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|16|8|Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat. Albert Einstein

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Autor Thema: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze  (Gelesen 7790 mal)

pearl

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #120 am: 28. Dezember 2017, 23:32:25 »


Einsalzen mag ich überhaupt nicht. Im Moment wird nur eingefroren oder getrocknet was sich dazu besonders gut eignet.

und meine Eltern haben nie irgendwelche Vorräte getrocknet.

Das mit der Flächenkompostierung war wirklich erstaunlich auf dem Lehmboden, der vorher eine Wiese war. Dünn aufgebrachtes Material war am nächsten Tag skelettiert und am übernächsten vom Boden spurenlos aufgenommen. Das Mikrobiom war enorm leistungsfähig.
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Ostschweiz

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #121 am: 29. Dezember 2017, 00:04:31 »

und meine Eltern haben nie irgendwelche Vorräte getrocknet.

Der Dörrex ist so weit ich weiss eine Erfindung aus der Schweiz. Dörrbohnen gelten in weiten Teilen der Schweiz als Delikatesse!
Prinzipiell funktioniert dörren auch ohne Strom, nur sind Solardörrer wesentlich teurer in der Anschaffung.

Langsam komme ich aber etwas weit von den Mykorrhiza weg. Darum mindestens zurück zum Kompost.
Für den Flächenkompost zwischen den Gemüsereihen habe ich immer noch zusätzliches Grünzeug von ausserhalb der Gemüsebeetfläche benötigt. Ich war auch erstaunt, wie viel Material da im Laufe einer Saison im Boden verschwindet.
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pearl

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #122 am: 29. Dezember 2017, 00:10:35 »

eben, das ist doch das Ziel jedes Gärtners, die Regenwürmer bei Laune zu halten. Wie Darwin schon zu schreiben pflegte: Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Regenwürmer.
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mycorrhiza

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #123 am: 03. Januar 2018, 16:40:50 »

In ein paar Posts habe ich so ein bisschen die Meinung herausgelesen, dass Mykorrhiza (und andere Bodenverbesserer) keine große Beachtung bedürfen weil die Pflanzen ja auch ohne Symbiose wachsen.

Ja, da stimme ich voll und ganz zu. Es geht halt um Nachhaltigkeit und Resourcenbedarf. Die heutige Landwirtschaft kann man schon noch ein paar Jahrzehnte so betreiben, aber irgendwann halt auch nicht mehr (ich finde da das Setting vom Film Interstellar eigentlich recht überzeugend). Mensch und vor allem Maschine werden aber merklich intelligenter und ich glaube, dass sich damit in Zukunft viele Möglichkeiten öffnen. Ich persönlich hoffe ja, dass Mischkultur auch auf dem Acker irgendwann eine rentable Möglichkeit ist. Gerade bei solchen Pflanzsystemen kann man durch die Mykorrhiza deutliche Vorteile erzielen. Bei Monokultur Weizen und 1x die Woche Fungizidbehandlung kann ich auf Innokulation mit Mykorrhiza natürlich verzichten. Man muss quasi ein Konzept um die Mykorrhiza herum aufbauen. Das ist alles noch Zukunftsmusik aber gerade deswegen muss man da halt daran forschen.

Und ganz nebenbei: Ich persönlich habe jetzt von bestimmten Kreisen schon so häufig von Pflanzenzüchtung für effizientere Sorten gehört. Also gleicher Ertrag bei geringer P oder N-Aufnahme. Einmal hab ich gefragt, ob sie denn nicht eigentlich auf Pflanzen mit verbesserter Mykorrhizierung züchten und die effizienz somit nur ein indirektes Zuchtergebnis ist. Staunende Gesichter: "Ja gut, das kommt einem natürlich schon in den Sinn aber hmmm dies und das"...hat sich für mich dann so angehört, dass die betagten Herren keine Ahnung haben von Mykorrhiza bzw. dem Nachweis im Labor und andere Arbeitsmethoden rund um Mykorrhiza und deswegen nichts dazu sagen könnne.
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partisanengärtner

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #124 am: 03. Januar 2018, 16:45:58 »

eben, das ist doch das Ziel jedes Gärtners, die Regenwürmer bei Laune zu halten. Wie Darwin schon zu schreiben pflegte: Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Regenwürmer.

Wobei in Nordamerika ja die Regenwürmer unerwünschte Einwanderer sind, die die dortigen Waldbiotope verwüsten. Landwirtschaft hatten die aber auch, allerdings in einer ertragreicheren Mischkultur.
« Letzte Änderung: 03. Januar 2018, 17:58:01 von partisanengärtner »
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Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.

Axel

mycorrhiza

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #125 am: 03. Januar 2018, 17:35:27 »

Der Boden ist sandiger lehm, relativ schwer. Kann eigentlich ganz gut Wasser speichern. Ist wohl ein typischer Braun- oder Parabraunerdeboden.
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b-hoernchen

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #126 am: 11. Januar 2018, 16:08:58 »

Einmal hab ich gefragt, ob sie denn nicht eigentlich auf Pflanzen mit verbesserter Mykorrhizierung züchten und die effizienz somit nur ein indirektes Zuchtergebnis ist.
Oder die Mycorrhiza-Pilze fühlen sich bei vitalen Pflanzen wohler als bei Mickerlingen... .
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Es dürfte mal wieder regnen - so ein richtiger Landregen, das wäre toll!

pearl

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #127 am: 07. Februar 2018, 10:13:31 »

wie wichtig die natürlichen Vorkommen von Pilzen für den Stofftransport sind und wie sie alle Lebewesen mit dem Nötigen versorgen, wird hier diskutiert:

How fungi make nutrients available to the world
February 1, 2018, US Department of Energy


Ob innerhalb des lebenden Organismus oder außerhalb, in unserem Darm oder in Boden, Pilze und Bakterien schließen Nährstoffe auf und machen sie für Lebewesen verfügbar.

Es ist keineswegs so, dass Pflanzen oder Tiere auch ohne sie könnten. Manche Pflanzen sind schon bei der Keimung auf die Symbionten angewiesen, manche Koniferen zeigen Kümmerwuchs ohne ihre Mykorrhiza, Kühe brauchen ihr Mikrobiom um die Unmengen von Cellulose zu verdauen und wir Menschen leiden unter psychischen und physischen Krankheiten ohne unsere Darmbewohner.

Wie wir wissen, kann das Zusammenleben mit Mikroorganismen dann, wenn wir körperlich geschwächt sind, auch unerfreulich sein und pathologische Verläufe kennt praktisch jeder.

Bei Pflanzen ist das genau so, die parasitische Lebensweise von Pilzen befindet sich mit der symbiontischen in einem Gleichgewicht, das störanfällig ist. Wenn die Umweltfaktoren sich ändern, die Lebensbedingungen suboptimal sind, daher Stress auftritt, dann kippt das ganze und der Pilz schädigt oder frisst den Organismus, mit dem er vorher einvernehmlich gewachsen ist.
« Letzte Änderung: 07. Februar 2018, 10:15:10 von pearl »
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RosaRot

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #128 am: 07. Februar 2018, 11:43:10 »

Und ganz nebenbei: Ich persönlich habe jetzt von bestimmten Kreisen schon so häufig von Pflanzenzüchtung für effizientere Sorten gehört. Also gleicher Ertrag bei geringer P oder N-Aufnahme. Einmal hab ich gefragt, ob sie denn nicht eigentlich auf Pflanzen mit verbesserter Mykorrhizierung züchten und die effizienz somit nur ein indirektes Zuchtergebnis ist. Staunende Gesichter: "Ja gut, das kommt einem natürlich schon in den Sinn aber hmmm dies und das"...hat sich für mich dann so angehört, dass die betagten Herren keine Ahnung haben von Mykorrhiza bzw. dem Nachweis im Labor und andere Arbeitsmethoden rund um Mykorrhiza und deswegen nichts dazu sagen könnne.

Im IPK Gatersleben gibt es immer mal wieder Forschungsprojekte, die sich mit Mykorrhiza beschäftigen. Dort habe ich mir schon mal recht interessante Untersuchungen angesehen. Ob aktuell daran geforscht wird, weiß ich nicht.
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Viele Grüße von
RosaRot

Gartenplaner

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #129 am: 07. Februar 2018, 11:45:11 »

...
Wie mycorrhiza auch schon umfassend erläutert hat.

Grad gefunden, auch wenn es nicht um Pilze geht, doch interessant für den Gesamtkomplex Boden:
Erster Weltatlas der Bodenbakterien erstellt
« Letzte Änderung: 07. Februar 2018, 12:42:49 von Gartenplaner »
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mycorrhiza

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Re: Mykorrhiza - Die Wurzelpilze
« Antwort #131 am: 14. Juni 2018, 23:35:33 »

"Luftverschmutzung setzt Symbiose-Pilze von Waldbäumen unter Druck"
Wirklich ein guter Link. Hab mir das Paper mal durchgelesen. Von 13.000 Bodenproben wie sie im Artikel schreiben finde ich zwar nichts, sondern "nur" 3000, aber das ist immer noch beachtlich. Ich habe vor kurzem einen Forschungsantrag über 20.000€ abgeschickt um 300 Bodenproben mittels NextGen Sequencing zu analysieren. Da weiß man wie viel Geld geflossen ist.
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