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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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|25|6|Weise erdenken neue Gedanken, und Narren verbreiten sie.  (Heinrich Heine)

Titel Wilde Wiesen
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Autor Thema: Gärten und Gärtner in der Literatur  (Gelesen 8131 mal)

Hortulanus

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #45 am: 31. Mai 2005, 12:10:30 »

Zitat
Wer Gedichte zerpflückt, sollte keine lesen.

Du musst aber fiese Deutschlehrer gehabt haben.

Eigentlich nicht. Nur haben wir damals die Gedichte interpretiert. :D
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callis

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #46 am: 31. Mai 2005, 12:44:03 »

Zitat
Nur haben wir damals die Gedichte interpretiert.

nach dem hermeneutischen Zirkel? ;D
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Ingeborg

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #47 am: 31. Mai 2005, 13:04:59 »

Wenn auch Popmusik akzeptiert wird, möchte ich auf "Die Toten Hosen" hinweisen. "Nur zu Besuch" ist ein Lied voller Trauer und Poesie:

... und dein Garten - es geht ihm wirklich gut. Obwohl man merkt daß Du ihm fehlst ...


Den Text findet man leicht über Google.
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Il faut cultiver notre jardin!

Katrin

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #48 am: 31. Mai 2005, 13:05:47 »

Oh, mein Lieblingslied.
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"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

ich

Wolfgang

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #49 am: 31. Mai 2005, 13:22:56 »

Doing the garden, digging the weeds,
who could ask for more?
Will you still need me, will you still feed me,
when I'm sixty-four?

The Beatles (When I'm sixty-four, Sgt. Peppers. 1967).
Paulchen ist übrigens nächstes Jahr so weit.
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Pimpinella

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #50 am: 31. Mai 2005, 13:42:39 »

Sehr gut, Wolfgang!

Ich dachte an das Gedicht 'Spring' von Gerald Manley Hopkins, aber das zeigt eigentlich nur, dass er ein Naturliebhaber war, weniger aber ein Gärtner. Denn könnte ein Gärtner schreiben:

"When weeds, in wheels, shoot long and lovely and lush"?

Aber das Gedicht ist wunderschön:

Spring

Nothing is so beautiful as spring –
  When weeds, in wheels, shoot long and lovely and lush;
  Thrush’s eggs look little low heavens, and thrush
Through the echoing timber does so rinse and wring
The ear, it strikes like lightnings to hear him sing;
  The glassy peartree leaves and blooms, they brush
  The descending blue; that blue is all in a rush
With richness; the racing lambs too have fair their fling.

What is all this juice and all this joy?
  A strain of the earth’s sweet being in the beginning
In Eden garden. – Have, get, before it cloy,
  Before it cloud, Christ, lord, and sour with sinning,
Innocent mind and Mayday in girl and boy,
  Most, O maid’s child, thy choice and worthy the winning.
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Wolfgang

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #51 am: 31. Mai 2005, 16:26:17 »

Die Bibel war ja schon dran. Aber nicht die anrührende Geschichte vom Weinbauern mit dem Gärtnerherz:
Jesus sagte ihnen ein Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, gepflanzt in seinem Weinberg. Und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine.
Da sprach er zu dem Weingärtner: Sieh, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum, und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft?
Er aber antwortete: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge. Vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.
Lukas 13
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callis

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #52 am: 31. Mai 2005, 16:57:54 »

Schönes Sonnett, Pimpinella,
Hopkins hat ja immer eine Schwäche für Alliterationen und Binnenreime, die in diesem Fall die 'richness' des Frühlings gut rüberbringen.
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Hortulanus

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #53 am: 31. Mai 2005, 17:05:50 »

Homer über den Garten des Herrschers Alkinoos:

„Außer dem Hof ist ein großer Garten nahe der Hoftür,
An vier Morgen, auf allen Seiten vom Zaune umzogen.
Große Bäume stehen darin in üppigem Wachstum,
Apfelbäume mit glänzenden Früchten, Granaten und Birnen
Und auch süße Feigen und frische, grüne Oliven.
Denen verdirbt nie Frucht, noch fehlt sie winters und sommers
Während des ganzen Jahres, sondern der stetige Westhauch
Treibt die einen hervor und lässt die anderen reifen.
Birne auf Birne reift da heran und Apfel auf Apfel,
Aber auch Traube auf Traube und ebenso Feige auf Feige.
Dort ist ihm gepflanzt ein üppiges Rebengelände;
Hier auf ebenem Platz zum Trocknen werden die Trauben
In der Sonne gedörrt; dort ist man gerade beim Ernten;
Dort beim Treten der Trauben; doch vorne sind sie noch unreif,
Stoßen die Blüten ab, und andere färben sich eben.
Dort sind auch Gemüsebeete am Rande des Weinbergs
Mannigfach in Reihen gepflanzt, das ganze Jahr prangend.
Drin sind auch zwei Quellen; die eine verteilt sich im ganzen
Garten; die andere läuft jedoch unter der Schwelle des Hofes
Hin zum hohen Haus; dort holen die Bürger das Wasser.
Also waren beim König die glänzenden Gaben der Götter.
Da nun stand er und staunte, der göttliche Dulder Odysseus“
(Odyssee 7, 112-132; Übersetzung R. Hampe, Odyssee, 1979, Ph. v. Zabern)
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max.

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #54 am: 31. Mai 2005, 17:25:23 »

und praktische gartentips gibt es für elegische gärtner
von P. Vergilius Maro: "Georgicon libri IV"
dt. "vom landbau"
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callis

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #55 am: 31. Mai 2005, 17:57:35 »

Könntest du mal ein paar von den praktischen Gartentips zitieren, Sauzahn? E muss nicht unbedingt auf Lateinisch sein. ;)

Die folgende Passage aus dem vierten Gesang (Euterpe: Mutter und Sohn) von Herrmann und Dorothea (1798) zeigt, dass Goethe in diesem Epos nicht nur den Hexameter von Homer übernommen hat, sondern es auch andere Ähnlichkleiten mit der von Hortu zitierten Homer-Stelle gibt.

Und es sagte der Knecht: »Er ist in den Garten gegangen.«
Da durchschritt sie behende die langen doppelten Höfe,
Ließ die Ställe zurück und die wohlgezimmerten Scheunen,
Trat in den Garten, der weit bis an die Mauern des Städtchens
Reichte, schritt ihn hindurch und freute sich jegliches Wachstums,
Stellte die Stützen zurecht, auf denen beladen die Äste
Ruhten des Apfelbaums, wie des Birnbaums lastende Zweige,
Nahm gleich einige Raupen vom kräftig strotzenden Kohl weg;
Denn ein geschäftiges Weib tut keine Schritte vergebens.
Also war sie ans Ende des langen Gartens gekommen,
Bis zur Laube, mit Geißblatt bedeckt; nicht fand sie den Sohn da,
Ebensowenig, als sie bis jetzt ihn im Garten erblickte.
Aber nur angelehnt war das Pförtchen, das aus der Laube,
Aus besonderer Gunst, durch die Mauer des Städtchens gebrochen
Hatte der Ahnherr einst, der würdige Burgemeister.
Und so ging sie bequem den trocknen Graben hinüber,
Wo an der Straße sogleich der wohl umzäunete Weinberg
Aufstieg steileren Pfads, die Fläche zur Sonne gekehret.
Auch den schritt sie hinauf und freute der Fülle der Trauben
Sich im Steigen, die kaum sich unter den Blättern verbargen.
Schattig war und bedeckt der hohe mittlere Laubgang,
Den man auf Stufen erstieg von unbehauenen Platten.
Und es hingen herein Gutedel und Muskateller,
Rötlich-blaue daneben von ganz besonderer Größe,
Alle mit Fleiße gepflanzt, der Gäste Nachtisch zu zieren.
Aber den übrigen Berg bedeckten einzelne Stöcke,
Kleinere Trauben tragend, von denen der köstliche Wein kommt.
Also schritt sie hinauf, sich schon des Herbstes erfreuend
Und des festlichen Tags, an dem die Gegend im Jubel
Trauben lieset und tritt und den Most in die Fässer versammelt,
Feuerwerke des Abends von allen Orten und Enden
Leuchten und knallen und so der Ernten schönste geehrt wird.
« Letzte Änderung: 31. Mai 2005, 17:58:34 von callis »
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ebbie

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #56 am: 31. Mai 2005, 18:29:47 »

Etwas aus neuerer Zeit:

Der Blumengarten

Am See, tief zwischen Tann und Silberpappel
Beschirmt von Mauer und Gesträuch ein Garten
So weise angelegt mit monatlichen Blumen
Daß er vom März bis zum Oktober blüht.

Hier, in der Früh, nicht allzu häufig, sitz ich
Und wünsche mir, auch ich möge allezeit
In den verschiedenen Wettern, guten, schlechten
Dies oder jenes Angenehme zeigen.


Ich finde dieses Gedicht von Bertolt Brecht schlicht und berührend schön.
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Eva

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #57 am: 31. Mai 2005, 18:32:00 »

Herbstlied

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.

(Friedrich Rückert)

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Eva

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #58 am: 31. Mai 2005, 18:36:55 »

Die Rosen im Garten

Die Rosen im Garten blühn zum zweiten Mal.
Täglich schießen sie in dicken Bündeln
In die Sonne. Aber
die schwelgerische Zartheit ist dahin.
Mit der ihr erstes Blühen sich im Hof
des weiß und roten Sternenfeuers wiegte.
Sie springen gieriger,
wie aus aufgerissenen Adern strömend,
über das heftig
aufgeschwellte Fleisch der Blätter.
Ihr wildes Blühen
ist wie Todesröcheln,
das der vergehende Sommer
in das ungewisse Licht des Herbstes trägt

(Ernst Stadler, 1883 - 1914)
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Wolfgang

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Re:Gärten und Gärtner in der Literatur
« Antwort #59 am: 31. Mai 2005, 19:46:31 »

Für die noch-nicht-Wissenden: Rainer Maria Rilke hatte zwischen 1896 und 1898 so etwas wie eine Gartenphase in seinen Gedichten. Da entstanden ganz besonders viele hortikulturelle Poeme ("Ich will ein Garten sein" etc.). Lässt sich leicht ergoogeln. Sein Grab auf dem Friedhof der Kirche von Raron im Schweizer Kanton Wallis spiegelt die Gedichte wider; er könnte nicht passender begraben sein.
Auf den Komponisten Georg Philipp Telemann und seine "Bluhmen-Liebe" habe ich schon in einem anderen Thread hingewiesen; leider sind die Quellen in Archiven verstreut und nicht veröffentlicht.
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