinaus?
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sandor

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Re: Lagerbirne
« Antwort #199 am: 01. Oktober 2022, 16:36:22 »

"Fleisch schneeweiß, vollsaftig, rauschend, süß weinsäuerlich müskiert",

auf das wollte ich hinaus. Manche alte Birnensorten werden so beschrieben.
http://www.obstarche.de/hauptsorte-birne.html
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Berat

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Re: Lagerbirne
« Antwort #200 am: 01. Oktober 2022, 17:33:14 »

Hatte ich bislang offenbar immer überlesen. Vielen Dank für die Erläuterung.

Nach dieser Beschreibung des Diehlschen Systems zur Birnenklassifizierung (mit sechs Klassen) steht rauschend zwischen butterhafschmelzend und abknackend: halbschmelzend würde ich dann heute sagen.

Zitat
I. Klasse:
Butterhafschmelzende, sehr geschmackvolle Birnen, die sich im Kauen geräuschlos auflösen. - Enthält die eigentlichen köstlichen Tafelfrüchte.

II. Klasse:
Saftreiche, geschmackvolle Birnen, deren Fleisch im Kauen etwas oder ziemlich rauschend ist, sich aber doch ganz auflöst. - Enthält ebenfalls köstliche oder doch vortreffliche Tafelbirnen.

III. Klasse:
Saftreiche oder doch saftig geschmackvolle Birnen, deren Fleisch im Kauen abknackt und sich nicht oder nicht ganz auflöst. Enthält teils Tafelfrüchte, teils auch nur vortreffliche Früchte für die Ökonomie.
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2022, 17:38:10 von Berat »
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zwerggarten

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Re: Lagerbirne
« Antwort #201 am: 02. Oktober 2022, 01:06:18 »

zeitlos großartige beschreibungen! :o :D
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"(…) die abstrakten worte, deren sich doch die zunge naturgemäß bedienen muß, um irgend welches urteil an den tag zu geben, zerfielen mir im munde wie modrige pilze." hugo von hofmannsthal – der brief des lord chandos

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sandor

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Re: Lagerbirne
« Antwort #202 am: 06. Oktober 2022, 08:16:36 »

@ Berat

    Dankeschön für Deine Berat-ung!!!
« Letzte Änderung: 06. Oktober 2022, 08:18:10 von sandor »
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cydorian

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Re: Lagerbirne
« Antwort #203 am: 27. Oktober 2022, 17:41:59 »

Vor drei Wochen die Belle Epine du Mas geerntet. Gefällt mir immer besser. 75° OE. Lagerfähig bis einschliesslich Dezember. Essreife beginnt so langsam, ist dann süss mit angenehmer Säure, schmelzend, saftig, das Aroma wirkt erst eigentümlich, entwickelt sich dann im Stil von Madame Verte.

Zunehmend werden Winterbirnen der massenhaft französische Sorten interessant, die früher meist nicht ausreiften oder deren Wärmedürftigkeit zu hoch für gute Qualität war. Edelcrassane, Winterdechant, Esperens Bergamotte...
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Maiglöckchen1

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Re: Lagerbirne
« Antwort #204 am: 10. November 2022, 22:53:24 »

Die Lagerbirnen,
J von Mecheln muss bei Farbumschlag geerntet werden. Der oft angegebene Rat so lange wie möglich am Baum lassen heisst, mehlig bröckeliges Fruchtfleisch, dieses Jahr 8.10 reif, derzeit noch nicht schmelzend, alterniert.
Esperens Bergamotte fiel von alleine um den 15.10. Hält länger als JvM. alterniert.
David hat viel Pseudomonas, die ist abgängig.
GvParis ist dieses Jahr irgendwie ohne Aroma.

Bild  links nach rechts: oben 2x Gräfin von Paris auch aufgeschnitten, berostete Uta, 2 x J.von Mecheln
                      unten links 2x David, 2x Esperens Bergamotte
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Maiglöckchen1

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Re: Lagerbirne
« Antwort #205 am: 10. November 2022, 22:55:17 »

Winternelis wächst schwach, trägt aber jedesd Jahr, diesmal um 15.Oktober geerntet, hartreif nicht so gut zu essen, war leicht herb. Wird aber gut schmelzend fault von innen, bis ca. 15.12 zu essen.
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Maiglöckchen1

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Re: Lagerbirne
« Antwort #206 am: 10. November 2022, 22:58:46 »

Von der Alessia gab es eine Riesenbirne, die gegen 5.10 geerntet wurde (evt zu spät) nach fast 3 Wochen im Kühlschrank und 2 Tagen Zimmertemp hatte die Frucht noch nicht richtige Konsistenz, die hat mich gar nicht überzeugt, irgendwie "schmierig" nicht mehlig Vereinsdechantsähnlich aber mit Hauch Williams Aroma im Abgang. Da muss man mehr von haben.
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