Hier ist die
Seite zum Garten mit Plan,
Geschichte usw.
Dieser schmale Rabattenweg ist eine Terrasse, diese Situation gewunden zu gestalten wäre dort gestalterisch eher seltsam. (Weiter unten auf der Wiese gibt es gewundene border.) Der Garten ist an einem Hang, das heißt die Gestaltung muss der Tektonik folgen und tut dies auch. Wir haben den Garten im Oktober erlebt und logischerweise mit eben der Staudenauswahl ( + Dahlien, + Einjährige und Kübelpflanzen) die zu dieser Jahreszeit in Blüte steht. Zu anderen Jahreszeiten wirkt der Garten völlig anders, weil dann z.B. die Glyzinie am Haus blüht oder nur Schneeglöckchen und Cyclamen etc...
Der geometrische Rahmen bildet natürlich den Kontrapost für die überbordende Rabattenfülle, als bewusst gewählter Kontrast, außerdem bildet die Hecke den Windschutz für die darüber gelegene Terrasse direkt am Haus mit dem Gartenzimmer,( in dem wir eine Einführung zu dem Garten erhielten (es war kalt an dem Tag und windig.))
Solche geschnittenen Formen fanden sich z.B. auch in Great Dixter und versuchten dort die noch weit überbordendere Fülle zu bändigen(optisch).
Hecken sind in England allgegenwärtig, Windschutz scheint dort weit notwendiger zu sein als hier und wird sowohl als solcher als auch logischerweise als bestimmendes Element der Gestaltung genutzt.
Auch der Stein des Hause und der Mauern, die es auch reichlich gibt, sind so ein (strenger) Rahmen für die sich darauf abspielenden floralen Inszenierungen.
Der Garten hatte ganz sicher eine sehr gelassene Ausstrahlung, langweilig war er keinesfalls, es gab viel zu viel zu entdecken, wenn man mit offenen Augen durch die Gegend ging.
Englischer Rasen ist natürlich auch so ein Rahmen, nur eben ein horizontaler, so wie die Hecken den vertikalen bilden.
Man muss diese Art Rabatten oder klassische englische Gestaltung überhaupt, nicht generell schön finden - an diesem Ort passte alles zusammen und war so wie es ist ganz einfach "richtig".
Wir waren eigentlich alle sehr angetan von diesem Besuch ( zur Überraschung von Iris, die dachte, dass eben dieser Garten vielleicht doch zu klassisch wäre...

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Lilo, rechts auf der Holly-Hedge-Terrasse ist eine Trockenmauer mit graulaubigen Trockenkünstlern die dort auf die nächste Terrasse herunterwachsen, aber in der Gesamtsicht optisch kaum auffallen. Interessante Sachen sind dort gepflanzt.