Hallo, Horst-Kevin,
guck dich doch mal
hier um (der Website-Macher ist ein seeehr kompetenter Mensch!) oder frag das Pur-Mitglied Biotekt, ebenfalls Begrünungsprofi.
... Jetzt überlegt die Familie die Südwest-Seite zu begrünen. Es sollte etwas selbstklimmendes sein, auf keinen Fall aber schädlich für die Fassade. Ein zu großer Pflegeaufwand soll vermieden werden. Absolutiver Favorit ist Parthenocissus (tricuspidata). ...
Parthenocissus ist wunderschön (diese Herbstfarbe

!), recht anspruchslos in puncto Boden, wächst völlig problemlos und ist meines Wissens auch nicht anfällig für Krankheiten, Pilze, Viecher etc. Aber als Ex-Parthenocissus-Besitzerin muss ich ergänzen: Eine eierlegende Wollmilchsau ist er wahrlich nicht

.
Warum?
- "Schädlich für die Fassade" hängt vor allem von der Fassade ab

. Ist sie perfekt in Ordnung, können Selbstklimmer ihr eigentlich nix tun. Aber: Die Haftfüßchen von Parthenocissus bleiben haften, auch wenn man Triebe/ Ranken wegnimmt. Für den nächsten Hausanstrich kann das verflixt hinderlich sein - es sei denn, der Putz wäre so hübsch glatt, dass man unerwünschte Pflanzenreste per Spachtel abkriegt.
(Fassadenarbeiten macht man natürlich nur alle Jubeljahre mal. Und bei der Giebelhöhe, die dein Bild zeigt, müsste man dafür eh ein Gerüst aufstellen, da könnte man spachteln. Wir hatten wg. Rauputz keine Chance dazu; als eine Fassadenrenovierung anstand, ließ sich's nur mit Pickeln und Neuverputzen lösen - einer der Gründe, weshalb der von den Vorgängern gepflanzte Wilde Wein weichen musste. Auf dem neuen, glatten Putz sitzen jetzt Rankhilfen für Nicht-Selbstklimmer... ) - "Schädlich für die Fassade" hängt bei Parthenocissus auch davon ab, ob es Nischen, Ritzen, Vorsprünge etc.pp. gibt, in die das lichtfliehende Gewächs reinkrabbeln könnte. Gibt's sowas nicht, ist alles gut, dann kann man getrost pflanzen.
(Bei uns gab's sowas, außerdem Fenstergitter, die die Ranken umwickelt haben und später fast aus der Verankerung gesprengt hätten - diese potentiellen Bauschäden waren die Haupt-Beweggründe für uns, den Wilden Wein zu roden.) - "zu großer Pflegeaufwand soll vermieden werden": Parthenocissus muss man regelmäßig per Schnitt in Schach halten, man will ja noch - beispielsweise - aus dem Fenster gucken können. Je größer/ höher die Wand ist, desto schwieriger/ aufwendiger wird das mit der Zeit.
(Per Leiter sind 10 m Höhe gar nicht mehr lustig, schon bei 5 m wird's da mühsam.)
Das Beet deiner Schwiegerleute ist für Wilden Wein - oder andere Rankgewächse - allemal groß genug.
Was das Wuchsverhalten von Parthenocissus angeht: Das hängt nach meiner Erfahrung auch von lokalen Wetter- und Kleinklima-Verhältnissen ab.
Unsere Vorgänger hatten zwei Pflanzen ans Haus gesetzt, beide nach SW ausgerichtet.
Nummer 1, im geschützten U-förmigen Innenhof, saß in einem zwar meterlangen, aber nur ca. 25 cm breiten Pflanzstreifen und wuchs wie gedopt (ohne Gießen, ohne Düngen); sie hatte zum Schluss alle drei U-Wände erobert: 2x gut 6 m hoch und 9 m breit, mit einer Schmalseite von ca. 6-4x5 m dazwischen.
Nummer 2, an der wind- und kälteexponierten Einfahrtseite, hat sich viel moderater benommen und ihre 6 x 9m-Wand nur knapp gefüllt.
Mit Sorten kenne ich mich leider nicht aus.