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|5|3|Märzregen verdirbt den Haussegen. (fars)

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Autor Thema: Mehr aus dem Holunder holen  (Gelesen 2733 mal)

Witteke

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #30 am: 14. Juni 2018, 09:23:20 »

Was verstehst Du unter unglaublich ungezügelt? In meinem Garten hat der vogel-geschenkte Sämling innerhalb von 4 Jahren 4 m Breite und 6 m Höhe gehabt, die Schneidarbeit wurde mir dann auf Dauer zu viel.

Ich hab den halt so eingesetzt, wie er sich an Wegrändern selbst verbreitet: als Lückenfüller zwischen zwei größeren Bäumen (Buche und Ulme bei mir). Unter der Konkurrenz hat er lange nicht den von dir beschriebenen Zuwachs und bleibt bisher schön in seiner Lücke. Gerade im Vergleich zu beispielsweise Flieder, Hasel und Ilex, die hier von den anderen Seite an die Baumgruppe angrenzen, ist er sehr "zahm" in Bezug aufs Wuchern und Versamen.

Dass Holunder mitten im gut gedüngten Prachtstaudenbeet oder direkt neben dem Kompost viel stärker wächst glaub ich gerne, aber man muss den ja nicht an so einen Standort pflanzen.

In meinem früheren Garten hatte ich einen ganz alten Holunder (ich schätze mal so gut 8 Meter), der seine Größe einfach ganz ohne jeden Schnitt beibehielt. Als Stamm finde ich das eine schöne Größe für einen Hausbaum auch in einem nicht allzu großen Garten. 
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Rib-isel

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #31 am: 14. Juni 2018, 20:33:42 »

Ich persönlich kann jetzt nichts herbes (Saponine) in wilden oder in moderneren Sorten schmecken. Ich werde mal gucken, ob man diesbezüglich in der Literatur etwas finden kann. ganz klar ist, dass die Blüte der wilderen und wilden Pflanzen besser sind, wobei die Kultursorten bei weitem nicht schlecht sind. Wobei, bei genauerer Betrachtung, die Qualität der wilden Sorten, sehr stark differenzieren.

Ich habe bei mir einen Busch stehen, eine Wildkeimung, den ich wegen des Blütenaromas stehen gelassen habe. Sie sind sehr zitrusbetont. Habe daraus heuer sortenreines Blütengelee gemacht, woraus dann ein sehr rosiges Aroma wurde.

« Letzte Änderung: 14. Juni 2018, 22:23:40 von Rib-Huftier »
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kaliz

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #32 am: 14. Juni 2018, 21:05:01 »

Abgesehen davon, dass ich auch noch nie einen seifigen Geschmack bei wildem Holunder wahrgenommen habe, irritiert mich an dieser Diskussion, dass die Sorte Haschberg, die soweit mir bekannt ist aufgrund von Dolden- und Beerengröße eine der häufigsten Sorten für den gewerblichen Anbau ist, einfach eine Selektion eines wilden Hollers aus Österreich ist. Also nix da hochgezüchtet oder so, sondern einfach wilder Zufallssämling der Gefunden wurde und via Steckhölzern vermehrt wird.
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hymenocallis

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #33 am: 14. Juni 2018, 21:10:56 »

Hier kann man sehr schön beobachten, wie die Doldengröße und der Fruchtertrag wetterabhängig variieren - in trockenen Jahren gibt es wenige und kleine Dolden, in feuchten viele große, die schmecken dann aber eher mau, weil der viele Regen den Geschmack abwäscht. Nach heftigem Rückschnitt ist die Doldengröße auch mickrig - haben wir gerade im Gemüsegarten feststellen dürfen, wo wir einen Uralt-Holler sehr umfangreich zurückgeschnitten haben.
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Rib-isel

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #34 am: 14. Juni 2018, 22:39:17 »

Holunder braucht viel Wasser, das ist klar, aber deine Beobachtung, hemerocallis, kann ich nicht bestätigen. Die Blüten werden im einjährigen Holz vorgebildet, d.h. wenn man durch einen Schnitt, die starken Neutriebe fördert, dann kommen dementsprechend im nächsten Jahr, starke Dolden, eine pro Auge, aus diesen Trieben. Wassermangel führt zur Verrieselung in der Blüte und in der Fruchtdolde. Ich Schneide sehr oft stark zurück, damit ich gerade diese, starken Triebe bekomme. Die Kultur kann man also mit der, der Schwarzen Johannisbeere vergleichen.

Dass du nach einem Rückschnitt eine schlechte Doldenentwicklung beobachtest, kann an deiner Schnittweise liegen. Je älter das Holz, desto schlechter die Dolden.

Abgesehen davon, dass ich auch noch nie einen seifigen Geschmack bei wildem Holunder wahrgenommen habe,[...]

Sorry, da habe ich mich auch vertan. Saponine, die Stoffe, die Gartenoma ins Gespräch brachte, schmecken nicht nach Seife, sondern herb. Sie bringen einen herben Geschmack in die Beere und sind für viele, der gesundheitlich positiven Eigenschaften des Holunders, verantwortlich. Ich hab's im Text abgeändert.
« Letzte Änderung: 14. Juni 2018, 22:51:11 von Rib-Huftier »
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Gartenplaner

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #35 am: 14. Juni 2018, 23:03:54 »

...
In meinem früheren Garten hatte ich einen ganz alten Holunder (ich schätze mal so gut 8 Meter), der seine Größe einfach ganz ohne jeden Schnitt beibehielt. Als Stamm finde ich das eine schöne Größe für einen Hausbaum auch in einem nicht allzu großen Garten.

Mal nebenbei und vielleicht ist das ja nur ein merkwürdiges, untypisches Verhalten auf meinem schweren Lehmboden - aber bei mir kann man Holunder zum "Abdanken" zwingen, indem man sie NICHT schneidet, nach 20-30 Jahren bauen sie dann innerhalb weniger Jahre massiv ab, werden immer schütterer belaubt und gehen schliesslich ein.
Ich wurde auf diese Art schon 2 Holunder an Stellen los, an denen sie mir nicht passten, den ersten, der damalige Schattenspender für das Farnbeet, hätte ich eigentlich gern behalten, da verstand ich damals aber noch nicht, was da gerade passierte und dass ein Radikalschnitt möglicherweise den Strauch gerettet hätte.
Als Hausbaum, der vielleicht doch länger stehen und wirken soll, könnte ich keinen Holunder bei mir pflanzen.
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Wild Obst

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #36 am: 14. Juni 2018, 23:14:20 »

Abgesehen davon, dass ich auch noch nie einen seifigen Geschmack bei wildem Holunder wahrgenommen habe, irritiert mich an dieser Diskussion, dass die Sorte Haschberg, die soweit mir bekannt ist aufgrund von Dolden- und Beerengröße eine der häufigsten Sorten für den gewerblichen Anbau ist, einfach eine Selektion eines wilden Hollers aus Österreich ist. Also nix da hochgezüchtet oder so, sondern einfach wilder Zufallssämling der Gefunden wurde und via Steckhölzern vermehrt wird.

Genau. An Holundern ist bisher eigentlich nicht wirklich gezüchtet worden, das allermeiste ist bisher nur Auslese aus verschiedenen Wildvorkommen.
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b-hoernchen

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #37 am: 18. Juni 2018, 22:55:53 »

Nach heftigem Rückschnitt ist die Doldengröße auch mickrig - haben wir gerade im Gemüsegarten feststellen dürfen, wo wir einen Uralt-Holler sehr umfangreich zurückgeschnitten haben.
Ups - ich beobachte genau das Gegenteil.
In Plantagen schneidet man die Bäume regelmäßig zurück, damit sie nicht vergreisen.

Mal nebenbei und vielleicht ist das ja nur ein merkwürdiges, untypisches Verhalten auf meinem schweren Lehmboden - aber bei mir kann man Holunder zum "Abdanken" zwingen, indem man sie NICHT schneidet, nach 20-30 Jahren bauen sie dann innerhalb weniger Jahre massiv ab, werden immer schütterer belaubt und gehen schliesslich ein.
Das durchaus kein untypisches Verhalten auf deinem schweren Lehmboden. Auch im sandigen Boden der Flussauen, an den Waldrändern der torfigen Moore oder am Bahndamm werden die Bäume unbrauchbar, wenn sie nie geschnitten werden.
Wenn sie auf Stock gesetzt wurden und danach wieder kräftige junge Austriebe machen, gibt's wieder fette Dolden an den verjüngten Bäumen.
« Letzte Änderung: 18. Juni 2018, 23:03:29 von b-hoernchen »
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thuja thujon

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #38 am: 19. Juni 2018, 01:25:25 »

Wenn die Dolden nach Rückschnitt klein bleiben ist der Strauch evtl ausgezehrt.
Blattverlust durch Pilzkrankheiten oder auch Blattläuse, Rückschnitt zu früh im Jahr?

Winterschnitt hat sich hier jedenfalls auch bewährt. Und kräftig schneiden bzw sägen auch, Pioniergehölz eben.

Trotz allem, die schönsten Blütendolden bringen nichts wenn sie nicht bis zur Ernte durchkommen. Vor 5 Jahren war ich noch euphorisch, dann kamen die Doldenpilze...
`Pflegeschnitt´ 10cm über dem Boden oder Randgrün wo es noch geht als Vogelschutzgehölz mit etwas Totholzanteil für Mu Err Pilze (Judasohr). Schade drum...
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Rib-isel

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #39 am: 23. Juni 2018, 19:38:04 »

Vor ein paar Tagen war ich noch einmal bei dem vermutlichen Vossloch. Ich denke es könnte auch um einen Haidegg handeln, denn diese Sorte macht auch sehr große Dolden. Vossloch soll angeblich nicht als Ertragssorte handeln, da er nur wenige Dolden machen soll.

Hier auf den Bildern kann man eine Totale der Pflanze sehen, sowie einen Größenvergleich mit einer Gartenscheere. Die Verrieselung scheint bisher gering zu sein.


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Gartenoma

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #40 am: 24. September 2018, 09:10:17 »

Dieses Jahr habe ich nur wenige Früchte an die Doldenwelke verloren. Lag das an dem trocken-heißen Wetter, das die Pilze zurückhielt, oder an dem Blütenschnitt, den ich (nach Empfehlungen des DLR Rheinland-Pfalz) durchgeführt habe?

Hat jemand auch noch Erfahrungen, wie es dieses Jahr mit dem Holunder steht?

Gruß
Gartenoma
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Wühlmaus

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #41 am: 24. September 2018, 09:22:33 »

Hier hat er unter Hitze und Trockenheit sehr gelitten. Zu ernten gab es nix :-\

Gerne würde ich ihn komplett auf den Stock setzen. Wann ist dafür die beste Zeit? Im Frühjahr?
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WühlmausGrüße

"Das Schiff ist sicherer, wenn es im Hafen liegt. Aber dafür wurde es nicht gebaut." Paulo Coelho

cydorian

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #42 am: 24. September 2018, 09:54:35 »

Der ist bereits im Juli grossflächig vertrocknet. Im Wald gehört er zu ersten Gehölzen, deren Absterben aufgefallen ist. Nicht so spektakulär wie die sterbenden Fichtenschonungen Ende August, aber flächig. Als Flachwurzler war er dafür besonders anfällig. Ich bin gespannt, ob überhaupt etwas überlebt hat und was im Frühjahr noch austreibt. Aber die Blüte war noch kräftig, Holundersekt ging noch :-)

Die Doldenwelke tritt besonders bei regnerischem Wetter auf. Und das gab vielen Regionen nicht. Dem anderen Vernichter, der Kirschessigfliege war es zu heiss, die hat in den Jahren vorher die Beeren abgestochen. Feucht = Fliege und Welke.
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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #43 am: 24. September 2018, 10:30:18 »

Osthessen/Vogelsbergkreis

Man sah hier sehr deutlich den Einfluss von eher schattigen und vollsonnigen Lagen in einem Dürrejahr wie diesem.
In eher halbschattigen Waldrandlagen habe ich schöne Dolden geerntet, in den vollsonnigen Lagen stehen die verdorrten Gerippe, wo man sich kaum einen Neuaustrieb vorstellen kann.

Da Holunder hier in Massen wild wächst und es noch jede Menge Büsche, Hecken und Knicks gibt, war auch dieses Jahr ein gutes Holunderjahr für mich.

Interessant ist auch die wohl genetisch vorgegeben Bandbreite der Doldenbildung und der Beerengröße an sich, denn bei direkt nebeneinander stehenden Büschen kann ja das Wetter nicht der Grund sein für die gaaanz unterschiedlich großen Beeren und Dolden.

Neue Nachbarn haben den Micker-Holunder im Garten bis auf den Boden runter geschnitten im Frühjahr und jetzt steht dort eine kleine aber kräftige Pflanze, die nächstes Jahr wieder was tragen könnte.
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Manche saufen, ich bin süchtig nach Pflanzen.

Rib-isel

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Re: Mehr aus dem Holunder holen
« Antwort #44 am: 24. September 2018, 11:04:46 »

Der Einfluss des Standorts war hier auch deutlich zu sehen. Bei fasst allen Holunder in meinem Garten habe ich volle o. große Ernteausfälle. Wenn der Keller nicht noch mit Holunder voll wäre, wäre es schlimm gewesen. Nur ein Busch, an der Nordseite des Hauses, trug mittelprächtig.

Mit den Holunder im Wald, die etwas größere Scheindolden tragen, ist es manchmal auch kompliziert. Ich habe heuer  so manche interessante Pflanzen beobachtet und konnte sehen, dass sie nicht nur Probleme haben, die Scheindolden relativ gleichzeitig reifen zublassen, sondern  auch Probleme haben die Beeren innerhalb einer Scheindolde gleichzeitig ausreifen zu lassen.

@Wühlmaus: Frühjahr

Hier noch die tragende Scheindolde der Pflanze, die ich heuer oben euch zeigte.
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