Wobei jetzt die Kletterpflanzen in der Natur auch nicht gerade gespannte Drähte emporklimmen. Natürliche Klettergerüste sind nun mal einfach andere Gehölze 
Das ist richtig. Die Kletterpflanzen - insbesondere die sog. gerüstkletterpflanzen, die eher keine Felsen erklimmen können sind - solange es "dumme" (selbst(tragende Gehölze gibt - einfach die "fitteren" weil sie auf eine ausreichend belastbare Holzbildung verzichten. Im Kampf ums (bessere) Überleben sind ihnen ihre Träger/Unterlagen herzlich gleichgültig - ebenso wie die meisten optischen Aspekte. Ich rede also von diversen Ausprägungen von Urwäldern.
Urwälder sind allerdings nicht mehr der natürliche Lebensraum von Menschen und der Versuch in einer gebauten oder gewachsenen Kulturlandschaft nach menschlichen Bedürfnissen kleinflächig oder gar punktuell Urwald schaffen zu wollen ist m.E. in fast jeder Hinsicht unsinnig. Lediglich Gestaltungswünsche können dafür sprechen, denn ein vitaler Baum lässt sich durch Begrünung mit Kletterpflanzen bestenfalls optisch - also nach menschlichem Empfinden - aufwerten. Da sowohl die Geschmäcker als auch die Perspektiven der Menschen verschieden sind, muss diese potzemzielle Aufwertung nicht von jedem überall und jederzeit empfunden werden.....
Wo Kletterpflanzen zusätzliche Begrünungsmöglichkeiten erschließen, geht es nicht mehr ausschließlich um Geschmacksfragen sondern um eine Vielzahl sinnvoller Funktionen mit messbaren Ergebnissen, die sich an dafür geeigneten Standorten durch Begrünung mit Kletterpflanzen vergleichsweise kostengünstig realisieren lassen.
Mich erinnert "Baumbegrünung" immer ein wenig an "Mantatuning", bestehend aus auffälliger Sonderlackierung, Zusatzlautsprechern und extralanger Antenne mit Fuchsschwanz dran. Technisch völlig sinnlos ...