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Autor Thema: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles  (Gelesen 8237 mal)

Gartenplaner

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #90 am: 06. September 2019, 12:40:39 »

Ich fänds ja wesentlich spannender und interessanter, die neuesten Erkenntnisse/Ergebnisse der Pflanzenphysiologie hier "aufbereitet" zu bekommen als das altbekannte Abarbeiten am Esoterik-Geschwurbel....im Endeffekt sind mehr Esoterik-Links hier zu finden den seriöse, allgemeinverständliche Artikel....sehr schade
« Letzte Änderung: 06. September 2019, 12:59:45 von Gartenplaner »
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pearl

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #91 am: 06. September 2019, 12:46:19 »

und noch ein Buch, dieses scheint das neueste zu sein, Ausgabe von 2018.

Was Erbsen hören und wofür Kühe um die Wette laufen: Verblüffendes aus der Pflanzen- und Tierwelt:

"Die Autorinnen ... besuchen verschiedene Beispiele solidarischer und biologischer Landwirtschaft ..." Bin ich auch dafür, für eine faire, nachhaltige, biologische Landwirtschaft, ich bin auch für Erbsen und Kühe, aber muss ich deswegen verblüfft sein?

Wenn es um die Verhaltensbiologie geht, da hat Vitus Dröscher eine Reihe sehr lesbarer Bücher geschrieben. Frans de Waal ist der Autor, den ich am meisten schätze auf dem Gebiet. Seine TED Talks, seine Bücher, ich hatte sogar das große Glück ihn in Heidelberg in der Alten Aula live zu sehen!

Ich finde ja auch, dass wir nicht die Krone der Schöpfung sind, aber geht das nicht auch ohne Geschwurbel? Oder Feindbilder? Feindbild Wissenschaft?

John Horgan hat ein 1997 das Ende der Wissenschaft proklamiert. Ob deshalb, weil das Niveau von Scientific American so gesunken ist? Finde ich ja auch, aber die Grundprinzipien von Wissenschaft in Frage zu stellen, also die Logik, die Freiheit, die Neugier, den Wissenshunger, Fakten und Beweise, Experimente und Reviews, diese unablässigen Bemühungen der Wahrheitssuche zu negieren? Ein System, das weder richtig noch falsch kennt, sondern darauf basiert, dass jeder das, was er erforscht hat und was Zeitungen oder andere Forscher für plausibel halten, veröffentlicht und weitergegeben wird. Ich finde das enorm evolutionär und demokratisch!

Schade auch, dass das nicht in vollem Umfang gewürdigt wird in postmodernen Zeiten.



« Letzte Änderung: 06. September 2019, 13:31:55 von pearl »
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pearl

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #92 am: 06. September 2019, 12:57:36 »

Ein netter Kommentar zu Wohlleben:

https://www.forstverein.de/aktuelles/news/news///so-schmutzig-wie-kohle.html

danke!  :D von Markus Hölzel Chefredakteur der proWALD. Titel:
„So schmutzig wie Kohle“

"Wie Effekthascherei, pseudowissenschaftliche Halbwahrheiten und böswillige Ignoranz Holznutzung, Forstwirtschaft und Forstleute diskreditieren

Kommentar zur "stern"-Ausgabe vom 22. August 2019"

Was ich bei Wohlleben gut fand war der Begriff Holzgipfel statt Waldgipfel von Julia Klöckner.


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Felcofan

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #93 am: 06. September 2019, 13:02:51 »

@ Amur: danke für den Link auf den schönen Artikel

@Gartenplaner

eine mehrfach belegte Entdeckung ist (schon seit ein paar Jahren), dass Pflanzen bei Fraßdruck Signalstoffe ausschütten und
a) Nachbarpflanzen warnen können--> Produktion von Hemmstoffen, Dornen uä im gesamten Bestand (kostet alles Energie, deswegen nur bei Bedarf)

b) sowohl an Fraßstelle als auch in ganzer Pflanze Hemmstoffe auftreten
c) Lockstoffe für Blattlausfeinde ausschütten --> Gallwespen anlocken
d) bei zusätzlichem Mycorrhiza-Pilz im Versuch haben anscheinend Pilzhyphen die Hemmstoffe oder Impuls für Bildung von Hemmstoffen (meine Gedächtnislücke) zu anderen, etwas entfernten Tomaten weitergeleitet, in einem Versuch  mit Tomaten


@Pearl, man, du hast ja eine hohe Schmerzschwelle, mir ist nach dem 2. Köchlin-link schon etwas schlecht ;-)


was ich auch nicht verstehe, dass sie so auf dem "Gen-Klischee" (Pflanze ist ein Genautomat) rumdrischt. Bisher belegen eigentlich alle Erkenntnisse, dass alle Informationen für eine Pflanze und ihr mögliches Verhaltens-Spektrum im Genom festgelegt sind.

und zumindest inzwischen sagt ja niemand mehr, dass das "einfach/simpel" wäre, deswegen finde ich alle Detail-Entdeckungen eigentlich mehr Belege für das "Wunder der Schöpfung, ähh, Evolution"



betr. Köchlin und Landwirtschaft: was sie so geißelt, sind meiner Meinung nach Auswüchse einer zu einseitigen Selektion beim Züchten, sie hat halt Bespiele gebracht, dass moderne Maissorten entweder schneller krank werden oder schlechter weit wurzeln (meine Gedächtnislücke), während alte LAndsorten zur groooßen Überraschung das alles besser können, ergo Magie


----
inzwischen gibt es viele Beispiele für neue, intelligentere Zuchtziele, zBsp Weizen, mischerbig, für bestimmte Böden oder KLimaräume

Getreide, das so dichtes LAub entwickelt, dass es unkraut durch SChattenwurf auskonkurrenziert, ohne Herbizide


für mich positive Beispile für umfassend gedachte Neuerungen, ganz ohne Wunder
« Letzte Änderung: 06. September 2019, 13:04:45 von Felcofan »
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Gartenplaner

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #94 am: 06. September 2019, 13:12:56 »

...
@Gartenplaner

eine mehrfach belegte Entdeckung ist (schon seit ein paar Jahren), dass Pflanzen bei Fraßdruck Signalstoffe ausschütten und
a) Nachbarpflanzen warnen können--> Produktion von Hemmstoffen, Dornen uä im gesamten Bestand (kostet alles Energie, deswegen nur bei Bedarf)

b) sowohl an Fraßstelle als auch in ganzer Pflanze Hemmstoffe auftreten
c) Lockstoffe für Blattlausfeinde ausschütten --> Gallwespen anlocken
d) bei zusätzlichem Mycorrhiza-Pilz im Versuch haben anscheinend Pilzhyphen die Hemmstoffe oder Impuls für Bildung von Hemmstoffen (meine Gedächtnislücke) zu anderen, etwas entfernten Tomaten weitergeleitet, in einem Versuch  mit Tomaten
...
ja, ich weiß - nur leider sind all diese Ergebnisse noch nicht so allgemein verbreitet und bekannt.
Die "Konditionierungs"-Experimente waren für mich neu und faszinierend - es bedeutet ja, dass die Pflanze sich was "merken" kann, nur wie?
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fips

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #95 am: 06. September 2019, 14:03:38 »

Im Buch von Tompkins und Bird:  Das Geheime Leben der Pflanzen vor ich weiss nicht wievielen Jahren (?) war schon darüber zu lesen.
Damals wurde es als Esoterisches Geschwafel belächelt. Ich fand es damals schon als faszinierend.... 8) ;)
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Felcofan

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #96 am: 06. September 2019, 14:25:12 »

Gebrüder Grimm sind heut auch noch faszinierend,

aber nicht das Mittel, wenn man zB neue, verbesserte Landwirtschaftpraktiken einführen will
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pearl

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #97 am: 06. September 2019, 19:06:24 »

Im Buch von Tompkins und Bird:  Das Geheime Leben der Pflanzen vor ich weiss nicht wievielen Jahren (?) war schon darüber zu lesen.
Damals wurde es als Esoterisches Geschwafel belächelt. Ich fand es damals schon als faszinierend.... 8) ;)

das glaube ich!  ;) ;D

"Ulrich Schraml, Professor für Forst- und Umweltpolitik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, argumentierte in einem Beitrag für das Holz-Zentralblatt, Wohllebens Thesen seien angelehnt an das Anfang der 1970er erschienene Buch „The Secret Life of Plants“, ohne dies zu erwähnen" aus dem Wikipedia link von oben.

Das Buch gibt es in deutscher Übersetzung, Das geheime Leben der Pflanzen, Christopher Bird und Peter Tompkins.

Die Rezension von Marie Hansen fand ich treffend und lustig
"Unterhaltsam aber unwissenschaftlich
8. April 2019

Als Wissenschaftlerin bin ich immer an guten Werken zu Forschung aus verschiedenen Bereichen interessiert. Und als Pflanzenliebhaberin mit 45 Zimmerpflanzen sehr an allem über meine grünen Mitbewohner.

Dieses Buch stellt sich als Zusammenfassung parapsychologischer Forschung dar. Wilde Interpretationen und Methoden, die jeglicher Kontrolle und Objektivität entbehren, werden als Fakten dargestellt.
Ich bin durchaus offen für den Gedanken, dass in einer Pflanze weitaus mehr vorgeht, als wir uns vorstellen. Dieses verballerte Buch überspannt aber wirklich den Bogen!

Den zweiten Stern gibt es weil es wirklich amüsant zu lesen ist. Besonders gefallen hat mir Kapitel 3 - "Pflanzen öffnen Türen". Ich hatte mich schon darauf gefreut, der Grünlilie im Bad endlich beizubringen, wie sie das Fenster alleine zu machen kann. Das war dann doch nicht drin, dafür aber der ein oder andere Schmunzler beim lesen."

Den Auszug aus dem Buch in dieser Rezension zeigt um was es wirklich geht.

""Im September 1953 empfing C. W. Bradley in London auf seinem Fernsehschirm im Wohnzimmer die Erkennungsbuchstaben der amerikanischen KLEE-TV-Station aus Houston, Texas... Das seltsame dieser Fernsehübertragung lag nicht in der weiten Entfernung der Sendezentrale... gespenstisch war vielmehr, dass diese Bilder etwa drei Jahre vor ihrem Empfang ausgestrahlt worden waren. Man hatte nämlich bereits 1950 die Erkennungsbuchstaben KLEE in KPRC umgeändert! Die Erklärung, dass die Signale in einer Plasma-Wolke über der Erde gespeichert und dann wieder ausgestrahlt worden seien, ließen die Frage nach dem Wie und Warum eines solchen Vorgangs offen, und die Behauptung, dass es sich lediglich um einen sinnlosen - und außergewöhnlich teuren - Scherz gehandelt habe, scheint doch etwas weit hergeholt.""
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pearl

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #98 am: 01. Oktober 2019, 21:06:37 »

Zitat Frantisek Baluska:
"Es gibt in den Institutionen der Wissenschaft immer noch Denkverbote" - wie wahr, wie wahr  ;D ;D ;D

 ;D irre! "Das Denken ist ein wilder Affe!"  ;D Nein, es gibt in der Wissenschaft keine Verbote. Es wird sogar Mist publiziert. Im Hoppe Seiler zum Beispiel. Auch Scientific American ist nicht mehr das, was es mal war und die deutsche Dependance Spektrum der Wissenschaft sowieso. Wie viele heute ein Ende der Wissenschaft herbeireden ohne zu begreifen, was Wissenschaft ist und ohne jemals wissenschaftlich gearbeitet zu haben, ist echt krass.

Ärgert die Leute, dass es Gravitation gibt?  ;D Kann ich nachvollziehen, manche Tage haben einfach zu viel Gravitation. Ärgert die Leute, dass sie Auto fahren oder ein Smartphone haben? Was ärgert die Leute eigentlich so? Verdruss. Es ist einfach Verdruss an der eigenen Dummheit. Fakten sind einfach manchmal zu störend und logisch Denken viel zu anstrengend.

How to train your monkey mind. Deutsch. Sehr empfehlenswert! ;D
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2019, 21:11:49 von pearl »
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Staudo

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #99 am: 01. Oktober 2019, 21:09:29 »

Fakten sind einfach manchmal zu störend.

Stimmt.  :-\
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Es könnte mal wieder regnen.

Gartenplaner

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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #100 am: 01. Oktober 2019, 21:33:42 »


...
Was mich nachdenklich stimmt, ist, dass es in diesem Titelthema (der bild der wissenschaft, März 2019) mehrere Beispiele gibt, wo eine "griffige" Beschreibung von neuen Forschungsergebnissen durch die Medien einen Empörungsaufschrei der Wissenschaftlerkollegen hervorrief, der wiederum die Wissenschaftler, die die von den Medien aufgegriffenen Ergebnisse hervorgebracht hatten, erstmal verschreckte, weiter auf dem Gebiet zu arbeiten - eine Art wissenschaftlicher Inquisition, die im Endeffekt Wissenszugewinn verhindert.
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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #101 am: 01. Oktober 2019, 21:57:51 »

Bild der Wissenschaft, März 2019, titelt Die Intelligenz der Pflanzen. Das Titelbild ist unsäglich doof! Wieso lesen die Leute sowas? Vor allem, wenn sie nicht verdauen können, was sie lesen.

Zum Thema "Intelligenz bei Pflanzen". Mit sowas befasst sich kein Botaniker. Nicht ernsthaft. Es gibt eine Terminologie in der Wissenschaft. Intelligenz ist kein Terminus in der Botanik und wird es nie sein.

Warum hängst du dich an dem Thema auf?

Wir wissen das folgende, und das auch schon lange:


In der Allgemeinen und molekularen Botanik steht im Kapitel Direkte und Indirekte Wechselwirkung zwischen Organismen in der Einleitugen:

Pflanzen treten in direkte Wechselwirkung mit pflanzlichen Parasiten oder auch mit Mikroorganismen als Pathogene oder Symbionten. Totes pflanzliches Material wird von Saprophyten als Nahrungsquelle benutzt. Indirekte Wechhselwirkungen erfolgen über gasförmige Hormone - ich ziehe bei weitem den englischen Terminus Faktor vor - bzw. Signale, über Verarmung an Licht, Nährstoffen und Wasser und schießlich über zahlreiche organische Substanzen im Wurzelraum, die die Rhzosphäre zur "Datenautobahn für Kommunikation" machen.

Hier sind die Anführungszeichen äußerst wichtig!

Intelligenz ist ein Begriff, der in der Humanmedizin/Psychologie verwendet wird. Mit welchem Hintergund und mit welchem Ziel ist umstritten. Über das Verfahren sie zu messen gibt es unterschiedliche Ansätze, je nach Diziplin verwendet man andere Methoden. Der Terminus ist einer der am meisten missbrauchte. Mich persönlich interessiert der Begriff nicht.

Ich hätte es lieber, wenn Menschen lernten kritisch zu denken und nicht von Inquisition schwafelten, ohne zu wissen was Inquisition bedeutet hat und was die Errungenschaften der Aufklärung und der Beginn der exakten Wissenschaften für eine Freiheit mit sich brachte! Ich empfehle die Lektüre von David Hume, John Locke und zu Beginn Voltaire.
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2019, 22:00:45 von pearl »
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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #102 am: 01. Oktober 2019, 22:35:27 »

Der Titel ist extra so gewählt, weil es diesen Begrifflichkeits"krieg" gibt.

"...„Wie soll man das nennen?“
Dieser Aspekt bildet auch das Zentrum eines Interviews im Rahmen des Titelthemas, das Rasper mit dem Zellbiologen František Baluška von der Universität Bonn geführt hat. Er gilt als einer der Begründer der Disziplin der Pflanzenneurobiologie. Sie beschäftigt sich mit Signalübertragungssystemen bei Pflanzen, die Parallelen zum Nervensystem bei tierischen Lebewesen aufweisen. Ob dies allerdings den Begriff Pflanzenneurobiologie und weitere Bezeichnungen aus der tierischen Biologie rechtfertigt, gilt nach wie vor als umstritten, wie das Interview verdeutlicht.

Abgerundet wird das Titelthema „Die Intelligenz der Pflanzen“ von einem Essay, in dem Rasper verdeutlicht, wie schwierig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse im Zusammenhang mit den Fähigkeiten von Pflanzen in menschliche Sprache zu fassen. Dass diese Wesen „entscheiden“, „kommunizieren“ oder gar „denken“, wirkt aus wissenschaftlicher Sicht unsachlich und vermenschlichend, denn wir verknüpfen mit diesen Begriffen weitere Aspekte, die auf Pflanzen nicht passen. Doch ohne diese Metaphern lassen sich die Erkenntnisse über die Fähigkeiten dieser erstaunlichen Organismen kaum verständlich machen, beschreibt der Autor in dem Teilartikel „Im Reich der Gänsefüßchen“. ...


Wissensvermittlung beruht auf Sprache, Wissenschaftler unter sich dürfen sich gern in Fachtermini austauschen, wenn sie ihr Wissen aber aus dem Elfenbeinturm hinaus bekommen wollen, müssen sie sprachlich flexibler sein.
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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #103 am: 01. Oktober 2019, 23:13:58 »

 ;D so, diesem Blödsinn bin ich auf den Grund gegangen. Es ist Stefano Mancuso höchstselbst. Der schmeißt Mimosen um und lässt sie auf den Boden plumpsen. Macht er das oft, dann klappen sie ihre Blätter nicht mehr zusammen. Klar, würde ich auch nicht machen.  ;) ;D Er macht das am Institut an der Universität Florenz auch International Laboratory of Plant Neurobiology. Ich finde er ist qualifiziert für den Ig Nobel Prize. Ig-Nobelpreis.

Das wissenschaftliche System ist überaus demokratisch. Publizieren kann jeder, ob jemand zitiert wird, zeigt, ob er einen Beitrag in der Wissenschaft geleistet hat, der darin besteht, dass Wissenschaftler auf seiner Arbeit aufbauen. Es gibt journals mit hohen Standards für Publikationen und welche mit geringen Hürden.

Es gibt im Netz, IFLSCIENCE, A Rough Guide to Spotting Bad Science das mit den journals ist Punkt 12. So:

1. SENSATIONALISED HEADLINES
2. MISSINTERPRETED RESULTS
3. CONFLICT OF INTEREST
4. CORRELATION & CAUSATION
5. SPECULATIVE LANGUAG
6. SAMPLE SIZE TOO SMALL
7. UNREPRESENTATIVE SAMPLES
8. NO CONTROL GROUP USED
9. NO BLIND TESTING USED
10. ‘CHERRY-PICKED’ RESULTS
11. UNREPLICABLE RESULTS
12. JOURNALS & CITATION

Signor Stefano Mancuso kann gleich alle nehmen. Gerne erläutere ich jeden einzelnen Punkt, oder so: jeden einzelnen Punkt hatte ich im Laufe der Jahre hier schon häufig erwähnt, offenbar ohne Lernerfolg bei manchen.  ;) ;D
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2019, 23:15:30 von pearl »
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Re: Peter Wohllebens Phantasien über Pflanzen, Tiere und überhaupt alles
« Antwort #104 am: 01. Oktober 2019, 23:27:10 »

Wie gut, dass du immer genau weisst, was Blödsinn ist und was nicht  ;D ;D ;D ;D ;D
Mimosen kann man übrigens auch etwas beibringen, ohne sie runterzuschmeißen....
Jedenfalls finde ich sehr spannend, was sich da in den letzten Jahren in der Forschung so alles getan hat und freue mich auf die  - populärwissenschaftliche - Zusammenfassung von Herrn Chamovitz.
Und ich hinterfrage kritisch, wenn es anscheinend nur noch um die (einzig seligmachende) korrekte Wortwahl geht - sofern es denn überhaupt schon passende Wörter gibt - aber nicht mehr um die Erkenntnisse dahinter
Aber natürlich steht es jedem frei, Begrifflichkeiten nicht zu mögen und sich darauf auszuruhen  ;D
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