hat geschrieben: ↑1. Jan 1970, 01:00Ich habe auf meinen Gemüsegarten eine Kompostschicht von ungefähr 20 cm aufgefahren und fülle bei Bedarf nach.
Ich hatte vor Jahren auch mal 40 Kubikmeter kommunalen Kompost (oder waren es 40 t, ich weiß es nicht mehr genau) anfahren lassen und im Garten verteilt und etwas untergebuddelt. Jetzt über 10 Jahre später ist davon weniger als 1 % übrig geblieben (Bodenuntersuchung). So wichtig Kompost ist, er bedarf ständiger erneuter Zufuhr, z.B. durch eigene Kompostierung. Im Kompost sind sehr viele Nährstoffe enthalten, aber er kann nicht alles abdecken, z.B. den Bedarf an Kalk, Eisen, Zink und Kupfer. Im Kompost ist auch kaum Stickstoff, aber den können viele Pflanzen sich mit Hilfe von Bakterien aus der Luft selbst holen, dank der Dieselfahrzeuge, denn es wird dazu Stickoxid benötigt. Pflanzen mit einer großen Blattmasse sollte man mit einem Stickstoffdünger unterstützen.
Ich bin ein erklärter Gegner von Blaukorn wie von jedem Kombidünger, weil in fast jedem Fall auch Nährstoffe zugeführt werden, von denen es im Boden bereits genug gibt, so dass die Gefahr der Überdüngung sehr groß ist, von der Geldverschwendung mal abgesehen. Die Überdüngung bei einzelnen Nährstoffen führt dazu, dass andere Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden können, obwohl diese im Boden ausreichend vorhanden sind. In vielen lehmhaltigen Böden Deutschlands sind mehr als genug Kalium und Phosphor enthalten, auch ohne Düngung.
In besonderen Fällen macht Blaukorn Sinn, nämlich in Böden und Pflanzsubstraten, die fast nährstofffrei sind. Dazu gehören Sandböden und Torferde für Balkonkästen.
Ich betone immer wieder, dass man alle ca. 5 bis 7 Jahre eine Bodenuntersuchung machen lassen sollte. Das ist kein heraus geschmissenes Geld, denn nur dann weiß man, ob und was gedüngt werden sollte und bei welchen Nährstoffen schon eine Überversorgung existiert. Alle Düngeempfehlungen ohne Bodenanalyse haben spekulativen Charakter. Was fast immer (außer Moorbeetpflanzen und bei Kalkböden) geht, ist eine Erhaltungsdüngung mit Kalk, da es für Deutschland Messwerte gibt, dass pro Jahr und Quadratmeter 30 ... 50 g Kalk ausgewaschen werden. Das ist etwa eine Handvoll. Auch reifer Kompost, Mist, Pferdedung und andere organischen "Dünger" kann man pauschal empfehlen, nur sollte z.B. Mist/Dung schon im Herbst oder im Winter ausgebracht werden, da frisch zu "scharf". Es gibt auch Pflanzenarten, die mögen keine organischen Bestandteile im Pflanzsubstrat, z.B. Kakteen. Kaufbare Kakteenerde mit viel Torf ist so zienlich das Dümmste, was es gibt.
Ich bin nun kein harter Biogärtner, der Mineraldünger pauschal ablehnt. Es geht mir nur um den sinnvollen Gebrauch. Das ist nicht allein Privatsache, denn der überschüssige Mineraldünger wird schnell ins Grundwasser ausgespült und verunkrautet die Wälder und belastet das Trinkwasser. Nicht umsonst fordert der Gesetzgeber von jedem Landwirt ab einer definierten Ackerfläche eine jährliche Bodenuntersuchung. Landwirte dürfen per Gesetz nicht düngen, was sie wollen, sondern nur, was laut Bodenanalyse und anzubauender Frucht berechnet wurde. Dieser Aufwand ist für Kleingärtner nicht sinnvoll, aber in größeren Abständen (5 ... 7 Jahre) ist eine Bodenanalyse sinnvoll und zumutbar.