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Autor Thema: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel  (Gelesen 2225 mal)

thuja thujon

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Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« am: 20. September 2016, 00:38:05 »

Hallo,
ich habe am Samstag vor 2 Wochen meinen Unkrautrasen plattgemacht. 20g Glyphosat mit 5l/ha Banvel M, dazu 50g SSA, alles in 5 Liter Wasser auf etwas über 100m².

Es soll nicht mehr der ganze Rasen neu gesäht werden, sondern ein Streifen Äpfel auf M9 gepflanzt werden. Die sind frisch okuliert, im Frühjahr würde ich die M9er Krone abwerfen.

Hat jemand Erfahrung mit der `Nachbau´-Phytotox durchs Banvel kurz vor Neupflanzungen?

Am liebsten würde ich umgraben und die Äpfel im Frühjahr an den endgültigen Standort pflanzen. Ich wäre aber auch bereit, eine Zwischenbegrünung wie (fast ebenso empfindliche) Wintererbsen auf dem Streifen auszusäen und erst im Herbst nächstes Jahr pflanzen. Die Äpfel würde ich zwischendurch verschulen.

Wie ist das nun mit dem Leaching vom Banvel, gerade wenn der Lehmboden Spatentief gewendet wird? Über Winter ist die Wasserbilanz hier positiv, der neue Rasen wird auch bewässert, das kommt noch dazu. 

Hat wer konkrete Tips oder zu ähnlichen Fragen schon Erfahrungen sammeln dürfen?

Gruß thuja
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Finto

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #1 am: 20. September 2016, 06:43:39 »

Ich würde dazu sagen, die Giftspritzerei ist eine ziemliche Schweinerei!
Mechanisch wär das auch gegangen: Rasensoden abstechen und kompostieren, dann umgraben.
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Staudo

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #2 am: 20. September 2016, 07:22:09 »

Banvel M ist ein Getreideherbizid, was im Frühjahr gespritzt wird. Im August werden zweikeimblättrige Zwischenfrüchte ausgesät. Ich würde sicherheitshalber noch mal in der Gebrauchsanweisung nachlesen aber davon ausgehen, dass den Apfelbäumen nichts passiert.
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Zaubercrocus

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #3 am: 20. September 2016, 08:12:26 »

Wenn du Wurzelunkraut hattest würde ich noch zwei Wochen warten, ehe du den Boden bewegst. Die Mittel brauchen Zeit um in den langen Wurzeln zu wirken.
Hinsichtlich der Obstbäume kann ich nichts sagen.
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cydorian

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #4 am: 20. September 2016, 09:49:13 »

Pflanzung von Bäumen ist Null Problem, Behandlung wäre zum Pflanzzeitpunkt schon Monate her. Du könntest sogar jetzt pflanzen.

Hinsichtlich der Bäume auf M9 sind solche Mittel sinnlos. Das Unkraut wird im Frühjahr sofort wiederkommen, die Fläche bleibt nicht frei. Es sind genug Samen im Boden und fliegen ständig neue ein. Die Baumscheibe oder der Streifen wenn sie in einer Reihe gepflanzt sind sollte aber unbedingt frei bleiben. Es bringt also nichts, einmal tabula rasa zu machen, vielmehr sind Methoden gefragt, die die Baumscheibe frei halten. Wenn du nicht immer wieder Glyphosat ausbringen willst, brauchst du andere Methoden: Mulchen, hacken, Vlies...
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Staudo

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #5 am: 20. September 2016, 09:54:37 »

Die Dauerunkräuter sind aber erst einmal zum großen Teil weg.  ;)
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Daniel - reloaded

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #6 am: 20. September 2016, 10:47:11 »

Die genaue Halbwertzeit vom Dicamba kenne ich nicht. Ist aber der einzige eingesetzte Wirkstoff der Probleme machen kann. Im Gegensatz zu MCPA und Glyphosat kann Dicamba über Wurzeln aufgenommen werden was schon manchmal in Baumschulen zu Problemen in Laubgehölzen geführt hat!

Entsprechend würde ich bei Neupflanzung junger Bäume sicherheitshalber erst im Frühjahr pflanzen.
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Ich habe den Jargon eines Bauarbeiters, die Abgeklärtheit und Resolutheit einer Puffmutter und den Charme einer Drahtbürste...

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cydorian

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #7 am: 20. September 2016, 11:27:18 »

Die Dauerunkräuter sind aber erst einmal zum großen Teil weg.  ;)

Das Wegmachen ist nicht das Problem (dafür reicht schon eine schwarze Folie), aber die Wiederkehr bei langjährigen Kulturen wie schwachwüchsigen Bäumen. In den Plantagen wird deshalb jedes Jahr Glyphosat rausgejagt. Ob das im eigenen Garten erwünscht ist?
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thuja thujon

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #8 am: 20. September 2016, 18:33:14 »

Die genaue Halbwertzeit vom Dicamba kenne ich nicht.
Zitat: ``Dicamba wird im Boden mit DT50-Werten von 3,2 bis 9,7 d abgebaut. Im Freiland wurden DT90-Werte von 6 bis 37 d ermittelt.´´

Danke Daniel. Wegen den restlichen 10% hatte ich gefragt. Weil mir die Probleme mit der hohen Empfindlichkeit nicht neu sind. Der freie, mitgespritzte Boden in Baumschulen ist zwar was anderes als dichter Rasen, ich hab aber keine Lust bei den Okulationen ein Jahr unnötig zu verlieren. Habe die Bedenken einfach, weil ich den Wirkstoff mit den abgestorbenen Pflanzen durchs umgraben in die Hauptwurzelzone bringe und die dort unten nur langsam verrotten.

Staudo: die Gebrauchsanweisung kennt die Situation nicht. Es gibt nicht viele die so blöd sind und Rasen wegmachen, um Obstbäume zu pflanzen. Bei Kyleo (für Disteln auf Stoppel etwa) kann ich mir auch nichts abgucken (weil 2,4-D statt Dicamba) und Forschungsberichte, Unkrauttagung, amtliche Beratung spucken da auch nichts vernünftiges aus, zumindest habe ich nichts gefunden. 


Ich glaube ich schule die Bäume erstmal im Gemüsebeet auf und pflanze in 1-2 Wochen auf den späteren Streifen Winterzwiebeln und Knobi. Wollte ich eh mal machen, die beiden auf weniger humosem Boden wie in den Gemüsebeeten anbauen. Dann kauf ich doch nochmal welche, für den Vergleich je mit und ohne Kalkstickstoff zum stecken.


@cydorian: einige der Bäumchen mit den roten Schlaufenetiketten sollen etwa 70cm weiter nach links ins Bild rücken, dort wo auf dem bild praktisch der Rasenrand ist. 


Der Boden unterm Rasen dort ist über Jahre bei Feuchtigkeit plattgelaufen worden, Hahnenfuß und ein kleines Distelnest ist/war auch drin.
Ich mache die Neuanlage vom Rasen nicht aus Langeweile.

Baumscheiben freihalten schaffe ich noch mit der Hacke, verzichte auch gerne darauf, dass mir die Mäuse unter der Folie die Stämme ringeln. Was ich in der Reihe probieren will, sind Sachen wie  Winterackerbohnen als Gründung, hacken, hacken, Gründung säen, usw. Eben Humus nicht durch Kompost reinbringen, sondern durch eigene Regenerationskraft des Bodens. Ich will einfach mal kleine Spindeln auf Boden sehen, der nicht über 5% Humus hat. Herbizide für den Baumstreifen, nee, dazu bin ich viel zu geizig.
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cydorian

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #9 am: 20. September 2016, 20:39:24 »

Herbizide helfen nicht gegen plattlaufen. Da hilft nur lockern. Wenn es so viele Feldmäuse gibt, die Bäume anfressen, dann tun sie dies auch ohne Folie. Im Winter unter Schnee und ohne Schnee. Deckung würden sie erst recht durch Gründüngungspflanzen bekommen. Feldmausschäden hängen aber stärker von der Anwesenheit von Mäusejägern ab. Wer die nicht hat aber massenhaft Mäuse, sollte Drahtkörbe aus Kükendraht um den Stamm legen, egal welche Methode der Bewuchsfreiheit er vorzieht. Sind übrigens auch gut gegen zu nahen Einsatz von Rasentrimmer & Co.
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thuja thujon

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #10 am: 20. September 2016, 23:11:05 »

Zum lockern gehört meiner Meinung nach auch umgraben, krümeln, einebnen, rückverfestigen. Das ist mein Plan. Sollte ich anfangs schon erwähnt haben. Nur möchte ich nicht Wurzelunkräuter untergraben und auf der Fläche verteilen. Deswegen das Herbizid. Weil Glyphosat Schwächen hat, deswegen in Mischung mit Banvel M. Banvel M sorgt leider auch für die Nachpflanzproblematik. Ich wäre froh, ich könnte für den Hausgarten geeignetere Herbizide im örtlichen Gartenmarkt kaufen. Die HuK-Gartenbauverbände scheinen sich nicht für die fehlenden Mittel einzusetzen sondern fördern die Ausrottung der Moore und Vernichtung fruchtbarer Böden durch die Hochbeetkultur von Gemüse bzw Kübelkultur von Obstgehölzen. Weil sich auch keiner vom amtlichen Versuchswesen für die Praktiker unter den Teilselbstversorgern interessiert, deswegen die Misere bzw Unsicherheit. Und da bekomme ich ehrlich gesagt die besten Infos von der Industrie, der Rest versagt kläglich. Auch hier im Forum. Das persönliche Empfinden, was einer als Schweinerei empfindet und was nicht, hilft mir bei der mehr oder weniger konkreten Frage nicht weiter. Nicht bei allen Beiträgen lässt sich Brainstorming erkennen. Egal...

Mäusejäger gibts hier ausreichend, leider aber zuviel Deckung für die Mäuse. Die Geschichte mit Sitzstange auf freier Flur funktioniert leider nicht in kleinräumigen, zugepflanzten Kleingartenanlagen bzw. angrenzendem Brombeer-Holundergestrüpp. Dort gibts einfach keine Einflugschneisen für gefiederte Mäusejäger. Katzen sind keine Option, es gibt zwar eine wilde in der Umgebung, die auch ab und an mal Junge bekommt, aber auch die fallen irgendwann irgendwelchen Jägern zum Opfer und wenn sie da snicht tun, können sie nicht so viel fressen wie es gibt. Mäuse und Ratten sind hier aufgrund des reichhaltigen Nahrungsangebots und der vielen Deckungsmöglichkeiten jedenfalls nicht bekämpfbar. Die Pächter einer Kleingartenanlage ziehen auch nie alle gemeinsam an einem Strang.

Um Mäuse mache ich mir in der Regel jedenfalls fast keine Sorgen, es sei denn, sie fressen die Körner der Ernte weg. Maiskolben bevor sie reif sind usw. Die spielen dann Tarzan. An den Bäumen vergreifen sie sich auch nicht mehr, gibt ja genug anderes. Aber den Boden verwühlen lassen, und das bei M9er Krücken mit wenig Wurzel, da muss man kein Prophet sein, um zu wissen, dass sie nach 3 oder 4 Jahren entweder den Wurzelballen freigelegt haben oder doch anfangen die Bäume zu ringeln, wenn sie quasi mittendrin wohnen.

Was den Gründung angeht, Winterackerbohnen werden gemulcht, wenn es Ende März an den Austrieb der Bäume geht. Sonst wären sie Konkurrenz und nicht Futter.
Hier sind die Winter mild, phänologisch sind sie die letzten 3 Jahre hintereinander ausgefallen. Das spiegelt sich auch in der Nährstoffdynamik und Bodenpflege wieder.

Zum Gründung bei Äpfeln siehe zB. diesen Artikel:
http://www.oekoobstbau.de/Dokumente/Z_4-11art_1.pdf
« Letzte Änderung: 20. September 2016, 23:18:29 von thuja thujon »
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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #11 am: 20. September 2016, 23:28:31 »

Benutze leider immer Glyphosat und könnte spontan kein effektiveres Mittel nennen :D
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thuja thujon

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #12 am: 20. September 2016, 23:36:48 »

Probiers mal gegen Sedum acre, die wohl unbekannteste Wirkungslücke. Eignet sich hervorragend, um Blütenteppiche für Bienen auf steinig-abgemagerten Böden anzulegen und sauberzuhalten.  ;)
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Staudo

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #13 am: 21. September 2016, 07:24:12 »

Benutze leider immer Glyphosat und könnte spontan kein effektiveres Mittel nennen :D


Das lesen wir gern.  :D
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Daniel - reloaded

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Re: Rasenherbizide - Leaching und Neuanlage Äpfel
« Antwort #14 am: 21. September 2016, 08:47:36 »

@thuja thujon:
Das klingt jetzt überheblich, ist aber nicht so gemeint!  :-\
Hättest du vorher gefragt, wäre dein Problem zu lösen gewesen. Anicon Ultra verzichtet auf Dicamba und schließt durch die Kombination von Fluroxypyr, Clopyralid und MCPA alle Glyphosatlücken ohne Nachbauprobleme. Alle diese Wirkstoffe werden auch in Baumschulen (unter Blatt von Clopyralid abgesehen, das geht in vielen Fällen über Kopf) in Laubgehölzen mit gutem Erfolg und ohne Probleme bei sauberer Ausbringung eingesetzt. Falls du also nochmal sowas vor hast....  ;)
Nur präventiv: Da Anicon Ultra als Emulsionskonzentrat formuliert ist erst Glyphosat und dann Anicon Ultra in die Spritze.
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