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|13|3|Ohne Glyphosat geht die Welt nicht unter, aber sie wird auch kein Fitzelchen besser. (bristlecone)

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Autor Thema: Studie zu Insektensterben  (Gelesen 28229 mal)

Roeschen1

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #135 am: 24. Oktober 2017, 22:07:36 »

Ihr wißt es nur noch nicht - aber der Wolf beispielsweise wird (oder ist bereits) fester Bestandteil der Großstadtfauna. So wie Fuchs, Wildschwein, Taube....
Und das hat nichts mit naturnahem Lebensraum oder Landwirtschaft zu tun. Er ist ein Opportunist - er wird einwandern.
Das glaube ich nicht, die Menschen haben zu viel Rotkäppchen gelesen. Dieses Image wird er nicht mehr los. Die Bären werden vom Müll angelockt und der Wolf? Er meidet den Menschen, auch in den Ländern wo es schon immer Wölfe gibt.
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dmks

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #136 am: 24. Oktober 2017, 22:27:46 »

In der Kleinstadt ist er schon angekommen ;)

Und bitte - wir haben ihn hier "vor der Haustür" jedenfalls bis am Gartenzaun und mitten in den Dörfern - Menschen meiden ist was anderes!
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2017, 22:30:02 von dmks »
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häwimädel

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #137 am: 24. Oktober 2017, 22:40:42 »

Irgendwann hat sich der Wolf an den Menschen angeschlossen. So sind die Haushundrassen entstanden. Warum sollte er sich jetzt anders verhalten?
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dmks

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #138 am: 24. Oktober 2017, 22:46:12 »

Ist jetzt lustig im "Insektensterberthread" - aber so gehen halt Diskussionen.

Es gibt die zwei größten Irrtümer über den Wolf- deswegen mal klargestellt: Er frißt keine Großmütter; und er lebt nicht im Wald!
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lerchenzorn

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #139 am: 24. Oktober 2017, 22:48:08 »

Nicht nur. Aber lassen wir den Wolf  sein. Das führt hier zu nichts.
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thuja thujon

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #140 am: 24. Oktober 2017, 22:57:14 »

So weit so gut. Deutlich schlechter läuft es für alle, die konkurrenzschwache Lebensräume besiedeln, nährstoffsensibel sind, hohe landschaftsstrukturelle Anforderungen haben oder schlicht kein Herbizid vertragen.
Wenn man speziell auf die Kräuter guckt, man schaue sich dazu nur mal die Vielfalt und Spezialisierung der Russelkäfer an, da könnte man schon fast ein Prototypmodell haben, warum mit Knicks und Co kein Krieg zu gewinnen ist, sondern gezielte Modelle her müssen.
Warum gibts die nicht? Evtl weil seit Jahrzehnten die Naturforschung behördlich massiv zurückgeschraubt wurde?
Ist das wirklich so wenig wichtig wie ein Fussballverein, der in der alleruntersten Liga mal ein neues Eckfähnchen braucht?

Samenvorräte im Boden erschöpfen sich mit den Jahren, fehlen die Pflanzen zu den spezialisierten Insekten, merkt man es Jahre später weenn sich vieles aufsummiert an den Vogeldaten. Behaupte ich jetzt mal frech und erstmal unbegründet...
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dmks

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #141 am: 24. Oktober 2017, 22:59:04 »

Nicht nur. Aber lassen wir den Wolf  sein. Das führt hier zu nichts.
Genau.

Ich denke verkehrstechnisch lassen sich diese Unmengen an zerklatschten Insekten derzeit nicht mindern - wo liegen die Reserven um ihre Ausbreitung zu fördern?
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thuja thujon

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #142 am: 24. Oktober 2017, 23:17:14 »

Gibts Untersuchungen, wieviel Biomasse vom Gesamtanteil auf diejenigen Insekten entfällt, die als hochspezialisiert gelten?
Wieviel Biomasse machen die Generalisten in den verschiedenen Lebensräumen aus?
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bristlecone

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #143 am: 24. Oktober 2017, 23:20:24 »

Irgendwann hat sich der Wolf an den Menschen angeschlossen. So sind die Haushundrassen entstanden. Warum sollte er sich jetzt anders verhalten?

Weil der Hund nicht von dem heute lebenden Wolf abstammt, sondern von einer ausgestorbenen Art.
Hier: https://en.m.wikipedia.org/wiki/Origin_of_the_domestic_dog

Und hier:
https://www.nytimes.com/2017/10/13/science/wolves-dogs-genetics.html

Sehr interessanter Artikel, der mir gerade letzten Sonntag in der NYT unterkam, über die Abstammung des Hundes und die Verhaltensunterschiede zwischen heutigen Wölfen und Hunden.
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2017, 23:31:54 von bristlecone »
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hymenocallis

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #144 am: 25. Oktober 2017, 07:30:15 »

Das ist in D ein wenig anders, Österreich hat viel mehr Biobauern. 20% der Agrarfläche in Ö. sind Bioanbau, in D nur 6%.
Frag mal einen Bauern mit Milchvieh, ob er mit ca 37 cent pro Liter Milch wirtschaften kann.

Deutsche Konsumenten sorgen dafür, daß der Bio-Anbau in Deutschland auch weiterhin 'exotisch' bleibt. Der Bevölkerung sind die Auswirkungen ihres Konsumverhaltens offenbar herzlich egal - erst wenn die Bestäuberpopulationen zusammenbrechen, die Obst- und Fruchtgemüseproduktion nicht mehr klappt und dann auch die Blütenpflanzen auszusterben beginnen, wird sich vielleicht etwas ändern  :-\

Es wäre echt interessant, was das für das Insektensterben bedeutet. Gibt es Vergleichszahlen, Insektenpopulationen in Abhängigkeit von Bioanbaufläche.
Es wäre interessanter, ob auf größeren zusammenhängenden Bioanbauflächen eine größere Artenvielfalt und Populationsdichte herrscht - auf den konventionell bewirtschafteten Feldern in Österreich sieht es wohl in Bezug auf die Insektenfauna nicht besser als in Deutschland aus.
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hymenocallis

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #145 am: 25. Oktober 2017, 07:32:56 »

Wenn es so simpel wäre und ohne den Verzicht auf Insektizide und Herbizide funktionieren würde, wäre Großbritannien nicht genauso stark vom Rückgang der Gesamt-Insektenpopulation und vom Verschwinden vieler Arten betroffen. Dort wird vergleichsweise wenig ausgeräumt und gemäht - sieht hübsch aus, bringt aber kaum Effekte.

Gerade GB habe ich sehr aufgeräumt in Erinnerung.  ??? 

Ich habe erst voriges Jahr hier Bilder von der bunten und vielfältigen Ruderalflora in Südengland gezeigt - mich hat die Menge und Vielfalt gewundert. Wo war es denn so aufgeräumt?

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Roeschen1

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #146 am: 25. Oktober 2017, 10:54:50 »

Das ist in D ein wenig anders, Österreich hat viel mehr Biobauern. 20% der Agrarfläche in Ö. sind Bioanbau, in D nur 6%.
Frag mal einen Bauern mit Milchvieh, ob er mit ca 37 cent pro Liter Milch wirtschaften kann.

Deutsche Konsumenten sorgen dafür, daß der Bio-Anbau in Deutschland auch weiterhin 'exotisch' bleibt. Der Bevölkerung sind die Auswirkungen ihres Konsumverhaltens offenbar herzlich egal - erst wenn die Bestäuberpopulationen zusammenbrechen, die Obst- und Fruchtgemüseproduktion nicht mehr klappt und dann auch die Blütenpflanzen auszusterben beginnen, wird sich vielleicht etwas ändern  :-\

Es wäre echt interessant, was das für das Insektensterben bedeutet. Gibt es Vergleichszahlen, Insektenpopulationen in Abhängigkeit von Bioanbaufläche.
Es wäre interessanter, ob auf größeren zusammenhängenden Bioanbauflächen eine größere Artenvielfalt und Populationsdichte herrscht - auf den konventionell bewirtschafteten Feldern in Österreich sieht es wohl in Bezug auf die Insektenfauna nicht besser als in Deutschland aus.
Es gibt wenige die sich interessieren und kümmern, die Masse will billige Produkte und der Handel liefert sie, Schweinekotelett zu € 3,50 das Kilo.
Die "Masse" wacht erst auf, wenn die Preise deutlich gestiegen sind.
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2017, 10:56:23 von Dornroeschen »
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Roeschen1

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #147 am: 25. Oktober 2017, 11:08:08 »

In der Kleinstadt ist er schon angekommen ;)

Und bitte - wir haben ihn hier "vor der Haustür" jedenfalls bis am Gartenzaun und mitten in den Dörfern - Menschen meiden ist was anderes!
Die Wolfsreviere sind riesig, ca 250 km2, da kommt er zwangsläufig in Kontakt mit menschlichen Siedlungen. Wieviel Platz ist noch für ihn vorhanden.
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Amur

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #148 am: 25. Oktober 2017, 11:53:29 »

Der Rückgang der Insekten ist schon eine andere Nummer als der Wolf. Der zeigt letztendlich nur an ob er von den Jägern erschossen wird oder nicht. Wie und ob man ihn duldet ist letztendlich eine politische Frage. Das die Unsichtbarkeit und die angebliche Scheu genau so ein Märchen ist wie das Rotkäppchen dürfte inzwischen auch klar sein.

Bei dem Rückgang der Insekten wird es schwierig. Auch muß man die Ursache nicht nur in den letzten 10 Jahren suchen. Das kann schon länger zurück liegen.
Wenn man mal sieht wie lange sich die Fischbestände noch in den regulierten Flüssen halten konnten, dann war das sehr lange.
So hatte hier die Iller noch in den 1930er Jahren im Frühjahr Millionen von Fischen die gelaicht haben. Die Begradigung war damals bereits 60 Jahre vorher fertig. Die Verschmutzung auch schon einige Zeit relativ hoch, wenn auch der Höhepunkt der Verschmutzung wohl in den 60ern erst erreicht wurde.
Heute ist der Fluss relativ sauber, streckenweise etwas renaturiert, aber Fische gibts bei weitem nicht mehr so viele.

Ob es die Landwirtschaft alleine ist? Ich denke nicht dass der Verkehr hier so viel ausmacht mit den an den Fenstern endenden Individuen.

Und wer bei moderner Biolandwirtschaft blühende Felder erwartet der hofft wohl auch noch auf den Storch. Da wird genauso das Unkraut massiv angegangen. Im Gegenteil manches noch deutlich intensiver da man keine Mittel hat es nachher los zu werden. Bekannte von uns treiben einen Biohof um. Deren Felder sind meist genauso blank wie die konventionellen. Und wenns Unkraut überhand nimmt, dann kommt Gras drauf dass so oft gemäht wird, dass das Unkraut wieder zurück geht. Also die schöne Phantasie der blühenden Felder bei Bio kann man sich abschminken...




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hymenocallis

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Re: Studie zu Insektensterben
« Antwort #149 am: 25. Oktober 2017, 12:12:09 »

Und wer bei moderner Biolandwirtschaft blühende Felder erwartet der hofft wohl auch noch auf den Storch. Da wird genauso das Unkraut massiv angegangen. Im Gegenteil manches noch deutlich intensiver da man keine Mittel hat es nachher los zu werden. Bekannte von uns treiben einen Biohof um. Deren Felder sind meist genauso blank wie die konventionellen. Und wenns Unkraut überhand nimmt, dann kommt Gras drauf dass so oft gemäht wird, dass das Unkraut wieder zurück geht. Also die schöne Phantasie der blühenden Felder bei Bio kann man sich abschminken...

Abseits von Deiner Phantasie der blühenden Felder bei Biolandwirtschaft (wie kommst Du darauf?) - kennst Du verläßliche Daten zum Insektenbestand, wenn großflächig auf Insektizide und Herbizide verzichtet wird?

Hier blühen übrigens eher nicht die Felder, sondern die Feldränder und die Weideflächen, wenn Bio bewirtschaftet wird. Möglicherweise besteht ja auch bloß 'Informationsbedarf' bei den deutschen Bio-Landwirten, die das aktuell (noch) nicht hinbekommen?

PS: Beim Wolf kann ich Dir nur zustimmen - größere Säugetiere verschwinden in der Regel durch aktive Bejagung (egal ob Pflanzenfresser oder Raubtiere). Unterbleibt sie, arrangieren sie sich mit dem Menschen - Wildschweine, Braunbären, Elche etc. und nun eben der Wolf zeigen das in vielen Siedlungsgebieten. Nur besonders störungsanfällige Spezialisten sind allein durch Zerstörung des Lebensraumes auszurotten.
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2017, 12:15:54 von hemerocallis »
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