Querkopf, was machst du denn? 
Meine machen das alles allein nach 1-2 Jahren kleiner Hilfestellung. ...
Was ich mache bzw. gemacht habe? Experimente

. Man kann sich in Gärten mittleren Formats die Bäume zum Berosen ja nicht so lockerflockig aussuchen. So passiert's mitunter, dass man sich seeehr lange Hilfestellungspflichten aufhalst.
... Krone beginnt in 1,5 - 2 Meter Höhe ...
Traumformat. Hier: weniger traumhaft, älterer Baumbestand (Weide, Birke, Vogelkirsche, Kiefer) - Krone beginnt in 3-4m Höhe.
... Rose ist auf der Nordseite gesetzt
Rose ist nicht weiter als 30- allerhöchstens 50 cm vom Stamm entfernt...
Jepp, so war's geplant. Bloß sahen die Bäume das anders: Nordseitig hatten sie allesamt dicke, fette Starkwurzeln, die den ersten Meter bis zum Stamm voll und ganz ausfüllten. In anderen Himmelsrichtungen fand sich mit viel Prökelei erst in 80-120cm Distanz zum Stamm genug Platz für ein Rosenpflanzlöchelchen.
...Man bindet die ersten Jahre die Triebe locker am Stamm fest oder stellt eine alte Leiter an. Die nachkommenden Triebe die nächsten 2 Jahre unter oder hinter die Triebe die schon im Baum sind einhaken oder kurz daran festbinden. Rest läuft ganz allein...
Bei Kronen, die 1,5-2m überm Boden beginnen, und stammnahen Pflanzplätzen ist das sicher kein Problem. Ich hatte meinen (zwangsläufig) stammferner gepflanzten Rosen schräg eingeschlagene Pfähle verpasst als Hilfe, um a) zum Stamm zu kommen und b) die - höher ansetzende - Krone zu erreichen. Klappt halbwegs, mit Trick 17 und einiger Mühe; aber richtig prickelnd war's nie, Selbstläufer schon gar nicht.
...Einmal machte ich den Fehler, die Rose an Westseite 1,5 Meter vom Stamm zu pflanzen. Dort habe ich Probleme und müßte sie jetzt dringend - und sie haben eine ziemliche Länge und Schwere - wieder in den Baum bugsieren. Grausam!
Eben, sachichdoch

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Worauf ich hinauswill:
Baumrosenbilder sind hinreißend schön, sie verzaubern. Und flüstern einem "au ja, das will ich auch" zu. Den Zauber gibt's krampffrei aber nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind - und ob man die hat, sollte man mit ganz unverzaubert kühlem Kopf checken, bevor man seine Rosenbestellung auf den Weg bringt. Vorher messen und rechnen, vorher probebuddeln fürs Pflanzloch. Wenn's passt: wunderbar, machen. Wenn's aber nicht hinhaut, lieber verzichten - weil (faule) Kompromisse einem später Frust, Strapazen, schlimmstenfalls sogar kaputte Bäume bescheren statt Zauber.
Ich hab's ohne Vorab-Check versucht mit 'Kiftsgate' an einer Kiefer. Ging gründlich schief
(habe ich irgendwo mal beschrieben, bin jetzt zu faul, den Thread zu suchen) - vorhersehbar, sage ich im Nachhinein: Kiefern-Astquirle haben so große Distanz, dass eine Rose nicht von selbst raufkommt von Quirl 1 zu Quirl 2. Der Monsterwuchs dieser speziellen Rose muss ja dennoch irgendwo hin - das war Lernen auf die harte Tour

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Ich hab's ohne Vorab-Check mit 'Mme Alfred Carrière' probiert an der ollen Weide. Unter suboptimalen Bedingungen, würde ich jetzt vielleicht nicht mehr tun. Egal, "das Bildnis ist bezaubernd schön" - dafür absolviere ich gern alljährlich etliche Leiterstunden
(ohne Leiteraktion würde die Rose Nachbars Apfelbaum "auffressen"
, das geht nicht).
Mit Vorab-Check wäre hier wie dort vernünftiger gewesen. Und zu dieser Vernunft möchte ich allen Mit-Baumrosen-Liebhabern raten

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