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Autor Thema: Apfelsorte aus Australien  (Gelesen 7086 mal)

landfogt

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #15 am: 07. Februar 2018, 21:39:32 »

sind wir doch mal ehrlich:da kann einer sagen was er will und auch von den alten tafel apfel sorten halten was er will aber die sind einfach besser.sicher sind es viele mehr wie die neuen marktsorten doch jede verschiedene sorte hat einen eigenen karakter.ich habe die wenigen marktsorten alle probiert.ebenso viele meiner verwanten und bekannten.der apfel spielt in meiner verwandschaft ne große rolle.deswegen sind alle der selben Meinung nämlich"die kannst du vergessen"!
viele versuche in fussgängerzonen mit probierständen wo alte und marktsorten verkostet wurden,hatten das gleiche ergebniss.die alten sorten überzeugten.selbst obstbauern die so einen Mostapfel wie Gala....anbauen,haben für ihren eigenen bedarf alte sorten separat angepflanzt.
viele die keinen eigenen garten haben,sind gezwungen solches Obst zu kaufen.letztes jahr habe ich da meine eigenen vorräte aufgebraucht waren,pink Lady gekauft.nachdem sie weder meine kinder,noch irgendjemand sonst gegessen hatte,verfütterte ich die äpfel an meine hasen.als ich am nächsten tag wieder kam,lagen die immer noch drin.daraufhin holte ich dinger raus und habe sie meinen Pferden gegeben.zu meiner Überraschung musste ich auch da feststellen,daß auch meine Pferde keine große Interesse an dem Obst zeigten.darauf hin gab ich meinen hasen und Pferden ein paar schweizer wasserbirnen.alle sammt stürzten sich auf die Birnen und verpuzten die Birnen rumpf und stumpf!
wenn an einem apfel den man züchtet die wichtigsten Merkmale tranzportierbarkeit,aussehen und große sind,kann was nicht stimmen.dann der Geschmack,einfach kommerziel süß.
die einzigen neueren sorten die ich o.k. finde sind elstar und braeburn.
ich möchte hier aber niemand auf die füsse treten :-*
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landfogt

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #16 am: 07. Februar 2018, 21:45:18 »

ach ja man nehme den apfel pinowa oder gloster.selbst gras schmeckt besser ;D
in Fachliteratur über alte sorten würde man die 2 sorten als "blender"bezeichnen :-X
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thuja thujon

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #17 am: 07. Februar 2018, 23:38:23 »

Pinova habe ich im Garten. Habe vor Jahren mal Früchte nach Norddeutschland verschickt. Waren dort superbegeistert. 5kg vom Marktstand nachgeschickt, da war die Enttäuschung riesig.

So gehts mir hier mit Braeburn. Die wohl mit Abstand schlechteste Sorte überhaupt. Vielleicht was für kühlere Klimate, wo sie Zeit hat Aroma zu bilden, nicht von der Hitze rotgestrahlt wird und dann Notreif vom Baum muss.

Elstar, ok, er hat ein Aroma. Ich hasse ihn trotzdem. Ich empfehle den normalbekloppten Hobbyapfelanbauern hier was einfacheres zu pflanzen. Selten, das hier mal einer mit seinem Baum glücklich wird. Einfach zuviel Arbeit wenn man nicht fanatisch genug ist.
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hymenocallis

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #18 am: 08. Februar 2018, 06:45:53 »

sind wir doch mal ehrlich:da kann einer sagen was er will und auch von den alten tafel apfel sorten halten was er will aber die sind einfach besser.sicher sind es viele mehr wie die neuen marktsorten doch jede verschiedene sorte hat einen eigenen karakter.ich habe die wenigen marktsorten alle probiert.ebenso viele meiner verwanten und bekannten.der apfel spielt in meiner verwandschaft ne große rolle.deswegen sind alle der selben Meinung nämlich"die kannst du vergessen"!
viele versuche in fussgängerzonen mit probierständen wo alte und marktsorten verkostet wurden,hatten das gleiche ergebniss.die alten sorten überzeugten.selbst obstbauern die so einen Mostapfel wie Gala....anbauen,haben für ihren eigenen bedarf alte sorten separat angepflanzt.
viele die keinen eigenen garten haben,sind gezwungen solches Obst zu kaufen.letztes jahr habe ich da meine eigenen vorräte aufgebraucht waren,pink Lady gekauft.nachdem sie weder meine kinder,noch irgendjemand sonst gegessen hatte,verfütterte ich die äpfel an meine hasen.als ich am nächsten tag wieder kam,lagen die immer noch drin.daraufhin holte ich dinger raus und habe sie meinen Pferden gegeben.zu meiner Überraschung musste ich auch da feststellen,daß auch meine Pferde keine große Interesse an dem Obst zeigten.darauf hin gab ich meinen hasen und Pferden ein paar schweizer wasserbirnen.alle sammt stürzten sich auf die Birnen und verpuzten die Birnen rumpf und stumpf!
wenn an einem apfel den man züchtet die wichtigsten Merkmale tranzportierbarkeit,aussehen und große sind,kann was nicht stimmen.dann der Geschmack,einfach kommerziel süß.
die einzigen neueren sorten die ich o.k. finde sind elstar und braeburn.
ich möchte hier aber niemand auf die füsse treten :-*

Ob eine Apfelsorte schmeckt, hängt auch stark davon ab, ob sie im passenden Klima angebaut wird. Eine große Apfel-Anbauregion mit idealem Klima liegt nebenan, hier schmecken auch die modernen Sorten hervorragend. Die kühlen Nächte sorgen für die angenehme Säure, die heißen Tage für Zucker und Aroma.

Die früher hier üblichen alten Sorten verschwinden langsam, weil sie hauptsächlich als Mostäpfel genutzt wurden und da war der Geschmack nicht relevant. Heute liegt der Schwerpunkt auf der Produktion von Speiseäpfeln und niemand will mehr Maschansker oder Schafnasen essen - hier hat sich regional nur der Kronprinz Rudolf als hochpreisiger Delikatess-Speiseapfel gehalten.

Der viel gerühmte Gravensteiner ist ein Apfeltyp, der völlig aus der Mode gekommen ist - mürbe süße Äpfel bevorzugen nur noch wirklich alte Leute, die Masse steht auf saftig/knackig mit Säureanteil. Selbst der Golden Delicious wird nur noch selten nachgefragt - diese Typen sind im benachbarten Italien allerdings nach wie vor Renner - dort sind weiche/süße Früchte viel beliebter (auch weil die warmen Nächte dafür sorgen, daß dort viele Sorten diese Eigenschaften aufweisen).
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philippus

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #19 am: 08. Februar 2018, 12:11:59 »

sind wir doch mal ehrlich:da kann einer sagen was er will und auch von den alten tafel apfel sorten halten was er will aber die sind einfach besser.
Das kann man auch (abgesehen von persönlichen Präferenzen) anders sehen. Ich bin damit einverstanden, dass es exzellent schmeckende alte Sorten gibt.. aber auch solche, die MMn wenig interessant sind.
Was die neuen Sorten angeht, so finde ich dass es ebenfalls sehr gute gibt, auch wenn die geschmackliche Vielfalt hier deutlich geringer ist als bei den alten Sorten. Eine Rubinette zB halte ich dank der Würze und gleichzeitig vorhandener Süße ohne dass die Säure zu schwach ausgeprägt wäre für einen hervorragenden und geschmacklich interessanten Apfel, der auch ausreichend saftig ist. Dass Sorten wie Pink Lady inzwischen so gefragt sind, kann ich nachvollziehen, auch wenn es dem Apfel MMn etwas an Charakter fehlt bzw. er ein wenig "beliebig" ist. Objektiv hat der Apfel durchaus seine Qualitäten: er hat Aroma und vereint Süße, Säure, Saftigkeit und Festigkeit in der Textur (und ist auch noch hübsch anzusehen). Er taugt als Speiseapfel, aber auch fürs Backen (für Tarte tatin etwa ausgezeichnet). Da es dieser Sorte in den österreichischen und deutschen Anbaugebieten offensichtlich nicht warm genug ist (zumindest für einen gewerblichen Anbau), wird er halt aus südlicheren Gebieten (manchmal auch aus Übersee) importiert.

Ich würde also sagen, dass die geschmackliche Vielfalt bei den neuen Sorten abnimmt, was natürlich schade ist(es war aber schon schlimmer), diese Äpfel sind aber meistens geschmacklich gut.
« Letzte Änderung: 08. Februar 2018, 12:14:06 von philippus »
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Roeschen1

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #20 am: 08. Februar 2018, 13:20:53 »

Pinova habe ich im Garten. Habe vor Jahren mal Früchte nach Norddeutschland verschickt. Waren dort superbegeistert. 5kg vom Marktstand nachgeschickt, da war die Enttäuschung riesig.

So gehts mir hier mit Braeburn. Die wohl mit Abstand schlechteste Sorte überhaupt. Vielleicht was für kühlere Klimate, wo sie Zeit hat Aroma zu bilden, nicht von der Hitze rotgestrahlt wird und dann Notreif vom Baum muss.
Ich denke auch, daß Klima, Boden und Unterlage eines Baumes einen sehr großen Einfluß auf Geschmack und Qualität einer Sorte ausüben, sodaß man es einfach ausprobieren sollte.
Bei Weinreben ist das nicht anders.
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cydorian

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #21 am: 08. Februar 2018, 16:39:30 »

Habe ihn mir heute mal gekauft, den Crimson Snow. Kommt aus Leifers, Südtirol, also dem wärmeren Ende von Südtirol. Kräftige 2,69 fürs Kilo. Kaliber 85-90mm, also sehr gross, Übergrösse. Wenn die wirklich so fallen, ist die Sorte zu gross um langfristig gute Preise auf dem deutschen Markt zu erzielen. Südtirol ist aber eine Gegend, in der sehr auf Fruchtgrösse hin produziert wird, denn andere Exportmärkte verlangen nach grossen Äpfeln. In Deutschland gibts ab Kaliber 65mm Preisabschläge.

So sieht er aus:



Nicht flächig Rot. Viele grosse helle Lentizellen mit hellem Hof. Weniger gut gefärbte Exemplare haben grüngelbe Grundfarbe, darüber schmiert sich ein bräunliches Rot. Fettet nicht, nicht polierbar, Schale nicht ganz glatt, wirkt stumpf. Früchte rund, aber alle windschief. Kelch oft wannenartig breiter und tief. Die Schale wird da stärker beulig, sieht aus wie orangenhäutig. Stielgrube grün und meist berostet. Das Fruchtfleich ist durchaus nicht weiss, sondern grünweiss. Es ist ziemlich typisch für die heutigen Neuzüchtungen, immer etwas grobzellig, zäh, fest. Wird nicht braun. Kernhaus sehr klein. Stiel mit knopfartiger Verdickung oben. Wirkt abgerissen, der ist sicher sehr windfest. Bei der namensgebenden Fruchtfleischfarbe ist er kein Vergleich mit Sorten wie Idared, deren Fruchtfleisch weisser kommt.



Die inneren Werte: Habe den Zuckergehalt einer Frucht gemessen, der lag bei 50° OE, also im Bereich eines schlechten Mostapfels. Süssewirkung für eine Superneuzüchtung mittelstark bis untere Mitte, was der kaum vorhandenen Säure zu verdanken ist. Auch Äpfel mit geringem Zuckergehalt wirken süss, wenn die Säure fehlt. Aroma hätte ich in Blindverkostung sofort einem Gala zugeordnet, es ist die typische gleichförmige Sosse fast aller Golden-Abkömmlinge, die auf dem Markt erwartet wird. Keine Nuancen feststellbar. Nach innen zum Kernhaus hin wird er immer geschmacksfreier und nicht mehr süss. Klare Allergiewirkung bei mir, nicht so übel wie Südtiroler Golden Delicious aber deutlich.

Fazit: Das Ding kommt mir so vor wie der Abkömmling einer der roten und oft gross fallenden Gala-Mutanten, z.B. Royal Gala Tenroy. Die Schale ist anders und weniger Zucker hat er auch. Ansonsten vollkommen entbehrlich. Sicherlich hat er interessante Eigenschaften für den Anbaubetrieb, sonst wär er nicht da. Wenn er aber schon in so warmem Klima so wenig Zucker in der Frucht sammelt, sehe ich für kühlere Klimate ziemlich schwarz.

Und ich möchte ausdrücklich betonen, dass diese Beschreibung auf den Äpfeln eines einzigen Betriebes beruht. Die Unterschiede können je nach Anbauer und Lagerung sehr gross sein. Bei Gala und Jonagold erlebe ich das selber, die habe ich als Baum und kein Mensch würde auf die Idee kommen, das wäre dieselbe Sorte, wenn man Plantagenware identischer Sorte daneben verkostet.
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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #22 am: 08. Februar 2018, 17:38:10 »

Danke für die ausführliche Beschreibung. Den brauche ich also genausowenig kaufen, wie die anderen hier im Handel erhältlichen Äpfel. Selbstverständlich darf jeder seinen individuellen Geschmack haben, aber die Verkostung von 'Pink Lady' war in meiner Familie ein Reinfall. Mein Sohn meinte diese Äpfel wären wohl aus Plastik und man könne sie wochenlang im warmen Zimmer aufheben, ohne dass sie sich verändern - essbar seien die jedenfalls nicht. :-\  Gut, dass wir noch leckere schrumplige Äpfel aus Opas Garten im Keller haben...
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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #23 am: 08. Februar 2018, 23:48:04 »

Cydorian,
danke für dein Testergebnis,
da bin ich gespannt, wie er sich bei mir entwickelt.
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mycorrhiza

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #24 am: 09. Februar 2018, 07:26:43 »

Danke für die ausführliche Beschreibung. Den brauche ich also genausowenig kaufen, wie die anderen hier im Handel erhältlichen Äpfel. Selbstverständlich darf jeder seinen individuellen Geschmack haben, aber die Verkostung von 'Pink Lady' war in meiner Familie ein Reinfall. Mein Sohn meinte diese Äpfel wären wohl aus Plastik und man könne sie wochenlang im warmen Zimmer aufheben, ohne dass sie sich verändern - essbar seien die jedenfalls nicht. :-\  Gut, dass wir noch leckere schrumplige Äpfel aus Opas Garten im Keller haben...

Mit den schrumpligen alten Äpfeln konntest du mich als Kind jagen....Großeltern hatten ein paar große Apfelbäume, welche in 60 Jahren natürlich nie gedüngt, geschnitten oder verjüngt wurden. Dann hatte man da so Weintraubengroße Äpfelchen, jedes einzelne davon mit mehreren Krankheiten versehen, und weggeworfen wurde trotzdem nichts, weil Essen wirft man ja nicht weg.

Hab dann später einmal einen prächtigen Pfannkuchenapfel gegessen. Ich glaube das war auch das erste mal, dass ich eine alte Apfelsorte erwischt habe, welche fachgerecht angebaut wurde. Und nun hab ich meine eigene Streuobstwiese :)

Achja, falls es jemanden interessiert: Hier in Südaustralien gibt es im Supermarkt nur Braeburn, Pink Lady, Granny Smith und Gala zu kaufen. Pink Lady würde bei uns nicht als Pink Lady, sondern Crips Pink verkauft werden. Haben nur die halbe Größe wie in Deutschland und es fehlt jegliche Süße...naja, bei den anderen Äpfeln auch. Braeburn geht noch so halbwegs....wenigstens sind die Birnen schön günstig.
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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #25 am: 09. Februar 2018, 12:02:03 »

Gibt es europäische Äpfel in Australien zu kaufen?
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cydorian

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #26 am: 09. Februar 2018, 14:24:52 »

Hier in Südaustralien gibt es im Supermarkt nur Braeburn, Pink Lady, Granny Smith und Gala zu kaufen

Die Erfolgssorten sind wohl mittlerweile weltweit ähnlich... Kommerzsorten, die im Anbau in Deutschland häufig waren (Jonagold, Elstar) gehen auch zugunsten von denen schnell und stark zurück. Jonagold ist bei Neupflanzungen fast verschwunden, Elstar hält sich im Norden mit Abwärtstrend, vor allem weil er leicht anbaubar ist. Denn Pink Lady / Cripps Pink drückt und hat kräftig steigende Marktanteile im Verkauf, kann aber fast nicht in Deutschland produziert werden, entsprechend sieht man sich unter Druck, eine Sorte diesen Stils zu finden die auch bei uns angebaut werden kann. Interessant übrigens, welches Durchschnittsalter die Apfelesser haben: Die Ältesten essen bevorzugt Elstar, die Jüngsten stehen auf Pink Lady. "Die Barbie unter den Äpfeln" ist nicht zu bremsen und die Millionen, die Apple and Pear Aus­tralia Ltd (Apal) in die Vermarktung investiert hat, scheinen sich zu rentieren.

Noch was zum Crimson Snow, hatte ich oben vergessen: Saftig wirkt er durchaus, weit mehr als Pink Lady, bei dem schon das niedrige spezifische Gewicht auf wenig Saft hinweist. CS selbst hat aber auch keinen so hohen Saftgehalt, gibt den Saft aber keim kauen schnell frei. Auch damit steht er in der Nähe von "Gala".

Sich durch das Supermarktangebot durchzuprobieren ist jedenfalls ein starker Booster, die eigene Obstwiese um so höher zu schätzen, mit dieser Erfahrung bin ich sicher nicht ganz allein.
« Letzte Änderung: 09. Februar 2018, 19:47:18 von cydorian »
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landfogt

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #27 am: 09. Februar 2018, 18:44:54 »

letztes jahr habe ich den spartan bei mir das erste mal probieren können.wunderschöner,kleinerer,roter apfel mit abknackendem Fruchtfleisch.aber eben auch der tüpische fade "Geschmack"
an alten sorten nörgelt man herum:die form,farbe und Oberfläche passt nicht.das auge isst mit.will heißen,der wow Effekt muss da sein.
wenn ich mir dann die Beschaffenheit von pink Lady und co so ansehe,muss ich sagen,da kann eine graue Renette durchaus mithalten.die ist zwar berostet,hat aber wenigstens eine geschmeidige Oberfläche und keine dällen.das Fruchtfleisch ist so enorm grob strukturiert,fast grießartig bei den rosaroten dinger.
zum glück kann ich bei uns einen klaren aufwärts trend in Sachen alte sorten feststellen!
würde ich mit meinen zahlreichen sorten auf den markt gehen,hätte ich kein Problem die äpfel zu verkaufen.eine frau aus ulm die ich kenne,liebt z.b.den glockenapfel.also habe ich ihr ein paar Kilo geschenkt.sie war so begeistert darüber,daß sie endlich mal wieder in den genuss einen solche apfels gekommen war.und warum,weil es ihn nur noch sehr sehr selten und dann auch nur auf märkten zu kaufen giebt.
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cydorian

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #28 am: 09. Februar 2018, 20:07:16 »

Die Optik alter Sorten wäre kein Problem, der Crimson Snow hat einen ähnlichen Farbton wie Berner Rosenäpfel. Beide sind glatt und überwiegend flächig gefärbt, die Berner Rosen sind nur zusätzlich beduftet, lassen sich aber noch glänzend machen. Optik ist eh Mode. Die Töne der Rot-Welle haben vor etwa zehn Jahren angefangen und das wird auch wieder abebben. Vielleicht kommt dann wieder Gold wie zu den alten Zeiten, als man noch ausgereifte Golden Delicious verkauft hat. Etwa die Farbe einer Ananas-Renette, ein herrlicher Ton, wie ein Sonnenaufgang im goldenen Herbst aus dem Nebel heraus. Der wird uns noch erwärmen, wenn Pink Lady und Crimson Snow längst Brennholz sind und damit zum letzten Mal gewärmt haben :-)
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Boskoop

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Re: Apfelsorte aus Australien
« Antwort #29 am: 10. Februar 2018, 01:01:22 »

Es ist ein Irrtum zu glauben die äußeren oder inneren Werte von Pink Lady oder anderer Modesorten sind für deren Erfolg verantwortlich, einzig und allein das geschickte Marketing, die Erhebung zur Clubsorte und die damit verbundene Vermarktung als Lifestil-Frucht lassen den Verbraucher zugreifen.
Wenn man einen roten und gut transportierbaren Apfel, wie z.B. den Roten Eiserapfel, ähnlich im Supermarkt bewerben würde, wäre der Erfolg wahrscheinlich der gleiche.
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