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News: Ich finde das doof, wenn alles gleichzeitig blüht. (Anonymes Zitat von den Gartenmenschen)
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Autor Thema: Hochstamm versus Halbstamm  (Gelesen 5011 mal)

frauenschuh

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Hochstamm versus Halbstamm
« am: 17. September 2017, 09:28:36 »

Diesen Herbst habe ich mir eine Scheune mit anhängender Streuobstwiese gekauft. Auf der Wiese stehen nur noch wenige Veteranen. Immerhin. Sozusagen das Startkapital. Darunter ist ein Boskoop, eine adulte Süßkirsche und überalterte Zwetschen.

Diesen Spätherbst möchte ich dringend nachpflanzen. Knapp in der zweiten Lebenshälfte angekommen, möchte ich schließlich die Ertragsphase noch erleben  ;D

Mein Kenntnisstand ist, dass Hochstämme älter werden als Halbstämme. Wir verwenden draußen auf den Streuobstwiesen auch nur Hochstämme, auch aus ökologischen Gründen. Diese Streuobstwiese liegt aber ca. 170 m nach der letzten Bebauung und soll deswegen auch für uns Ertrag bringen.

Ich hatte allerdings in meiner alten Heimat ein Grünland mit einer uuuuralten Süßkirsche. Da konnte man nie was ernten, da selbst eine lange Leiter nicht ausgereicht hätte. Andererseits sind im Frühling gerade solche Süßkirschen ein richtiger Hingucker.

Ich wäre dankbar hier Anregungen zu bekommen, ob ich mich für Hoch- oder Halbstamm entscheiden soll. Buschobst scheidet aus, da wir eine Schafbeweidung haben und die jungen Bäume auf die Schnelle mit Paletten geschützt werden. Es wird eher utopisch sein, dass wir diesen Herbst noch zu aufwändigeren Schutzmaßnahmen kommen.

Gepflanzt wird: Eine Walnuss (die steht schon fest), zwei oder drei Birnen (Lagerbirnen, da eine Williams schon da ist), mindestens 3 Apfelbäume (Moringer Rosenapfel, Roter Eiserapfel und Danziger Kant) sowie mindestens zwei Zwetschen.

Vielen Dank schon mal für Eure Tipps
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Sternrenette

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #1 am: 17. September 2017, 09:33:49 »

Ein Halbstamm hat nur die Krone weiter unten, alles andere ist gleich.

Den hiesigen Kreisobstberater regen nach seiner Aussage beim Mähen einzig die Halbstämme auf, weil er beim Mähen hängen bleibt. Hochstämme sind da pflegeleichter.
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Antonia

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #2 am: 17. September 2017, 09:56:00 »

da wir eine Schafbeweidung haben

Aus der Erfahrung mit 1600 neu gepflanzten Hochstämmen und etwa 200 Schafen kann ich nur sagen, schon das ist nicht ganz leicht zu schützen und oft grenzwertig.
In den ersten Jahren haben wir die Stämme mit Jutematerial umwickelt, was sehr aufwändig und für die Rinde nicht gut war, nun haben wir Drahtgitter um die Stämme. Es werden aber immer wieder die unteren Astpartien, die ja zumeist aus den Leittrieben bestehen und sich über die Jahre durch Fruchtbehang absenken, verbissen. Die Schafe lernen ruckzuck, wie man "Männchen" Macht zum Anknabbern, und ein Schaf guckt es dem nächsten ab. Bei uns werden immer wieder die verbissfreudigsten Schafe aus der Herde markiert und geschlachtet, so grausam das klingt. Ich suche mal ein Bild von so einem Schutz und hänge es an -was ich aber sagen möchte, Halbstamm und Schafe verträgt sich nicht, außer du kannst die Bäume wirklich im gesamten Kronenbereich einzäunen.

Falls du dich doch für Halbstamm entscheidest, informier dich über die verwendeten Unterlagen, sie sind oft schwächerwüchsig, aber auch früher tragend als die für Hochstamm.

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Benjamin Franklin

Antonia

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #3 am: 17. September 2017, 10:26:28 »

Hier sieht man es nochmal besser, ein etwa 15-jähriger Apfel-Hochstamm, dessen untere Äste schon seit geraumer Zeit in Verbissgefahr schweben (auch Damwild weiß, wie man an die leckere Rinde kommt) -stell dir diesen Baum etwas gerader und mit 1 oder 1,2 Meter Stamm vor und dann die Schafe darunter  :P

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cydorian

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #4 am: 17. September 2017, 10:45:55 »

Ich wäre dankbar hier Anregungen zu bekommen, ob ich mich für Hoch- oder Halbstamm entscheiden soll. Buschobst scheidet aus, da wir eine Schafbeweidung haben und die jungen Bäume auf die Schnelle mit Paletten geschützt werden. Es wird eher utopisch sein, dass wir diesen Herbst noch zu aufwändigeren Schutzmaßnahmen kommen.

Auf jeden Fall Hochstämme. Die Schutzmassnahmen gegen Verbiss sind bei Schafen ohnehin schon kaum zu leisten, die Beispiele im Thread zeigen das ebenfalls anschaulich.

Ein wohnnahes Grundstück ist aber zu wertvoll, um Obst erst in 15 Jahren zu bekommen. Ich würde ein längeres und schmales Stück an einem Rand abzäunen und dort eine Sortensammlung auf schwächer wachsenden Unterlagen setzen, dichter gepflanzt. Eine Hochstammreihe kann nah dran entlang wachsen. In 20 Jahren überkronen die Hochstämme die kleinen Bäume, die zu diesem Zeitpunkt sowieso am Ende ihres Lebens angekommen sind, denn auf schwachwachsenden Unterlagen werden sie nicht alt. Dann kommen die kleinen Bäume raus und übrig bleibt eine Wiese mit gut entwickelten Hochstämmen im Ertragsstadium.

Auf dieser Weise habt ihr sofort Obstvielfalt in Wohnnähe, den Platz voll genutzt, benötigt keinen aufwendigen Einzelbaumschutz für die kleinen Bäume.
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frauenschuh

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #5 am: 17. September 2017, 11:44:37 »

Vielen Dank für Eure Antworten.

Als Ergänzung: Wir haben Landschaftspflegeschafe. Bei uns bleibt also gezielt das, was Strauchverbiss leistet. Allerdings sind sie kleiner, so dass wir mit den Paletten ganz gut fahren. Unsere großen Burenziegen kommen beispielsweise auf keine Fläche, wo hinterher noch ein Baum wachsen soll. So gut kann kein Schutz sein, dass er die überlebt. Am besten sind natürlich die Flächen, auf denen die Bäume mit Dreibein und ordentlich Abstand zum Stamm geschützt werden. Dazu - da habt Ihr vollkommen Recht - gehen aber nur Hochstämme. Wenn allerdings untere Äste nur durch Verbiss dran glauben müssen, finde ich das tolerabel. Ich finde den Kompromiss ganz sinnvoll, vielleicht am Rand die Ausnahme zu machen. Beim Rest wird´s dann wohl doch auch wieder Hochstamm.
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troll13

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #6 am: 17. September 2017, 21:10:50 »

Ein Aspekt, der mir hier bislang etwas zu kurz gekommen ist, betrifft die Verwertungswünsche und -möglichkeiten.

Äpfel und Birnen und Quitten kann man gegebenenfalls mit den sog. "Apfelpflückern" ernten und auch als Fallobst noch verwerten. Aber wer will in Hochstämme klettern, um Kirschen oder Pflaumen zu ernten?
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Roeschen1

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #7 am: 17. September 2017, 21:23:11 »

Wir haben die Zwetschgen geschüttelt, (nicht gerührt) außer wenn Zwetschgenmus daraus wurde... ;)
Es war ein riesiger (Hochstamm-) Baum mit breit ausladender Krone, Sturm Lothar hat ihn zerrissen. Die untersten Äste waren bequem von Hand zu ernten.
« Letzte Änderung: 17. September 2017, 21:32:09 von Dornroeschen »
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Rib-isel

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #8 am: 17. September 2017, 21:29:48 »

Hochstämme dienen zumeist für Obst, welches für die Vermostung oder anderer Verarbeitung dient. Will man eine Obstwiese, die Tafelobst produziert, dann ist der Halbstamm ganz klar die gesuchte Baumform (abgesehen von der Spindel). Ich würde es keinem mehr empfehlen für Tafelobst in einen hohen Baum zu klettern. Da sollte man  viel in den Schnitt am Hochstamm investieren, damit sie nicht zu hoch werden.
« Letzte Änderung: 17. September 2017, 21:39:46 von Яib-∃səl »
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Staudo

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #9 am: 17. September 2017, 21:33:57 »

Ich bin klar für relativ hoch aufgeastete Hochstämme, die nach dem Oeschbergschnitt gezogen werden. Nach ein paar Jahren kommen die Äste unter der Last der Früchte nach unten. Das, was man als Tafelobst braucht, kann man von Hand pflücken, das Mostobst aufsammeln und obendrein kommt man mit Technik zwischen den Bäumen durch.
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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #10 am: 17. September 2017, 21:36:33 »

Aus der Erfahrung mit 1600 neu gepflanzten Hochstämmen und etwa 200 Schafen

Das ist toll, aber wie bekommt ihr das finanziell, zeitlich und kräftemäßig auf die Reihe?
« Letzte Änderung: 17. September 2017, 21:38:46 von Staudo »
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cydorian

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #11 am: 17. September 2017, 21:46:16 »

Niedrige Bäume werden die Schafe fertigmachen, gleich welche Sorten. Also ist tatsächlich zunächst mal die Baumform und Schutztechniken zu klären.

Sorten wie der roter Eiserapfel sind gute Wirtschaftssorten. Was man mit dem Pflücker nicht erwischt, kann man ohne Vorbehalte schütteln und dann versaften. Walnüsse fallen von selbst, Zwetschgen werden nicht so riesig hoch und sind dann per Leiter beerntbar oder schüttelbar, wenn man was unterlegt. Decke auf Gras ist nicht schlecht. Am schwierigsten sind vermutlich Hochstammkirschen. Gibt hohe Bäume. Ich geh da mit einer freistehenden Leiter an, die zwei Stützstangen hat und komme wenigstens in den unteren zwei Dritteln von aussen an die Äste.
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Antonia

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #12 am: 17. September 2017, 22:19:16 »

Aus der Erfahrung mit 1600 neu gepflanzten Hochstämmen und etwa 200 Schafen

Das ist toll, aber wie bekommt ihr das finanziell, zeitlich und kräftemäßig auf die Reihe?

Oh das sind nicht meine Schafe und Bäume  :D 

Ich arbeite seit fast 20 Jahren in der Landschaftspflege eines gemeinnützigen Vereins in Darmstadt-Eberstadt, war in den ersten Jahren bei Grundstückserschließungen und Neupflanzungen dabei und kümmere mich heute vor allem um die Pflege des jungen Baumbestandes. Hauptaufgabe ist der Winterschnitt , aber auch Ernte, Schutz, Wasser, Düngung.

Freundeskreis Eberstädter Streuobstwiesen
http://www.streuobstwiesen-eberstadt.de/

Wer in der Nähe wohnt: am 8.Oktober ist Kelterfest :)

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #13 am: 18. September 2017, 07:54:48 »

Bekannt aus Funk und Fernsehen. Ihr macht eine tolle Arbeit!

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JörgHSK

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Re: Hochstamm versus Halbstamm
« Antwort #14 am: 18. September 2017, 14:31:21 »

Ist auch in Altbeständen keineswegs immer gleich was sich Hochstamm nennt. Da gibt es alle Übergänge zu Halb- und Hochstammmaßen.

Noch eins: Roter Eiserapfel, musst dich aber anstrengen den richtigen zu bekommen, die Baumschulen liefern heutezutage "Blauacher Wädenswil", ein Fehler in den Reisermuttergärten.
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