Weiter zur Tradition: bis in die 90er Jahre gab es hier eine traditionsreiche Gartenbaufachschule. Das Profil veränderte sich mit der Zeit, jetzt ist sie völlig weggespart worden, vomlLand, das keine Notwendigkeit für den Weitererhalt dieser Schule sah, trotz aller Bemühungen der Kommune, die Schule hier zu behalten. In einem Nachbarort gab es einen Standort für die Sichtung von Gehölzen, Stauden und Sommerblumen. Bis vor wenigen Jahren gab es dort einen rege besuchten Tag der offenen Tür, an dem die ganze Pracht für alle zu besuchen war (sehr schöne Pflanzungen, neben den Sichtungsbeeeten.).
Mittlerweile ist dieser Standort bis auf die Sichtung weniger Obstsorten und Alleebäume völlig wegevaluiert, die Glashäuser stehen leer, Tage der offenen Tür gibt es nicht mehr.
Nach 1990 hat die Hochschule Anhalt hier Staudenpflanzungen als Straßenbegleitung angelegt. Davon sind nur noch wenige vorhanden. Die Bauhofmitarbeiter fanden die Pflege zu aufwendig. Auch dies eigentlich nur eine Frage der Weiterbildung, das solche Pflanzungen gut funktionieren, zeigen Beispiele in einer Nachbarstadt.
Auch solche politische Entscheidungen sind Ursache für eine Abbruch vorhandener Traditionen und dem Boom zu vermeintlich pflegeleichten Kiesgärten.
Noch einer prägende Erinnerung aus meiner Kinderzeit: es gab hier in einem öffentlich zugänglichen Garten ein sehr großes Staudenbeet(eine Art "border", aber nicht englisch), auf dem "durchgeblüht" wurde. Das hat mich als kleines Kind so beeindruckt in seiner Farben-, Formen- und Insektenvielfalt, das ich es heute noch vor Augen habe. Ich ging dort oft vorüber, weil einer der häufig zu gehenden Wege(Kindergarten) dort entlang führte. Selbstredend gibt es dieses Beet längst nicht mehr, es fiel einer Bebauung zum Opfer.
Ein wunderbarer Kleingarten mitten in der Stadt, für jeden durch den Zaun betrachtbar, voller Blumen, ist durch die Grundstückserben gerade mit zwei Mehrfamilienhäusern "bepflanzt" worden, die keinerlei Raum für anderes ringsum bieten. (Fahrräder lassen sich abstellen, mehr nicht.)
Fehlen solche grünen und blühenden Orte, die im täglichen Leben als selbstverständlich wahrgenommen werden können, fehlt damit auch ein ganz unauffälliger aber wesentlicher Part der Bildung.