Ich habe den Threadtitel etwas abgeändert, da sich diese Frage sicherlich mehr Baumbesitzer stellen.
Abgesehen von Fällen, in denen der Boden zu Staunässe neigt oder man es mit einem außergewöhnlich nässeempfindlichen Gehölz zu tun hat (das aber dann auch kaum gewässert werden muss), kann man jedenfalls festhalten: Soviel Gießen, dass es dem Baum schadet, kann man so schnell nicht.
Solange der nicht mit den Wurzeln tage- oder wochenlang im Patschnassen steht, passiert bei zu viel oder zu oft Gießen nichts.
Ist also höchstens Verschwendung knapper Ressourcen.
Bleibt die Frage nach der Mindestmenge:
Die gesamte Grundfläche von 12 m² mit 120 l Wasser zu begießen halte ich für nicht zweckmäßig. Natürlich hängt es von der Bodenbeschaffenheit ab, wie tief das Wasser überhaupt in den Boden eindringt, aber generell bleibt so das Wasser in der allerobersten Schicht, wo erstens nicht so viele Baumwurzeln sind, die vorhandenen zweitens in der Regel mit denen von Gräsern und Stauden konkurrieren und drittens die Verdunstung dafür sorgt, dass das Wasser binnen Kurzem wieder aus dem Boden verschwunden ist: Bei Temperaturen von über 30 °C und normaler Luftfeuchtigkeit verdunsten von einer baumlosen Fläche etwa 5-10 Liter Wasser pro Tag.
Besser ist es, punktuell um den Stamm und im Bereich der Kronentraufe kräftig zu gießen und dabei die besagten 120 l an drei oder vier Punkten auszubringen.
Noch besser ist es, großflächig um den Stamm - nicht gleich die ganze Kronenbreite - ausgiebig zu wässern, sodass das Wasser tiefer in den Boden eindringt, wo es den Baumwurzeln länger zur Verfügung steht.
Und zwar lieber etwas seltener, dafür aber dann umso kräftiger. Damit erreicht man auch, dass der Baum mit seinen Wurzeln in der Tiefe nach Wasser "sucht" und nicht ein Geflecht oberflächennaher Feinwurzeln entwickelt.