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News: Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewußt zu sein.  (Thomas Carlyle)
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Autor Thema: Dürregejammer  (Gelesen 275145 mal)

Nemesia Elfensp.

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #90 am: 07. Juli 2018, 15:49:18 »

................... welcher boden wäre nächstes jahr besser, falls es ein normales jahr würde
der ausgetrocknete, oder der verdichtete verschlammte lehmboden
.................beide ohne grossartige Humusanteile?
Dann würde ich meinen, dass sich der "nur" ausgetrocknete Boden besser erholt und der verdichtete und "zusammengeschlämmte" Lehmboden wohl nicht. (mein Gedake dabei: für den Teichbau gibt es Lehmschollen, die verlegt und verschlämmt werden, so dass der Teich danach dicht ist)


oder beide Bodenbereichte gut mit Humus aller Art gepflegt?
Dann würde ich auch meinen, dass sich der gepflegte aber "nur" ausgetrocknete Boden besser erholt, als der verdichtete Lehmboden, denn der Humusanteil nützt bei einer Verdichtung durch z.b. hohen Druckbelastung (durch Maschinen) und danach folgendes Verschlämmen, nicht mehr viel.

Lehmboden ist für Verdichtungen sowieso sehr empfindlich - guckst Du mal hier. Da heisst es:
Zitat
4.1.2    Bodenverdichtung

Die Bodenverdichtung ist ein komplexer, physikalischer Prozess (Gefügeänderung, Kapitel 4.1.1), bei dem mit Zunahme der Lagerungsdichte das Porenvolumen kleiner wird. In der Regel ist dabei eine Abnahme des Grobporenanteils aber eine Zunahme des Feinporenanteils verbunden, während der Anteil der Mittelporen annähernd konstant bleibt (ausgenommen Lehmböden, bei denen auch der Anteil der Mittelporen abnimmt (Hintermaier-Erhard und Zech 1997). Der Anteil an Hohlräumen im Boden nimmt ab und deren Durchgängigkeit wird eingeschränkt. Betroffen sind die das Porensystem der Böden durchdringenden Stoffe (Wasser und damit Nährstoffe sowie Luft), Pflanzenwurzeln und Bodenlebewesen.
« Letzte Änderung: 07. Juli 2018, 18:04:40 von Nemesia Elfensp. »
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lord waldemoor

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #91 am: 07. Juli 2018, 17:14:21 »

ich meinte getreideacker, ja
nur mit umpflügen allein wirds nicht getan sein
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am schwierigsten sind nur die ersten 5 tage nach dem we

Nemesia Elfensp.

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #92 am: 07. Juli 2018, 18:17:40 »

ich meinte getreideacker, ja
nur mit umpflügen allein wirds nicht getan sein
ob ein Wenden des Bodens da langfristig überhaupt der richtige Weg sein kann? Wir alle - Landwirte, Gemüsebauer und Hobbygärtner/in -  werden ja lernen müssen mit solchen Trockenphasen zu leben.
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thuja thujon

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #93 am: 08. Juli 2018, 02:36:29 »

Gerade in Brandenburg wird doch Mulchsaat oder Strip Till schon recht viel praktiziert. Hat auch Vorteile bei Winderoson.

Ich würde den Lehmboden vorziehen, der verdichtet nicht mal so nebenbei nur weil Wasser drauf steht und nach dem trocknen Betonhart ist. Zum Verdichten braucht es Scherkräfte, die den nassen Boden kneten, praktsich töpfern wie eine Vase. Das ist was ganz anderes als Betonboden.
Nachdem der abgesoffene Boden wieder bearbeitungsfähig ist, mit einem Grubber durchgehen, der mischt das ganze ohne zu fein zu krümeln, hinterher den Rest mit einer Begrünung festigen.
Betonharten Lehm hat man sich fast immer selbst zuzuschreiben, da stimmt die mechanische Bearbeitung nicht.
Spätestens mit Schattengare und Lebendverbauung ist der härteste Betonboden schön gar und krümelig und damit auch aufnahmefähig für Wasser. 
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pearl

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #94 am: 08. Juli 2018, 11:28:32 »

Schattengare und Lebendverbauung. Danke, diese urdeutschen Termini kannte ich noch nicht. Ich les zu viel modernes englisches Zeug. Wie Planting in a Post-Wild World von Thomas Rainer und Claudia West. Sie pflanzen extrem dicht um Wasser und Düngeminerale im Boden zu halten. Layer Planting.

Ton-Humus-Komplexe, ein Wikipedia dazu: "Eine übermäßige Bodenbearbeitung führt allerdings zum Zerfall jeder Krümelstruktur - im Gartenbau wird dieser Kulturfehler als "Totfräsen" eines Bodens bezeichnet."

Totfräsen. "Krankhacken" fällt mir dazu noch ein.
 
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pearl

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #95 am: 08. Juli 2018, 11:36:54 »

Mulchsaat und Strip Till, no till farming ein Wikipedia. Für den Garten wendet das Roy Diblik an, Know Maintenance Perennial Garden. Bewuchs wird vor Neupflanzung gemäht, das Mähgut liegen gelassen, mit Planen bedeckt und kann später bepflanzt werden.

Schön, wieder was gelernt.
« Letzte Änderung: 08. Juli 2018, 11:42:01 von pearl »
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hymenocallis

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #96 am: 08. Juli 2018, 11:59:14 »

ob ein Wenden des Bodens da langfristig überhaupt der richtige Weg sein kann? Wir alle - Landwirte, Gemüsebauer und Hobbygärtner/in -  werden ja lernen müssen mit solchen Trockenphasen zu leben.
Umstechen und hacken kann man hier machen, wenn man sehr viel gießen möchte. Wir lassen den Boden so weit wie möglich in Ruhe - Unkraut wird ausgestochen, nur Pflanzlöcher werden gelockert - gegossen wird gezielt per Tropfer. Oberflächlich ist der Boden hart und trocken, wenige Zentimeter drunter deutlich feuchter und sehr lebendig. Hier ist aber so gut wie jeder Zentimeter Gartenboden durch Bepflanzung direkt beschattet, was die Verdunstung reduziert.

Die Gemüsebauern in der Umgebung pflanzen sehr dicht - trotzdem werfen sie in längeren Trockenphasen die Wasserwerfer an.
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thuja thujon

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #97 am: 08. Juli 2018, 12:23:56 »

Danke, diese urdeutschen Termini kannte ich noch nicht.
Zu den Erfahrungen gibts hier 2-3 zerklüftete Threads. Die sind wenn ich mir die Teilnehmer angucke wohl vielen durch die Lappen gegangen.
https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,50762.msg2863240.html#msg2863240
https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,57693.0.html

Gerade zum Thema totfräsen bzw überlockern:
https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,59598.0.html

In Dickendorf, Westerwald, ist am 31.7. Mulch-Gemüsebaufeldtag, der Bioversuchsbetrieb hat gerade die Pflanzung von Kohl in dicke Mulchauflagen usw in den Griff gekriegt. https://mulch-gemuesebau.de/
Schöne Seite und über Google findet man auch ein paar gut geschriebene Papers zu den Versuchen. 

(Sehr) Dicht pflanzen hat oft zur Folge dass die Wurzeln weniger tief gehen, fehlt zudem die Spreu auf dem Boden haben die Tauwürmer nix zu fressen. Zwar Schattengare machbar, aber Pflanzen schlappen schnell bei Trockenheit und die Regenwurmgänge für die Wasserführung fehlen.
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RosaRot

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #98 am: 08. Juli 2018, 12:26:39 »

Mulchsaat und Strip Till, no till farming ein Wikipedia. Für den Garten wendet das Roy Diblik an, Know Maintenance Perennial Garden. Bewuchs wird vor Neupflanzung gemäht, das Mähgut liegen gelassen, mit Planen bedeckt und kann später bepflanzt werden.

Schön, wieder was gelernt.

Eins der Felder hier wurde gerade gestern gemulcht mit den Stoppeln der Gerste, die dort stand. Bin gespannt, wann sie sähen. (Früher ließen sie die Stoppeln längers tehen und die Schafe liefen drüber.)
Im Garten lasse ich in solchen Wetterlagen alles Unkraut stehen auf Flächen die noch nicht mit anderen Pflanzen dicht bewachsen sind - was ich anstrebe, aber auf diesem Gelände seine Zeit braucht. Ich habe mit Absicht einige Flächen nicht bewässert um zu sehen was passiert - da bricht momentan gerade das meiste zusammen und vertrocknet.
Tröpfchenbewässerung käme nur für Nutzpflanzen in Frage, also wenn ich mal doch wieder ein Gemüsebeet anlege.
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Viele Grüße von
RosaRot

thuja thujon

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #99 am: 08. Juli 2018, 12:30:11 »

Unkraut braucht Wasser wenns zu hoch wird. Ich entscheide sowas recht individuell. Manchmal kanns stehen bleiben, oft ist aber schon Gemsüe drin bevor das Unkraut überhaupt keimen kann.

Zurück zum Thema: es scheint die Sonne, um die 30°C, ich denke ich werde mir mal die Badehose anziehn und giessen gehen.
Die Physalis leiden doch schon merklich trotz Beschattung durch Salat. Ein gutes hat es, man kann endlich mal Portulak hacken und der vertrocknet wirklich.
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zwerggarten

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #100 am: 08. Juli 2018, 17:21:52 »

das einzige, was im waldgarten auch bei dieser dürre komplett unbeeindruckt bleibt und unentwegt weiter dichte sattgrüne matten bildet, ist oxalis acetosella 'rubra'. leider so dicht und so hoch und mitten durch die farnköpfe und stauden hindurch bzw. über potentielle cyclamenblüten und -blätter hinweg, dass es mir sehr ungut scheint und ich das zeugs jetzt quadratmeterweise rode. :P
« Letzte Änderung: 08. Juli 2018, 17:25:58 von zwerggarten »
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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #101 am: 08. Juli 2018, 17:48:35 »

Hier ringsherum werfen die Platanen ihre Rinde ab, ich weiß dass sie das regelmäßig machen, aber es ist arg viel und sehr hart aufgrund der Trockenheit - ich habe auch schon einige vertrocknete Bäume gesehen  :-\

Hier was dazu in den Medien:

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/platanen-verlieren-borke-die-baeume-lassen-ihre-huelle-fallen-15675312.html


Ansonsten kann ich mich da nur in den Chor der Gießer und Sprenger einreihen. >:(

Michael

Mir scheint fast, da die Baumstämme schlußendlich komplett eierschalenweiß sind, daß es ein Schutzmechanismus gegen zu große Hitze im/am Stamm sein könnte?
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pearl

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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #102 am: 08. Juli 2018, 20:00:48 »

das einzige, was im waldgarten auch bei dieser dürre komplett unbeeindruckt bleibt und unentwegt weiter dichte sattgrüne matten bildet, ist oxalis acetosella 'rubra'. leider so dicht und so hoch und mitten durch die farnköpfe und stauden hindurch bzw. über potentielle cyclamenblüten und -blätter hinweg, dass es mir sehr ungut scheint und ich das zeugs jetzt quadratmeterweise rode. :P

schickst du mir bitte einen Batzen?
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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #103 am: 08. Juli 2018, 20:24:54 »

noch wer! :o der posteingang glüht schon fast. ihr wisst ja nicht, was ihr tut! ;D

ja klar bekommst du einen batzen, auch zwei, bloß weg mit dem zeug! 8)

allerdings gibt es das erst nach dem nächsten mal, heute waren wir schon wieder auf dem weg in die große stadt mit dem verdorrten kleingarten... :P
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Re: So viel kann doch keiner gießen... Dürregejammer
« Antwort #104 am: 08. Juli 2018, 20:55:38 »

aber warte doch damit, bis es wieder regnet - auch das Zeug vermindert die direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden ... ich lasse im Moment einiges stehen, was ich sonst radikal schneide.
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Sonnige Grüße, Irene
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