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Autor Thema: "grünen" Flüssigdünger herstellen  (Gelesen 5755 mal)

Dietmar

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #45 am: 27. November 2017, 14:42:29 »

Zitat
Es gibt Tabellen zum C/N-Verhältnis, z. B. hier.

Danke! Ich habe die Tabelle gleich als pdf-Datei in meinem Ordner Düngung gespeichert, denn ansonsten verschwindet das in einigen Wochen in den unergründlichen Tiefen des Forums.
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IngeborgC

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #46 am: 29. November 2017, 15:38:55 »

Also ich bin mit Brennnesseljauche immer sehr gut gefahren- und da es um die Ecke im Park genügend Brenneseln gibt habe ich auch immer genug "Munition" :-)
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Dietmar

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #47 am: 09. Juni 2018, 21:30:47 »

Vor ein paar Tagen habe ich meinen "Bioreaktor" in Betrieb genommen. Er besteht im Wesentlichen aus einem hohen 70 l-Behälter und einer Teichbelüftungspumpe mit Sprudelsteinen (Investaufwand < 45 Euro). In das Wasser habe ich einen Organzabeutel mit reifem Kompost gehängt. Statt Zuckerrübensirup habe ich die Bakterien und Pilze mit überlagertem Pflaumenmus und überlagertem Kuchenmehl gefüttert - extra aufgehoben dafür. Dazu eine Prise Urgesteinsmehl. Das ganze Zeug 2 Tage sprudeln lassen.

Heute habe ich den hergestellten Komposttee verdünnt im Garten gegossen, z.B. Reben, Tomaten, Zucchini, Freilandbanane.

Den unteren Rest des Komposttees habe ich als "Ansatz" für die nächsten 50 l genommen, also den Behälter wieder mit kalkfreiem Wasser gefüllt, Futter zugegeben und jetzt sprudelt es wieder.

Das Ganze habe ich gemacht, weil mir das von der LWG Bayern empfohlen wurde. Bis jetzt war ich mir nicht sicher, ob die Wirkung des Komposttees real ist oder nur Esoterik. Ganz genau weiß ich das aber erst nach einigen Wochen.

Dieses Mal habe ich nur gegossen, weil ich da den Komposttee nicht filtern muss wie für das Spritzen. Angeblich besiedeln da für die Pflanzen ungefährliche Bakterien und Pilze die Blätter in Form eines Belages. Angeblich soll dieser Belag dann die gespritzten Pflanzen vor Pilzinfektionen schützen:

- nach dem Konkurrenzprinzip
- Abgabe von für Pilzinfektionen wirksamen Giftstoffen - sollen ähnlich Antibiotika wirken, nur gegen schädliche Pilze

Angeblich soll gegen echten und falschen Mehltau (Oidium und Pero) und Botrytis sowie Braun- und Krautfäule geschützt werden, ca. 1 Woche wirksam.
Ob das so alles stimmt, werde ich später testen.
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Wurmkönig

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #48 am: 10. Juni 2018, 12:36:37 »

Hallo Dietmar, da bin ich sehr auf deine Erfahrungen gespannt.

Ich habe ja einen Trommelkomposter - Komposttee fällt da relativ einfach an (einfach übergießen und dann einen Eimer darunter). Den Aufwand mit den Sprudelsteinen, Melasse-Zusatz usw. habe ich früher auch gemacht (hat auch schön geschäumt usw.).

Meine Erfahrungen: Naja, schwieriges Thema. Ich traue der Sache nicht so ganz, in dem Trommelkomposter gibt es doch immer wieder mal Fäulnisnester weil ich auch einigen Grasschnitt reinwerfe, das landet dann natürlich auch in diesem Komposttee. Egal ob mit (also Melassezusatz, aufsprudeln) oder ohne Verdünnug (Tee im Eimer 1/5 verdünnen und ausbringen) - ich habe es erstmal nur bei Rosen probiert. Da konnte ich keine wirkliche Verbesserung gegenüber Pilzerkrankungen feststellen. Hab ich vielleicht auch nicht lange genug angewendet.

Ich verwende es bei "halb toten" Pflanzen, z.B. einer Dattelpalme die eigentlich schon nahezu vertrocknet war (Hydrokultur) oder bei Zierpflanzen die in Töpfen stehen - und die konnte ich sozusagen "wieder ins Leben zurückholen" - da hat es meiner Ansicht nach sehr klare Wirkungen gehabt. Gegen Pseudomonas auf meinen Aprikosen hat es wohl keine Wirkung. Auf einer recht anfälligen Sauerkirsche (Schrotschuss) konnte ich auch keine überzeugende Wirkung erkennen.

Am Rasen - dort wo ich die Reste auskippe - da habe ich eine eigene Stelle wo es immer gemacht wird, damit ich den langfristigen Effekt beobachten kann - hatte es im ersten Jahr keinerlei Wirkung. Seit 2 Jahren wächst er wie verrückt, aber nur im Winter (also da gibt es natürlich immer wieder mal wärmere Tage). Im Sommer fällt es nicht auf, aber über den Winter betrachtet - wenn nicht gemäht wird - ist das Gras auf diesem einen m^2 ca. vier mal so hoch wie an der restlichen Fläche ringsum.

Beim Nachbarn, ein älterer Herr von deutlich über 80 der seit einigen Jahren alles Obst und Gemüse entfernt hat und jetzt nur mehr den Rasen pflegt, konnte ich an einer Stelle wo er mir erlaubt hat es auszubringen aber keinen Effekt feststellen. Er düngt und pflegt aber auch so genug.

Wirkliche Einschätzung zu dem Thema kann ich nicht abgeben, bei gesunden Pflanzen wird sich erwartungsgemäß kein Effekt einstellen. So echte Doppelversuche mit gleichen Pflanzen habe ich aber nicht gemacht.
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Wurmkönig

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #49 am: 10. Juni 2018, 13:02:27 »

Konkret sieht das bei mir so aus. Die Stelle unter dem Komposter wird "natürlicherweise" jedes mal wenn es regnet mit Komposttee versorgt. Die verwende ich aber auch, um kranke Pflanzen zwischenzulagern bevor sie in die Heißrotte kommen. Da traue ich mir keine größere Auffälligkeit zu, das ist ein Bereich der jedes mal anders aussieht. Würmer und Asseln gibt es da genug.

Die Frage ist in dem Fall auch zu welchem Zeitpunkt (Temperaturführung der Heißrotte) der Komposttee geerntet wird. Das bestimmt ja die Zusammensetzung der Mikrobiologie, da habe ich bislang immer bei eher höheren Temperaturn (T größer 40 ° C) geerntet.
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Dietmar

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #50 am: 10. Juni 2018, 13:09:13 »

Ich erwarte auch keine Wunder, habe aber noch einen Hintergedanken. Das Kompostieren im "Schnellkomposter" dauert bei meinem Klima hier 2 Jahre. Der Hintergedanke ist jetzt folgender:

Mit der Kompostteeherstellung nach Deiner Methode werden nur Nährstoffe und nützliche Bodenmikroben aus dem Kompost ausgewaschen, aber nicht vermehrt. Mit der Herstellung im "Bioreaktor" mit "Fütterung" und Sauerstoffzufuhr über Teichpumpe und Sprudelsteinen wird die Anzahl der aus dem Kompost extrahierten Mikroben in 2 Tagen vermilliardenfacht. Oder anders gesagt, die Mikrobendichte in meinem Komposttee ist milliardenfach höher als in Deinem Komposttee.

Manche denken, dass bei der Kompostierung die "Regenwürmer" bzw. Kompostwürmer die Hauptrolle spielen. Das ist jedoch nicht richtig. Ihr Arbeitsanteil ist nur gering. Die weitaus größere Arbeit leisten die Bakterien und Pilze, die im Komposter leben. Die Arbeit dieser Mikroorganismen wird limitiert durch:
- die Länge der Saison - bei mir leider ca. 8 Wochen kürzer als in Weinbaugebieten
- durch das Vorhandensein von Wasser, denn Bakterien und Pilze können nur im Wasser leben, also zumindest ein feuchter Belag muss dasein. Deshalb soll der Kompost feucht gehalten werden.
- durch das Vorhandensein von Luft, denn die "guten" Bakterien im Kompost sind Luftatmer, also aerob. Wenn zu wenig Luft, dann etwickeln sich anarobe Bakterien und das Material fault statt zu kompostieren. Deshalb sollte man den Komposthaufen wenigstens einmal umsetzen und gegebenenfalls mit Kompostlüfter auflockern.

Damit nur die aroben Bakterien vermehrt werden, blase ich ja mit der Teichbelüftungspumpe und den Sprudelsteinen permanent Luft in den "Bioreaktor". Sauerstoff ist Gift für die anaeroben Bakterien.

Jetzt der Hintergedanke: Wenn man normal kompostiert, dann entstehen, sagen wir mal, 100 Einheiten nützliche aerobe Bakterien. Auf die absolute Zahl kommt es hier nicht an, ist nur eine Tendenzbetrachtung. Wenn ich aber die aeroben Bakterien aus dem Komposter milliardenfach vermehre und dann dem Komposter wieder zuführe, dann befinden sich im Komposter grob geschätzt millionenfach mehr aerobe Bakterien als zuvor, also 100 Millionen Einheiten. Millionenfach, da ja nur ein Teil der Bakterien aus dem Komposter zum Start der Vermehrung entnommen und dem Bioreaktor zugeführt wurden.
Millionenfach mehr Bakterien zum Kompostieren bedeutet nun mal auch entsprechend höheren absoluten Stoffwechsel der Gesamtzahl der aeroben Bakterien im Kompost, oder anders ausgedrückt, Millionen Bakterien sind gefräßiger als eine.

Wenn ich also Komposttee auf den Kompost schütte, erwarte ich natürlich nicht, dass dieser jetzt millionenmal schneller fertig ist, aber eine Halbierung der Kompostzeit auf eine statt zwei Sommerhalbjahren wäre schon ein akzeptabler Gewinn, denn dann brauche ich nicht mehr 5 Komposter, sondern nur noch zwei und habe mehr Platz im Garten und spare mir das umständliche Umsetzen.
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Wurmkönig

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #51 am: 10. Juni 2018, 16:12:31 »

Bei dir scheint es ja wirklich ungewöhnlich trocken zu sein, da würde auch ein Tropfer oder ähnliches helfen. Würmer braucht man dazu überhaupt nicht, auch in industriellen Anlagen gibt es sie nicht. Ich habe selbstverständlich auch noch einen Wurmkomposter, die Tierchen sind für die Überbleibsel aus dem Trommelkomposter sehr dankbar.

Mit dem daraus gewonnenen Wurmtee habe ich auch schon Versuche gemacht, aber eigentlich keine nennenswerten Effekte festgestellt. Aus verschiedenen Gründen werfe ich kranke Pflanzenteile immer erst in den Trommelkomposter mit Heißrotteführung - ich hab da einfach ein besseres Gefühl dabei.

Bei der Vermehrung der Mikroben (hab ich ja früher auch gemacht) bin ich mir nicht sicher ob es egal ist was man ihnen füttert oder nicht? Zucker ist wohl immer eine gut Wahl, aber welche Art von Mikroben bei welchen Umweltbedingungen (Temperatur) vermehrt man auf diese Art am besten und welche Art führt später die Arbeit in der Erde oder im Kompost fort? Oder sterben die dann sowieso gleich ab und bilden das Futter für andere?

Naja, ich bin jedenfalls gespannt was du berichtest.
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Dietmar

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #52 am: 10. Juni 2018, 17:38:08 »

Ich bin ja auch sehr skeptisch, aber wenn man nichts Neues probiert ... . Es ist eben viel Esoterik dabei, aber beim Komposttee gibt es wenigstens einen nachvollziehbaren Grundgedanken. Aber nicht umsonst ist der größte Feind der Theorie die Praxis.

Unsere Nachbarin gärtnert nach dem Mond, aber offensichtlich ist der Erfolg bisher ausgeblieben. Vielleicht ist der Mann im Mond Schuld.
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mycorrhiza

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #53 am: 11. Juni 2018, 04:29:09 »

Deine Idee mit dem Bioreaktor finde ich gut. Hast du denn mal nachgedacht das selbe mit Algen zu machen oder vielleicht sogar Algen in deinen bestehenden Bioreaktor dazu zu geben?
Chlorella vulgaris ist z.B. eine Süßwasseralge welche ich daheim auch schon auf dem Fensterbrett in einem Eimer mit einem Bubbler kultiviert habe (sogar Spirulina in Leitungswasser+Meersalz, aber du willst ja nicht so viel Salz auf deinen Pflanzen).
Lebendkulturen/Zuchtansatz gibt es in Aquaristik shops, meinen habe ich damals glaube ich auf EBay gekauft. Kostet auch nicht viel, so maximal 10€ glaube ich.
Somit würdest du auch mehr Stickstoff in dein Wasser bekommen. Das Problem bei Brennesseljauche und Komposttee ist ja nicht, dass die (wasserlöslichen) Nährstoffe ins Wasser übergehen, sondern, dass durch diverse Reaktionen diese auch wieder verloren gehen können (ausgasen).

Ich erinnere mich dunkel an ein Paper, dass ich mal vor einigen Jahren gelesen habe. Zusammenfassung ist, dass man mit Brenneseljauche seine Pflanzen mittels Blattdüngung ernähren kann. Jedoch muss man den Brennesseltee jeden Tag neu ansetzen und jeden Tag anwenden. So ungefähr habe ich das zumindest noch in Erinnerung.
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Wurmkönig

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #54 am: 11. Juni 2018, 07:10:10 »

Ich bin ja auch sehr skeptisch, ...

Das Internet ist voll damit, aber wenigstens bei Golfplätzen scheint es echte Anwendungen zu geben (z.B. sanoway aerator), da finden sich auch verschiedene andere Hersteller. Ich habe auch selbst eher "pilzlastigen" oder eher "bakterienlastigen" Kompost hergestellt - aber wie gesagt, mir fehlt die Geduld und die Versuchsmethodik die Unterschiede an den Pflanzen zu erarbeiten.
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manhartsberg

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Re: "grünen" Flüssigdünger herstellen
« Antwort #55 am: 16. Juni 2018, 20:07:59 »

habe heute 4x40 liter angesetzt mit frischem & reifen kompost, brennessel und beinwell  :)
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