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Autor Thema: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen  (Gelesen 762 mal)

WWFrosch

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Hallo,
ich möchte gerne ein Stück (ca 8x6m) meines Gartens zu einem Gemüsegarten machen. Die betroffene Fläche war vermutlich seit mehr als hundert Jahren, nie etwas anderes als Wiese (Baujahr des Hauses 1885 und auf alten Bildern etc immer ausschließlich Wiese zu sehen.)
Im März d.J. wurde dort umgegraben, 1 Spaten tief, die Grassoden wurde weitestgehend abgetragen.
Der Boden ist sehr „schwer“, recht lehmig, verdichtet und vermutlich entsprechend nährstoffmäßig ausgelaugt.

Um „einfach mal zu sehen, was passiert“ haben wir im Frühjahr Stangenbohnen, Erbsen, Salat, Radieschen und Zucchini gesät / Kartoffeln gesetzt.
Ergebnis:

-die Stangenbohnen sind aufgelaufen jedoch nur sehr zaghaft gewachsen und mit ca. jetzt einem Meter Höhe niedrig geblieben.
-die Erbsen sind aufgelaufen aber nicht wirklich gewachsen
-Salat ist nicht aufgegangen, bis auf ganz wenige Pflanzen, die nach wenigen Tagen von Gras überwuchert wurden.
-Radieschen sind aufgegangen, haben jedoch nur max. Haselnußgröße erreicht bei nun holziger Konsistenz.
-Zucchini sind aufgegangen und haben wenige, aber akzeptable, schmackhafte Früchte
-Die Kartoffeln sind hervorragend gewachsen, und unser ganzer Stolz und auch sehr lecker.

Mein Plan für den Rest diesen Jahres und kommendes Jahr, zu dem mich eure Meinung interessiert:
Wenn die Kartoffeln Mitte September ausgegraben sind, würde ich gerne Pferde-Rottmist in den Boden einarbeiten und Ölrettich ansäen, der ja bekanntlich schwere Böden tief lockert.
Der Ölrettich wird ja über Winter abfrieren, sodass ich ihn im Frühjahr ´17 in den Boden mit Kompost und evtl. etwas Stroh(???) einarbeiten kann. Für nächstes Jahr, wäre dann mein Plan, die Fläche mit Sonnenblumen einzusäen, die ja ebenfalls tief wurzeln und den Boden lockern sollten.

Würde der Plan eurer Meinung nach soweit aufgehen, um einen Boden zu bekommen, der ab 2018 dann besser nutzbar wäre?
Wie würdet ihr (weiter) vorgehen?
Ich freu mich auf Antworten.

Gruß Björn
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obst

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #1 am: 12. August 2016, 14:23:37 »

Kartoffeln eignen sich immer sehr gut, um Struktur in einen sehr lange als Wiese oder Ödland benutztes Stück Land zu bringen.

Ölrettich würde ich überlegen, da dieser verwandt ist mit den Radieschen. Pflanzen, die zur gleichen Familie gehören (hier Kreuzblütler) haben oft ähnliche Krankheiten. Wie wäre es denn mit einer Zwischenfruchtmischung. Diese sind auch günstig für die Bienen. 

Bei Sonnenblumen kann ich nicht zustimmen, dass diese tief wurzeln. Sie bilden einen sehr kompakten Wurzelballen aus. Wenn man Sonnenblumen ausreißt, bleibt immer ein beachtliches Loch zurück, da die Wurzeln die Erde in ihrem Bereich festhalten. Wir schneiden, wenn möglich, die Sonnenblumen inzwischen ebenerdig ab und lassen die Wurzeln im Boden. Sie zersetzen sich dann irgendwann. Außerhalb dieses Wurzelballens treiben die Sonnenblumen keine tiefgehenden Wurzeln nach unten.

Wenn Du Pferdemist und Zwischenfrucht (Ölrettich) ansäst, würde ich auf das Stroh verzichten. Stroh muss sehr gleichmäßig verteilt werden und mit dem Boden vermischt werden, sonst entstehen leicht Strohmatten, in die wurzeln viele Pflanzen nicht gerne rein. Stroh benötigt auch für die Zersetzung zusätzlichen Dünger, den die Mikroorganismen z.B. dem Pferdemist entziehen. Er steht damit den Pflanzen erst zur Verfügung, wenn das Stroh zersetzt ist.
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WWFrosch

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #2 am: 12. August 2016, 14:46:49 »

Hallo Obst,

vielen Dank für die schnelle Antwort.  :)

Ich war auf Sonnenblumen gekommen, weil ich diese (und vergleichbare) Artikel gelesen habe.
Link entfernt!1
Link entfernt!1 (Abschnitt 'Bodenlockerung')
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
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edit: weil ich nach "sonnenblume gründüngung" gegooglet habe und dann Beiträge von
grüneliebe*punkt*de/sonnenblumen-als-gruenduengung/
und der
landwirtschaftskammer*punkt*de/verbraucher/garten/gartentipp028
« Letzte Änderung: 12. August 2016, 14:50:56 von WWFrosch »
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enaira

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #3 am: 12. August 2016, 14:53:36 »

Wir bekamen für unserer schweren Boden Phacelia als Gründüngung empfohlen.
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Liebe Grüße
Ariane

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thuja thujon

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #4 am: 12. August 2016, 17:50:03 »

Hallo,
ich würde erstmal keinen Gründung einsäen. Die probleme dürften woanders liegen.

Die Wiese wurde wahrscheinlich nie besonders gut gekalkt, immer nur Kalk durch mähen und Regen entzogen.
Bei Kalkmangel verändert sich die Bodenstruktur. Der Boden versauert, die Krümelstruktur geht kaputt, wandelt sich in eine Plättchenstruktur um, mit deutlich schlechterem Porenvolumen, das bedeutet Staunässe und Verdichtung, die man mit dem blossen Auge nicht erkennen kann.

Erbsen und Bohnen sind wahrscheinlich deswegen nicht gewachsen, den Radieschen gehts auf solchen ungepflegten Böden auch nicht viel besser, Kartoffeln tolerieren viel und machen dann doch noch ein paar Knollen.

Ich würde daher erstmal grobschollig umgraben, kalken. Im Frühwinter nochmals umgraben und Mist einarbeiten. Über Winter brach liegen lassen.
Im Frühjahr nur noch glattziehen bzw flach bearbeiten und von den Kulturen her gucken, dass man in ihnen die restlichen Gräser gut unter Kontrolle bekommt.

Wirklich tiefergehende Verdichtungen sollte es nicht geben, es sei denn, die Wiese war mal Abstellfläche für Autos.
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Isatis blau

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #5 am: 12. August 2016, 18:09:03 »

Mein Boden ist auch tonig und da ich auch von Gemüse träumte, habe ich viel ausprobiert.

Pferdemist war klasse, im Jahr drauf wuchs vieles üppig, allerdings war das nur vorübergehend. Neuer Pferdemist war mir zu teuer. Was bei mir auch geholfen hat, war beim Umgraben immer wieder Sand einarbeiten. Davon aber ziemlich viel.

Bei mir ist auch das Problem, dass ich einen Hang habe. Ohne Mauern verschwindet jedes lockere Teilchen mit dem Regen Richtung Tal.

Umgraben, kalken und die Frostgare nutzen, das hat bei mir auch geholfen.
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thuja thujon

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #6 am: 12. August 2016, 18:31:27 »

Neben der Frostgare ist auch die Schattengare nicht zu verachten.

Bei festen Böden hilft auch immer wieder lockern, mit dem Grubber öfters Unkrautjäten, ruhig alle 2 wochen am Anfang. Nicht das Unkraut händisch rausreissen. Das führt nur zu weiteren Bodenverdichtungen durchs Rumgetrampel.

Ich selbst habe nur Lehmboden, aber 3 Gärten weiter ist Tonboden, dort kann ich allerdings auch mit den blossen Händen was einpflanzen, dazu brauche ich keine Kelle. Also auch Tonboden in ebenen Flächen geht wunderbar locker.
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dmks

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #7 am: 13. August 2016, 21:27:08 »

Gründüngung ist sicher eine gute Möglichkeit den Boden erstmal "wiederzubeleben". Auf Sonnenblume würde ich allerdings auch verzichten, da sie ein klassischer Starkzehrer ist - also viel Nährstoffe benötigt. Sie wird eher in Gründungmischungen für stark Nährstoffhaltige Böden verwendet. Günstig sind alle tief wurzelnden Pflanzen (Senf beispielsweise wird zur Tiefenlockerung eingesetzt oder Roggen, hier entsteht die Tiefenwirkung allerdings erst zum Sommer, wenn er Ähren bildet)
Wenn Du guten Kompost hast - um erstmal Bodenleben einzubringen dann auch mit drauf!
Und zuletzt... 8) eine Bodenprobe gibt Dir genauen Aufschluß über Nährstoffgehalte und pH-Wert.
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obst

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #8 am: 14. August 2016, 22:39:50 »

Zitat
eine Bodenprobe gibt Dir genauen Aufschluß über Nährstoffgehalte und pH-Wert.

Dem kann ich nur zustimmen. Man sollte niemals kalken, wenn man den pH-Wert nicht kennt. Der pH-Wert muss immer auf die Bodenart abgestimmt werden, sonst werden einige Spurenelemente festgelegt.
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Floris

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #9 am: 16. August 2016, 08:43:33 »

die Grassoden wurde weitestgehend abgetragen.
.-.
um einen Boden zu bekommen, der ab 2018 dann besser nutzbar wäre?
Warum hab ihr die Grassoden entsorgt?. Das war das Beste an dem Boden. Jetzt hockt ihr auf dem rohen Unterboden.
Die Humusschicht die sich in vielen Jahren gebildet habt, werdet ihr in zweien nicht wieder aufbauen können.
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Nemesia Elfensp.

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Re: "Alte Wiese" trotz schlechtem Boden zu Gemüsegarten machen
« Antwort #10 am: 16. August 2016, 10:40:00 »

Gründüngung ist sicher eine gute Möglichkeit ........................
Günstig sind alle tief wurzelnden Pflanzen
da fällt mir noch die Bitterlupine ein:
Zitat
Die Bitterlupine wird aufgrund der Symbiose mit Knöllchenbakterien und der damit verbundenen Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden und den Boden anzureichern, zur Gründüngung und zur Verbesserung magerer Böden verwendet.
Sie stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden und durch das tiefe Wurzelwerk wird dieser zusätzlich aufgelockert. Besonders interessant sind Bitterlupinen für schwere und verdichtete Böden. Durch ihre schnelle Jugendentwicklung werden Unkräuter unterdrückt und aufgrund der fehlenden Winterhärte frieren sie bei Frost ab.

Aussaatmenge: 120-160 kg/ha

Aussaatzeit: Spätsommer


Wenn Du guten Kompost hast - um erstmal Bodenleben einzubringen dann auch mit drauf!
Woher nehmen? ist hier womöglich die Frage.........................wahrscheinlich hst Du ja noch keinen Kompost, deshalb:
Jetzt im Herbst  - Blätter, Rasenschnitt, Stroh, Pferdemist - ist die ideale Zeit mit Deiner Kompostwirtschaft zu beginnen. Wenn Du jetzt nicht mit einer eigenen Kompostwirtschaft beginnst, wann dann?
Die Grassoden sind nun leider halt entsorgt..............ich möchte aber vorschlagen: Ab jetzt wird umgedacht: Jegliches Humusmaterial ist kostbar :)


eine Bodenprobe gibt Dir genauen Aufschluß über Nährstoffgehalte und pH-Wert.
Bodenproben bestimmen zu lassen ist nicht teuer, wenn man bedenkt, was man dafür an kostbaren Infos bekommt.

Wo kann ich eine Bodenprobe abgeben?
Landwirtschaftskammer, Lufa, oder sogar im Landhandel abzugeben (so ist es hier bei uns)
Das Probenmaterial (Probenstecher, Tüten, mit Adresse bedruckter Versandtasche) liegt bei unserem Landhandel auf Vorrat und ist "kostenlos", weil schon im Probenpreis enthalten.

« Letzte Änderung: 16. August 2016, 10:53:49 von Nemesia Elfensp. »
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