Nun, welche Inspiration möchtest du denn bei einem Schaugarten?
Dir ist schon klar, dass das eine vorgegebene Grundfläche "auf der grünen Wiese" ist, vielleicht mit etwas Glück mit einem Motto wie "moderner Hausgarten" ausgeschrieben?
Es gibt keinen Kontext, keine Nachbarschaft, ja nichtmal ein Haus, auf den der Garten bezug nehmen kann.
Schaugärten sind als Anregung für eigene Gestaltungen der die Schau besuchenden Besucher gedacht. Richtig?
Ja
Das Thema für diesen Schaugarten war: "Ein Wohnzimmer im Grünen". Als Inspiration erwarte ich bei diesem Thema tatsächlich, dass sich die Gestalter von "Wohnen im Grünen" durch " Grün" an sich inspirieren lassen. Grün als bewusster Gegensatz zum daneben zu denkenden Haus- so auf einer der Seiten zu diesem Thema, wahrscheinlich hier. zu erfahren.
Zitat daraus in Bezug auf diesen Garten: "Bei den Besuchern beliebt war die Freifläche, die sich auf das Wesentliche beschränkte und die, so wie es Berufstätige mit wenig Freizeit heute oft wünschen, möglichst pflegeleicht ist."
Okay. Mehr braucht es heute nicht an Grün und wir diskutieren hier über Insektensterben etc.... Noch Fragen?
Nö, keine Fragen - nur die Feststellung, dass sich die Entwerfer bei der Aufgabenstellung recht schlicht an dem, was sehr viele Gartenbesitzer heute als "Wohnzimmer im Grünen" wollen, inspiriert haben

Sehr kundenorientiert, wenig inspiriert, aber nicht schlecht gestaltet.
Auf der Website der Landesgartenschau in Apolda, [url =http://apolda2017.de/de/gartenschau/gruene-schaubeitraege/schaugaerten.html]hier[/url] sind ja durchaus auch andere Beiträge zu finden. Das ausgerechnet dieser den ersten Preis bekam erscheint mir symptomatisch für Entfremdung. Der wesentliche Aspekt für die Bewertung ist Sauberkeit - nicht Schönheit, Vielfalt der Pflanzen, eine grüne Gartenlaube oder was auch immer ... Pflegeleicht ist nur eine Umschreibung für einen Sauberkeitswahn - wir wissen, das solche Gärten nur auf den ersten Blick "pflegeleicht" erscheinen, es aber nicht sind. Gartengestalter sollten dies wissen.
Das hat aber nix mit "schlechter" Gestaltung zu tun.
Dieser Verlust von Naturverbundenheit fängt in der Kindheit an, ob Naturverbundenheit den heutigen Erwachsenen wieder irgendwie nahezubringen ist, ist eine große und spannende Frage, hat aber nichts mit guter oder schlechter Gestaltung zu tun.
Ich unterstelle mal, die Galabauer, die dort entworfen und webewirksam für ihre Zielgruppe ausgestellt haben, wissen es und nehmen es in Kauf...bzw. nehmen die Folgeaufträge.....
Zitat von: RosaRot am Heute um 14:41:41
Und nein, dass dieser Garten, Apolda, hier nicht als schön empfunden wird, liegt nicht nur am Geschmack. Das ist eine Bildungsfrage.
ohoh, was willst du damit sagen?
Nur wer doof ist, findet diesen Garten schön??
Bildung hat mit "Doofheit" nichts zu tun. "Doofheit" ist überhaupt keine Kategorie. Ich meine eine Art von Bildung die jeder erwerben kann, sie braucht keinerlei Intellektualität.
Verbundenheit mit der Natur durch Kenntnis derselben, durch Vertrautsein. Kinder die ihre Kindheit im Gestrüpp spielend verbringen lernen das durch das einfache Dasein. Eine solche Kindheit ist heute ein Privileg. dafür haben die Kids Computer und Fernseher im Kinderzimmer.
In meiner Jugend hatten wir jahrelang Schulgartenunterricht, außerdem gab es heimatkundliche Angebote in denen ausführlich die Umgebung erkundet wurde und zu dem eine Arbeitsgemeinschaft (also ein außerschulisches Angebot) in dem die Fauna und Flora detaillierter erkundet wurden. Jeder der wollte konnte daran teilnehmen. Findest du heute solche Angebote in jeder staatlichen Schule? Sie wären nötiger denn je.
Ein Thema was man sehr viel weiter ausführen und diskutieren könnte.
Zum Vorwurf des Herabsehens auf andere: solches liegt mir völlig fern.
Aber: ich bin ein strikter Gegner einer solchen Art der Verwahrlosung, wie sie sich in der Mode der "pflegeleichten" (zubetonierten) Kiesgärten ausdrückt.
Genug von mir! Diskutiert Ihr weiter! 
Ich gebe dir absolut recht, aber dieser Themenkomplex hat wiederum nichts mit der Gestaltung an sich zu tun.