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Autor Thema: Studie zu Insektensterben  (Gelesen 28344 mal)

RosaRot

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #45 am: 19. Oktober 2017, 19:43:48 »

Dieser etwas ältere Artikel in der FAZ über den Krefelder Verein ist lesenswert - und mit schönen Fotos.

Daraus ein Satz: "Ob im Garten oder auf dem Acker, in Deutschland gilt unerschütterlich: Ordnung muss sein."

So ist es, das ist eines der schlimmsten Wendegeschenke. Wie ich mich ärgere über die regelmäßig maschinell "abgewüteten" Wegränder, über das Fällen alter Obstbaumalleen usw.usw...

In England fielen mir die vielen Hecken und schönen Bäume inmitten der Felder auf, riesige alte Eichen, auch umgebrochene alte. Verwundert hat mich, dass in den Gärten nur wenige Insekten zu sehen waren. An Schmetterlingen sah ich nur einige Admirale. Auch dort nur wenig Insekten, trotz Hecken und Gebüschen samt Rändern noch und nöcher?
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RosaRot

Quendula

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #46 am: 19. Oktober 2017, 19:44:37 »

Heute in den Nachrichten meines Radiosenders kam eine kurze Meldung dazu. O-Ton des letzten Satzes: "...wichtig sei, die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln einzuschränken, sagen die Fachleute." Übrigens war das dort das einzige Fazit. Habe hingeschrieben und denen gesagt, dass das aus der Studie nicht hervorgeht. Es kam sogar eine Antwort des Radiosenders  (:D) "... Der NABU-Chef hat deshalb ganz konkret den Verzicht von Pestiziden in dem Zusammenhang gefordert." Stimmt das so?
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hymenocallis

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #47 am: 19. Oktober 2017, 19:52:38 »

In England fielen mir die vielen Hecken und schönen Bäume inmitten der Felder auf, riesige alte Eichen, auch umgebrochene alte. Verwundert hat mich, dass in den Gärten nur wenige Insekten zu sehen waren. An Schmetterlingen sah ich nur einige Admirale. Auch dort nur wenig Insekten, trotz Hecken und Gebüschen samt Rändern noch und nöcher?

Schau mal hier: http://derstandard.at/2000042911377/Neonicotinoide-Neue-Studien-bestaetigen-Bedrohungslage-fuer-Bienen

Daß Insektizide Insekten töten bzw. ganze Populationen schädigen ist nun ja wirklich nicht überraschend.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 19:56:35 von hemerocallis »
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Quendula

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Waldmeisterin

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #49 am: 19. Oktober 2017, 20:16:27 »

Dieser etwas ältere Artikel in der FAZ über den Krefelder Verein ist lesenswert - und mit schönen Fotos.

Daraus ein Satz: "Ob im Garten oder auf dem Acker, in Deutschland gilt unerschütterlich: Ordnung muss sein."

So ist es, das ist eines der schlimmsten Wendegeschenke. Wie ich mich ärgere über die regelmäßig maschinell "abgewüteten" Wegränder, über das Fällen alter Obstbaumalleen usw.usw...

In England fielen mir die vielen Hecken und schönen Bäume inmitten der Felder auf, riesige alte Eichen, auch umgebrochene alte. Verwundert hat mich, dass in den Gärten nur wenige Insekten zu sehen waren. An Schmetterlingen sah ich nur einige Admirale. Auch dort nur wenig Insekten, trotz Hecken und Gebüschen samt Rändern noch und nöcher?

Das ist wohl kein deutsches Problem, ich denke eher, woanders ist es noch schlimmer. Frankreich etwa. Zu unserem Haus in der bretonischen Einöde führt ein Feldweg, eine Sackgasse. Da kam einmal im Jahr die Gemeinde durch und hat den grasigen Mittelstreifen mit Glyphosat behandelt  :o
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bristlecone

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #50 am: 19. Oktober 2017, 20:44:43 »

*antwortet sich selber*

Nein, stimmt nicht ganz: "Der NABU fordert daher generell eine drastische Reduktion des Pestizideinsatzes und ein Verbot aller Pestizide auf der als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Landesfläche.". Oder fand jmd was anderes dazu?


Diese NABU-Forderung ist ja nicht neu, und eine kurze Recherche zeigt, dass dazu z. B. wiederholt kleine Anfragen von Landtagsmitgliedern in verschiedenen Bundesländern gestellt wurden.
Den Landesregierungen resp. zuständigen Behörden scheinen dazu aber keine zentral zusammengefassten Daten vorzuliegen.
Ich frage mich: Hat der NABU dazu Daten und Informationen, dass in NSG regelmäßig PSM eingesetzt werden? Wenn ja, aus welcher Gruppe: Herbizide, Insektizide?

Oder macht sich so eine Forderung "Keine Pflanzenschutzmittel in Naturschutzgebieten" einfach gut?
Gerade jetzt, wo diese Insektenstudie überall in den Medien Erwähnung findet.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 20:50:35 von bristlecone »
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troll13

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #51 am: 19. Oktober 2017, 21:03:04 »

Hier werden doch schon wieder Nebenkriegsschauplätze wie bei der Glyphosatdiskussion eröffnet.

Und mit unvernetzten Reservaten wie Naturschutzgebieten, wird man die Artenverarmung eh nicht aufhalten können.

Während für Gewässerrandstreifen schon besondere Schutzbestimmungen gelten, werden ökologisch wichtige Randsituationen auf Wegeseitenrändern immer noch unterbewertet. Hier würden allein verbindliche Regelungen über Mahdtermine aber auch die Überprüfung der Besitzgrenzen für Ackerränder schon viel für die Förderung der Biodiversität bringen.
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lerchenzorn

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #52 am: 19. Oktober 2017, 22:37:06 »

Gewässerrandstreifen sind oft nur in minimalem Umfang wirksam geschützt, je nach Förderkulisse der Bundesländer. Die Sicherheitsabstände für den Einsatz nach Düngemittelverordnung betragen oft weniger als 1 (einen!) Meter, mitunter beeindruckend präzise (wodurch?) ermittelte 0,7 m.  Das Eigentum schützt einen Randstreifen nicht, wenn der Eigentümer der angrenzende Ackernutzer selbst oder ein mit ihm auf keinen Fall in Konflikt geraten wollender Mitbürger ist. Beides die überwiegend anzutreffenden Normalfälle.

Schutzgebiete sind wichtig. Sie verschlechtern sich in ihrem Zustand überwiegend ebenfalls, das ist richtig. Der Schwund wertvoller Arten und Lebensräume in ihnen ist aber immer noch geringer als in gar nicht geschützten Landschaftsausschnitten.

Zur Wirksamkeit von Schutzgebieten: entscheidend über den Einsatz landwirtschaftlicher Mittel und Methoden und die Nutzungsweisen ist die jeweilige Schutzgebietsverordnung. "Milde" Verordnungen haben geringe Schutzwirkung. Die Verordnungen sind umso milder, je mehr Landwirtschaftsminister durch grundsätzliche Blockaden bei der Mitzeichnung dieser Verordnungen Gefälligkeit und Wohlverhalten politisch schwacher Naturschutzstellen erzwungen haben. Ich habe willkürlich ein Grünlandgebiet herausgegriffen: Eine neuere, schon unter den Verschärfungen des europäischen Naturschutzrechtes erlassene Verordnung über das Naturschutzgebiet "Oberes Rhinluch". §§ 4 und 5 machen deutlich, was letztlich an Beschränkungen für die Landwirtschaft gilt. PSM sind in dem Fall im Grünland ausgeschlossen, Nutzungstermine sind nicht beschränkt. Es ist, für Brandenburg, keine überdurchschnittlich lasche Verordnung - eher der Durchschnitt. Das Lavieren zwischen den eigentlich notwendigen Beschränkungen und dem letztlich durchgesetzten Verordnungsinhalt ist an vielen Stellen spürbar.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 22:38:37 von lerchenzorn »
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thuja thujon

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #53 am: 19. Oktober 2017, 22:37:10 »

Ich denke je mehr man Pestizidverbot oder Efeupflanzungen oder Honigbienengerechte Gärten fordert, desto eher kann man ganz Deutschland unter Beton begraben.

Das Argument mit Verinselung, das zieht. Gibts belastbare Untersuchungen dazu?
Ich kenne nur welche von der Stadt, und die stellen trotz hoher Artenvielfalt ein katastrophales Zeugnis dafür aus. Weil Artenvielfalt die Menge beschreibt, nicht die Qualität und Struktur.
Warum überhaupt die Forderung zur Erhöhung der Artenvielfalt?

`Unser Dorf soll schöner werden´, das Bauernsterben und damit zusammenlegen der Nutzflächen... Es wäre mal eine spannende Frage, wie sich die Insektenbiomasse bzw Futterqualiät des ersten faunistischen Teils der Nahrungskette in dichtbesiedelten Gebieten Westdeutschlands zu den schon länger bestehenden, eher größeren Äckern in den neuen Bundesländern in den letzten 3 Jahrzehnten entwickelt hat.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 22:39:44 von thuja thujon »
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lerchenzorn

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #54 am: 19. Oktober 2017, 22:41:40 »

Zuverlässiger als bei den unzureichend untersuchten Insekten sind die Aussagen, die über Vogelarten in der sogenannten Normallandschaft vorliegen. Diese werden zwar auch ehrenamtlich, aber in solcher Dichte und Regelmäßigkeit erhoben, dass sie statistisch besser belastbar sind. (Zugleich sind sie die einzige Artengruppe, die den Indikator "Artenvielfalt" im nationalen Nachhaltigkeitsindex repräsentieren - was viel über die Dürftigkeit des Indikators, aber auch über die unvergleichlich hohe Schlagkraft der ehrenamtlichen Ornithologen aussagt.)

Ebenfalls aussagefähig sind die auf ausgewählte Arten und Biotope beschränkten Monitoring-Programme zu den europäisch geschützten Arten und Lebensräumen, die in den Anhängen der FFH-Richtlinie erfasst sind.

Die Ergebnisse beider Programme sind ernüchternd:

Nachhaltigkeitsindex:
Zielerreichung über die Vogelarten aller Landschaftstypen
... in der Agrarlandschaft
... den Siedlungen
... in Wäldern.

Nationaler FFH-Bericht 2013 (gelb und rot markieren unzureichende Zustände):
Nationaler Bericht FFH 2013, Zusammenfassung
Zustand Anhangs-Arten
Zustand der Lebensräume

Umfassend und mit gründlicher Ursachenbetrachtung ist eine schon ältere Gegenüberstellung der Vogelwelt innerhalb und außerhalb brandenburgischer Großschutzgebiete: Bestandsentwicklung der Brutvögel in Brandenburger Großschutzgebieten im Vergleich mit Ostdeutschland 1995-2004.

Das hat nun alles nicht direkt mit den sterbenden Insekten zu tun, im Geschehen und in der Analyse aber große Ähnlichkeiten. Es wäre verwunderlich, wenn sich ein tendenziell, mitunter rasant verschlechternder Landschaftszustand nicht auf Insektenpopulationen auswirken sollte.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2017, 22:58:16 von lerchenzorn »
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Roeschen1

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #55 am: 19. Oktober 2017, 22:58:39 »

Ich denke je mehr man Pestizidverbot oder Efeupflanzungen oder Honigbienengerechte Gärten fordert, desto eher kann man ganz Deutschland unter Beton begraben.

Das Argument mit Verinselung, das zieht. Gibts belastbare Untersuchungen dazu?
Ich kenne nur welche von der Stadt, und die stellen trotz hoher Artenvielfalt ein katastrophales Zeugnis dafür aus. Weil Artenvielfalt die Menge beschreibt, nicht die Qualität und Struktur.
Warum überhaupt die Forderung zur Erhöhung der Artenvielfalt?
???
Ich möchte nicht in einer strukturarmen ausgeräumten Landschaft leben, ich plädiere für Streuobstwiesen mit ihrer Artenvielfalt.
Es geht darum, jeder kann etwas in seinem Umfeld tun um Arten einen Lebensraum zu bieten, es gibt so viel Möglichkeiten und wo fange ich an, bei mir selbst.
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lerchenzorn

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #56 am: 19. Oktober 2017, 23:15:14 »

 ;) Ja, da bleiben bei mir auch einige Fragezeichen, bei dem, was uns Thuja Thujon sagen wollte.


Im DLF-Interview argumentiert der Studienleiter Hans de Kroon ausführlich und verweist auf weitere Arbeiten, die an anderen Stellen die Lebensfeindlichkeit industriell bewirtschafteter Agrarfläche belegen.

Noch einen Punkt hebt er hervor: der Schwund betrifft in den letzten Jahren immer stärker auch häufige, vor wenigen Jahrzehnten noch allgegenwärtige Arten. Für unsere Landschaften ist das ein Dejavu. Vor 250 bis 200 Jahren durchlief ein großes Spektrum mitteleuropäischer Arten (ich kann es vor allem für Pflanzen benennen) derart dramatische Bestandseinbrüche, dass schon die ersten systematischen Inventuren von Botanikern in der Mitte des 19. Jahrhunderts die ehemalige Häufigkeit dieser Arten nicht mehr abbilden konnten. Ursache war die, in landschaftshistorischen Maßstäben, schlagartige Ablösung der auf Subsistenz gerichteten Gemeinnutzungen durch separierte, auf Erwirtschaftung von Reinerträgen zielende Nutzungen. Von da an nahm die Nischenvielfalt für konkurrenzschwache, nährstoff- und versauerungsempfindliche Arten und Strukturen tendenziell ab, stark beschleunigt in den letzten 60 bis 70 Jahren und weiterhin anhaltend.

Nun könnte ein neuer Absturz einsetzen, mit weiter gesteckten Ursachen und völlig neuen "Opfern".
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thuja thujon

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #57 am: 19. Oktober 2017, 23:39:26 »

Mhh, ok. Ich versuche zu ergänzen.
Viele Leute haben in den letzten Jahren Insektenhotels gekauft oder selbst gebastelt, leider oftmals Modelle, die höchstens eher wenig nutzen bis völlig ungeeignet sind. Die betroffenen Leute sind aber fest davon überzeugt, etwas gegen `das Insektensterben´ getan zu haben. Auch mit der vielfältigen Bepflanzung ungefüllter Nektar- und Pollenpflanzen. Nüchtern betrachtet, oftmals völlig sinnfrei bzw bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein.
Ändern tut man damit nichts.
10 Euro für Neudorffs Nisthilfe und eine Tagetes für 2,99 ist was anderes als eine gut geplante Streuobstwiese im passenden Biotopverbund.
Man hat sein gewissen beruhigt und verhidnert damit verändernde maßnahmen. Für die ist dann niemand mehr bereit, man hat ja schließlich schon angefangen.

Deswegen schrieb ich von zubetonieren. Wenn Efeu im Garten eine Lösung sein soll. Welche Insekten ziehen dort ihre Nachkommen auf, außer die ein oder andere Wespe? Genauso nicht wirklich hilfreich wie Schmetterlingsflieder für Schmetterlinge. Die Bienen am Efeu fallen demnächst runter und sind Proteindünger. Dann doch eehr Krokusse, die ernähren im Frühjahr die ersten Humelln, wenn die Königinnen aus dem Winter erwachen und ein neues Volk gründen wollen. Wenn die nix finden, ist das weitaus folgenreicher als Honigbienen, die 2 Tage vor ihrem normalen Tod verhungern.

Artenvielfalt: in der Stadt höher als auf dem Land, aber qualitativ ist sie dort Mist. Zuviele Neozoen und Neophyten.
Ursprünglich vorkommende Arten sind verschwunden bis stark zurückgedrängt, wegen der Verinselung der Lebensräume, sofern überhaupt noch vorhanden.
Damit ist oft auch die Insektenbiomasse gesunken.

Von ländlichen Gebieten kenne ich keine Untersuchungen, die speziell die Veränderungen der Biotopentnetzung beschreiben. Etwa wie sich vereinzelte Flurbereinigungsmaßnahmen und Zusammenlegung von vielen kleinen zu wenigen großen Äckern auswirkte, wenn dadurch Wanderkorridore zerstört wurden. Ab wann beginnt hier die Insektenbiomasse zu sinken?
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bristlecone

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #58 am: 20. Oktober 2017, 10:30:20 »

In diesem Interview in der hiesigen Zeitung wird ganz gut klar, worum es geht: Freiburger Forscherin über die Studie zum Insektensterben.

Eine Kernaussage:

BZ: Der Bauerverband kritisiert, dass die Studie ausschließlich in Schutzgebieten stattfand.

Klein: Es gäbe noch viel mehr Kritikpunkte zu finden, die findet man bei jeder wissenschaftlichen Studie. Es ist aber die erste Studie, die den Rückgang über Insekten über Jahre hinweg zeigt. Sollen wir jetzt ein optimales Studiendesign machen, 30 Jahre weiter forschen, bis wir dann endlich sagen können "Jetzt wissen wir es ganz genau"? Für manche Arten wird es dann wohl zu spät sein. Wären die Daten nicht in Schutzgebieten, sondern beispielsweise in einem Maisfeld gesammelt worden, hätten wir dort vielleicht einen geringeren Schwund. Aber nur, weil dort schon immer weniger Arten waren. Dazu kämen noch die ganzen Schädlinge, die dann auch zur reinen Biomasse zählen. Das Argument des Bauernverbandes kann das Ergebnis der Studie nicht entkräften.


Mit dieser Studie, die in den Medien große Beachtung findet, gelangt dieses Thema wenigstens überhaupt mal in die breite Öffentlichkeit (Ja, es wird wieder verschwinden).
Zu wünschen wäre, wenn das nun nicht wieder eine neue Runde Schwarzer Peter einleitet. Aber das wird ein frommer Wunsch bleiben: Die einen werfen Nebelkerzen, andere sehen die Gelegenheit, mal wieder ihre Lieblingsthemen in de Vordergrund zu stellen.
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2017, 10:35:51 von bristlecone »
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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #59 am: 20. Oktober 2017, 11:35:13 »

Die wesentliche Kernaussage sehe ich darin:

``BZ: Wo sehen Sie denn jetzt Handlungsbedarf?

Klein: Die Wissenschaft sollte weiter in diese Richtung forschen und braucht natürlich Gelder für Langzeitstudien. Auf kurze Sicht könnte man anhand der aktuellen Studie die Faktoren herausarbeiten, die für das Artensterben verantwortlich sind, denn darüber trifft die Studie keine Aussage.´´

Was mich nervt, ist das das Thema offensichtlich nicht angegangen werden will, politisch kein Konsens da ist.
Es wird wieder nur nach Schuldigen gesucht, es sind gestern wieder die selben verurteilt worden wie sonst auch, ein herausarbeiten einiger Lösungsansätze rückt in weite Ferne.

Das möchte ich nicht meinen Enkeln erklären müssen. Dass die `Natur´ von Naturschutzverbänden unter großem medialem Beifall kaputt geschützt worden ist und nur der kurzfristige Hype damals zählte.
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