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News: Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.  (Erich Kästner)
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22. Juni 2021, 09:51:29
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News: Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.  (Erich Kästner)

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|2|5|"Och, so vorübergehend kann man die Minze da bestimmt hinpflanzen"  :-X  ;D  (Zitat aus dem Thread "Gartentrottel")

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Autor Thema: Experiment Sauerkirsche: Köröser Weichsel / Pándy meggy ???  (Gelesen 4840 mal)

Tester32

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #15 am: 01. Juni 2018, 11:30:24 »

Es kam zu einer Überraschung.  ??? Die Schattenmorelle ist ja eine selbstfruchtbare Sorte. Meine Sauerkirsche ist offensichtlich NICHT selbstfruchtbar. Von ca. 100 Blüten wurden vielleicht 5, höchstens 10 befruchtet.

Einerseits ist es ein schönes, gesundes Bäumchen. Kein Monilia, nicht mals die Schrottschußkrankheit. Es einfach zu entsorgen wäre mir zu schade. Andererseits habe ich weder Platz für eine zweite Sauerkirsche, noch Lust, einen anderen Baum einer anderen Sorte zu bezahlen und neu einzupflanzen. Billig sind die Sauerkirschen nicht, i.d.R. kosten sie um die 25-30 Euro. Dazu es dauert 3 Jahre, bis sie beginnen, zu tragen. Ich denke, es bietet sich also eine Veredelung an. Baumschule Ritthaler bietet z.B. Edelreiser für die Sorten Beutelspacher Rexelle, Diemitzer Amarelle, Fanal, Freinsheimer Rubin, Frühlings-Süßweichsel, Königin Hortense, Minister von Podbielski, Morellenfeuer, Ungarische Traubige.

Welche würdet Ihr aus den Sichtpunkten Gesundheit und Geschmack empfehlen? Der Ertrag ist für mich unwichtig, für eine kleine Familie sollte die Ernte bei guter Befruchtung so oder so reichen. Auch die Beerengröße läßt mich kalt. Geschmacklich mag ich mehr aromatische Kirschen, mit einer harmonischen Säure. Eine süßere Sorte würde bei meiner Familie gut ankommen, eine sauere - bei mir. Die Kirsche ist für den Frischeverzerr angedacht.

Dann müsste ich wahrscheinlich auch versuchen, meine Sorte irgendwie zu identifizieren. Nicht dass ich Edelreiser der gleichen Sorte bestelle, meine kenne ich ja nicht. Ich werde später Fotos von Beeren machen und hier zur Diskussion stellen. Eventuell lohnt es sich, Edelreiser von 2 unterschiedlichen Sorten zu bestellen. Als Bestellzeitpunkt denke ich an den nächsten Frühling, wenn die Blütezeit beginnt. Ich weiß zwar, dass der Baum dieses Jahr 16.04-27.04 gebüht hat, weiß aber leider nicht, wann andere Sorten in meiner Gegend geblüht hätten. Andererseits verliere ich bei Veredelung im nächsten Frühling das nächste Jahr für die Ernte. Habt Ihr eine Idee, wie man das besser machen kann?

Wie löse ich das Problem, dass bestellte Edelreiser zur Blütezeit meiner Sauerkirsche passen, wenn ich meine Sorte nicht kenne? Und wann wäre der beste Zeitpunkt zum Veredeln?

Eine andere Möglichkeit wäre übrigens auch zu einer Baumschule in meiner Region hinfahren, die Sauerkirschen-Bäume wachsen hat. Evtl. meine Beeren mitnehmen und versuchen, meine Sorte zu identifizieren. Da die Edelreiser nicht durch die Post müssen, geht dann wahrscheinlich auch eine Veredelung im Sommer und ich könnte wahrscheinlich gleich passende Edelreiser bekommen und daheim veredeln. Die örtliche Baumschule kennt auch die Blütezeiten in der Gegend und kann passende Sorten anbieten. Was mein Ihr zu so einer Vorgehensweise?

Leute, wie komme ich an eine Sauerkirsche, die befruchtet wird?!

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b-hoernchen

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #16 am: 01. Juni 2018, 13:53:40 »

Ich will dir ja nicht die Begeisterung für deine Sauerkirsche nehmen, aber das Problem des zu  geringen Fruchtbehangs bei voller Blüte kenne ich von meinen Süßkirschen.

Andererseits, 5 - 10% befruchtete Blüten klingt nicht schlecht. Ich wär' um so eine Befruchtungsrate froh. Schau dir mal Kirschen in deiner Umgebung an , wieviele Blüten so ein Kirschbaum produziert und was dann dann an Früchten dranhängt.
Dieses Jahr kann auch der späte, heftige Winterfrost die Blüten geschädigt haben. Der Behang von Kirschbäumen ist heuer nur mäßig - vielleicht stecken den Bäumen die Schäden der vergangenen zwei Jahhre noch in den Knochen, als Schnee und Frost zur Blütezeit auftraten. Etliche Bäume haben das nicht überlebt.

Für nächstes Jahr kannst du Blütenzweige von Wildkirschen abschneiden und in einen Eimer Wasser neben deinen Baum stellen, in deinen Baum reinhängen... .
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cydorian

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #17 am: 01. Juni 2018, 14:06:41 »

Wenn sie wirklich nicht selbstfruchtbar ist, kannst du viele weitere Sorten ausschliessen. Neuere Sorten wie Safir, Jade, Achat sind alle selbstfruchtbar.

Du willst es nicht, aber der schnellste und einfachste Weg wäre, irgendein nutzloses Vorgartengebüsch rauszureissen und eine kleinbleibende Sauerkirsche wie z.B. Kobold zu setzen. Die wird nicht gross, die Floreszenz setzt früh ein und die Blüten befruchten den anderen Baum. Ja, die kostet was, soviel wie zwei Kästen Bier.

Der billigste Weg wäre, erstmal die Selbstfruchtbarkeit zu klären. Etwas wurde ja angesetzt, ganz selbstunfruchtbar kann sie also nicht sein oder es gibt doch Befruchter in der Nachbarschaft. Lass die Kinder mal ein Wildbienenhotel bauen und sorge für bessere Lebensbedingungen bestäubender Insekten. Speziell die leicht zu fördernde Mauerbiene ist bei Kirschen ein sehr guter Befruchter.
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Rib-isel

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #18 am: 01. Juni 2018, 14:32:39 »

Keine Monilia? Das war schon ein gutes Indiez, dass es sicht um keine Schattenmorelle handeln konnte. ;D

Zum Punkt von b-hörnchen mit voller Blüte und wenig Ertrag; Die Befruchtungsproblematik ist bei Sauerkirschen ein weit kleineres Problem, als bei Süßkirschen. Die Selbstbefruchtbarkeit vieler Sorten spielt da einem in die Hände.

Bekannt ist ja, das man bei Süßkirschen nicht nur ein Problem vom Blühzeitpunkt her hat, sondern auch ein genetisches. Ein, aus zwei Komponenten bestehendes, Protein-Schlüssel-Schloß-Prinzip, macht vieles in der Befruchtung von Kirschen komplizierter. Aber ich denke, das wurde hier schon zu genüge diskutiert.

Die Frage die mich am Rande auch interessieren würde, ob es ein analoges Problem bei Sauerkirschen, die nicht Selbstbefruchtend sind, gibt?

Soll nicht die ungarische Traubige eine gute, gesunde, selbstbefruchtende Sorte sein?
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durone

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #19 am: 01. Juni 2018, 23:04:39 »

Du hast geschrieben, dass du einen Süßkirschenbaum hast. Blühen beide Bäume zur selben Zeit? Wenn ja, würde ich jetzt keinen weiteren Kirschbaum pflanzen sondern die Situation weiter beobachten, die Bruchtungsrate ist nicht so hoch wie man sich das vielleicht wünschen mag. Und sie wechselt von Jahr zu Jahr, nicht immer erklärbar.
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Tester32

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #20 am: 11. Juni 2018, 00:45:38 »

Ich will dir ja nicht die Begeisterung für deine Sauerkirsche nehmen, aber das Problem des zu  geringen Fruchtbehangs bei voller Blüte kenne ich von meinen Süßkirschen.
....
Für nächstes Jahr kannst du Blütenzweige von Wildkirschen abschneiden und in einen Eimer Wasser neben deinen Baum stellen, in deinen Baum reinhängen... .

Ich hatte das Problem bei der Süßkirsche Sylvia auch. Dann hat sich rausgestellt, dass die Befruchtung OK ist, bloß kamen dann immer die Monilia und die Schrottschusskrankheit und haben die Ernte noch vor dem Reifen vernichtet, samt Fruchtzweige.

Bekannt ist ja, das man bei Süßkirschen nicht nur ein Problem vom Blühzeitpunkt her hat, sondern auch ein genetisches. Ein, aus zwei Komponenten bestehendes, Protein-Schlüssel-Schloß-Prinzip, macht vieles in der Befruchtung von Kirschen komplizierter. Aber ich denke, das wurde hier schon zu genüge diskutiert.

Die Frage die mich am Rande auch interessieren würde, ob es ein analoges Problem bei Sauerkirschen, die nicht Selbstbefruchtend sind, gibt?

Ja, Sauerkirschen haben prinziell auch Allele und die Problematik, dass manche nicht passen. Allerdings sind die Allelen der Sorten nicht bekannt.

Du hast geschrieben, dass du einen Süßkirschenbaum hast. Blühen beide Bäume zur selben Zeit? Wenn ja, würde ich jetzt keinen weiteren Kirschbaum pflanzen sondern die Situation weiter beobachten, die Bruchtungsrate ist nicht so hoch wie man sich das vielleicht wünschen mag. Und sie wechselt von Jahr zu Jahr, nicht immer erklärbar.

Sie haben zur gleichen Zeit geblüht. Die Süßkirsche hatte eine sehr gute Befruchtungsrate von 61%.

Du willst es nicht, aber der schnellste und einfachste Weg wäre, irgendein nutzloses Vorgartengebüsch rauszureissen und eine kleinbleibende Sauerkirsche wie z.B. Kobold zu setzen. Die wird nicht gross, die Floreszenz setzt früh ein und die Blüten befruchten den anderen Baum. Ja, die kostet was, soviel wie zwei Kästen Bier.

Hast mich überzeugt, ich schmeiße beide weg. :) Bäume sind eh nicht mein Ding, besonder wenn sie Probleme haben. Büsche sind wesentlich einfacher im Umgang. Danke für den Tip.
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Piffpaff

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #21 am: 11. Juni 2018, 08:09:50 »

Andererseits verliere ich bei Veredelung im nächsten Frühling das nächste Jahr für die Ernte. Habt Ihr eine Idee, wie man das besser machen kann?
Zit. Tester32
Hallo Tester, ich finde die Gründlichkeit mit der Du an das Thema herangehst wirklich erstaunlich und gebe deshalb mal meinen Senf dazu ;)
Du willst also ernten, hast es aber seit zwei Jahren nicht mit deinem Bäumchen und fängst jetzt irgendwie von vorne an..
Ich glaube ein Grundproblem vieler Hausgartenbesitzer ist folgendes: Sie suchen ihre Sorte und überlegen wie der Baum in 10 oder 20 Jahren dastehen soll...der Pflanzabstand wird genau berechnet, es wird recherchiert und dann der Vorgarten mit genau der passenden Anzahl Bäumchen bestückt..
Meine Meinung dazu:
Ich nenn es mal das „Waldprinzip“..funktioniert anders..es wird viel mehr gepflanzt und was funktioniert wird stehengelassen alles andere wird rausgehauen wie bei einer Waldpflanzung eben..Niemand forstet einen Acker auf und pflanzt alle 10 Meter eine Fichte, damit genau diese in 50 Jahren dasteht..dafür gibt es viel zu viele Unwägbarkeiten..
Also geh von dem Gedanken ab, den einen richtigen Baum im Vorfeld zu identifizieren, sonst stehst Du in 2 Jahren eventuell wieder genauso da..
Hättest Du damals noch zehn Euro mehr ausgegeben und im Abstand von 2 Metern noch andere Billigbäume gesetzt, hättest Du jetzt vielleicht schon den Treffer dabei?!..
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Tester32

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #22 am: 13. Juni 2018, 22:24:57 »

Hallo Tester, ich finde die Gründlichkeit mit der Du an das Thema herangehst wirklich erstaunlich und gebe deshalb mal meinen Senf dazu ;)
Du willst also ernten, hast es aber seit zwei Jahren nicht mit deinem Bäumchen und fängst jetzt irgendwie von vorne an..
Ich glaube ein Grundproblem vieler Hausgartenbesitzer ist folgendes: Sie suchen ihre Sorte und überlegen wie der Baum in 10 oder 20 Jahren dastehen soll...der Pflanzabstand wird genau berechnet, es wird recherchiert und dann der Vorgarten mit genau der passenden Anzahl Bäumchen bestückt..
Meine Meinung dazu:
Ich nenn es mal das „Waldprinzip“..funktioniert anders..es wird viel mehr gepflanzt und was funktioniert wird stehengelassen alles andere wird rausgehauen wie bei einer Waldpflanzung eben..Niemand forstet einen Acker auf und pflanzt alle 10 Meter eine Fichte, damit genau diese in 50 Jahren dasteht..dafür gibt es viel zu viele Unwägbarkeiten..
Also geh von dem Gedanken ab, den einen richtigen Baum im Vorfeld zu identifizieren, sonst stehst Du in 2 Jahren eventuell wieder genauso da..
Hättest Du damals noch zehn Euro mehr ausgegeben und im Abstand von 2 Metern noch andere Billigbäume gesetzt, hättest Du jetzt vielleicht schon den Treffer dabei?!..

Hallo Piffpaff,

Dein Gedanke ist nicht abwegig, :) ich gehe genauso bei Büschen vor, 20-30 Haskaps, 10-12 Brombeeren, 12-15 Himbeeren. Einige "laufen" dann unter meinen Bedingungen gar nicht, andere haben viele Probleme, manche nur ein Problem, welches sich durch passende Kulturführung und Techniken leicht beheben läßt, andere haben keine Probleme.

Allerdings ist es bei Bäumen auf einem fremden Grundstück etwas schwieriger. Vor allem ist der Platz nicht da, um ein Dutzend Bäume zu pflanzen. OK, man kann auch temporär für einige Jahre mit großen Töpfen arbeiten, das hat sich bei mir in Vergangenheit auch bewährt. Aber ein Baum auf einem mittleren Grundstück ist dennoch kein Busch.

Na ja, für mich ist das Thema gegessen, ich habe mich aus den Themen Sauerkirsche, Süßkirsche zurückgezogen. Auch die schwarze Johannisbeere werde ich verschenken, und bei Erdbeeren werde ich nur noch wenige Pflanzen übrig lassen. Äpfel sind schön, ich liebe Äpfel, aber auch keinen Bock mich da einzuarbeiten, in deren Schnitt und Pflege. Sind alles einfach nicht meine Pflanzen, es macht mir keine Freude.

Es sind halt alles weder Haskaps noch Brombeeren. :) Mit diesen habe ich genug zu tun, tolle Ergebnisse und bin damit glücklich. Da schmerzt die investierte Zeit auch nicht, sondern wird als Bereicherung wahrgenommen.

 


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Tester32

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #23 am: 31. Dezember 2019, 14:37:51 »

Kurzes Feedback. Die Kirsche ist allem Anschein nach eine Safir, das hat Cydorian in einem anderen Thema vermutet und an dieser Hypothese ist was dran. Groß, sehr saftig, dunkler Saft, süß-sauer. Kirscharoma ist auch vorhanden, aber nicht übermäßig.












Das Bäumchen ist bereits 2,5m groß, sehr gesund, hat eine gut geformte Krone, schönes Blattwerk und mittlerweile viele Blüten. Das Potenzial ist auf alle Fälle super. Ich traue mich nun und werde versuchen, in diesem Winter 3 Sorten darauf zu veredeln: Jade, Achat und die Ungarische Traubige, sobald ich Edelreiser dieser Sorten finde. Darüber hinaus habe ich im örtlichen Gartenmarkt günstig eine Jachim erstanden, sie wächst nun im Kübel. Bin mir zwar nicht sicher, dass sie nenenswert zur Befruchtung beitragen kann, weil die Safir nämlich eine der 2 Eltern von Jachim ist, d.h. es sind sehr enge Verwandte, aber könnte auch helfen.

Die Story geht also weiter. Mittelfristig habe ich gehört, dass man auch Süßkirschen auf Sauerkirschen veredeln kann. Nicht zwecks Befruchtung, sondern weil meine Familie Süßkirschen vorzieht, ich aber keinen Extra-Baum pflanzen will.
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2019, 14:40:41 von Tester32 »
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Hawu

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #24 am: 31. Dezember 2019, 15:02:14 »

Jade, Achat und die Ungarische Traubige, sobald ich Edelreiser dieser Sorten finde.
Falls dir kein Purler diese Sorten schicken kann, könntest du auch bei der Deutschen Genbank Obst nachfragen:
https://www.julius-kuehn.de/zo/materialabgabe/
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cydorian

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Re: Experiment Sauerkirsche: Rheinländische Schattenmorelle
« Antwort #25 am: 31. Dezember 2019, 15:18:40 »

Das sind Massensorten, Edelreiser gibts oft. Hier bei Ritthaler die Ungarische Traubige. Ich würde auch bei Baumschulen nachfragen. Das ist in jedem Fall vorzuziehen, denn das Material ist zertifiziert virusfrei. Sachen wie Stecklenberger Krankheit willst du dir nicht holen.

Das Gefitzle von drei Sorten auf einem Baum wird sich von den Kirschen her nicht lohnen, aber an Erfahrungen wirst du sicher reicher :-) Zu Süsskirsche auf Sauerkirsche: https://forum.garten-pur.de/index.php?topic=23274.0
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Tester32

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Re: Experiment Sauerkirsche: NoName
« Antwort #26 am: 06. Mai 2021, 12:19:00 »

Ein Feedback zu meinem Experiment.

Das Sauerkirschbäumchen fühlt sich pudelwohl. Monilia hatte es noch nie, ist allerdings erst 5 Jahre alt. Die Sprühfleckenkrankeit kommt auf einer Seite in zweiter Sommer-Hälfte, hält sich in Grenzen. Insgesamt ein ziemlich gesundes Exemplar mit sehr gutem Geschmack bei Vollreife. Lustigerweise bliebt die bisher recht bescheidene Ernte von Vogeln und Würmern verschont. Vogel pieksen zwar ein Paar Kirschen an, wenn sie rosa sind, merken sich dann, dass es nicht schmeckt und kommen nicht mehr bei Vollreife. Zu dieser Zeit gibt es auch genug andere Nahrungsquellen.

Da ich letztes Jahr eine Jachim im Kübel neben dem Bäumchen gestellt hatte, gab es eine Handvoll Kirschen. Dennoch viel zu wenige, die Jachim hatte auch insgesamt weniger als 10 Blüten, das hat wohl nicht gereicht für eine gute Befruchtung. Immerhin habe ich mich im 4en Jahr dann 2-3 Mal satt gegessen. Da die Jachim sich aber Monilia eingefangen hatte und auch der Geschmack nicht besonders gut war (evtl. weil im Kübel), habe ich sie verschenkt.

Dieses Jahr blühen reichlich drei veredelte Jade-Zweige, die Blüten sollten diesmal reichen, um den gesamten Baum zu befruchten. Die Ungarische Traubige von der empfohlenen Baumschule R. scheint trotz des späten Edelreis-Versands doch noch zu vielleicht 50% anzuwachsen, so dass die Befruchtungschancen mit 2 Befruchter-Sorten für nächstes Jahr sehr gut sein sollten.

Da mir die NoName-Sorte sehr gefällt, werde ich versuchen, die Sorte zu bestimmen.
Erstens ist sie definitiv selbstinkompatibel, ohne Befruchter bringt sie weniger als 1%. Somit fällt Safir als Möglichkeit weg. Jade ist selbstfertil, die Ungarische Traubige teilweise selbstfruchtbar. Damit ist die NoName gott sei dank eine andere Sorte als die Beiden => gut für die Befruchtung.
Zweitens kann ich jetzt die Erntezeit mit Jade und im nächsten Jahr auch mit der Ungarischen Traibugen vergleichen und evtl. so die möglichen Sorten einschränken.



Sauerkirsche NoName

« Letzte Änderung: 09. Mai 2021, 11:12:19 von Tester32 »
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andiz

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Re: Experiment Sauerkirsche: NoName
« Antwort #27 am: 06. Mai 2021, 22:30:03 »

Hallo.

(Ich nehme das mal als Anlass, mich nun auch mal endlich aktiv am Forum zu beteiligen und nicht nur zu lesen. ;) )

Ich tippe mal ganz stark darauf, dass es sich um eine Köröszer Pandy handelt. Warum?
1. Selbstunfruchtbar
2. Fruchtform (Charakteristisch für Köröszer-Typen und Verwandte wie die Ungarische Traubige)
3. Kräftiger, aufrechter Wuchs mit guter Verzweigung und ohne Verkahlung.
4. Aktionsware aus dem Discounter.  Die verramschen häufig Überproduktion bzw.
Ausschussware vielfach aus osteuropäischer Herkunft und es wurde in den letzten Jahren vielfach die Köröszer Pandy angeboten.

Meine Köröszer Pandy vom Discounter-Marktführer aus 2018 war allerdings korrekt beschriftet und hat dieses Jahr bereits die erste Vollblüte mit 3-jähriger Krone (die hatte ich 2019 nach schlechter Entwicklung im Vorjahr der Zahn'schen Regel entsprechend auf einen Stab ohne Seitentriebe zurück geschnitten; Folge: perfekte Verzweigung).
Geschmacklich soll sie wie die Ungarische Traubige zu den besten Sauerkirschen gehören.

Was gegen die Pandy spricht: Sie soll recht anfällig bezüglich Monilia sein, was ich aber in diesem kühlen Frühjahr (mit viel zu langer Blütezeit und daher besseren Bedingungen für den Pilz) bisher nicht behaupten kann. Die Anzahl der befallenen Blüten hält sich gefühlt auf dem selben Niveau wie bei Morellenfeuer und Ungarischer Traubiger (von der ich eigentlich erwartet hätte, dass sie weniger anfällig als die Morellenfeuer ist).

Wenn die Reifezeit ca. der 4.-5. Kirschwoche entspricht, dann ist es definitiv die Pandy.
« Letzte Änderung: 06. Mai 2021, 22:36:48 von andiz »
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Re: Experiment Sauerkirsche: Köröser Weichsel / Pandy üvegmeggy ???
« Antwort #28 am: 09. Mai 2021, 11:35:46 »

Hallo.

(Ich nehme das mal als Anlass, mich nun auch mal endlich aktiv am Forum zu beteiligen und nicht nur zu lesen. ;) )

Ich tippe mal ganz stark darauf, dass es sich um eine Köröszer Pandy handelt. Warum?
1. Selbstunfruchtbar
2. Fruchtform (Charakteristisch für Köröszer-Typen und Verwandte wie die Ungarische Traubige)
3. Kräftiger, aufrechter Wuchs mit guter Verzweigung und ohne Verkahlung.
4. Aktionsware aus dem Discounter.  Die verramschen häufig Überproduktion bzw.
Ausschussware vielfach aus osteuropäischer Herkunft und es wurde in den letzten Jahren vielfach die Köröszer Pandy angeboten.

Meine Köröszer Pandy vom Discounter-Marktführer aus 2018 war allerdings korrekt beschriftet und hat dieses Jahr bereits die erste Vollblüte mit 3-jähriger Krone (die hatte ich 2019 nach schlechter Entwicklung im Vorjahr der Zahn'schen Regel entsprechend auf einen Stab ohne Seitentriebe zurück geschnitten; Folge: perfekte Verzweigung).
Geschmacklich soll sie wie die Ungarische Traubige zu den besten Sauerkirschen gehören.

Was gegen die Pandy spricht: Sie soll recht anfällig bezüglich Monilia sein, was ich aber in diesem kühlen Frühjahr (mit viel zu langer Blütezeit und daher besseren Bedingungen für den Pilz) bisher nicht behaupten kann. Die Anzahl der befallenen Blüten hält sich gefühlt auf dem selben Niveau wie bei Morellenfeuer und Ungarischer Traubiger (von der ich eigentlich erwartet hätte, dass sie weniger anfällig als die Morellenfeuer ist).

Wenn die Reifezeit ca. der 4.-5. Kirschwoche entspricht, dann ist es definitiv die Pandy.

Vielen herzlichen Dank andiz, Dein Gedanke klingt sehr gut!

Ich habe auch bereits irgendeine Schwester der Ungarischen Traubigen verdächtigt. Die Kirschen schmecken nicht nur ungewöhnlich süß, sondern der Baum macht auch keinen Anstand bei aktuell 3,5m Höhe zum Stillstand zu kommen, die Sorte scheint starkwüchsig zu sein.

Das mit Monilia finde ich auch seltsam. Ich hatte um die Ecke ca. 8-10m entfernt eine Sylvia (Süßkirsche), die wurde von Monilia buchstäblich aufgefressen. Allerdings hatte ich ca. 20 Mieter weiter ein Jahr eine Kordia im Topf und sie hatte keine Anzeichen von Monilia. Sowohl die Kordia als auch meine Kirsche haben ein Jahr später geblüht, als die Sylvia bereits weg war. Es kann also sein, dass der Monilia-Druck bei mir auf dem Grundstück vielleicht gar nicht so hoch ist und die Monilia-Pilze sich früher ausschließlich im Kreislauf um die Sylvia tummelten.

Ich werde die Reifezeit und die Kirschen dieses Jahr also mit der Köröser/Pandy vergleichen.  :) Und endlich auf eine große Ernte hoffen.  ;D
« Letzte Änderung: 09. Mai 2021, 11:37:55 von Tester32 »
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Re: Experiment Sauerkirsche: Köröser Weichsel / Pándy meggy ???
« Antwort #29 am: 21. Mai 2021, 12:00:24 »

Das Blütenproblem hat sich scheinbar gelöst, durch die veredelten 3 Jade-Zweige. So wie es aussieht, hat Jade ca. 30-40% der Köröser (ich halte den Namen als Arbeitshypothese erst mal fest) befruchtet. Das heißt, Jade ist ein guter Befruchter für die Köröser.
Umgekehrt gilt das nicht, ich habe den subjektiven Eindruck, dass die Jade nur zu ca. 20-30% befruchtet ist. Da sie selbstfertil ist und bei Befruchtung mit eigenen Pollen 33% erfolgreich befruchtet werden, hat Köröser für die Jade keine Verbesserung gebracht.
Da die erst dieses Jahr veredelte Ungarische Traubige für die Köröser als Befruchter wohl weniger geeignet ist, werde ich noch nächstes Jahr versuchen, die Morellenfeuer als zweiten erfolgreichen Befruchter zu finden und zu veredeln. Falls jemand die Morellenfeuer hat, gibt mir bitte Bescheid, gerne auch per PN.

Die veredelten Reiser der Ungarischen Traubigen von der Baumschule Ritthaler, wo ich den Verdacht hatte, dass die Baumschule die Reiser zu spät schickte und die Reiser bereits am Austreiben waren, sind angewachsen. Von 7 Veredelungen (Kopulieren mit Gegenzunge, das erste mal in meinem Leben) sind 3 bereits deutlich ausgetrieben, 2 haben die Knospen auch geöffnet (aber noch nicht über dem Jordan) und nur 2 sind tot. Auch die 4 Edelreiser der Grafenburger Frühkirsche, die ich auf Gisela 5 veredelt habe, sind alle am Leben. Ich hätte die Edelreiser der Ungarischen Traubigen zwar früher verschickt, aber ich muss zugeben, dass die Edelreiser doch eine gute Anwachsrate haben, daher trifft die Baumschule m.E. keine Schuld, das war keine schlechte Ware.
« Letzte Änderung: 21. Mai 2021, 13:33:43 von Tester32 »
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