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Marssonina bei Äpfeln (Gelesen 20422 mal)

Pflanzenstärkung, Krankheiten und physiologische Störungen

Moderator: Nina

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Isatis blau
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Re: Marssonina bei Äpfeln

Isatis blau » Antwort #5 am:

Relativ unempfindlich sind bei mir der Bittenfelder und die Gewürzluike, die sich vom Frost im Frühjahr ebenfalls unbeeindruckt zeigt.

Anfällig sind Berlepsch, Rheinischer Bohnapfel, Böblinger Straßenapfel, Brettacher, Hauxapfel, Piros ist deshalb bereits verschieden und so lala ist der Jakob Fischer und Geheimrat Oldenburg.

Gefällt habe ich einen Zierapfel Royalty, der hatte die Krankheit extrem, die Flecken kamen schon Ende Mai Anfang Juni, auch am gespritzten Baum. Relativ unempfindlich ist ein unbekannter Zierapfel, den ich als Rudolph gekauft habe ( Artländer Pflanzenhof ), der aber was anderes ist.

Ansonsten hat das Spritzen gut geholfen. Wichtig ist, dass die Bäume regelmäßig geschnitten werden, alte vergreiste Triebe wachsen gar nicht mehr. Da hat man dann bis in die Spitzen Moos.
Wurmkönig
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Re: Marssonina bei Äpfeln

Wurmkönig » Antwort #6 am:

Ich habe ja bis auf Cox Orange und Goldparmäne nur "moderne" Äpfel. Hier im Bodenseegebiet ist die Krankheit an ungepflegten Bäumen in direkter Nachbarschaft sehr verbreitet und auch meine sind befallen. Das Werdenberg Bäumchen direkt neben bzw. unter einem Achorn am stärksten. Letztes Jahr hatte es Ende August kaum noch Blätter. Heuer habe ich im Frühjahr 2 x mit Myco-Sin behandelt, bald nach dem Austrieb. Heuer ist es aber deutlich besser, nur ganz vereinzelt mal ein Blatt.

Ob es an dem Mittel liegt oder am wärmeren Sommer kann ich nicht sagen. Hier ist es aber prinzipiell sehr feucht, besonders im Sommer.
b-hoernchen
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Re: Marssonina bei Äpfeln

b-hoernchen » Antwort #7 am:

Isatis hat geschrieben: 6. Aug 2017, 19:20
... Piros ist deshalb bereits verschieden ...
[/quote]
Das ist einer meiner Lieblingsbäume - und furchtbar!

[quote author=Isatis blau link=topic=61495.msg2926770#msg2926770 date=1502040016]
Ansonsten hat das Spritzen gut geholfen.

Wenn ich mich recht entsinne, spritzt du mit Myclobutanil direkt in die offene Blüte - richtig?
Vielleicht müsste man doch noch einmal über den optimalen Zeitpunikt für eine Behandlung reden?
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Isatis blau
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Re: Marssonina bei Äpfeln

Isatis blau » Antwort #8 am:

Ich habe abwechselnd mit Myclobutanil und Fenoconazol gespritzt. Das mit der offenen Blüte kam daher, dass ich zuerst Monilia an meinen Bäumen vermutet habe. Vermutlich habe ich eine Kombination aus Monilia und Marssonina an meinen Bäumen. Jedenfalls hat die Behandlung gegen Monilia auch gegen die Marssonina geholfen. Nachdem 2014 sehr nass war und mehrere Bäume in der Nachbarschaft kahl, habe ich 2015 mehrmals gespritzt. 2016 und 17 hatte ich nicht so viel Zeit, da musste ein Mal Spritzen reichen.

Piros hat bei uns keiner gegessen, weil zur gleichen Zeit erste Birnen reif sind und die lieber gegessen werden.
b-hoernchen
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Re: Marssonina bei Äpfeln

b-hoernchen » Antwort #9 am:

Da wisst ihr also gar nicht, was euch entgeht, wenn ihr keinen Piros mehr habt!
Ich mache mir gedanklich eine Notiz, nächstes Jahr möchte ich den Piros in mein vorbeugendes Spritzprogramm gegen Marssonina mit aufnehmen. Und Duaxo bunkern, solange es noch geht!

Hier ein Foto, heute gemacht von einem Hochstamm aus der Nachbarschaft:

[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=8b90f4-1503085916.jpg][IMG]http://www.bilder-upload.eu/thumb/8b90f4-1503085916.jpg[/img][/URL]

(Vielleicht ist das Desaster mit der Zoom-Funktion besser zu sehen)
Dürfte deutlich über 50 Jahre alt sein, der Baum. Jedenfalls ist für Infektionsquellen gesorgt... .

Wurmk hat geschrieben: 7. Aug 2017, 20:23
Das Werdenberg Bäumchen direkt neben bzw. unter einem Achorn am stärksten. Letztes Jahr hatte es Ende August kaum noch Blätter. Heuer habe ich im Frühjahr 2 x mit Myco-Sin behandelt, bald nach dem Austrieb.

Lubera's Werdenberg zeigt bis jetzt bei mir ein einziges gelb-sprenkeliges Blatt.
Weißt du noch etwa das Datum, wann du behandelt hast, Wurmkönig? Richtest du dich da nach dem Witterungsverlauf, also etwa "spritzen nach stärkeren Regenfällen"?

Und wie sehen eure Gravensteiner aus? Ist der marssoninafest?
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knoepfle
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Re: Marssonina bei Äpfeln

knoepfle » Antwort #10 am:

Wenn man hier durch die Obstwiesen geht, dann haben die allermeisten Apfelbäume gelbe Blätter. Bei einigen siehts schlimm aus, bei einigen ist es unerheblich.

Am Sonntag hab ich bei einigen im Lauf der letzten Jahre gepflanzten Apfelbäumen nachgeschaut, bei denen ich die Sorten vom Etikett her kenne. Schlimm siehts aus bei Zabergäurenette und Rebella. Die untere Hälfte der Krone ist blattlos (sie stehen sehr windgeschützt, das könnte eine Rolle spielen). Daneben Schöner von Wiltshire (dem es an sich dort überhaupt nicht gefällt) hat praktisch nichts. Etwas luftiger stehen Winterrambour, Danziger Kantapfel, Gewürzluike und ein Echter Winterstreifling. Einzig die Gewürzluike hat einige gelbe Blätter - wenn die abfallen fällt das überhaupt nicht auf. An einer sehr luftigen Stelle steht eine Resi, bei der nichts auffällt, direkt neben einem alten vermutlichen Jonagold, der mittlerweile schon die meisten Blätter verloren hat und herbstlich wirkt.
b-hoernchen
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Re: Marssonina bei Äpfeln

b-hoernchen » Antwort #11 am:

Das sind interessante Beobachtungen, knoepfle!
Was du über den Gewürzluiken schreibst, steht in diametralem Gegensatz zu den Erfahrungen von Isatis blau - standortabhängig oder eventuell eine Sortenverwechslung? Interessant auch, dass du die Zabergäu-Renette als anfällig beschreibst; ich glaube, es war cydorian, der sie nicht anfällig nannte.

Scheint also gar nicht so einfach, wirklich konsistente Beobachtungen über eine Sorte zu finden. Aber um so wichtiger, dass sich die Leute mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen melden.
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thuja thujon
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Re: Marssonina bei Äpfeln

thuja thujon » Antwort #12 am:

Der Gewürzluiken ist so dicht belaubt, dass der halbe Trieb nackig sein kann und man sieht es nicht, weil die vorzeitigen Verzweigungen alles mit ihren jüngeren Blättern überdecken.

Hier steht ein Jonagold, ohne jeglichen Pflanzenschutz, mitten im Rasen, gedüngt, gewässert, wächst wie blöde, aber im Maß, die Vitalität auch wegen `Oeschbergschnitt´. Der steht jedenfalls voll im Saft, hängt voll mit (angestochenen und angepickten) Früchten, die Trieblänge ist ein vielfaches im Vergleich zu den kurzen Spiessen auf dem Nachbarschaftsfoto von b-hörnchen.
Da rieselt auch mal ein Blatt von der Triebbasis, aber defintiv kein aufkahlen und von 30 Blättern 2 weniger ist verschmerzbar.

Ein vergleichbares Bild zeigen auch alle anderen Äpfel hier: alles was gut im Wuchs steht, zeigt nur wenig gelbe bzw abgefallene Blätter.
Vieles ok, kein Schorfjahr, Mehltau auch nicht so richtig, ältere Blattlausschäden ja, von kurz nach dem Spätfrost, aber alles in allem noch gutes und viel Laub.
Alles was Trockenschäden hat, die letzten Jahre ausgemergelt wurde oder noch nie richtig vom Fleck kam, ist ein Trauerspiel.

Ich denke solange Bäume nicht genügend gepflegt werden, bleiben sie anfällig, nicht nur für Marssonina.
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Isatis blau
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Re: Marssonina bei Äpfeln

Isatis blau » Antwort #13 am:

Ich habe mich schon selbst gewundert, warum meine Gewürzluike so gesund wirkt. In der Nachbarschaft gibt es Gewürzluiken, die ganz und gar nicht gut aussehen. In den wenigen Artikeln über die Marssonina wird die Gewürzluike als anfällig beschrieben.

Mein Baum ist etwa 20 Jahre alt und wächst sehr stark. Die kränkelnden aus der Nachbarschaft sind älter und seit Jahrzehnten nicht mehr geschnitten.

Bäume, die stark wachsen, weil sie geschnitten werden, wirken gesund. Deshalb denke ich, dass schneiden und spritzen gegen die Krankheit helfen.
Ohne regelmäßige Pflege dürften Baumwiesen in ein paar Jahren Geschichte sein.
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knoepfle
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Re: Marssonina bei Äpfeln

knoepfle » Antwort #14 am:

Ob die Sorten wirklich stimmen, kann ich nicht beurteilen - ich hatte bisher aber keinen Anlass, daran zu zweifeln.

Der vermutliche Jonagold und die Zabergäurenette haben dieses Jahr stärker unter der Trockenheit gelitten als die anderen genannten. Wenns nach der Vitalität gehen würde, müsste die Zabergäurenette besser dastehen als der Wiltshire daneben, bei dem ich schon froh bin, dass er nicht rückwärts wächst.

Mir wär auch lieber, ich würde cydorian bestätigen, weil die sich an dem trockenen Standort bisher recht wacker geschlagen hat.
b-hoernchen
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Re: Marssonina bei Äpfeln

b-hoernchen » Antwort #15 am:

Ich denke auch, dass tt Recht hat, vitales Wacstum ist das A und O!
Mein Piros auf M26, dem ich mit 60 Äpfeln wohl ein bisschen zuviel zugemutet habe, pfeift wie ein Marathonläufer aus dem letzten Loch. Aber er ist dieses Jahr kaum gewachsen, letztes Jahr mit Sommerschnitt noch auf Mehrertrag (sacra fames pomorum!) getrimmt, heuer die Trockenheit nach den Wintereinbrüchen im Frühjahr - erst im August hat es zu regnen begonnen! Und ich habe das Bewässern auf die lange Bank geschoben. Jetzt hat er Marssonina, zum ersten Mal deutlich. Ich hoffe, es wird nicht allzu schlimm. Dicke, starke Leitäste zurückschneiden im Winter, das habe ich mir vorgenommen - und lieber auf etwas Ertrag verzichten

Dagegen der Jonathan 150 Meter die Straße hinauf - steht da wie eine 1! Ich habe den Besitzer gefragt -- er hat nichts gespritzt, aber im Winter durch Rückschnitt den Austrieb angeregt, im Frühjahr und Sommer gewässert. Der Baum trägt und ist triebig.

In diesem Sinne werde ich mir das mit dem Sommerschnitt in Zukunft besser 2 mal überlegen. Und bei der Unterlagenwahl vielleicht eher auf M26 denn M9 zurückgreifen... . Mein Liberty (laut Katalog auf MM111 - aber haha, Gartenshopmärchen...) ist jetzt mit 1,7 Metern so gut wie ausgewachsen, ich würde sagen, der steht auf M9 oder sogar noch was Schwächerem. Da kann ich nichts machen ... also ich könnt' ihn natürlich köpfen und dann wieder 4 Jahre warten, bis er gut anderthalb Meter hat. Der hat auch Marssonina und dem geht es wie einem Lastwagen mit Mofamotor... .
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Re: Marssonina bei Äpfeln

thuja thujon » Antwort #16 am:

Ich verlinke mal ein 5,8MB pdf.
Es geht um Wurzelentwicklung und Vitalität.
Ich fands spannend.

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/analytik/dateien/vortrag_netzwerk_klimab%C3%A4ume_wurzel_als_pdf-datei.pdf

Zusätzlich bin ich der Meinung, nur weil einzelne Bäume nicht vom Fleck kommen und krank werden, sollte man deswegen keine Sorten oder Unterlagen als nicht geeignet abstempeln.
Oft ists einfach der Baum selbst, der den Erfolg verhindert. Pflanzt man die selbe Sorten-Unterlagen-Kombi nochmal, sieht der Baum oft ganz anders aus. Deswegen bin ich sehr vorsichtig was Aussagen zu Sorten angeht.

Ich habe hier 2 Berlepsch nebeneinander auf M9. Der eine 1,8m, Krücke. Der daneben 2,7m nach Rückschnitt, weil er wächst wie blöd. Waren beide im Container angezogen, der eine konnte später rauswurzeln, der andere ist auch nach über 5 Jahren ausgepflanzt immernoch gefangen.
Solche und ähnliche Beispiele gibts hier in der Gartenanlage zur Genüge. oft werden sie nicht als solche Erkannt, weil jeder nur einen Baum pro Sorte hat und deswegen erstmal der Vergleich fehlt
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b-hoernchen
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Re: Marssonina bei Äpfeln

b-hoernchen » Antwort #17 am:

Ich denke, das mit der Anfälligkeit für Marssonina ist durch eine Reihe von Faktoren bedingt:

Da wäre zum einen mal eine sortenspezifische Empfindlichkeit - wo sich nur aus einer Vielzahl von Fällen ein schlüssiges Bild ergeben mag, deshalb bin ich für jede Meldung hier dankbar.

Dann natürlich die individuelle Wüchsigkeit der Pflanze, was durch Unterlage, die Qualität der Verwachsung mit der Unterlage, eventuelle weitere Schädigung durch Virosen , Wühlmäuse..., Standortfaktoren ("die Lage" - Boden, Klima), Pflege (Schnitt, Wässerung), Alter des Baums, Witterungsverlauf im Jahr etc. beeinflusst wird.

Genauso, wie auch die Anfälligkeit für Schorf variiert - aber mittlerweile sind die anfälligen Sorten bekannt und ebenso, wie Schaden begrenzt werden kann.

Wenn man nicht mal anfängt, sich ein Bild zu machen, werden wir in 10 Jahren noch nicht wissen, woran wir in Sachen Marssonina sind... .
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Re: Marssonina bei Äpfeln

thuja thujon » Antwort #18 am:

Da gebe ich dir recht.
Ich denke hier läufts ähnlich wie bei Birnengitterrost.
Im Erwerbsanbau kein Problem, weils mit den gängigen Fungizidbehandlungen mit erfasst wird. Im Ökoobstbau das selbe, selbst diese Spritzfolgen wirken ausreichend.
Die haben ja nun auch schmerzlich gelernt dass ein resistenter Topaz nicht ohne Fungizid auskommt, wenn man für den Markt produzieren will.

So entsteht kein nennenswerter akuter Schaden für den Obstbau, keine vertiefende Forschung deswegen, kann kein Bundesland aus den leeren Töpen finanzieren.
Streuobst mag auf der Strecke bleiben, Hobbygärtner auch auf sich alleine gestellt.

Schade. Wer nicht mitgehen kann, entwickelt sich zurück.

Als letzte Arche bleiben die verrückten wie wir...
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Re: Marssonina bei Äpfeln

b-hoernchen » Antwort #19 am:

Hier Bilder von "Schöner aus Wiltshire", aufgenommen am 29. September:

Bild Bild
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