Unser damaliger Dozent für technisch-konstruktive Grundlagen der Freiraumplanung hat uns explizit dazu aufgefordert, immer die Ballentücher entfernen zu lassen - entgegen der zumindest damals gängigen fachlichen Empfehlung. ...
Das finde ich interessant!
Die "gängige fachliche Empfehlung" ist unverändert, siehe Staudos Link - merci dafür, Staudo

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Gelernt habe ich aus dem Link nebenbei auch, dass Synthetik-Ballentücher heute was anderes sind als anno dunnemals, weniger ewigkeitstauglich als die quietschbunten Teile, die meine Gartenarchäologie

ans Licht gebracht hat. Das dämpft meine Sorgen wg. Wurzel-Hindernis immerhin etwas... (Die Kiefer, die hier vor ein paar Jahren umgekippt ist, hatte Einschnürungsspuren an stammnahen Hauptwurzeln. Das Ballentuch, Fadenstärke dünner Bindfaden, war knalllila.)
...Auswaschen finde ich wiederum ziemlich kontraproduktiv, die Erde schützt die feinen Haarwurzeln im Ballen, spült man daran rum, werden sie freigelegt, da sie meist ziemlich am Rand der Ballen sind, bedingt durch die regelmäßige Verschulung in der Baumschule, sie trocknen dann schnell ein oder werden zerstört beim Pflanzen. ...
Ok, "Auswaschen" ist ein zu starkes Wort für das, was ich bisher praktiziert habe. War eher Anfeuchten, zwar mit viel Wasser, aber mit sanftem Strahl. Feuchtigkeit macht sowohl Wurzeln als auch Tuch geschmeidig und erleichtert es, beides voneinander zu trennen. Und wenn man dann den Ballen sofort in einen feuchten Sack o.ä. einwickelt, ins Pflanzloch bugsiert - Händepaar 1 hält das Gehölz knapp über der Oberfläche, Händepaar 2 zieht fix den Sack weg, Händepaar 1 setzt den Baum ab, Händepaar 2 beginnt mit Lochzuschippen - geht's so schnell, dass keine Austrocknung droht.
Zumindest bei kleineren Gewächsen klappt das zackzack.
Beim jetzigen, verflixt großen Ballen wird's freilich länger dauern, da muss ich mir was einfallen lassen...
... Ballentuch bekommt man eigentlich immer mit leichtem Ziehen vom Ballen runter, es sei denn, es ist überständige Ware, die schon Monate mit Ballen eingeschlagen irgendwo in der Erde rumgestanden hat, so daß Wurzeln DURCH das Ballentuch gewachsen sind.
Solche Gewächse sind häufig zu finden, vor allem bei Arten/ Sorten, die Baumschulen nur in kleinen Stückzahlen verkaufen und daher nicht selber produzieren, sondern zukaufen. Aus Baumschuler-Sicht völlig unproblematisch, weil die "gängige fachliche Empfehlung" ja eh besagt: Balliermaterial dranlassen. Und beim "Verschulen" wird vorheriges Balliermaterial ja auch nicht abgeprökelt...
Ich werde mir den Cerci-Ballen sehr genau angucken, wenn's ans Pflanzen geht. (Vorher ist das leider nicht zu machen: Der Ballen ist viel zu schwer, um ihn "mal eben so" aus dem Pott zu hieven.)