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Autor Thema: Studie zu Insektensterben  (Gelesen 28172 mal)

Roeschen1

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #30 am: 19. Oktober 2017, 13:47:11 »

Ich hatte unlängst längere Gespräche mit Imkern aus der Region.
Sie sagen, den Stadtbienen geht es besser als die auf dem Land Lebenden. Blüten und damit Nahrung sind innerstädtisch länger verfügbar, so ausgeräumt ist inzwischen unsere Natur.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 14:09:25 von Dornroeschen »
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Staudo

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #31 am: 19. Oktober 2017, 13:49:51 »

Auch das kann man so pauschal nicht sagen. Eine Straßenkreuzung wird für Bienen ähnlich uninteressant sein wie ein Maisacker. Übrigens beginnt sich der Maiszünsler massiv auszubreiten und damit nimmt die Insektenanzahl auf Maisäckern wieder zu.
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Es könnte mal wieder regnen.

Roeschen1

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #32 am: 19. Oktober 2017, 13:55:01 »

Es sind die Gärten, die den Bienen Nahrung geben.
Bei mir fliegen noch viele Bienen und Hummeln. Der Lavendel, Salbei, Basilikum, Rosmarin blüht noch.
In der Stadt Ludwigsburg gibt es noch Alleen aus Linden und Akazien und somit Imker, die davon profitieren.
Vorkommen in der freien Landschaft, ich kenne hier keine.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 14:06:29 von Dornroeschen »
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tarokaja

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #33 am: 19. Oktober 2017, 14:01:46 »

Also ich bin immer noch dafür, das eine zu tun und alles andere auch

Guter Ansatz  :D

Beides ist sinnvoll, das eine im großen - und deshalb wichtiger für die Zukunft, das andere im kleinen - und deshalb gut für die eigene unmittelbare Lebensqualität.
Idealerweise macht man noch was Drittes: Aufklären und lästig sein...

...
Vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wenn genug Tropfen zusammenkommen, bewegt sich was.

Ich meinte wirklich ALLES andere auch also 'Drittes' eingeschlossen, allerdings ausdrücklich nicht belehrend;D
Sonst erhöhen sich nur Widerstand und Ablehnung...

Gut informiert sein und überall viele 'dumme' Fragen stellen - die Wirkung ist um einiges wirkungsvoller, v.a. weil man dann selbst immer weiter dazu lernt...

Danke für den Link, thuja thujon.  :)

Ich weiss gar nicht, wie das in der Schweiz mit dem Monitoring ist. Sobald im Winter der Garten nicht mehr so viel Aufmerksamkeit und Arbeit fordert... muss mal schauen, ob ich alte Kontakte aktivieren kann.

 
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 14:03:38 von tarokaja »
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lune5

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #34 am: 19. Oktober 2017, 14:11:24 »

Kleiner Einwurf: Wem bienengerecht zu aufwändig ist - wie wäre es mit Efeu? Wir haben so einiges efeubegrüntes und da tobt zurzeit das pralle Insektenleben. Von Schmetterlingen über Bienen, Hummeln, Wespen, manche, die ich bisher noch nie gesehen hatte. Wenn man vorbei geht, steigt eine Wolke auf. Das fängt an, sobald morgens die Sonne scheint und geht bis zum frühen Abend.
LG lune
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hymenocallis

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #35 am: 19. Oktober 2017, 14:18:37 »

Gut informiert sein und überall viele 'dumme' Fragen stellen - die Wirkung ist um einiges wirkungsvoller, v.a. weil man dann selbst immer weiter dazu lernt...
Ich habe letztens im Supermarkt nach palmölfreier Margarine gefragt - idealerweise regional und biologisch produziert. Großes Rätselraten und Produkt-Analysieren war die Folge - und dann die beschämende Erkenntnis des Abteilungsleiters, daß sie tatsächlich keine im Sortiment haben. Es haben einige Kunden und ein Teil des Personals mitbekommen - war wohl bewußtseinsbildend. Wenn mehr Leute fragen, wird sich das Sortiment ändern  ;)
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neo

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #36 am: 19. Oktober 2017, 14:20:31 »

Ich weiss gar nicht, wie das in der Schweiz mit dem Monitoring ist.

Gab es bisher scheinbar nicht, aber man weiss trotzdem, dass die Insekten abgenommen haben.
https://www.srf.ch/news/panorama/es-hat-wie-regen-gegen-die-windschutzscheibe-geklatscht

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Roeschen1

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #37 am: 19. Oktober 2017, 14:20:46 »

Ja, der zieht Insekten, auch Hornissen, magisch an, wenn er blüht, das Bild ist vom September.
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Rieke

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #38 am: 19. Oktober 2017, 14:25:56 »

Überrascht hat mich in dem Artikel die Aussage, das es nur so wenig systematische Monitoringdaten gibt.
Das wäre aber mit das Wichtigste, um nicht auf der Ebene von Einzeleindrücken und anekdotischen Fallbeispielen zu bleiben.

Frage (nicht nur) an Lerchenzorn: Gibt es da wirklich so wenig bis nichts?

Die üblichen ökologischen Untersuchungen betrachten gerade bei Insekten eher einzelne Artengruppen, z.B. Wildbienen oder Laufkäfer und dann die Arten- und Individuenzahl, nicht die Biomasse von fliegenden Insekten insgesamt.

Wieviel Pestizide werden eigentlich in Naturschutzgebieten verspritzt, wieviel Hecken dürfen dort gerodet werden, wieviel Dünger darf ausgebracht werden?
Dort wurde der Rückgang gemessen, der mit den Änderungen der Landnutzung und dem Pestizideinsatz nicht erklärbar ist.
Mit diesem Ergebnis darf man auch über Klima und Luftqualität nachdenken.

Zu Naturschutzgebieten gibt es normalerweise eine Satzung, die vorschreibt, was dort zulässig ist, unterlegt durch ökologische Gutachten, und außerdem einen Pflege- und Entwicklungsplan. Was zulässig ist, hängt daher von den jeweiligen ökologischen Gegebenheiten und dem Schutzzweck ab. Wenn eine z.B. offene Heidelandschaft erhalten werden soll, geht es nicht ohne Beweidung, wenn sehr störungsempfindliche Tierarten vorkommen, kann es ein Betretungsverbot geben. Land- oder Forstwirtschaft kann verboten sein, oder durch Auflagen eingeschränkt, aber das ist nicht immer so.

Zu den Ursachen: Pestizideinsatz wurde in der Studie nicht betrachtet, wahrscheinlich fehlen die flächendeckenden Daten, wie die benachbarten landwirtschaftlichen Flächen jeweils bewirtschaftet wurden. Die Landnutzung wurde durch Luftbildauswertung ermittelt, in einem Umkreis von 200 m um die Fallen. Daß kein Zusammenhang zwischen Landnutzung und Rückgang der Insekten in dieser Studie nachgewiesen wurde, heißt nicht, daß es den nicht gibt - vielleicht wurde die Landnutzung nur nicht genau genug betrachtet. In der Diskussion wird  Intensivierung der Landwirtschaft als eine mögliche Ursache genannt.

Außerdem steht dort: "The reserves in which the traps were placed are of limited size in this typical fragmented West-European landscape, and almost all locations (94%) are enclosed by agricultural fields. Part of the explanation could therefore be that the protected areas (serving as insect sources) are affected and drained by the agricultural fields in the broader surroundings (serving as sinks or even as ecological traps) " Ich würde daher Verinselung und Fragmentierung von Lebensräumen für einen der verantwortlichen Faktoren halten.
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bristlecone

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #39 am: 19. Oktober 2017, 14:30:11 »

Ich würde daher Verinselung und Fragmentierung von Lebensräumen für einen der verantwortlichen Faktoren halten.

Das scheint mir plausibel.

In dem von Neo verlinkten Text wird auf weitere Faktoren hingewiesen: bis zu achtfache Mahd von Wiesen, keine Übergänge zwischen landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen und Waldrändern, Rückzug nachtaktiver Insekten in immer seltener werdende "Dunkelrefugien".


Meine Schwägerin (auch in der Schweiz wohnhaft) meinte erst kürzlich, es gäbe keine dreckigen Windschutzscheiben mehr (tönt irgendwie wie Reinhard Meys Lied "Es gibt keine Maikäfer mehr" ...), woraufhin ich ihr erstaunt zustimmen musste. Bewusst aufgefallen war mir das nämlich bis zu ihrer Bemerkung nicht, aber es ist definitiv so. ...

Das liegt auch an den heutzutage "windschnittigeren" Autos; die Frontscheiben heutiger Modelle sind im Vergleich zu früheren Jahrzehnten abgeflachter, um einen besseren cw-Wert zu erreichen.

Ja - einerseits.

Andererseits: Auch bei gewöhnlichen Lokomotiven ist dieser Effekt zu beobachten, siehe in dem von Neo verlinkten Artikel. Und da bezweifle ich, dass die Lokfront heute wesentlich windschnittiger ist.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 14:32:09 von bristlecone »
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RosaRot

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #40 am: 19. Oktober 2017, 14:53:10 »

Ich würde daher Verinselung und Fragmentierung von Lebensräumen für einen der verantwortlichen Faktoren halten.

Eben, wie  in #29 bereits (anders ausgedrückt)bemerkt: der Großteil der Daten wurde in NRW erhoben, nur vier Fallen standen in Brandenburg (wo ist mir nicht ganz klar , irgendwo in Südostbrandenburg?), andere Gebiete wurden nicht erfasst. NRW ist sehr dicht besiedelt, natürlich sind dort Lebensräume für Nichtmenschen stark fragmentiert.
Das ist in großen Teilen Sachsen-Anhalts beispielsweise völlig anders. Interessant wäre mal so eine Studie beispielsweise da wo die Wölfe wohnen und sonst niemand: in der Colbitz-Letzlinger Heide z.B. oder anderen nicht betretbaren ehemaligen Militärgeländen.
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Viele Grüße von
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hymenocallis

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #41 am: 19. Oktober 2017, 15:02:18 »

Ja, der zieht Insekten, auch Hornissen, magisch an, wenn er blüht, das Bild ist vom September.

Auch Insekten, Spinnentiere, Gliedertiere, Urinsekten etc. die keine Blüten besuchen, sind wichtig - eine einseitige Förderung durch die Ansiedlung von Blütenpflanzen mit großem Nektarangebot sorgt nicht wirklich für Biodiversität, auch wenn das rege Gesumm für uns Menschen nett anzusehen ist.
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Roeschen1

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #42 am: 19. Oktober 2017, 15:28:06 »

Ja, das ist mir bekannt, es ist ein Baustein...
nach eins kommt zwei... ;)
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Tara

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #43 am: 19. Oktober 2017, 16:45:52 »

Heute kommentiert die FAZ den Artikel. Man beachte die Bildunterschrift: "Summ summ summ, Bienchen summ herum..."  :-X  Information tut not.
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Rieke

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #44 am: 19. Oktober 2017, 17:14:40 »

Dieser etwas ältere Artikel in der FAZ über den Krefelder Verein ist lesenswert - und mit schönen Fotos.
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