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Autor Thema: Gurkenmehltau  (Gelesen 913 mal)

Gartenoma

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Gurkenmehltau
« am: 09. August 2018, 10:36:46 »

Hallo,

leider hat der Mehltau dieses Jahr unter Melonen und Zucchini in meinem Frühbeet gewütet - anscheinend angesteckt von den daneben stehenden Stachelbeeren. Nun habe ich aber keine Lust, den ganzen Boden auszuwechseln (die Stachelbeeren kommen im Herbst sowieso raus). Wie kriegt man die Sporen aus dem Boden? Neem oder Aliette? Wie sollte die Anwendug aussehen?

Gruß
Gartenoma
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Floris

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #1 am: 09. August 2018, 10:48:09 »

Echter oder Falscher Mehltau?

Der Verweis auf die Stachelbeeren deutet auf Echten Mehltau hin. Der ist aber wirtsspezifisch, d. h. der Stachelbeermehltau befällt werde Zucchini noch Gurken.

Echter Mehltau überdauert nur auf lebenden Pflanzen, d. h. es gibt keine Dauerformen im Boden. Daher wäre keine Bodenbehandlung erforderlich.

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Gartenoma

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #2 am: 09. August 2018, 11:01:16 »

Echter oder Falscher Mehltau?

Der Verweis auf die Stachelbeeren deutet auf Echten Mehltau hin. Der ist aber wirtsspezifisch, d. h. der Stachelbeermehltau befällt werde Zucchini noch Gurken.

Echter Mehltau überdauert nur auf lebenden Pflanzen, d. h. es gibt keine Dauerformen im Boden. Daher wäre keine Bodenbehandlung erforderlich.

Das mit den Stachelbeeren war nur so eine Vermutung von mir, weil es wilde sind und die Spitzen immer Mehltau bekommen und der Befall von dieser Seite des Frühbeets losgegangen ist. Es kann natürlich auch die Zucchini, die an der Seite stand, gewesen sein.
Aubergine, Borretsch und blühender Kopfsalat sind noch die gesunden Pflanzen in dem Frühbeet.
Wie unterscheidet man echten von falschem Mehltau?

Gruß
Gartenoma
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Floris

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #3 am: 09. August 2018, 11:23:28 »

Aufgrund der Wetterlage ist der Echte Mehltau wahrscheinlicher, das ist ein Schönwetterpilz.
Der Falsche Mehltau braucht hohe Luftfeuchtigkeit, tritt daher bei hoher Luftfeuchte auf, häufiger unter Glas (Gewächshaus/Frühbeet) als im Freiland.

Der Falsche Mehltau ist eigentlich nie schneeweiß, so wie es der Echte gerne ist.
Beim Falschen Mehltau hat man blattoberseits aufgehellte Flecken und jeweils darunter einen Pilzrasen.
Echter Mehltau kann auch die Blattunterseite befallen, aber den direkten Zusammenhang zwischen Fleck oben und Sporenlager unten hat man da nicht. Normalerweise sind die Blätter im Endstadium oberseits von einem weißen Belag gleichmäßig bedeckt, aber erstmal weiterhin intakt.
Bei Falschen Mehltaus klappen sie bei starkem Befall recht bald zusammen.
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Dietmar

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #4 am: 09. August 2018, 11:24:10 »

Ich befürchte, dass es da kein wirksames Mittel gibt. Selbst wenn es so ein Mittel gäbe, würde eine Neuinfektion von weiter entfernten Pflanzen erfolgen. Besser wäre, von Beginn an vorbeugend jede Woche einmal gegen echten Mehltau zu spritzen. Zu Beginn empfehle ich Netzschwefel. Wenn es nicht so heiß ist, 10 %ige Milch /Molke (etwas angegoren) und ansonsten 1 % iges Natron. Alles für Bio-Anbau zugelassen und für den Menschen ungiftig.

Das Problem beim Spritzen ist, dass die Gefahr von Pilzinfektionen unterschätzt wird und man hofft, ohne auszukommen. Ohne Spritzen klappt aber nur in seltenen Fällen.

Bei größerer Oidiumgefahr empfehle ich Duaxo, nicht ganz billig, aber frei zu kaufen und systemisch wirkend. Vorteil: Duaxo hat bei Gurken, Zucchini und Co. eine Wartezeit von nur 3 Tagen.

Achtung: Bei Obst je nach Sorte eine Wartezeit von bis zu 28 Tage.
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Dietmar

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #5 am: 09. August 2018, 11:27:29 »

Zitat
Der Verweis auf die Stachelbeeren deutet auf Echten Mehltau hin. Der ist aber wirtsspezifisch, d. h. der Stachelbeermehltau befällt werde Zucchini noch Gurken.

Dieser Unsinn wird immer wieder aufgewärmt. Es ist Tausendfach !!! bewiesen, dass dem nicht so ist. Echter Mehltau ist nicht wirtsspezifisch. Er passt sich nur verschiedenen Wirten an. Mikroorganismen können dazu sogar ihre Gene anpassen. Damit scheint es so, als ob echter Mehltau wirtspezifisch wäre.
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Gartenoma

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #6 am: 09. August 2018, 11:32:41 »

Nach der Beschreibung von Floris dürfte es der Falsche Mehltau sein.

Ich befürchte, dass es da kein wirksames Mittel gibt. Selbst wenn es so ein Mittel gäbe, würde eine Neuinfektion von weiter entfernten Pflanzen erfolgen. Besser wäre, von Beginn an vorbeugend jede Woche einmal gegen echten Mehltau zu spritzen. Zu Beginn empfehle ich Netzschwefel. Wenn es nicht so heiß ist, 10 %ige Milch /Molke (etwas angegoren) und ansonsten 1 % iges Natron. Alles für Bio-Anbau zugelassen und für den Menschen ungiftig.

Mir geht es jetzt um die Folgekulturen vor allem im nächsten Jahr. Das Frühbeet haate ich mir eigentlich für frühen Kopfsalat und danach  Melonen angeschafft, letzteres war natürlich ein Flop. Natürlich will ich vermeiden, den gesamten Boden auszutauschen. Außerdem kommen nächstes Jahr die Gurken direkt daneben, eine andere Möglichkeit für Fruchtwechsel habe ich nicht.

Gruß
Gartenoma
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Floris

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #7 am: 09. August 2018, 11:37:43 »

Zitat
Echten Mehltau ... ist wirtsspezifisch

Dieser Unsinn wird immer wieder aufgewärmt. Es ist Tausendfach !!! bewiesen, dass dem nicht so ist. Echter Mehltau ist nicht wirtsspezifisch.

Ich hätte hier jetzt gerne mal eine fachliche Stellungnahme der Moderation zu dieser Aussage.

Ich finde es nicht in Ordnung, dass Dietmar seine ausgefallene Privatmeinung hier immer wieder unwidersprochen breittreten kann.

Sollte sich diese jedoch als belegbar erweisen (wofür es bisher hier im Forum keine Hinweise gibt), werde ich halt in Zukunft still sein.
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Wühlmaus

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #8 am: 09. August 2018, 12:20:44 »

Zitat
Der Verweis auf die Stachelbeeren deutet auf Echten Mehltau hin. Der ist aber wirtsspezifisch, d. h. der Stachelbeermehltau befällt werde Zucchini noch Gurken.

Dieser Unsinn wird immer wieder aufgewärmt. Es ist Tausendfach !!! bewiesen, dass dem nicht so ist. Echter Mehltau ist nicht wirtsspezifisch. Er passt sich nur verschiedenen Wirten an. Mikroorganismen können dazu sogar ihre Gene anpassen. Damit scheint es so, als ob echter Mehltau wirtspezifisch wäre.

Und was ist mit diesen Angaben? Ich denke, darauf ist Verlass!
Zitat:
Zitat
Gattungen und Arten mit ihren Wirtspflanzen

Mehltaurassen sind streng wirtsspezifisch. Jede Mehltauart ist auf eine bestimmte Wirtspflanze spezialisiert und kann sich nur von ihr ernähren. So befällt beispielsweise der Mahonienmehltau nur Mahonien, jedoch nicht Phlox oder Lupine. Eine Ansteckung zwischen verschiedenen Pflanzenarten ist daher auszuschließen. In vielen Fällen wird der Befall nicht erkannt, da kaum sichtbare Schäden auftreten. Bei einigen Pflanzen kann es jedoch bei stärkerem Befall zu Wachstumsstockungen kommen. Hier eine Auswahl: ...
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WühlmausGrüße

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Gartenoma

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #9 am: 10. August 2018, 08:48:35 »

Leider weiß ich jetzt immer noch nicht, ob ich nächstes Jahr wieder Melonen in mein Frühbeet setzen kann, ohne vorher die Erde komplett ausgetauscht zu haben  ???
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Mottischa

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #10 am: 10. August 2018, 08:51:05 »

Versuche es, meine Gurke hat auch Mehltau und ich vermute dass es tatsächlich nur wetterbedingt ist - das haben nämlich einige andere Pflanzen auf der Terrasse auch, vielleicht ist es der Standort?
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Absolut und einzigartig..

Floris

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #11 am: 10. August 2018, 12:22:54 »

ein wenig Geduld mit Dietmar, der wird dir das schon noch mitteilen, der weiß das besser als ich.

Ich mag mich nicht anscheißen lassen sondern sitze lieber entspannt unter meinem Apfelbaum.
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cydorian

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #12 am: 10. August 2018, 18:22:13 »

Nach der Beschreibung von Floris dürfte es der Falsche Mehltau sein.

Das Vorhandensein von Sporen des falschen Mehltaus von vorjährigem Befall im Boden beschleunigt den neuen Befall, aber entscheidend ist das Wetter. Wir hatten auch dieses Jahr sehr gute Infektionsbedingungen im Juni. Die Wärme tagsüber spielt keine Rolle, entscheidend war dass es da nachts noch so sehr abkühlte, dass nasser Tau an den Blättern war. Oder man begeht den Fehler, Abends über die Blätter zu giessen. Die bleiben die ganze Nacht nass, ein Freudenfest für den Pilz.

Wenn du wieder Cucurbitae pflanzen willst, empfehle ich ein schwarzes Gartenvlies auf den Boden zu legen, Schlitze rein und dort die Jungpflanzen hineinsetzen. Melonen sind fast alle sehr anfällig, da würde ich jeden Infektionsfaktor minimieren.
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Gartenoma

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #13 am: 10. August 2018, 18:28:57 »

Nach der Beschreibung von Floris dürfte es der Falsche Mehltau sein.

Das Vorhandensein von Sporen des falschen Mehltaus von vorjährigem Befall im Boden beschleunigt den neuen Befall, aber entscheidend ist das Wetter. Wir hatten auch dieses Jahr sehr gute Infektionsbedingungen im Juni. Die Wärme tagsüber spielt keine Rolle, entscheidend war dass es da nachts noch so sehr abkühlte, dass nasser Tau an den Blättern war. Oder man begeht den Fehler, Abends über die Blätter zu giessen. Die bleiben die ganze Nacht nass, ein Freudenfest für den Pilz.

Wenn du wieder Cucurbitae pflanzen willst, empfehle ich ein schwarzes Gartenvlies auf den Boden zu legen, Schlitze rein und dort die Jungpflanzen hineinsetzen. Melonen sind fast alle sehr anfällig, da würde ich jeden Infektionsfaktor minimieren.

Danke für die praktischen Ratschläge. Das mit der schwarzen Folie klingt gut.
Meinst du, dass es etwas bringt, wenn man abends das Frühbeet zumacht und morgens wieder auf?

Gruß
Gartenoma

P.S. Mich wundert die Aussage "wirtspezifisch". Ich habe heute die Spitzen der Feldahornhecke beschnitten. Der Ahorn hat an dichten Stellen natürlich Mehltau, aber die Disteln die vereinzelt dazwischen stehen auch  ???
« Letzte Änderung: 10. August 2018, 18:31:03 von Gartenoma »
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cydorian

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #14 am: 10. August 2018, 21:20:23 »

Dass Mehltau wirtsspezifisch sei, ist halt die Meinung Dietmars, ab hier hab ich auch Senf dazu gegeben: http://forum.garten-pur.de/index.php/topic,29993.msg2328421.html#msg2328421 . Die detaillierte Erklärung findest du in #3583, wenn du über die Schlagworte hinaus lesen willst. Idiotisches Thema, hat nur Gift und Galle erzeugt und das bei einem harmlosen Hobby. Mag jeder glauben, was er will.

Nur: Das ist hier so oder so völlig irrelevant. Ob wirtsspezifisch oder nicht, der Mehltau ist ja bereits an den Cucurbitae und damit nahe am Bodenstück, wo du nächstes Jahr diese Art wieder pflanzen willst. Er ist an Cucurbitae da, deshalb ist es piepegal ob zusätzliche andere Pflanzen noch befallen werden. Der relevante Schaden an der relevanten Pflanze ist bereits passiert.
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