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Autor Thema: Wartezeiten für Kontaktfungizite für Tafeltrauben u.a.  (Gelesen 154 mal)

Dietmar

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Wartezeiten für systemische Fungizite sind sinnvoll, denn dass ist genau die Zeit, in der mit Sicherheit keine Grenzwerte mehr in den Früchten überschritten werden. Anders ist es mit Kontaktfungiziten, die nicht von den Pflanzen aufgenommen werden, sondern nur auf den Blattoberflächen und den Früchten verbleiben. Eine Wartezeit für Netzschwefel hat einen gewissen Sinn, da es die Zeit ist, in der der Netzschwefel mit Sicherheit auch bei kühlerem Wetter verdampft ist. Bei anderen Kontaktfungiziten sehe ich keinen Sinn für Wartezeiten, denn diese verdampfen nicht wie Netzschwefel und werden höchstens vom Regen abgewaschen. Wenn es aber wochenlang nicht regnet oder die Pflanzen im Gewächshaus kultiviert werden, dann kann der nicht vorhandene Regen auch dann die Kontaktmittel nicht abwaschen. Die z.B. mit Kupfermitteln gespritzten Reben und Tomaten hatten bei mir auch nach 2 Monaten noch einen grünlichen Kupferbelag auf den Blättern. Bei Tomaten ist die Wartezeit bei Kupfermitteln nur 7 Tage und das bedeutet, dass das Kupfermittel, was auf ganz kleine Früchte gespritzt wurde, bei reifen Früchten noch unverändert als Belag drauf war. Bei anderen Kontaktmitteln ist das genau so, auch bei Tafeltrauben, denn die Reifezeit ist wesentlich größer als die Wartezeit vieler Kontaktmittel, d.h. auch bei reifen Trauben sind die Kontaktmittel noch drauf, die z.B. bei Erbsengröße gespritzt wurden.

Fazit: Da das Kontaktfungizit nur auf der Oberfläche der Blätter und Früchte bleibt, müsste es doch ausreichen, wenn die Früchte gründlich abgewaschen werden. Welchen Sinn haben Wartezeiten (außer bei Netzschwefel), wenn die Kontaktmittel z.B. im Gewächshaus nicht durch Regen abgewaschen werden und auch nicht verbraucht werden wie Netzschwefel?
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thuja thujon

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Re: Wartezeiten für Kontaktfungizite für Tafeltrauben u.a.
« Antwort #1 am: 13. Juli 2018, 00:50:28 »

Bei Tomaten ist die Wartezeit bei Kupfermitteln nur 7 Tage und das bedeutet, dass das Kupfermittel, was auf ganz kleine Früchte gespritzt wurde, bei reifen Früchten noch unverändert als Belag drauf war.
Kupfer ist hier ein schönes Beispiel an dem man das erklären kann. Du spritzt es auf die kleinen Früchte, durch den Zuwachs wird es verdünnt, hat dadurch deutlich weniger Wirkung, die Kristalle decken einfach nicht mehr die ganze Oberfläche ab wenn die Oberfläche größer wird.
Irgendwann ist es auch so verdünnt, dass die Wirkstoffmenge, die du aufnimmst beim typischen Verzehr, nicht mehr unter die toxikoligisch relevante Menge fällt.
Somit wird eine Wartezeit errechnet mit einem Puffer von wenigstens Faktor 100, bei der du so gut wie immer fein raus bist.

Eine frisch gespritzte Kupfertomate würde dir manch ein Scharlatanökologist wie sie gerade im Hobbybereich häufig unterwegs sind (alternative Selbstversorger) wohl auch noch als besonders Spurenelementreich anpreisen.
Die Biobauern dagegen halten sich in der Regel mit ihrer Spritzerei an die Wartezeiten und lassen das Zeugs dementsprechend lange hängen.

Im Vergleich dazu sollte man die organischen Kontaktfungizide manchmal auch in eine andere Schublade als persitentes Kupfer einsortieren. Organische Fungizide werden nicht nur mit dem Regen abgewaschen oder werden oxidiert und verdampfen wie Schwefel, sondern zersetzen sich manchmal auch unter UV-Licht oder werden von der Wachsschicht der Blätter aufgenommen ohne weiter in die Zellen zu diffundieren. Sind damit also nicht wirklich in der Pflanze drin.
Aber auch hier muss man die Spreu vom Weizen trennen und jeden Wirkstoff für sich solo betrachten. Deswegen immer fleissig Gebrauchsanweisungen lesen und einhalten.

Gerade für Tomaten gibt es recht wenig was während dem rotwerden noch gespritzt werden kann/darf. Deswegen werden sie erwerbsmäßig im Glashaus kultiviert und das Klima entsprechend pilzfeindlich gesteuert. Unter ausreichend dimensioniertem Hochglas ist das noch recht simpel machbar. Da kommt man mit wenigen Fungiziden aus und bekommt sie auch mit Biofungiziden zu einem kostendeckendem Ertrag kuliviert.
Die Holländer machen uns da immer noch was vor und Freilandsortenzuchtprojekte wie die Sunviva aus Göttingen stecken doch noch sehr in den Kinderschuhen und sind maximal für Direktvermarkter interessant. Wenn es irgendwann mal soweit ist dass die sich damit eine goldene Nase verdienen, dann lebt bestimmt auch die Freilandkultur in den Hobbygärten wieder etwas mehr auf. Die PR kommt dann ja erfahrungsgemäß prompt.
Also Aufleben in Bezug auf kiloweise Ernten, nicht nur dutzendfach Sorten auspflanzen. Hat ja nicht jeder Hobbygärtner das Glück in einer fast völlig isolierten Thuja/Rasen-Einfamilienhaus-Gesellschaft kultivieren zu dürfen. Bei manchen Tomatengärtnern ist das größte Problem ja nach wie vor noch Blütenendfäule. Ein klassischer Kulturfehler bei dem auch Kontaktfungizide nicht helfen.

Tomatenkultur ist was recht spezielles wenn man davon leben will oder drauf angewiesen ist.
« Letzte Änderung: 13. Juli 2018, 00:52:52 von thuja thujon »
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gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität

Dietmar

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Re: Wartezeiten für Kontaktfungizite für Tafeltrauben u.a.
« Antwort #2 am: 13. Juli 2018, 23:06:58 »

Danke!
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zwerggarten

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Re: Wardezeiden für Kondakdfungizite für Dafeldrauben u.a.
« Antwort #3 am: 13. Juli 2018, 23:58:43 »

tu meinsd sicher tanke!
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lustgärtner & grautvornix – bei pur seit 2007

moin

lord waldemoor

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Re: Wartezeiten für Kontaktfungizite für Tafeltrauben u.a.
« Antwort #4 am: 14. Juli 2018, 00:10:41 »

 ;D
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bei rucola fehlt definitiv ein m
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