Danke Inken für die ergänzenden Worte. Entschuldige Krokosmian, wenn ich das Erkennen der russischen Sorten vielleicht als etwas zu selbstverständlich gesehen hatte, ich dachte auch, dass du hier ständig präsent bist. Ich habe leider auch nicht den Überblick, wer wann wo liest oder schreibt!

War also überhaupt keinerlei persönlicher "Angriff"!
Die Reaktion des Berliner Phloxzüchters ist kennzeichnend für die meisten Geschmäcker hierzulande. Als ich das erste Mal vor den Rauchphloxen stand, da dachte ich ebenfalls, was wollen die denn damit??? Bei uns liefen solche Sorten unter "degenerierte" Züchtungen und ich fragte mich allen Ernstes, ob man so etwas in Mitteleuropa an den Mann/Frau verkaufen kann. Das Gegenteil gab mir Recht, es hat sich inzwischen eine Art Fän-Gemeinde herausgebildet. Es ist sicher auch eine Frage von "Modernismus", überspitzt gesagt eine Art verspäteter Jugendstil in der Pflanzenzucht. Gerade von älteren Staudengärtnern höre ich immer wieder heraus, dass sie mit den Rauchphloxen wenig anzufangen wissen. Auf der anderen Seite wird sich die Begeisterung der breiten Masse bei uns ebenfalls in Grenzen halten, zu dominant sind die Farben von 'Düsterlohe' und 'Starfire' über die Jahrzehnte gewesen, sie waren es auch, mit was wir als Phlox verbinden. Im Übrigen gibt es durchaus eine ganze Menge russischer Sorten, die klare, reine Farben aufweisen. 'Alenki Tsvetotshek' und viele andere sind Beispiele dafür.
Und letztendes ist eben der Geschmack im Osten ein anderer, wie auch viele Frauen in Russland stark geschminkt und wasserstoffsuperoxidgefärbte Haare haben, die hier eher in den 70er-Jahren modern waren.
Ein weiteres Beispiel ist die Hemerocalliszüchtung in den USA. Sie hat mit ihren gerüschelten, grellen Sorten eine Entwicklung angenommen, die hier von vielen Pflanzenfreunden nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen werden. Wo hört der gute Geschmack auf, wo fängt der Kitsch an, das fragte ich mich oft, genauso bei einigen Echinacea-Sorten!