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Autor Thema: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?  (Gelesen 17406 mal)

Gartenplaner

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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #480 am: 10. August 2018, 00:18:38 »

Um mal weiter zu differenzieren - ich kann mir schon gut vorstellen, dass Hochwasserereignisse in Gebirgslagen eine wesentlich höhere Zerstörungskraft entfalten können, Stichwort Murgang, allerdings hab ich bisher nur die eine oder andere Doku darüber gesehen.
Wenn allerdings häusergroße Felsen in Bewegung sind, bleibt kein Haus mehr über, das man hinterher aufräumen könnte, genausowenig wie man ein Grundstück wieder nutzen kann, das meterdick mit Geröll bedeckt ist - anders als bei den in flacheren Gegenden auftretenden Schlammfluten.
Das sind schon andere Dimensionen.
Allerdings sehr lokal begrenzt, und - und ich glaube, das macht den großen Unterschied aus - die Menschen dort wissen seit jeher um die Gefahren, bauten dementsprechend umsichtig an Stellen, die am geringsten gefährdet waren, ergriffen und ergreifen Schutzmaßnahmen, schon immer, wissen aber auch, dass sie nicht immer und überall 100%ig sicher sind.
Gewohnheit, eine gewisse Gelassenheit.
Da könnten hier die Schweizer und Österreicher aus Gebirgslagen mehr dazu schreiben.

Für die "Flachländer" ist es schlicht und ergreifend neu, ungewohnt, verunsichernd, verängstigend, dass Wetterereignisse auf einmal und dann auch noch häufiger als alle 500 Jahre mal so extrem ausfallen, dass es Verheerungen ähnlich denen aus Gebirgslagen gibt.
Bisher wog man sich so ziemlich in Sicherheit.
Jetzt Panik, Aktionismus, verständlicherweise, kann ich seit dem Unwetter, das ich hier miterlebt habe, gut nachvollziehen.

Da sehe ich jetzt keine irgendwie geartete Gewichtung von Katastrophen.

Ich fürchte, eine Konsequenz wird sein, Gebiete wieder aufzugeben, die in den letzten Jahrzehnten, teilweise wider besseren Wissens (vielfach war gewusst, dass manche Neubausiedlungserschliessungsflächen doch mal alle 100 bis 500 Jahre überflutet werden könn(t)en), bebaut wurden.
Hier muss ich sagen, dass die Römer wahrscheinlich noch am klügsten gebaut haben - die Villae rusticae im näheren Umkreis liegen alle einige Meter die flachen Hügelflanken hinauf - das später entstandene Dorf liegt nur knapp ein Meter über dem Bachniveau.
Im neuen Flächennutzungsplan ist die Hälfte des Dorfes, die in der Senke liegt, als hochwassergefährdet bei Extremhochwasser ausgewiesen, daneben gibt es die Kategorien 100 und 10, ich schätze mal hundert- und zehnjährige Wahrscheinlichkeit eines Hochwasserereignisses, die weniger weitreichend auf dem Plan sind.
Die eingezeichnete Extremhochwasserfläche reicht bis fast an unsere Haustür, das Haus wurde wahrscheinlich 1779 erbaut  :-X
Völlig in dieser Extremzone liegen Baugebiete der 1950er-, 60er- und 70er-Jahre
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AndreasR

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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #481 am: 10. August 2018, 01:04:43 »

Eine gewisse Kurzsichtigkeit oder far Fahrlässigkeit kann man so manchem Bauprojekt in der Tat vorwerfen, allerdings stellt sich die Frage, ob ein "Jahrhunderthochwasser" ein ausreichender Grund dafür sein kann, ein bestimmtes Grundstück eben nicht zu bebauen.

Das Problem an der Sache ist, dass solche "Jahrhunderthochwasser" in manchen Gegenden aufgrund von veränderten Bedingungen nun deutlich häufiger auftreten, vielleicht auch nicht immer am gleichen Ort, aber durch lokale Starkregenereignisse in einer bestimmten Region doch stark gehäuft gegenüber dem langjährigen Mittel.

Genau das sollte wieder stärker in die Köpfe der verantwortlichen Planer und Ausführenden gebracht werden, auch, wenn es um Präventivmaßnahmen geht, die ja leider oft sehr teuer sind, und deshalb nur sehr zögerlich oder gar nicht umgesetzt werden, meist aber erst, wenn "das Kind in den Brunnen gefallen" ist...
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Andreas

Cepha

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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #482 am: 10. August 2018, 11:19:51 »

Hier in Sachsen liegt ein Dorf, das beim großen "Jahrhunderthochwasser" 2002 geflutet wurde. Viele Häuser waren "natürlich" nicht versichert, denn sowas konnte man ja nicht ahnen. Daher hat man zu Spenden aufgerufen und die kamen dann auch.
Wurde also alles wieder aufgebaut, gegen eine Hochwasserschutzmauer gab es allerdings massivste Bürgerproteste, so sich der Bau dieser stark verzögerte.Schließlich wollte man sich nicht die Sicht verbauen und ein Stück des eigene Grundstücks abgeben.

2013 kam dann das nächste Jahrhunderthochwasser und die Mauer war nicht fertig..

Versichert waren die meisten wieder nicht, schließlich sind ja die Prämien "zu teuer". Ob erneut zu Spenden aufgerufen wurde weiß ich nicht.

Ob man nun die Schutzmauer fertig baut weiß ich auch nicht und wenn diskutiert man sicherlich wie hoch die werden soll.

Mal schauen, wenn das nächste Jahrhunderthochwasser kommt. Oder das nächste Jahrtausendhochwasser.

Übrigens werden die Q100 bei neuen Baumaßnahmen wie z.B. Brücken schon längst "klimabereinigt" Ob man da aber mit +2K oder mit +4K rechnet weiß ich nicht. Alles jenseits der +4K ist dann aus heutiger Sicht eh nicht mehr wirklich berechenbar, da fehlen einfach die Erfahrungen. Manche befürchten z.B. dass Mitteleuropa dann ebenfalls Wirbelstürme erleben könnte, so wie man sie heute nur im Pazifik oder Atlantik kennt.
Wenn es dazu kommt, können wir unsere Infrastruktur sowieso vergessen. Hurrikan Harvey z.B. hat in Houston 1200mm abgeregnet. Würde das an den Küsten Europas passieren wäre es die Sintflut.

Machen wir uns nix vor, bzgl Naturkatastrophen und üblem Klima sind wir hier in Deutschland schon extrem verwöhnt im Vergleich zu anderen Weltregionen (was das Leid derer nicht klein reden soll, denen es die Bude flutet oder denen ein Baum auf den Kopf fällt, es sind halt bugl der Katastrophen und Widrigkeiten weitaus kleinere Sachen als das was andere Weltregionen öfters erleben)

Oder man stelle sich mal vor, es wird so heiß, dass die Gefahr von "richtigen Tornados" auch bei uns wächst. Dann fangen wir auch an unsere Häuser so zu bauen, dass man die eben im Notfall wieder komplett neu aufbaut und für die Leute baut man dann unterirdische Bunker zum verkriechen, wenn sie ein Ding über einen fegt.

Gärten die für Generationen angelegt wurden gibt es dann keine mehr, da sind keine langfristigen Planungen mehr möglich.

Aber die Kohlekommission wird schon dafür sorgen, dass die Braunkohlekraftwerke in der Lausitz immer weiter laufen, dann das allergrößte Drama das diesem Land derzeit nach 9 Jahren Wirtschaftswachstum und Rekordbeschäftigung passieren kann wäre der Verlust von ein paar hundert Arbeitsplätzen. (wenn überhaupt)

MfG
« Letzte Änderung: 10. August 2018, 11:33:31 von Cepha »
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AndreasR

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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #483 am: 10. August 2018, 12:24:26 »

Manche befürchten z.B. dass Mitteleuropa dann ebenfalls Wirbelstürme erleben könnte, so wie man sie heute nur im Pazifik oder Atlantik kennt.
Wenn es dazu kommt, können wir unsere Infrastruktur sowieso vergessen. Hurrikan Harvey z.B. hat in Houston 1200mm abgeregnet. Würde das an den Küsten Europas passieren wäre es die Sintflut.

Machen wir uns nix vor, bzgl Naturkatastrophen und üblem Klima sind wir hier in Deutschland schon extrem verwöhnt im Vergleich zu anderen Weltregionen (was das Leid derer nicht klein reden soll, denen es die Bude flutet oder denen ein Baum auf den Kopf fällt, es sind halt bugl der Katastrophen und Widrigkeiten weitaus kleinere Sachen als das was andere Weltregionen öfters erleben)
Das ist sicher richtig, allerdings darf man dabei auch nicht vergessen, dass Städte in den USA, in Australien, in Sibirien oder in anderen Regionen der Welt größtenteils erst in der Neuzeit gegründet wurden, also noch gar keine Erfahrung mit "Jahrhunderthochwasser" und dergleichen sammeln konnten, während wir in Europa teils schon auf eine jahrtausendealte Siedlungsstruktur zurückblicken können. Wie Gartenplaner bereits erwähnte, scheinen z. B. die Römer mit ihren Villae rusticae am Hang durchaus auf solche Dinge geachtet zu haben. Andererseits sind sie aber auch für die großflächige Abholzung der Wälder rund ums Mittelmeer verantwortlich.

Menschengemachte Eingriffe in die Natur sind also nicht unbedingt eine neue Tendenz, nur haben sie bedingt durch das Bevölkerungswachstum immer gravierendere Auswirkungen. Wir kennen solche Bilder von Überschwemmungen, Dürren usw. meist nur aus den Medien, wenn irgendwelche Länder der Dritten Welt betroffen sind, und gegen den Tod von tausenden von Menschen sind die Verluste hierzulande in der Regel zu verschmerzen. Global gesehen wird die Stilllegung von Braunkohlekraftwerken und Co. auch nicht viel helfen, den Klimawandel zu verlangsamen, aber klar, irgendwo muss man ja mal anfangen, und man kann nur hoffen, dass die Menschheit in ihrer unersättlichen Gier sich nicht für alle Zeiten die Zukunft verbaut...
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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #484 am: 10. August 2018, 12:28:17 »

Zitat
Machen wir uns nix vor, bzgl Naturkatastrophen und üblem Klima sind wir hier in Deutschland schon extrem verwöhnt im Vergleich zu anderen Weltregionen (was das Leid derer nicht klein reden soll, denen es die Bude flutet oder denen ein Baum auf den Kopf fällt, es sind halt bugl der Katastrophen und Widrigkeiten weitaus kleinere Sachen als das was andere Weltregionen öfters erleben)
Ja, das ist wahr. Mitteleuropa hat es noch besser als andere Weltregionen, so schlimm auch viele Katastrophen sind. :(
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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #485 am: 10. August 2018, 12:38:40 »

Zitat
Da könnten hier die Schweizer und Österreicher aus Gebirgslagen mehr dazu schreiben.
Unten im Tal ist es anders als weiter "oben". Ist man inneralpin, schützen die Berge rundherum einen vor manchen Unwettern und vor allem vor zu starkem Sturm, während das Flachland ohne Schutz von Hügel oder Berg dem sehr ausgesetzt ist. Gebirgsränder auch...
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Arachne

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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #486 am: 10. August 2018, 14:49:42 »

Hier in Sachsen liegt ein Dorf, das beim großen "Jahrhunderthochwasser" 2002 geflutet wurde. Viele Häuser waren "natürlich" nicht versichert, denn sowas konnte man ja nicht ahnen. Daher hat man zu Spenden aufgerufen und die kamen dann auch.
Wurde also alles wieder aufgebaut, gegen eine Hochwasserschutzmauer gab es allerdings massivste Bürgerproteste, so sich der Bau dieser stark verzögerte.Schließlich wollte man sich nicht die Sicht verbauen und ein Stück des eigene Grundstücks abgeben.

2013 kam dann das nächste Jahrhunderthochwasser und die Mauer war nicht fertig..

Versichert waren die meisten wieder nicht, schließlich sind ja die Prämien "zu teuer". Ob erneut zu Spenden aufgerufen wurde weiß ich nicht.

Ob man nun die Schutzmauer fertig baut weiß ich auch nicht und wenn diskutiert man sicherlich wie hoch die werden soll.

Off Topic aber trotzdem ein paar differenzierende  Anmerkungen von mir.
Cepha, Du meinst sicher mit "ein Dorf" die von mir erwähnte Kleinstadt Grimma.
Zu den Versicherungen: Alle, die noch die alten DDR-Versicherungen hatten, waren gegen Hochwasserschäden versichert. Die anderen hatten Nachwende-Versicherungen, wo ihnen andere Versicherungsschwerpunkte ans Herz gelegt/bzw. regelrecht aufgeschwatzt worden sind. Etlichen Versicherungsnehmern haben die Versicherungen im übrigen nach dem Schadensfall 2002 die Versicherungen gekündigt.

Sofort nach dem Hochwasser 2002 ist eine ausführliche Studie durchgeführt worden, um Gefahrenpunkte herauszuarbeiten und damit einen bestmöglichen Schutz der Stadt zu erreichen. Der sehr bald begonnene Bau des Schutzes vor Hochwasser ist nicht nur oberirdisch, sondern reicht auch mehrere Meter unter die Erdoberfläche. Da das Hochwasser der Mulde immer gewöhnlich mehrere Tage dauert, wollte man eine Entwässerung der Stadt auch bei Muldehochständen sicherstellen. So ein aufwendiger Bau, das kann man sich ja denken, braucht Jahre. 
Massive Proteste hat es nicht gegen die Schutzmauer gegeben, es waren lediglich 4 oder 5 Einsprüche, die keine verzögernde Wirkung hatten. Unabhängig davon hat man unverzüglich mit dem Bau begonnen. Die Anlage ist jetzt nahezu fertig. 
Ja, in dem Fall war es wirkliche Pech, dass die nächste Flut schon 11 Jahre später kam.
Es ist immer die Vb Wetterlage, die Hochwasser aus dem Erzgebirge bringt.

Habe noch etwas ergänzt.
« Letzte Änderung: 10. August 2018, 14:52:34 von Arachne »
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susanneM

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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #487 am: 10. August 2018, 19:33:11 »

Zitat
Da könnten hier die Schweizer und Österreicher aus Gebirgslagen mehr dazu schreiben.
Unten im Tal ist es anders als weiter "oben". Ist man inneralpin, schützen die Berge rundherum einen vor manchen Unwettern und vor allem vor zu starkem Sturm, während das Flachland ohne Schutz von Hügel oder Berg dem sehr ausgesetzt ist. Gebirgsränder auch...

Ich kann nur aus dem Flachland schreiben:
 
Mein Garten liegt am Ende der Ebene (südl. 64km vom Wien- genannt Steinfeld) am Beginn der Berge sozusagen.
Zwischen dem sanft anhebenden Hügeln vom Wechselgebiet und den schroffen Bergen der Alpen  (Schneeberg)
kriegt mein Garten natürlich die Stürme einschl. Gewitter von beiden Seiten mit.

Auch im Flachland gibt es totale Katastrophen, bei uns hier im Vorjahr;
M.E. zurückzuführen auf Starkregen , der aus den nahe gelegenen Höhen runterkommt und unglaubliche Massen an Wasser (auch Schlamm einfach oberflächlich, alles  nicht versickern lässt)
Daher glaub ich , dass auch in der Ebene Vorsicht geboten seine sollte!


Liebe Grüße

susanne
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Querkopf

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... Da sehe ich jetzt keine irgendwie geartete Gewichtung von Katastrophen. ...
Sprachanalytisch komme ich zumindest für #422 zu einem anderen Schluss. Aber dazu habe ich bereits was geschrieben und meinen Punkt gesetzt - dieses Fass mache ich nicht wieder auf.

... Ich fürchte, eine Konsequenz wird sein, Gebiete wieder aufzugeben, die in den letzten Jahrzehnten, teilweise wider besseren Wissens (vielfach war gewusst, dass manche Neubausiedlungserschliessungsflächen doch mal alle 100 bis 500 Jahre überflutet werden könn(t)en), bebaut wurden. ...
Ob's so weit gehen wird, dass man schon Bebautes wieder rückbaut, sprich: abreißt? Vorstellbar scheint mir eher, dass es Auflagen und Einschränkungen gibt. Dass z. B. die Bauleitplanung vorgibt: Grundstück X im Überschwemmungsgebiet darf nicht bebaut werden; bei Grundstück Y sind, so man denn baut, bestimmte Dinge zu beachten: eng begrenzte Versiegelung, gezielte Ableitung von Oberflächenwasser, Öltanks und technische Anlagen hochwassersicher (also nicht im Keller), vorsorgliche Wasser-Schutzeinrichtungen an Türen, Fenstern, Garagen, Lichtschächten; und Grundstück A, B und C, Grün- oder Landwirtschaftsflächen, müssen im Fall des Falles als Retentionsräume herhalten. Etcetera.
Hier in der Region erarbeiten derzeit etliche Kommunen, aufgeschreckt durch Überschwemmungskatastrophen, so genannte Starkregen-Gefahrenkarten. Ziel dabei ist einerseits, Häusle- und Firmenbesitzern Ratschläge an die Hand zu geben für deren private "Bauvorsorge". Und andererseits, eine bessere Grundlage zu kriegen für die kommunale Bauleitplanung, siehe oben. Letzteres muss dann allerdings politisch durchgesetzt werden. Z. T. gegen Interessen von Grundeigentümern und über Jahre gewachsene Vorlieben von Stadtplanern - nicht so einfach, schnell geht das sicher nicht.

Von unseren vorsichtigen Altvorderen können wir dabei bestimmt manches lernen. loniceras Anmerkung zum Beispiel zeigt das:
Das lenken der Wässer ist aber nicht mein Verdienst, Querkopf.
Unser Haus liegt am Fuße des Hangs, ein kleiner Hinterhof und dort steht die Drainagemauer seit 1860, weil sonst der Hang schon längst ins Haus gerutscht wäre. ;)

In meiner norddeutschen Heimat kann man solche Dinge auch gut beobachten. Der Speckgürtel rund um Hannover ist bei Häuslebauern beliebt, dort ist in den vergangenen Jahrzehnten gebaut worden wie blöde. Wobei man mit den Auen der Leine, der "Masch" - seit jeher jedes Frühjahr überschwemmt, mal weniger, oft mehr - sehr unterschiedlich umgegangen ist. In einigen Dörfern reicht heute die Bebauung stellenweise bis ans Flussufer :P, man hat hie und da Dämme gebaut. In anderen Dörfern hat man ein paar hundert Meter beidseits des Flusses konsequent freigehalten, da gibt's, wie in alten Zeiten, nur Weiden, Wiesen, Felder - definitiv die bessere Lösung.

Fragt sich aber, wie weit alle diese Gedanken eine Rolle spielen für die Ausgangsfrage des Fadens. Denn die zielt ja drauf, was man tun kann für den "Bestand". 

Manches lässt sich da nicht "abpuffern". Just im eigenen Garten erlebt: Mittwochnacht hat ein Sturm bei mir eine Weide abgeknickt. Sie war nicht mehr taufrisch, jedoch gesund, und sie stand geschützt - aber die nächste Wetterstation hat Böen bis 106 km/h gemessen, und die kamen offenbar aus unüblicher Richtung...
Traurig :'(, aber that's life. Natur halt. ("Höhere Gewalt", sagte ein Nachbar, aus dessen Garten ich den abgebrochenen Baum gleich rausräumen werde.) Damit muss man letztlich leben. 
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(Hilde Domin)

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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #489 am: 11. August 2018, 17:19:08 »

Oberhalb von meinem Obstgrundstück verläuft ein asphaltierter Weg mit Gefälle zum Gründstück. Die "nutzbare" versiegelte Fläche beträgt ca. 110 qm. Ich habe nun alle 4 Meter kleine Gräben mit schrägem Verlauf hin zur dort stehenden Thujahecke (die war schon dort, als ich das Grundstück kaufte...) gezogen. Am Donnerstag hat es 15 l/qm geregnet, mit geschätzten 50% "Verlust" sind immer noch 825 Liter zusätzlich auf der 40 Meter langen Hecke angekommen. Das Bild habe ich eben gemacht, es ist immer noch feucht dort. Bisher ist das Wasser bis zur tiefsten Stelle des Weges gelaufen und dort völlig nutzlos  ;) beim Nachbarn versickert.
Das nur als kleine Anregung zur Nutzung versiegelter Flächen, hier und da ist so etwas vielleicht auch bei andern machbar.
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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #490 am: 26. August 2018, 16:13:13 »

Förster kennen die Baumarten nicht, die in Gärten stehen. Ein Baumpfleger, resp. ein Sachverständiger für solche Fragen, kann das sicher besser beurteilen. Der weiß eher, welche Gefahren je nach Baumart drohen können, wie es um die Standfestigkeit bestellt ist, ob Entlastungsschnitte in der Krone angebracht sind etc.

Ein Nagel und ein Kopf, ich habe einen Baumpfleger zur Begutachtung kommen lassen. So ein Sommer (und so ein Thread), für etwas ist das gut!
Ich kann es nur empfehlen, es war sehr interessant und ich habe manches gesehen, was ich vorher nicht sah und was ich nie bedacht hatte, mehr in Zukunftsrichtung, welchen Baum fördern und auf welchen verzichten? Ganz gefährliche Kandidaten gibt es hier scheinbar im Moment nicht.
In die Bäume wurde hier finanziell jahrzehntelang nie investiert, ich glaube, jetzt ist eine gute Zeit dafür, und es ist auch mal an der Zeit.
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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #491 am: 04. September 2018, 12:37:49 »

Mein erster Nagel mit Kopf ist auch fertig - ich habe mir Stockosorb 660 geholt!
Bei jeder neuen Baum/Gehölzpflanzung mische ich in Zukunft die vorgeschriebene Menge, 20g pro 10l Aushuberde unter.
(Oder 200g/m², 20cm tief eingearbeitet, bei Staudenpflanzungen)

Durch den Dürresommer habe ich festgestellt, dass alle Gehölze und Bäume, die länger als 3-5 Jahre im Garten stehen, wohl schon mit ihrem Wurzelwerk vom hohen Grundwasserstand profitieren können - die 2012 gepflanzten Sequoiadendron sind auch dieses Jahr trotz Dürre üppig in die Höhe geschossen - einige Gehölze, die noch nicht so lange gepflanzt sind, haben dagegen gelitten.

Ich hoffe bzw. glaube, dass das Stockosorb diese ersten kritischen Jahre mit überbrücken helfen kann.
Nach 5 Jahren ist es laut Hersteller von Bodenmikroorganismen komplett abgebaut.

Zufällig habe ich eine interessante Doku von arte zu ähnlichen Bodenhilfsstoffen gefunden:
Futuremag: Wie können Pflanzen fast ohne Wasser gedeihen

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Gegen längere Trockenphasen werde ich mich wohl dahingehend wappnen, dass ich die Pflanzenauswahl darauf ausrichte.
Vermehrt wohl auch Gehölze pflanzen werde.
Da die auch, bis sie ein gewisses Wurzelvolumen erreicht haben, gefährdet sind, hab ich mir bis jetzt 2 Strategien überlegt:
...
 - mir einige der in letzter Zeit hier im Stadtbild um Straßenbäume aufgetauchten treegator besorgen und um schon gepflanzte, aber noch gefährdete Gehölze anbringen

Erster Kurzzeiterfahrungsbericht zu den treegator:
Das Funktionsprinzip ist simpel wie sonstwas - eine große, stabile Plastiktüte, die in den Falzen der "Ecken" zu zwei Seiten zwei 3mm große Löcher eingestanzt hat.
Ich hatte irgenwie erwartet, dass der Boden der Tüten aus einem speziellen, semipermeablen Material aus der Weltraumtechnik gemacht wäre, aber nein  ;D
Nun gut.
Ich hatte die treegator an 4 Bäumchen angebracht, bei denen ich entweder sah, dass Wasser vonnöten war (2 kleinere Metasequoias hatten fast alle Nadeln abgeworfen) oder es vermutete (ein Sequoiadendron, der erst 2 Jahre steht und eine im Juni gepflanzte Morus alba 'Giant Fruit')

Erste Schwierigkeit - an kleinen Bäumchen, die noch bis unten beastet sind, ist es teilweise schwierig bis unmöglich, den Reißverschluß ganz zu zu bekommen, ein unbeasteter unterer Stamm ist besser.

Zweite Schwierigkeit - 2 der 4 treegator leerten sich schon beim 2. oder 3. Befüllen nicht mehr richtig.
Bei der Ursachensuche stellte ich fest, dass die Löcher jedenfalls nicht von innen verstopft waren, was ich zuerst wegen Befüllen mit Brunnenwasser vermutet hatte, wenn man den Falz auseinanderzog, pieselte der treegator in feinem Strahl aus dem gestanzten Loch.
Ob es am unebenen Boden um die Stämme der Bäume lag, an den Nacktschnecken, die sich auf der Flucht vor der Trockenheit der Umgebung in die Falznaht zwängten, ich konnte es nicht so recht dingfest machen.
Den treegator beim Befüllen ein paarmal zu schütteln, anzuheben, und die gefalzte Ecke zu säubern half etwas.

Aber so richtig "pflegeleicht" ist das System zumindest bei mir nicht, leider.

Trotzdem half es den Metasequoia, die wieder ein paar frische Triebe machten.

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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #493 am: 03. Oktober 2018, 11:53:08 »

Etwas Ähnliches hatte ich mir kostengünstig mit einer Alditüte gebastelt. Da trat das gleiche Problem auf, wie du es beschreibst.

Vor der nächsten Befüllung habe ich mit einem Stock ein Loch in die Erde gepiekst und den Zipfel mit dem Tropfloch in dieses Erdloch hängen lassen. Das hat die Verstopfung wirkungsvoll beendet.

Die "haltlose" Alditüte habe ich in einen großen kaputten Blumentopf gestellt und die Ränder nach außen übergestülpt, damit sie nicht in sich zusammenfällt.
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Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
« Antwort #494 am: 03. Oktober 2018, 12:03:07 »

Etwas Ähnliches hatte ich mir kostengünstig mit einer Alditüte gebastelt. Da trat das gleiche Problem auf, wie du es beschreibst.

Vor der nächsten Befüllung habe ich mit einem Stock ein Loch in die Erde gepiekst und den Zipfel mit dem Tropfloch in dieses Erdloch hängen lassen. Das hat die Verstopfung wirkungsvoll beendet.

Die "haltlose" Alditüte habe ich in einen großen kaputten Blumentopf gestellt und die Ränder nach außen übergestülpt, damit sie nicht in sich zusammenfällt.


Gaaaanz mein Stil  ;D ;D ;D ;D

Super Tipp  :D
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