Du vergleichst die Düngung der Felder mit der Umweltverschmutzung der Industrie?
Ja: Und erstere ist in Deutschland heutzutage ein größeres ökologisches Problem.
Die hohe Nitratbelastung, die vielerorts die Wasserwerke vor Probleme stellt, die gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten, stammt jedenfalls aus der Landwirtschaft, nicht aus der chemischen Industrie.
Die hohe Ammoniakbelastung der Luft mancherorts, die zu nachteiligen Veränderungen von nährstoffarmen Biotopen führt, stammt ebenfalls aus der Landwirtschaft.
Und die stinkende Gülle, die auf die Felder gekippt wird, ist ein Ergebnis einer industriellen Agrarproduktion.
Dabei gäbe es Möglichkeiten, die Gülle so aufzubereiten, dass sie kaum noch stinkt. Aber das erfordert die Bereitschaft, das zu tun, und - ja - Geld. Letzteres wird manchen Landwirt sauer fallen, das verstehe ich.
Aber ich darf auch nicht eine Latrine nutzen und de Inhalt aufs Feld kippen, weil mir die Abwassergebühr zu hoch ist.
Aber in einem hast du Recht: Landwirtschaft bedeutet heute in aller Regel eben diese industrielle Agrarproduktion, die - wie alles - "sich rechnen" muss. Dafür können die einzelnen Bauern nichts. Aber es entbindet sie nicht davon, denselben Anforderungen unterworfen zu sein wie andere auch.
@realp: Warst schneller!
P.S. Das es anders geht, zeigen übrigens manche ländliche Gemeinden mit hohem Fremdenverkehrsaufkommen. Seltsam, seltsam.