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News: Reden ist das eine, manchmal ist auch zuhören angebracht. Und Reden wie auch Zuhören nutzt sowieso nichts, wenn man nicht imstande ist zu verstehen. (celli)
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News: Reden ist das eine, manchmal ist auch zuhören angebracht. Und Reden wie auch Zuhören nutzt sowieso nichts, wenn man nicht imstande ist zu verstehen. (celli)

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|18|3|Bei mir "stören" sie sich auch nicht gegenseitig - die "kleinen" und die "großen" Glöckchen. (raiSCH)

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Autor Thema: Lauwarmrotte  (Gelesen 30523 mal)

Krümel

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Lauwarmrotte
« am: 10. Juni 2018, 19:52:31 »

Vorbemerkung:
Es soll hier nicht um eine Heiss- vs. Lauwarmrottediskussion gehen. Die Heissrotte hat ihre Berechtigung, keine Frage.
Warum ich diesen Thread eröffne, ist, weil sich mir das Gefühl aufdrängt, dass Lauwarmrotter, wie ich eine bin, sich ein bisschen unterrepräsentiert fühlen könnten.
Ich freue mich, mich mit Gleichgesinnten austauschen und von euch lernen zu können!

Definition:
Die Lau(warm)rotte entsteht, ohne dass man
- von Grund auf neu aufschichtet
- alles kleinhäckselt und
- stets auf die Feuchtigkeit achtet.
Auf den Punkt gebracht: Sie ist für die Oberfaulen gedacht, wie ich eine bin.

Nachteile:
- Samen werden nicht zerstört. Egal welche (manchmal sind es durchaus erwünschte), drum prüfe gut, was du auf den Kompost wirfst.
- Es geht was länger. Bei geübten Komposthaufen im Minimum ein Jahr.
- Es braucht mehr Platz.

Vorteile:
- Es ist weniger arbeitsintensiv.
- Man hält die Mykorrhiza und sonstigen vorteilhaft rumwuselnden Bakterien am Leben. (Für mich das wichtigste Kriterium.)

(Erwischt. Das fast sehr wichtigste Kriterium ist die Faulheit. Aber wer will schon drauf herumreiten ...  :P)

Ich würde mich sehr freuen, mehr von euren faulen Kompostvorgängen zu erfahren, auf dass wir gemeinsam das Optimum aus dieser Art von Kompostwirtschaft rausholen können.
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lerchenzorn

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #1 am: 10. Juni 2018, 20:35:34 »

Du sprichst mir aus dem Herzen.  ;D

So in etwa?
(mein) Senf zum Eichenlaub
« Letzte Änderung: 10. Juni 2018, 20:37:25 von lerchenzorn »
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RosaRot

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #2 am: 10. Juni 2018, 20:35:49 »

Outing: Oberfaule Lauwarmrotterin oder noch profaner: Auf- den-Haufen-Werferin...
Irgendwann ist alles Erde und in der Zwischenzeit wachsen da Kürbisse, manchmal keimen Avocados etc...
Ach ja, und seitlich einfach anschneiden, gegebenenfalls ein Löchlein wühlen zur Entnahme wenn etwas gebraucht wird, mache ich auch...
« Letzte Änderung: 10. Juni 2018, 20:37:37 von RosaRot »
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Viele Grüße von
RosaRot

lerchenzorn

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #3 am: 10. Juni 2018, 20:40:20 »

... Bei geübten Komposthaufen im Minimum ein Jahr. ...

Es geht nichts über eine gute Fachkraft. Zwei bis drei Jahre Lehrzeit braucht so ein Kompostplatz. Dann hat er eine solide Mikrobenbasis und örtliches Wissen angehäuft und rottet wie am Schnürchen.
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Bristlecone

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #4 am: 10. Juni 2018, 20:50:40 »

Ich bin auch so einer von diesen oberfaulen Langsamrottern.  ;)

So alle drei jahre schichte ich das oberste zu unterst und bringe das unterste, in der Zeit gut verrottete im Garten aus.

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Waldschrat

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #5 am: 10. Juni 2018, 20:59:04 »

Outing: Oberfaule Lauwarmrotterin oder noch profaner: Auf- den-Haufen-Werferin...
Irgendwann ist alles Erde und in der Zwischenzeit wachsen da Kürbisse, manchmal keimen Avocados etc... Brennnesseln, Klettenlabkraut, etc.*
Ach ja, und seitlich einfach anschneiden, gegebenenfalls ein Löchlein wühlen zur Entnahme wenn etwas gebraucht wird, mache ich auch...

Genau so mache ich das hier auch.  :-\ :-[ 

*hier wächst nur so was
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neo

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #6 am: 10. Juni 2018, 21:09:55 »

So alle drei jahre schichte ich das oberste zu unterst und bringe das unterste, in der Zeit gut verrottete im Garten aus.

Das wäre vielleicht mal das hehre Ziel, bis dahin grüble ich`s auch raus.
Ist nicht unbedingt eine Frage der Faulheit, sondern wie man halt seine Prioritäten setzt, setzten muss! 8) ;D (Und es verrottet doch... ;))
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erhama

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #7 am: 10. Juni 2018, 21:23:51 »

Ich bekenne mich ebenfalls zur Auf-den-Haufen-Werfer-Fraktion.

Ich habe einen Komposthaufen, den ich einmal jährlich Ende August / Anfang September* durchsiebe. Die Komposterde kommt in einen oder auch zwei Behälter, die eigentlich "Komposter" sind. Dort wird die Erde bis zum Einsatz gelagert.
Alles, was noch nicht durchs Sieb fällt, wird wieder auf einen Haufen geworfen bis zum nächsten Jahr.
Dieses Jahr habe ich erstmalig ab etwa Mai alles, was eigentlich auf den Kompost gehört, in einen leeren Komposter gepackt. Aus Faulheitsgründen, denn sonst müsste ich diese oberste Schicht vor dem Durchsieben erst mal wieder runternehmen und beiseite packen.

*Der Zeitpunkt ist so gewählt, weil er vor der Eiablage der im Kompost ausgesetzten Schnecken liegt. So kann ich relativ sicher sein, dass in der Komposterde keine Schneckeneier drin sind. Danach dürfen auf dem Haufen die Schnecken tun und lassen, was sie wollen.

Dazu habe ich drei Halbhochbeete, die ich in einer Art Dreifelderwirtschaft bepflanze: Jahr eins: Hochbeet im Herbst gefüllt mit allem möglichen, über Winter stehen lassen, im Frühjahr Kürbisse drauf.
Jahr zwei: Die alten Kürbisranken und Blätter sind den Winter über geschrumpft - Rosenkohl und Sellerie drauf.
Jahr drei: Kartoffeln. Ist das Kraut im Herbst abgestorben, schaufle ich die Erde raus, finde bei dieser Gelegenheit wirklich alle Kartoffeln, die Erde nehme ich zum Auffüllen von Unebenheiten,
neu angelegte Beete etc.
Und in den Beetkästen setze ich natürlich nie, nie, nie Schnecken aus.
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Natternkopf

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🐌 Lauwarmrotte
« Antwort #8 am: 10. Juni 2018, 22:41:52 »

Lauwarm Rotte ist auch ein gangbares, gutes Konzept zur Kompostherstellung.
Dauert zwar länger 🐌, spielt aber keine Rolle.

Auch hier gelten die Vier Grundregel.
  • Zerkleinern
  • Mischen
  • Feucht halten
  • Zudecken

Dies beachtet gibt auch gute Komposterde. 🌷🌿


Grüsse Natternkopf  :)
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Krümel

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #9 am: 12. Juni 2018, 19:25:43 »

Ei, was freuen mich eure Antworten, bin ich doch nicht alleine und bilde mir nichts ein.

Natterkopf, wenn du den Eröffnungspost liest, siehst du, dass die vier goldenen Heissrotte-Kompostregeln bei mir nicht zum Einsatz kommen und es trotzdem wunderbar funktioniert (durftest du ja auch mal vor Ort überprüfen, gell).
Dies sicherlich auch, weil es die hier gegebenen Bedingungen zulassen:
Mein Garten ist kleinräumig und vielstrukturiert - ich verfüge zu jeder Zeit sowohl über Material, das eher stickstoffbetont ist, als auch über kohlenstoffhaltiges Zeugs. Das ist ein geschenkter Vorteil, den ich gerne nutze.
Der zweite geschenkte Vorteil sind die hiesigen witterungsmässigen Bedingungen: eine wirkliche Dürre gibt's hier so gut wie nie. Darum wird es wohl auch immer funktioniert haben, dass ich nicht mal im Traum daran gedacht hätte, den Komposthaufen zu giessen.

Im Gegenteil: Je mehr der Kompost von mir abhinge, desto eher wäre er der Verdammnis preisgegeben. Ich bin den vieren darum sehr dankbar, dass sie sich selber um ihre Bedürfnisse kümmern. (Lerchenzorn und RosaRot, ihr beide gärtnert doch auf Sand und widrigen Regenverhältnissen, oder? Wie schaut es diesbezüglich bei euch aus bzw. wie kommen eure Komposthaufen damit zurecht?)

Meine Frage an die Lauwarmrotter und Allgemeinkenner:
Inzwischen ist mir aufgefallen, dass die Komposthaufen richtig gut vor sich hin arbeiten, wenn ich ihnen immer mal wieder ganze Äste reinlege. Meine Erklärung ist diese: Die langsamst vor sich hin modernden Äste speichern nicht nur Wasser (gut in Sintflutzeiten und ebenso in Dürreperioden - man speichert ja nicht nur, man kann auch abgeben), sondern auch Nährstoffe. Obwohl ich meine Haufen nur notdürftig abschirme (mit Karton, Rasenschnitt und/oder Laub), kann mein geernteter Kompost offenkundig den Bedarf von Kübeltomaten decken (sofern sie auch noch mit Jauche gefüttert werden. Hie und da.) Zu viel Stickstoff geht also nicht flöten.
Ist diese meine Überlegung korrekt oder hat sich da ein Gedankenfehlerwühlmäuschen eingeschlichen?
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lerchenzorn

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #10 am: 12. Juni 2018, 20:03:53 »

Seit ich mal gelesen habe, dass man mit Kompost überdüngen und Stickstoffausträge ins Grundwasser schaffen kann, traue ich dem Zeug allerhand zu.
Zuletzt bewiesen am Basilikumbusch, der, gelbgehungert im Supermarkt-Topf, ausgepflanzt im Sand und dort weiter gegilbt, auf eine schöne frische Kompostgabe, in die oberen Zentimeter eingegrabbelt, jetzt allmählich ein sattes Grün bekommt.

Unser Haufen ist DER Bonus des Gartens. Da geht eine ganz eigene, kleine Ecke ab, zwischen der Schuppenwand des Nachbarn und dem Zaun und der Hecke des anderen Nachbarn und wildem Gestrüpp. Es weht kaum ein Windhauch und scheint nur wenig Sonne hinein. Die Wand fängt Abendsonne und strahlt in die Nacht hinein Wärme ab. Da kann es aussehen wie Sau  :-X, im Garten sieht man nichts davon. War alles so, als wir kamen und wir haben nur ein bisschen ausgebaut.

Unser Sand, der mit drauf wandert, macht eine mittelschwere, locker schwarzkrümelnde Masse daraus.

Manche Paradiese sehen halt etwas merkwürdig aus.
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AndreasR

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #11 am: 12. Juni 2018, 20:08:12 »

Ich bin in Sachen Kompost ja auch unbedarft, nach meiner laienhaften Meinung sind die Äste im Kompost sicher auch deshalb gut, um für Durchlüftung zu sorgen, denn auch gehäckseltes Material sinkt irgendwann zusammen, und Hohlräume werden verdichtet. Und klar, auch ohne die "Kompost-Grundregeln" wird aus organischem Material irgendwann Humus, nicht anders funktioniert das in der freien Natur, es dauert halt nur länger.

Ich zähle mich auch zur Riege der, sagen wir mal "energieeffizienten" Gärtner (wobei man ja auch durchaus stolz auf ein bisschen "Faulheit" sein kann ;) ) und habe mir dieses Jahr Häcksler und Kompostboxen allein aus logistischen Gründen angeschafft, weil die Haufen höher und höher wurden, so dass fast der ganze Kompostplatz belegt war, und einer schon lange angedachten Renovierung des Gartenhauses im Weg standen.

Gebraucht habe ich den Kompost ohnehin noch nie, da alles auch ohne prächtig wächst und gedeiht, und der Gedanke, dass man sich mit den Samen mehr Unkraut zurück ins Beet holt, lässt mich auch davor zurückschrecken, nun großflächig Kompost zu verteilen. Klar, da wäre Heißrotte schon nicht schlecht, aber ich habe genug andere Baustellen im Garten, so dass ich nicht auch noch den Kompost ständig abdecken oder bewässern möchte...
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lerchenzorn

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #12 am: 13. Juni 2018, 08:04:21 »

Und dann gibt es außer den Mikroben noch größere helfende Wesen, die einem immer mal einen Haufen neues Material von außerhalb des Gartens spendieren und ihn sogar selbst ranschaffen. Warmherzige, gar nicht laue Wesen. Zausel, Albizia - Danke!
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lord waldemoor

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #13 am: 13. Juni 2018, 08:25:17 »

mein bananenschalenkompost sieht auch recht gut aus, hab gestern vor dem regen welchen aufgebracht
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Walt

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Re: Lauwarmrotte
« Antwort #14 am: 13. Juni 2018, 08:52:36 »

Von den vier Grundregeln:

    Zerkleinern - jo die Äste gehen in den Häcksler
    Mischen - nö
    Feucht halten - wenns regnet wirds nass
    Zudecken - was für Warmduscher  ;D

Gehöre, wie man sieht auch zu den faulen, in die Eckewerfern. Muß allerdings zugeben, daß ich den Kompost nach einem Jahr umschichte und Kompostbeschleuniger untermische. Nach dem zweiten Jahr wird gesiebt und was nicht durchs Sieb fällt geht auf den ersten Kompost zurück - ist schon genug Arbeit.
Und so sieht der Tatort aus:

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Schöne Grüße aus dem sandigen Havelland
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